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GG146
02.12.10, 21:22
Irgendwie habe ich die Arena vergessen, als ich vor ein paar Monaten diesen thread auf verschiedenen Foren angelegt habe. Das Thema ist aber jetzt wieder aktuell geworden, weil Frau v. d. Leyen meint, dass man den Fachkräftemangel nur mit der Anwerbung ausländischer Hochqualifizierter beheben könne. Deshalb lege ich das Thema hier und auf weiteren Foren auch noch an.
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Das hier ist ein alter Beitrag von web.de / gmx:

Schlagzeile

FDP Mitglieder fallen in Hartz 4 und stehen bei den ARGen an.

Das ist ein Traum, nein es wird Realität.

Guido hat es geschafft, -nach seiner Hartz4 Debatte-, Langzeitarbeitslose H4 Bezieher im Alter über 40 besinnen sich auf ihre Qualifikationen, Fähigkeiten und Ausbildungen. Wir wehren uns und Gründen ein 1€ Unternehmen.
Wir bieten unsere Arbeitskraft für einen Euro am Markt an. Unser Ziel ist es ein wenig zum H4 satz hinzu zu Verdienen so etwa 160€ im Monat, wie es Herr Westerwelle verlangt. Unsere Konkurrenten auf dem Markt sind vorzugsweise Unternehmen deren Eigentümer FDP Mitglieder sind. Illusorisch, nein, wir haben nichts zu verlieren denn wir haben nichts nur unseren Kopf,der denken kann, und unser Arbeitskraft, genau das bieten wir an.

Wer wir sind?

Bis jetzt sind wir 37 Personen die keiner haben will. Wir Zusammen haben bis zu 40000 Bewerbungen geschrieben.
Ein kleiner Auszug unserer Qualifikationen:
5 Personen Ingenieure, Techniker und Meister der Elektrotechnik im alter von 45 bis 63
2 Personen Ingenieure und Techniker Maschinenbau Alter 52 und 59
1 Rechtsanwalt Alter 64
1 Dr. Physik Alter 55
2 Dipl. Immobilienfachwirte Alter 42 und 49
3 Dipl. Betriebswirte Alter 45 bis 64
2 Dr. Dipl. Chemiker Alter 42 und 55
4 Dipl. Informatiker im Alter von 42 bis 52
Das sind nicht alle Qualifikationen die hier aufgeführt sind.

Wir geben jetzt ein Angebot für eine Anlagenplanung und den Bau einer der chemischen Anlage ab. Unser Mitbieter ist ein mittelständisches Unternehmen das im Besitz eines FDP Abgeordneten ist.

Es geht bei diesem Auftrag um:

12000 Stunden für Ingenieure , Techniker und Meister. Hinzu kommen 22000 Stunden für Facharbeiter.
Unser Angebot ist für die Anlage 34.000 € zuzüglich 19% Umsatzsteuer Material und Werkzeuge werden vom Auftraggeber gestellt.
Insgesamt wird das Auftragsvolumen bei uns bei rund 150.000€ liegen.
Das Gegenangebot beläuft sich auf € 3,7 Mio., was ein absolut Marktgerechtes Angebot ist.
Unser Mitbieter ist auf diesen Auftrag angewiesen und wenn er den nicht bekommt muss seine Personengesellschaft Konkurs anmelden. Aber er hat ja noch 3 Monate sein Mandat das er für die FDP wahrnimmt.



Weiter Projekte sind in Vorbereitung aus den Bereichen Immobilienwirtschaft, Maschinenbau und Anderen.

Wer sich uns anschließen will muss H4 Bezieher sein und mindestens 150 Bewerbungen geschrieben haben und bereit sein für 1€ zu arbeiten.

Die ersten Anfeindungen gegen uns sind schon da . Es wird mit Gerichten gedroht aber wir bewegen uns im Rahmen der Gesetze.



Diesen Auftrag können wir leisten genug Erfahrungen, Qualifikationen und das Können haben wir.

Davon ist auch der Auftraggeber überzeugt aber er schämt sich ein solches Angebot an zu nehmen. Wir nehmen ihm seine moralischen Bedenken denn es ist politisch gewollt genau so.

Im übrigen vernichten wir ca. 50 festangestellten Verhältnisse.

Was sagen jetzt die Befürworter von Herrn Westerwelle ist es das was ihr wollt?





Der Urheber der Idee hat einmal auf eine PN geantwortet und war dann nicht mehr zu erreichen. Nachdem schon das blaue etcpp - Forum nur wegen dieser Idee zu einem richtigen Forum ausgebaut wurde (das waren vorher nur ein paar threads zum technischen Experimentieren und aus Jux), habe ich heute eine HP ins Netz gestellt und das Forum drangehängt:

http://wir-koennen-auch-anders.npage.de/

Vielleicht ist das Internet ja doch noch für etwas anderes als Plaudern gut...

GG146
10.12.10, 13:46
Arbeiten im Reichstag -der Bundestag hat seinen Sicherheitsdienst in die AlG II - Aufstockung "ourgesourced":

Guido Westerwelle, FDP, am 28.11.2007: "Jeder ist hier der Meinung, wer ordentlich arbeitet muss davon auch leben können."

Doch das ist graue Theorie, die Wirklichkeit sieht anders aus, auch im Bundestag. Es waren die parlamentarischen Gremien, also letztlich die Abgeordneten, die entschieden haben, der Wach- und Sicherheitsdienst im Deutschen Bundestag wird privatisiert, auf neudeutsch outgesourced. Das spart Geld. Dabei legt die Bundestagsverwaltung Wert auf die Feststellung:

Zitat: "Der deutsche Bundestag verlangt im Rahmen des gesetzlich Möglichen die Einhaltung bestehender Tarifverträge."

Doch das ist nicht der Kern des Problems. Die privaten Sicherheitsunternehmen im Bundestag zahlen nach Tarif - alles ganz legal. Nur: Der Tarif in der Sicherheitsbranche ist deutlich niedriger als der im öffentlichen Dienst. Bei Lothar Schmidt und seinen Kollegen macht das in der Stunde schnell mehr als 2 € Unterschied aus. Und das entscheidet, gerade mit Kindern oft, ob man zum Amt muss oder nicht. Wie hieß es noch mal da drinnen, selbst bei den Wirtschaftsliberalen?

http://www.wdr.de/tv/monitor//sendungen/2010/1209/bundestag.php5

Die halten die Wähler offenbar für so dämlich, dass sie meinen, im eigenen Laden genau das Gegenteil dessen tun zu können, was sie ständig öffentlich verkünden, und trotzdem gewählt zu werden.

Wie heißt es so schön? Der Krug geht so lange zum Brunnen...

Muad'Dib
10.12.10, 16:27
Arbeiten im Reichstag -der Bundestag hat seinen Sicherheitsdienst in die AlG II - Aufstockung "ourgesourced":
Nix gegen die dort Beschäftigten - aber soll vielleicht Motivation und Aufmerksamkeit gesenkt werden, angesichts des angekündigten "Reichstagsbrandes" durch islamistsche Terroristen?

azrael
10.12.10, 21:34
Das Thema ist aber jetzt wieder aktuell geworden, weil Frau v. d. Leyen meint, dass man den Fachkräftemangel nur mit der Anwerbung ausländischer Hochqualifizierter beheben könne.
Ich habe im weitesten Sinne mit Arbeitsvermittlung zu tun und sehe täglich, wie viele der aufgeführten Berufe händeringend gesucht werden. Und das seit Wochen. Woher kommt also diese Diskrepanz zwischen Angebot uns Nachfrage?

Gandolf
10.12.10, 21:41
Ich habe im weitesten Sinne mit Arbeitsvermittlung zu tun und sehe täglich, wie viele der aufgeführten Berufe händeringend gesucht werden. Und das seit Wochen. Woher kommt also diese Diskrepanz zwischen Angebot uns Nachfrage?

Aus der unmodern gewordenen Arbeitgeberverantwortung. Früher züchteten sich verantwortungsvolle Arbeitgeber ihre Arbeitskräfte selbst. Investierten in sie, bildeten sie aus und -das ist jetzt ganz wichtig- standen auch in schlechten Zeiten zu ihren Arbeitnehmern. Das scheint etwas aus der Mode gekommen zu sein.

Schade eigentlich.

GG146
10.12.10, 23:17
Nix gegen die dort Beschäftigten - aber soll vielleicht Motivation und Aufmerksamkeit gesenkt werden, angesichts des angekündigten "Reichstagsbrandes" durch islamistsche Terroristen?

Wieso sollten die Herrschaften im Reichstag / Bundestag sich planvoll selbst gefährden?

Das Projekt "Billiglohnstandort Deutschland" hat einfach eine derartige Priorität erreicht, dass die Bauernlegerei schon blindwütig betrieben wird. Mit etwas Nachdenken würden die Akteure ganz sicher dort eine Ausnahme von dem Prinzip der neofeudalen Bauernlegerei machen, wo es lebensgefährlich für sie selbst ist.

Gandolf
10.12.10, 23:21
Bauernlegerei?

GG146
10.12.10, 23:34
Bauernlegerei?

Jou, Bauernlegerei.

Ich erlaube mir einfach mal diese historische Parallele, weil mir zu dem Abstand der heutigen Arbeitnehmer - Plattmache ("Großprojekt Billiglohnstandort Deutschland") zu Ludwig Erhardts "Wohlstand für Alle" nichts Besseres einfällt als die mittelalterliche Feudalherren - Masche, Bauern zu der generationenübergreifend aufopferungsvollen Neulanderschließung (dem Ersten der Tod, dem Zweiten die Not, dem Dritten das Brot) zu motivieren, indem man ihnen ein Leben als freie Bauern und Landbesitzer versprochen hat, um sich das in wertvolles Ackerland umgewandelte Sumpfland dann durch massenhaften Raubmord an der dritten oder vierten Generation einzuverleiben.

GG146
10.12.10, 23:41
Ich habe im weitesten Sinne mit Arbeitsvermittlung zu tun und sehe täglich, wie viele der aufgeführten Berufe händeringend gesucht werden. Und das seit Wochen. Woher kommt also diese Diskrepanz zwischen Angebot uns Nachfrage?

Es gibt doch Arbeitslose mit diesen Qualifikationen, oder?

Könnte es vielleicht sein, dass man sich die erhalten will, damit auf keinen Fall Arbeitssuchende eine starke Verhandlungsposition erreichen, auch nicht die Hochqualifizierten?

Dafür braucht man natürlich "ausländische Fachkräfte".

Muad'Dib
11.12.10, 06:12
Wieso sollten die Herrschaften im Reichstag / Bundestag sich planvoll selbst gefährden?
Weil zB einem Herrn Schäuble zur Durchsetzung seiner Fantasien nichts besseres passieren könnte.

GG146
11.12.10, 10:05
Weil zB einem Herrn Schäuble zur Durchsetzung seiner Fantasien nichts besseres passieren könnte.

Dann müsste er auch sein eigenes Leben riskieren, einfach nur die Sicherheitsvorkehrungen zu schwächen ist ja eine viel unkalkulierbarere Methode als nachts den Reichstag in Brand stecken zu lassen. Die Terroristen würden vermutlich zu einem Zeitpunkt zuschlagen, der eine möglichst große Opferzahl gewährleistet.

Muad'Dib
11.12.10, 10:47
Dann müsste er auch sein eigenes Leben riskieren, einfach nur die Sicherheitsvorkehrungen zu schwächen ist ja eine viel unkalkulierbarere Methode als nachts den Reichstag in Brand stecken zu lassen. Die Terroristen würden vermutlich zu einem Zeitpunkt zuschlagen, der eine möglichst große Opferzahl gewährleistet.
Och, ich halte das Risiko für sehr kalkulierbar, aus folgenden Gründen:



ein großer Teil ist sehr regelmäßig gar nicht anwesend,



es reicht ja ein kleines Bömbchen im Foyer/Zuschauertribüne, um die große Welle zu machen,



und wenn man selbst über VS/Geheimdienst die Finger mit im Spiel hat (ist ja nicht soo selten), ist das Risiko für einen persönlich sehr steuerbar.

Und wäre ja doof, wenn einem aufmerksame uneingeweihte Sicherheitskräfte im Weg stehen. Hinzu kommt noch bei dem vorhin erwähnten Herren, daß ich persönlich mir schon vorstellen kann, daß ihm sein eigenes Leben so großen Spaß nicht macht und da könnte man ja schon auf die Idee kommen, für die "gute" Sache den Märtyrer zu machen. Die Einschätzung "unserer" US-"Verbündeten" gehen ja in eine ähnliche Richtung und die Einschätzung ist ja auch nichts Neues.

Natürlich nur Spekulation, aber zum Einen verwundert es mich schon, daß das medial so rausposaunt wurde (Anschlagsgefahr auf den Reichstag), gleichzeitig aber die Situation der Sicherheitskräfte verschlimmbessert wird und zum Anderen finden sich eben bei vielen spektakulären (Beinahe-)Anschlägen bzw. dem medialen Spektakel dazu so viele Merkwürdigkeiten, daß ich da nicht an Zufälle glauben kann.

GG146
11.12.10, 20:13
Natürlich nur Spekulation, aber zum Einen verwundert es mich schon, daß das medial so rausposaunt wurde (Anschlagsgefahr auf den Reichstag), gleichzeitig aber die Situation der Sicherheitskräfte verschlimmbessert wird und zum Anderen finden sich eben bei vielen spektakulären (Beinahe-)Anschlägen bzw. dem medialen Spektakel dazu so viele Merkwürdigkeiten, daß ich da nicht an Zufälle glauben kann.

Das ist wirklich etwas spekulativ, zumal die Beinahe - Anschläge leicht erklärbar sind. Die islamischen Terrorzellen sind weitestgehend unabhängig voneinander und kaum "von oben" geführt. Da wimmelt es von technisch völlig inkompetenten Leuten.

Muad'Dib
11.12.10, 22:27
Das ist wirklich etwas spekulativ, zumal die Beinahe - Anschläge leicht erklärbar sind. Die islamischen Terrorzellen sind weitestgehend unabhängig voneinander und kaum "von oben" geführt. Da wimmelt es von technisch völlig inkompetenten Leuten.
Und bei den "Sauerland-Bombern" waren die staatlichen Organe so nah dran, daß die Hauptzutat des gewünschten Sprengstoffs durch eine stark verdünnte Lösung ersetzt wurde... Wobei doch stark zu bezweifeln ist, daß derart inkompetente Leute, die sich ausgerechnet auf die Art Sprengstoff verlegten, nicht schon beim Zusammenrühren in die Luft gejagt hätten, von einem Transport der recht instabilen Verbindung ganz zu schweigen.
Und derart inkompetenten Typen, denen noch nicht mal die hohe Verdünnung ihrer Stoffe auffällt, medial als so gefährlich darzustellen, halte ich für Propaganda.

Ist es nicht merkwürdig, daß jeder normal Begabte über ein bißchen googeln und evtl den Besuch einer Bücherei die Undurchführbarkeit des Vorhabens herausfindet, aber angeblich gefährliche Terroristen in monatelangen Vorbereitungen nicht auf den Trichter kommen?
Andererseits aber diverse Rockerclubs oder auch einzelne Kleinkriminelle, in der Lage sind, sich vernünftige Sprengstoffe/Waffen zu besorgen fähig sind?

Nee, tut mir leid, mMn hat man sich da ein paar grenzdebile Opfer gesucht.

GG146
14.02.11, 13:36
Rekordzahlen bei Sanktionen gegen Arbeitslose:

Verpasste Termine und Fristen haben für Hartz-IV-Empfänger zunehmend ernsthafte Konsequenzen: Die Behörden strichen im vergangenen Jahr in mehr als 610.000 Fällen Gelder - zwölf Prozent mehr als 2009.

(...)

Mehr als die Hälfte der Kürzungen sei mit verpassten Terminen und Fristen begründet worden. So sei auch Empfängern von regulärem Arbeitslosengeld in den vergangenen Jahren immer häufiger zeitweise die staatliche Unterstützung gestrichen worden, schreibt die Zeitung. Im relativen Vergleich sei die Zahl sogenannter Sperrzeiten innerhalb der vergangenen vier Jahre von 18 auf 27 Prozent gestiegen.

Quelle: t-online.de (http://wirtschaft.t-online.de/hartz-iv-immer-haeufiger-sanktionen/id_44374472/index)

So kann man die überbordende Bürokratie in der ineffizienten Arbeitsverwaltung (80.000 öffentlich Bedienstete) natürlich auch gegenfinanzieren, je mehr Bürokratie, desto mehr Betroffene blicken nicht durch und desto mehr Sanktionen können sie verhängen.

DerSoziale
14.03.11, 22:34
Rekordzahlen bei Sanktionen gegen Arbeitslose

Ein trauriger Rekord, und eine Aussetzung der Sanktionen gegen ALG II- Empfänger wäre mehr als angebracht. Diese sog. "Sanktionen" sind in nicht wenigen Fällen unbegründet, was die vielen erfolgreichen Klagen gegen Hartz IV beweisen. Die Hartz IV- Empfänger sollen, so scheint es gedacht zu sein, hungern, um irgendwann nach Arbeit zu hungern. Hinein in die parasitären Zeitarbeitsfirmen oder in einen der vielen Mini-, Midi-, oder Teilzeitjobs. Traurig ist es auch, dass es immer wieder neoliberal verbrämte Mitmenschen gibt, die diese Sanktionen auch noch begrüßen, wobei vergessen wird, dass es quasi jeden treffen kann, und erwachsene Menschen damit wie kleine Kinder "erzogen" werden. Nicht wenige Sanktionierte haben Hölle auf Erden durchlebt, was sich vor allem auf Alleinerziehende oder Familien äußerst negativ ausgewirkt hat.

So kann man die überbordende Bürokratie in der ineffizienten Arbeitsverwaltung (80.000 öffentlich Bedienstete) natürlich auch gegenfinanzieren, je mehr Bürokratie, desto mehr Betroffene blicken nicht durch und desto mehr Sanktionen können sie verhängen.

Oftmals stehen die Sachbearbeiter gar nicht zur Verfügung, wenn es eilig sein muss. Wichtige Anträge werden vergessen, verschludert oder nur zögerlich bearbeitet. Die Beamten dort sind überarbeitet und blicken aufgrunddessen in nicht seltenen Fällen die Sachlage gar nicht mehr. Aber die ARGE bekommt eiserne Sparvorgaben, was sich selbstredend auch auf das Personal in den JobCentern auswirkt. Keine gesunde Entwicklung...

ThiloS
14.03.11, 22:42
Ein trauriger Rekord, und eine Aussetzung der Sanktionen gegen ALG II- Empfänger wäre mehr als angebracht. Diese sog. "Sanktionen" sind in nicht wenigen Fällen unbegründet, was die vielen erfolgreichen Klagen gegen Hartz IV beweisen. Die Hartz IV- Empfänger sollen, so scheint es gedacht zu sein, hungern, um irgendwann nach Arbeit zu hungern. Hinein in die parasitären Zeitarbeitsfirmen oder in einen der vielen Mini-, Midi-, oder Teilzeitjobs. Traurig ist es auch, dass es immer wieder neoliberal verbrämte Mitmenschen gibt, die diese Sanktionen auch noch begrüßen, wobei vergessen wird, dass es quasi jeden treffen kann, und erwachsene Menschen damit wie kleine Kinder "erzogen" werden. Nicht wenige Sanktionierte haben Hölle auf Erden durchlebt, was sich vor allem auf Alleinerziehende oder Familien äußerst negativ ausgewirkt hat.

Oftmals stehen die Sachbearbeiter gar nicht zur Verfügung, wenn es eilig sein muss. Wichtige Anträge werden vergessen, verschludert oder nur zögerlich bearbeitet. Die Beamten dort sind überarbeitet und blicken aufgrunddessen in nicht seltenen Fällen die Sachlage gar nicht mehr. Aber die ARGE bekommt eiserne Sparvorgaben, was sich selbstredend auch auf das Personal in den JobCentern auswirkt. Keine gesunde Entwicklung...

Sozialer, wenn Du könntest wie Du wolltest: welchen Satz würdest Du monatlich an "Stütze" auszahlen?

DerSoziale
14.03.11, 22:44
Sozialer, wenn Du könntest wie Du wolltest: welchen Satz würdest Du monatlich an "Stütze" auszahlen?

Mindestens 500,- Teuronen sollten es schon sein. Ich halte das für finanzierbar!

ThiloS
14.03.11, 22:44
Mindestens 500,- Teuronen sollten es schon sein. Ich halte das für finanzierbar!

Warum nicht mehr?

DerSoziale
14.03.11, 22:50
Warum nicht mehr?

Worauf möchtest Du hinaus? Ich bin nicht der Meinung, dass bei 500 Teuronen ALG II oder noch mehr, je nachdem, die Leute die Füße hochlegen und sich alimentieren lassen. Arbeit ist Lebenssinn, menschliches Grundverhalten und ein jeder träumt von einer sinnstiftenden, erfüllenden Tätigkeit mit Perspektive. Ausnahmen bestätigen, widerlegen die Regel nicht.

Finanzieren ließe sich das ganze z. B. durch Einsparungen beim Militär, beim überbordenden, ineffizienten Beamtenapparat, bei den vielfältigen Zuschüssen für die Kirche, Wiedereinführung einer Vermögenssteuer sowie einer Finanztransaktionssteuer im Sinne von Tobin. Es ist möglich, aber es fehlt der politische Wille.

ThiloS
14.03.11, 22:57
Worauf möchtest Du hinaus? Ich bin nicht der Meinung, dass bei 500 Teuronen ALG II oder noch mehr, je nachdem, die Leute die Füße hochlegen und sich alimentieren lassen. Arbeit ist Lebenssinn, menschliches Grundverhalten und ein jeder träumt von einer sinnstiftenden, erfüllenden Tätigkeit mit Perspektive. Ausnahmen bestätigen, widerlegen die Regel nicht.

Finanzieren ließe sich das ganze z. B. durch Einsparungen beim Militär, beim überbordenden, ineffizienten Beamtenapparat, bei den vielfältigen Zuschüssen für die Kirche, Wiedereinführung einer Vermögenssteuer sowie einer Finanztransaktionssteuer im Sinne von Tobin. Es ist möglich, aber es fehlt der politische Wille.

Danke. Da bin ich nämlich absolut bei Dir! Die allermeisten Mensch sind stolz. Stolz auf ihre Rolle, die sie in der Gesellschaft einnehmen. Und diese Rolle definiert sich durch - Arbeit. Jemand, der durch Arbeit seinen Lebensunterhalt bestreitet, hat ein anderes Selbstbewusstsein als jemand, der sein Leben durch Dritte alimentieren lässt oder lassen muss.

Wir könnten H4 auf 3.000,- € monatlich erhöhen - die derart Alimentierten wären immer noch unzufrieden und würden sich beschweren, warum sie nur Golf und die anderen BMW fahren.

Die Lösung muss also lauten, jeden, der sich in H4 befindet, so schnell wie möglich wieder in Lohn und Brot zu bringen, damit er eben dieses Selbstbewusstsein, sich selbst ernähren zu können, wieder findet.

Ob jemand 455,- € oder 500,- € im Monat bekommt ist somit uninteressant. Wie schnell kann er wieder voll in die Gesellschaft eingegliedert werden - da liegt der Schlüssel zum Problem!

DerSoziale
15.03.11, 01:16
Ob jemand 455,- € oder 500,- € im Monat bekommt ist somit uninteressant. Wie schnell kann er wieder voll in die Gesellschaft eingegliedert werden - da liegt der Schlüssel zum Problem!

Da stimmen wir in der Tat überein! Wir brauchen hierzulande eine Neuorientierung in der Beschäftigungspolitik. Arbeitsmarktpolitik kann sich nicht darin erschöpfen, das Lohnniveau zu senken und Arbeitnehmerrechte zu beschneiden. Auch müssen wir vom Niedriglohnsektor peu a peu Abschied nehmen, denn das ist keine Arbeit, die Perspektiven bieten kann. Mit "hire and fire" a la USA dürfen wir hierzulande gar nicht erst anfangen, obgleich wir schon bestens dabei sind. Arbeit ist mehr als nur Mittel zum Broterwerb, das hast Du schon treffend herausgestellt.

Und wenn ich von sinnstiftenden Tätigkeiten spreche, die Perspektive bieten und mit denen sich die Arbeitnehmer identifizieren können, meine ich ausdrücklich nicht Teilzeit-, Mini- oder Minijobs, von Zeitarbeit einmal ganz abgesehen. Ich finde eine Sache immer wieder erstaunlich. Wenn es um den "demographischen Wandel" geht, zeigen alle, insbesondere die Konservativen mit dem gestreckten Finger auf die "68er" mit ihrer angeblichen "Mein Bauch gehört mir Denkweise", die Emanzipation bekommt ebenfalls ihr Fett weg. Aber dass viele aufgrund dieser "Ära der Unsicherheit", die wir durchleben, auf Nachwuchs verzichtet, möchte keiner so recht wahrhaben. Aber wer kann schon bei den unsicheren Verhältnissen hier planen?

EinerderDünschheißt
16.03.11, 13:14
Mich verwirrt das nur mehr, als das es mich aufklären würde.
Für so was gibt es doch Experten!? (Und viele, viele Theoretiker!)

...man muss sie einfach mal ranlassen?

...und red NICHT von den Arbeitern - wenn Du nie Arbeiter warst!

WIR wollen NICHT befreit werden - wir wollen NUR 'Lohngerechtigkeit'!

WIR wollen für unsere Arbeit - WIR schöpfen die Werte - NIEMAND anderes - anerkannt werden!

Hierzulnde!

Du gottverdammter LABBERER! Unsere Lage ist 'prekär' WARUM sieht das denn niemad?

Du gottberdammte linke Sau!

WIR wollen doch Arbeiten!

Ich kann dieses Gessabber einfach nicht mehr ertragen!

'hire-and-fire' ...dürfen wir gar nicht erst anfangen. SEHR, SEHR realitätsnah!

Ein Theoretiker!

WAS ist mit dem Mann los?

EinerderDünschheißt
16.03.11, 13:24
DANN MUSST DU DAS KAPITAL ÜBERZEUGEN - LEBEN UND LEBEN LASSEN!
(Das war die ganze Zeit - hierzulande - die Übereinkunft, mit der Marktradikalisierung - ausgehend von den Amis, der Ursacher also. ist das hinfällig!)
(Ich will nicht ausschließen, dass deren Lage auch nicht 'prekär' ist, aber die haben nun mal das Geld in der Hand. UND wenn eines unsicher ist, dann ist es der Markt. Und wenn eines verheimlicht wird, dann ist es wie viel Geld einer für seine Tätigkeit 'verdient'. Sicher hat das auch was mit Bildung zu tun - spreche ich gar nicht ab...

DIESE WELT ist ungerecht! Sie richtet sich nur an die temporären Befindlichkeiten EINIGER. UND DIE DÜRFEN AUCH NOCH WÄHLEN!

Ich muss Schluss machen, sonst verlabber ich mich noch.

GG146
16.03.11, 14:20
Arbeit ist Lebenssinn, menschliches Grundverhalten und ein jeder träumt von einer sinnstiftenden, erfüllenden Tätigkeit mit Perspektive. Ausnahmen bestätigen, widerlegen die Regel nicht.

Das glaube ich eigentlich auch, deshalb habe ich die im Eingangsbeitrag beschriebene Idee für umsetzbar gehalten und auf fast allen Internetforen, auf denen ich registriert bin, einen thread dazu eröffnet. Außerdem war ich noch ein paar Monate lang (Interims-) Betreiber der HP mit Forum, die eigens für die Besprechung der Möglichkeiten der Umsetzung der Idee gegründet wurde:

wir-koennen-auch-anders (http://wir-koennen-auch-anders.npage.de/)

Es gab zwar einige wenige Interessenten, aber ausschließlich internetgestützt kann man offenbar im realen Leben keine größeren Projekte anreissen.

Rein rechtlich gesehen halte ich das Konzept aber für praktikabel und für ökonomisch sehr interessant für ältere Arbeitslose mit guten Qualifikationen, auch in kleinerem Maßstab als hier dargestellt. Niemand kann einem Arbeitslosen verbieten, einen 400 € - Vertrag über 60 Stunden à 6 Euro abzuschließen und dann für seinen eigenen Verein (oder Genossenschaft) hochqualifizierte Arbeit im Marktwert von 120 € x 60 Stunden monatlich zu leisten. Auf die Weise kann sein Verein die über Lobbyisten in Gesetze eingebrachten Dumpinglohn - Spielregeln in Dumping - Konkurrenz für die Branchen der Urheber der Dumpinglöhne auf deren eigenen Märkten transferieren.

Außerdem könnte man in die Satzung des Vereins oder der Genossenschaft schreiben, dass die Mitglieder im Falle der späteren Umwandlung in eine GmbH ein Optionsrecht erhalten, einen Anteil in Höhe von 1/n (= Anzahl der Mitglieder zum Nennwert von 1/25.000 Euro zu kaufen. Wenn zuvor jahrelang hochwertige Arbeit zum absoluten Spottpreis eingekauft und zu einem immer noch deutlich höheren Markt - Dumpingpreis verkauft wurde, fließt so ein erheblicher Teil des "verschenkten" wirtschaftlichen Wertes der Arbeit wieder an denjenigen zurück, der die Arbeit geleistet hat.

Das wäre ein echter Tritt in die Kniekehle eines Systems, das darauf ausgerichtet ist, zunehmend auch hochwertige Arbeit in den weiteren Ausbau der Privatvermögen der Gewinner des freien Wettbewerbs der Vergangenheit fließen zu lassen, die heute gesellschaftlich privilegiert sind und den freien Wettbewerb der Gegenwart ("Konkurrenz von unten") mittels ihrer wirtschaftlichen Macht und über ihren Einfluss auf die politisch Mächtigen zu sabotieren.

Kurz und knapp gesagt wäre das echter außerparlamentarischer Widerstand gegen die sich zunehmend herausbildenden neofeudalen Verhältnisse in der Bundesrepublik.

pittbull
16.03.11, 14:26
DIESE WELT ist ungerecht!

Trotzdem ist sie die beste aller möglichen Welten (http://www.youtube.com/watch?v=qMQf9JGyVWA). :)

EinerderDünschheißt
17.03.11, 01:36
@pittbull

Du hast recht! Punkt.