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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Trigema-Chef haftet persönlich


Schwarzer Rabe
17.11.10, 15:23
Burladingen (Baden-Württemberg) – Trigema-Chef Wolfgang Grupp (68) will in Zukunft mit seinem gesamten Privatvermögen für Misserfolge der Firma haften. Er wolle mit guten Beispiel vorangehen. Der Textilunternehmer hatte zuletzt immer wieder argumentiert, durch die persönliche Haftung von Unternehmern und Managern hätte die Wirtschaftskrise verhindert werden können. Diese Forderung wolle er nun untermauern, indem er selbst seine Trigema GmbH & Co. KG zum Jahreswechsel in die Trigema Inh. W. Grupp e.K. umwandle. Bei der Rechtsform e.K. (eingetragener Kaufmann) haftet Grupp für Schulden der Firma anders als bei einer GmbH mit seinem Privatvermögen.

Klick (http://www.bild.de/BILD/news/telegramm/news-ticker,rendertext=14685690.html)

Der Mann hat echt Mut! :-)

rondo bavarese
17.11.10, 15:30
Klick (http://www.bild.de/BILD/news/telegramm/news-ticker,rendertext=14685690.html)

Der Mann hat echt Mut! :-)

Wolfgang Grupp (http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Grupp) ist sicherlich ein Leuchtturm innerhalb der Unternehmerschaft.

Seine Polohemden kaufe ich gerne.

Trigema (http://www.trigema.de/shop/page/companystartpage/detail.jsf)

Muad'Dib
17.11.10, 19:53
Wolfgang Grupp (http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Grupp) ist sicherlich ein Leuchtturm innerhalb der Unternehmerschaft.

Seine Polohemden kaufe ich gerne.

Trigema (http://www.trigema.de/shop/page/companystartpage/detail.jsf)
Ein feiner Kerl, wirklich.

Wenn es geht, bevorzuge ich auch solche Produkte - also für's Auto LiquiMoly (http://www.youtube.com/watch?v=FUKH-jlUDKw). :)

Countryjoe
17.11.10, 21:06
Der Mann ist halt ein echter Wirtschaftsführer und kein parasitärer "Manager"!

Lucinda
10.12.10, 06:35
Der Mann ist halt ein echter Wirtschaftsführer und kein parasitärer "Manager"!

Ist ja auch einfach wenn man die Bundeswehr als Auftraggeber hat. :augenrollen:

Der verkauft sich auch nur so gut er kann- nicht mehr und nicht weniger.

Countryjoe
10.12.10, 06:44
Ist ja auch einfach wenn man die Bundeswehr als Auftraggeber hat. :augenrollen:

Der verkauft sich auch nur so gut er kann- nicht mehr und nicht weniger.

Ich trage auch Trigema. Da stimmt die Qualität und ich trage zur Sicherung deutscher Arbeitsplätze bei.

Muad'Dib
10.12.10, 08:12
Ist ja auch einfach wenn man die Bundeswehr als Auftraggeber hat. :augenrollen:
Was ja auch ganz richtig ist!

Unternehmer dieser Art sollten vom Staat grundsätzlich bevorzugt werden gegenüber denen ohne persönliche Haftung oder AG.

susenn
10.12.10, 08:40
Naja, gleichzeitig fordert er die Anhebung des Spitzensteuersatzes auf 60 Prozent bei gleichzeitiger Rabattgewährung in Höhe von 50 Prozent für jene Unternehmer, die persönlich haften. :-D

DreadfulGreat
10.12.10, 08:42
http://www.google.de/logos/2010/stnicday10-instant.jpg


Ich trage auch Trigema. Da stimmt die Qualität und ich trage zur Sicherung deutscher Arbeitsplätze bei.Manche der Damen hier haben mit dir den guten alten Feinripp assoziiert.

Kannstemasehen, gell? Weibliche Intuition :haha:

Lucinda
10.12.10, 09:02
Ich trage auch Trigema. Da stimmt die Qualität und ich trage zur Sicherung deutscher Arbeitsplätze bei.

Jepp, ich fahre auch Mercedes und trage damit zur Sicherung deutscher Arbeitsplätze bei. :-D

Überhaupt, man sollte sowieso nur Made in Germany kaufen- dann sieht´s zwar in der Hütte etwas leer aus und langweilig wird´s auch- so ohne Entertainment, aber egal, Hauptsache wir sichern deutsche Arbeitsplätze. :(


Was ja auch ganz richtig ist!

Unternehmer dieser Art sollten vom Staat grundsätzlich bevorzugt werden gegenüber denen ohne persönliche Haftung oder AG.

Es sollen ja schon Pferde vor der Apotheke gekeuzt haben aber solche Träumereien sind für Deutschland nun völlig ungeeignet.
Wer soll schließlich die Steuern zahlen ??? :cool:

DreadfulGreat
10.12.10, 09:12
http://www.google.de/logos/2010/stnicday10-instant.jpg


Was ja auch ganz richtig ist!

Unternehmer dieser Art sollten vom Staat grundsätzlich bevorzugt werden gegenüber denen ohne persönliche Haftung oder AG.Woher weißt du, dass der haftende Unternehmer nicht sein gesamtes Vermögen einer Stiftung (oder seiner Frau etc) überträgt, also selbst gar kein Vermögen mehr hat? Und woher weißt du, dass der selbst haftende Unternehmer bessere Entscheidungen trifft als ein GmbH-GF?

Ich finde, für Bevorzugung gibt es keinen Grund.

Muad'Dib
10.12.10, 09:22
Woher weißt du, dass der haftende Unternehmer nicht sein gesamtes Vermögen einer Stiftung (oder seiner Frau etc) überträgt, also selbst gar kein Vermögen mehr hat? Und woher weißt du, dass der selbst haftende Unternehmer bessere Entscheidungen trifft als ein GmbH-GF?

Ich finde, für Bevorzugung gibt es keinen Grund.
Wenn er kein Vermögen (mehr) hat, haftet er trotzdem persönlich. Ob er bessere Entscheidungen trifft, lässt sich daraus natürlich nicht ableiten, aber er hat mehr Grund dazu als zB jemand (um das andere Extrem zu nehmen), der eine Ltd. mit Mindesteinlage (Zweifuffzich oder so) führt. Von Managern einer großen AG, denen im Falle massiver Fehlentscheidungen der "goldene Handschlag" "droht" mal ganz zu schweigen.

DreadfulGreat
10.12.10, 09:47
http://www.google.de/logos/2010/stnicday10-instant.jpg

Wenn er kein Vermögen (mehr) hat, haftet er trotzdem persönlich. Was für die Gläubiger einen negativen Effekt haben kann. Eine Kapitalgesellschaft haftet immerhin mit ihrem Gesellschaftsvermögen, Herr Grupp kann nun die Taschen aus den Hosen ziehen und milde lächeln ;-)

Ob er bessere Entscheidungen trifft, lässt sich daraus natürlich nicht ableiten, aber er hat mehr Grund dazu als zB jemand (um das andere Extrem zu nehmen), der eine Ltd. mit Mindesteinlage (Zweifuffzich oder so) führt.Mindesteinlage bei der englischen Ltd. ist 1 GBP. Diese wird meist von finanzschwachen Unternehmensgründern gewählt, die die 25.000 EUR für die deutsche GmbH nicht aufbringen können, aber nicht persönlich in die Haftung wollen. Das halte ich für absolut nachvollziehbar (obwohl wir über den Punkt streiten könnten, ob es sinnvoll ist, einen Laden aufzumachen, wenn man noch nicht mal das Kapital von 25k€ hat) aber mit unserem Punkt hier -sollten persönlich haftende Unternehmer besser gestellt werden- hat das imho nichts zu tun.

Von Managern einer großen AG, denen im Falle massiver Fehlentscheidungen der "goldene Handschlag" "droht" mal ganz zu schweigen.Nun, die Verträge der Führungsriege der börsennötierten AGs werden ja nicht von den Managern selbst geschrieben. Und wie du vielleicht weißt, sind Personalkosten und Rückstellungen für Personalkosten steuermindernd, genau so wie ihre Dienstwagenflotten. Da bin ich allerdings ganz bei dir, wenn du vor hast, da mal etwas die Subventionen der Allgemeinheit zu kappen. Aber auch hier gibt es keinen Unterschied zwischen AG, GmbH und dem eK - außer der Publizitätspflicht.

rondo bavarese
10.12.10, 09:56
Wenn er kein Vermögen (mehr) hat, haftet er trotzdem persönlich. Ob er bessere Entscheidungen trifft, lässt sich daraus natürlich nicht ableiten, aber er hat mehr Grund dazu als zB jemand (um das andere Extrem zu nehmen), der eine Ltd. mit Mindesteinlage (Zweifuffzich oder so) führt. Von Managern einer großen AG, denen im Falle massiver Fehlentscheidungen der "goldene Handschlag" "droht" mal ganz zu schweigen.

Ich habe es mehr als einmal erlebt, dass die Firmenpleite die gesamte Familie in bitterste Armut stürzte, weil die Firma halt keine GmbH war.
Da wurden sogar die Sparbücher der Kinder gepfändet.
Andererseits werden die Geschäftsführer der kleineren GmbHs von den Banken genötigt, dass sie mit ihrem Privatvermögen für die GmbH haften, bzw. bürgen.

Bei größeren Firmen würde ich eine tatsächliche "persönliche Haftung" sehr wohl bevorzugen. Es sind doch gerade die nicht-haftenden Chefs, denen die kurzfristigen Gewinne weit wichtiger sind, als der langfristige (daher niedrigere) Gewinn. Diese "Manager" arbeiten heute mal da und morgen hier, da verlegt man auch leichter die Produktion ins billigere Ausland, eine Verbundenheit mit dem Standort existiert ja nicht.

So unrecht hat der Trigema-Chef Wolfgang Grupp mit seinen Ansichten nicht.

Muad'Dib
10.12.10, 10:35
Was für die Gläubiger einen negativen Effekt haben kann. Eine Kapitalgesellschaft haftet immerhin mit ihrem Gesellschaftsvermögen, Herr Grupp kann nun die Taschen aus den Hosen ziehen und milde lächeln ;-)Versteh' ich nicht. Herr Grupp muss doch ebenfalls Sicherheiten für Kredite stellen - obwohl das meines Wissens nach nicht sein Schwerpunkt ist, sondern er Investitionen aus erwirtschaftetem Vermögen tätigt.

Firmengebäude, Produktionsmaschinen etc. gibt es genauso wie bei einer AG - und wie sieht es denn bei einer AG mit dem Gesellschaftsvermögen aus, fällt die Aktie auf Null?

Also, wo ist der Unterschied? Akzeptiert der Gläubiger schnell verschiebbares (Bar)Vermögen als Sicherheit, ist er doch ein wenig blödsinnig, oder? Es könnte doch sonst genauso das Vermögen für die Investition verwandt werden...


Mindesteinlage bei der englischen Ltd. ist 1 GBP. Diese wird meist von finanzschwachen Unternehmensgründern gewählt, die die 25.000 EUR für die deutsche GmbH nicht aufbringen können, aber nicht persönlich in die Haftung wollen. Das halte ich für absolut nachvollziehbar (obwohl wir über den Punkt streiten könnten, ob es sinnvoll ist, einen Laden aufzumachen, wenn man noch nicht mal das Kapital von 25k€ hat) aber mit unserem Punkt hier -sollten persönlich haftende Unternehmer besser gestellt werden- hat das imho nichts zu tun.Menschlich nachvollziehbar, ja.
Aber warum sollte persönlicher Einsatz nicht auch von der Gesellschaft/Staat besonders gewürdigt werden?

Nun, die Verträge der Führungsriege der börsennötierten AGs werden ja nicht von den Managern selbst geschrieben. Aber eben auch nicht von persönlich Haftenden.
Und wie du vielleicht weißt, sind Personalkosten und Rückstellungen für Personalkosten steuermindernd, genau so wie ihre Dienstwagenflotten. Da bin ich allerdings ganz bei dir, wenn du vor hast, da mal etwas die Subventionen der Allgemeinheit zu kappen. Aber auch hier gibt es keinen Unterschied zwischen AG, GmbH und dem eK - außer der Publizitätspflicht.
Meine Tendenz würde nicht dahin gehen, die Abgaben zu erhöhen sondern sie generell massiv zu senken (die Ausgaben latürnich entsprechend), aber grundsätzlich sollten es natürlich eine Gleichbehandlung geben. Wäre meines Erachtens durch eine massive Vereinfachung des Steuerrechts zu erreichen - keine Ausnahmen zulassen und gleichzeitig die Abgabenlast stark zu reduzieren.

Lucinda
10.12.10, 10:50
Ich habe es mehr als einmal erlebt, dass die Firmenpleite die gesamte Familie in bitterste Armut stürzte, weil die Firma halt keine GmbH war.
Da wurden sogar die Sparbücher der Kinder gepfändet.
Andererseits werden die Geschäftsführer der kleineren GmbHs von den Banken genötigt, dass sie mit ihrem Privatvermögen für die GmbH haften, bzw. bürgen.

Bis zu einer bestimmten Größenordnung hat es sich allerdings auch nicht gelohnt ein Personengesellschaft in eine GmbH umzuwandeln und teilweise lohnt es sich auch heute noch nicht- zumindest nicht, wenn man das von der steuerlichen Seite betrachtet.
Und auch bekommt man bei den Banken viel eher Kredit als Personengesellschaft eben wegen der persönlichen Haftung.

Und wenn man als Unternehmer Risiken eingeht welche einen bis auf´s letzte Hemd ausziehen, nun, dann darf es nicht wundern wenn man irgendwann blank da steht.

Bei größeren Firmen würde ich eine tatsächliche "persönliche Haftung" sehr wohl bevorzugen. Es sind doch gerade die nicht-haftenden Chefs, denen die kurzfristigen Gewinne weit wichtiger sind, als der langfristige (daher niedrigere) Gewinn. Diese "Manager" arbeiten heute mal da und morgen hier, da verlegt man auch leichter die Produktion ins billigere Ausland, eine Verbundenheit mit dem Standort existiert ja nicht.

Da freut sich aber der Arbeitsrechtler. :)
Auch Manager sind nichts anderes als angestellte Arbeitnehmer und das Arbeitsrecht unterscheidet nicht nach " gute " Mitarbeiter und " schlechte " Mitarbeiter.

So unrecht hat der Trigema-Chef Wolfgang Grupp mit seinen Ansichten nicht.

Das ist doch auch nur " streu ihm Sand in die Augen ", hat doch gerade ein Herr Grupp schön seit Ewigkeiten lauthals, jedem der es hören wollte und auch nicht, geschmettert er würde mit seinem Vermögen haften.
Wenn das also (angeblich) schon immer so war, warum dann jetzt dieses Palaver ?

Muad'Dib
10.12.10, 10:55
Da freut sich aber der Arbeitsrechtler. :)
Auch Manager sind nichts anderes als angestellte Arbeitnehmer und das Arbeitsrecht unterscheidet nicht nach " gute " Mitarbeiter und " schlechte " Mitarbeiter.Mag sein, allerdings bekommt der einfache Angestellte bei massiven Fehlentscheidungen keine Abfindung, von der es sich jahrelang leben lässt...
Das ist doch auch nur " streu ihm Sand in die Augen ", hat doch gerade ein Herr Grupp schön seit Ewigkeiten lauthals, jedem der es hören wollte und auch nicht, geschmettert er würde mit seinem Vermögen haften.
Wenn das also (angeblich) schon immer so war, warum dann jetzt dieses Palaver ?
Weil es hier im Forum mWn noch nicht totdiskutiert wurde, bzw. wieder hochgespült wurde, da muss es ja nicht unbedingt einen aktuellen Anlass für geben. Gibt es ja für die ewigen WWII-Stränge ooch nicht.

:-)

rondo bavarese
10.12.10, 11:07
Und wenn man als Unternehmer Risiken eingeht welche einen bis auf´s letzte Hemd ausziehen, nun, dann darf es nicht wundern wenn man irgendwann blank da steht.

Ein benachbarter Spengler (5 Mannbetrieb) hat die Spenglerarbeiten für eine Reihenhausanlage übernommen. Vor der Auftragsannahme holte er sich über den Auftraggeber (Bauträger GmbH & Co.KG) eine entsprechende Bankauskunft bei seiner Hausbank, die deshalb den Auftrag auch problemlos vorfinanzierte.
Der Bauträger "machte" Pleite.
Heute hat er mehrere Hunderttausend Euro Schulden, ist geschieden, krank geworden und wartet auf den Tod.
Klar, im Nachhinein kann man da leicht und locker urteilen.

Lucinda
10.12.10, 11:11
Mag sein, allerdings bekommt der einfache Angestellte bei massiven Fehlentscheidungen keine Abfindung, von der es sich jahrelang leben lässt...

Aber halt !
Das ist eine Sache von Verträgen und Abfindungen werden, in aller Regel, nicht für den Otto- Normal- Arbeitnehmer schon vorher vereinbart.
Von daher spielt es eben auch beim Normalo keine Rolle ob er eine Niete im Job ist oder nicht.
Hat er sich nichts Gravierendes zu Schulden kommen lassen, und dazu zählt nun nicht Unfähigkeit, bekommt der seine Abfindung, wie alle anderen auch.
Das diese nun nicht so hoch ausfällt steht ja dabei auf einem anderen Blatt und richtet sich natürlich auch am Einkommen und an der Unternehmenszugehörigkeit.

Weil es hier im Forum mWn noch nicht totdiskutiert wurde, bzw. wieder hochgespült wurde, da muss es ja nicht unbedingt einen aktuellen Anlass für geben. Gibt es ja für die ewigen WWII-Stränge ooch nicht.

:-)

Öhm, ich meinte das Palaver des Herrn Grupp.

Lucinda
11.12.10, 16:55
Ein benachbarter Spengler (5 Mannbetrieb) hat die Spenglerarbeiten für eine Reihenhausanlage übernommen. Vor der Auftragsannahme holte er sich über den Auftraggeber (Bauträger GmbH & Co.KG) eine entsprechende Bankauskunft bei seiner Hausbank, die deshalb den Auftrag auch problemlos vorfinanzierte.
Der Bauträger "machte" Pleite.
Heute hat er mehrere Hunderttausend Euro Schulden, ist geschieden, krank geworden und wartet auf den Tod.
Klar, im Nachhinein kann man da leicht und locker urteilen.

Ich hatte nicht vor irgendetwas zu verurteilen oder überhaupt zu urteilen.
Gerade im Handwerk ist das natürlich ein riesiges Problem mit den uneinbringlichen Forderungen aber, es ist doch so, daß man, gerade als Kleinunternehmer, keinen Auftrag übernehmen sollte den man zunächst von der Bank vor-finanzieren lassen muß.
Eine solche Größenordnung von Auftrag kann einen Betrieb sehr schnell in die Pleite führen.

rondo bavarese
11.12.10, 17:40
Ich hatte nicht vor irgendetwas zu verurteilen oder überhaupt zu urteilen.
Gerade im Handwerk ist das natürlich ein riesiges Problem mit den uneinbringlichen Forderungen aber, es ist doch so, daß man, gerade als Kleinunternehmer, keinen Auftrag übernehmen sollte den man zunächst von der Bank vor-finanzieren lassen muß.
Eine solche Größenordnung von Auftrag kann einen Betrieb sehr schnell in die Pleite führen.

Wie viele Betriebe müssten denn schließen, wenn sie nur noch Aufträge annehmen dürften, die sie nicht, via Bank, finanzieren müssen?

Lucinda
11.12.10, 20:02
Wie viele Betriebe müssten denn schließen, wenn sie nur noch Aufträge annehmen dürften, die sie nicht, via Bank, finanzieren müssen?

Entschuldige mal, was ist denn das für eine Unternehmensgrundlage ?
Schuster bleib bei Deinen Leisten.
Solche Risiken kann ein Kleinbetrieb nur dann eingehen wenn ein evtl. Forderungsausfall verkraftbar ist oder wenn die zu finanzierende Investition mehreren Kunden gleichzeitig dient.

Und im Bauhandwerk sind doch Abschlagszahlungen üblich, diese mindern zumindest das Ausfallrisiko in der Summe.

Muad'Dib
11.12.10, 21:03
Und im Bauhandwerk sind doch Abschlagszahlungen üblich, diese mindern zumindest das Ausfallrisiko in der Summe.
Daß "Bauträger"-Firmen mit sehr geringer Haftung gegründet werden, die pünktlich zur Baufertigstellung pleite machen, ist doch weit verbreitet.

Und für (bspw.) einen kleinen Heizungsbaubetrieb reicht es schon, daß 4-5 Kunden ihre neue Heizung nicht oder verzögert bezahlen, und das kann, bekommt er keine (weitere) Finanzierung, das Ende bedeuten. Wenn er die Löhne nicht zahlen kann sind nicht alle Mitarbeiter so kulant, treu oder haben selbst soviel Reserven, daß sie einige Zeit ohne auskommen und nicht einfach hinwerfen. Dann steht er ohne Mitarbeiter da und kann auch keine weiteren Aufträge erledigen, die Raten für sein Einfamilienhaus bspw. nicht mehr zahlen und BUMM das war's einfach.

Eine andere mir bekannte Firma installiert Solaranlagen mit Millionenwerten. Welcher Betrieb, auch ein gutgehender kann einfach mal eben 2 Milliönchen in den Wind schreiben? Die Solarmodule müssen übrigens schon zu einem nicht geringen Teil vor der Lieferung beim japanischen Hersteller bezahlt werden, die Restsumme direkt nach der Lieferung (wenn ich mich nicht irre innerhalb einer Woche). Ist da was offen, geht keine weitere Lieferung raus. Wenn da der Geldfluss ins Stocken gerät und die Bank nicht einspringt, können keine weiteren Module für weitere Aufträge geordert werden. Das kann es dann auch ganz schnell gewesen sein.

Ohne großzügige Dispo- und andere kurz- und langfristige Kredite laufen viele Betriebe einfach nicht.

Lucinda
12.12.10, 08:09
< gekürzt >

Ohne großzügige Dispo- und andere kurz- und langfristige Kredite laufen viele Betriebe einfach nicht.

Das ist alles richtig und genau weil das so ist, finde ich eben dieses Palaver von Herrn Grupp ( um jetzt wieder zum Thema zurück zu kommen ) um seine persönliche Haftung so verlogen.

Trigema ist ein gestandenes und gefestigtes Unternehmen und er weiß genau was er zukünftig zu erwarten hat.
Da kann man sich natürlich schön hinstellen und in die Posaunen blasen, sein unternehmerisches Risiko dürfte mittlerweile gen 0 tendieren.

Muad'Dib
12.12.10, 09:34
...

Trigema ist ein gestandenes und gefestigtes Unternehmen und er weiß genau was er zukünftig zu erwarten hat.
Da kann man sich natürlich schön hinstellen und in die Posaunen blasen, sein unternehmerisches Risiko dürfte mittlerweile gen 0 tendieren.
War es aber nicht immer und ein gestandenes Unternehmen wie Schiesser wurde auch durch falsche Entscheidungen in die Insolvenz gebracht.

Es ging doch eben darum, daß Du schrubst
... daß man, gerade als Kleinunternehmer, keinen Auftrag übernehmen sollte den man zunächst von der Bank vor-finanzieren lassen muß.sowieEntschuldige mal, was ist denn das für eine Unternehmensgrundlage ?
Schuster bleib bei Deinen Leisten.

woraufhin ich erläuterte, wie schnell sich ein Betrieb, groß wie klein, übernehmen kann bzw. auf Kreditgeber angewiesen ist.

Das hat aber mit der persönlichen Haftung und auch dem von Herrn Grupp geleisteten Einsatz für seine Mitarbeiter - wobei er natürlich nicht der Einzige ist, das aber auch nicht behauptet - recht wenig zu tun.

Und im Übrigen ist es nicht nur die Alleinhaftung, die die herausgehobene Stellung kennzeichnen, sondern auch dass die Rohstoffe für die Bekleidungsprodukte von Trigema ausschließlich innerhalb der EU (http://de.wikipedia.org/wiki/EU) erworben würden, die komplette Produktion in Deutschland stattfände, es bei Trigema seit über 30 Jahren weder Kurzarbeit (http://de.wikipedia.org/wiki/Kurzarbeit) noch Entlassungen aufgrund von Arbeitsmangel gegeben habe und den Kindern der Mitarbeiter nach dem Schulabschluss ein Arbeits- oder Ausbildungsplatz bei Trigema garantiert werde.
wiki (http://de.wikipedia.org/wiki/Trigema)Das ist doch eine gute Lebensbilanz.

Sicher gibt es auch andere deutsche Unternehmer/n, die ich trotz anderer Unternehmensstruktur als vorbildlich nennen würde, wie zB Götz Werner (http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6tz_Werner) oder Liqui Moly (http://de.wikipedia.org/wiki/Liqui_Moly).




Ups, jetzt bin ich ganz vom Thema abgekommen...

Ich halte es einfach für logisch, daß persönlich mit der Firma verbundene Verantwortliche (und die persönliche Haftung ist eben da eine besonders enge Bindung) eine ganz andere Motivation haben, als ein eingekaufter Manager, der seinen Posten nur als eine kurze Zwischenstation auf dem Weg nach noch weiter oben oder, wie es so schön heißt, zu "neuen Herausforderungen" betrachtet. Das müssen natürlich nicht immer die Gründer oder deren Nachfahren sein.

Die persönliche Haftung ist nur ein Baustein natürlich, soziale Verantwortung und Rückgrat geht damit nur bedingt einher, auch klar. Grupp ist in seiner Gesamtheit eben ein guter Typ (s.o.), aber eben auch Götz Werner oder Ernst Prost.

Zu Ernst Prost noch zwei Artikel:

http://www.fr-online.de/wirtschaft/-gier-statt-solidaritaet-/-/1472780/4487304/-/index.html

http://www.vermoegensteuerjetzt.de/topic/10.fragen-und-antworten-zur-initiative.html

Find ich gut! :)

Lucinda
12.12.10, 20:01
Ich gebe Dir ja Recht, gerade was eine persönliche Verantwortlichkeit und Haftung betrifft, ich finde es nur übertrieben wie ein Herr Grupp sich dabei produziert hat.

Was er lauthals jedem erzählt der es hören will, oder auch nicht, machen Tausende von Unternehmen- was übrigens von unserer Politik nicht gerade honorig gewürdigt wird.

rondo bavarese
12.12.10, 20:24
Ich gebe Dir ja Recht, gerade was eine persönliche Verantwortlichkeit und Haftung betrifft, ich finde es nur übertrieben wie ein Herr Grupp sich dabei produziert hat.

Was er lauthals jedem erzählt der es hören will, oder auch nicht, machen Tausende von Unternehmen- was übrigens von unserer Politik nicht gerade honorig gewürdigt wird.

Wenn wir jetzt schon an sozial eingestellte Unternehmer herum mäkeln, wie sollen wir mit den normalen Unternehmern umgehen?

GG146
12.12.10, 20:53
Sicher gibt es auch andere deutsche Unternehmer/n, die ich trotz anderer Unternehmensstruktur als vorbildlich nennen würde, wie zB Götz Werner (http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6tz_Werner)

Ja ja, der edle BGE - Spender...

Lies`Dir das hier mal genau durch und denk`noch mal von vorne nach:

http://www.meudalismus.dr-wo.de/html/werner.htm

Kaum zu fassen, wieviele Leute auf die Werner / Althaus - Nummer reinfallen.

rondo bavarese
12.12.10, 21:10
Ja ja, der edle BGE - Spender...

Lies`Dir das hier mal genau durch und denk`noch mal von vorne nach:

http://www.meudalismus.dr-wo.de/html/werner.htm

Kaum zu fassen, wieviele Leute auf die Werner / Althaus - Nummer reinfallen.

Furchtbar, der böse Herr Werner baut ein Unternehmen auf, dass über 30.000 Mitarbeiter(innen) Arbeit bietet und diese Unternehmer antwortet einen Choleriker nicht. Schlimmer, er will mit dem "Robin Hood" der Jetztzeit gar nicht diskutieren. einfach furchtbar. :cool:

Walter Hofer
12.12.10, 21:17
Ich trage auch Trigema.

Ich trage nicht Trigema, hafte aber auch persönlich!

Muad'Dib
12.12.10, 21:27
Ja ja, der edle BGE - Spender...

Lies`Dir das hier mal genau durch und denk`noch mal von vorne nach:

http://www.meudalismus.dr-wo.de/html/werner.htm

Kaum zu fassen, wieviele Leute auf die Werner / Althaus - Nummer reinfallen.
Ich bezog mich jetzt nur auf Unternehmensstruktur und die Sichtweise auf die Mitarbeiter. Sicherlich kann man das nur sicher beurteilen, wenn man selbst bei dm gearbeitet/seine Ausbildung gemacht hat, aber so von Außen finde ich, macht das Konzept erstmal einen ganz guten Eindruck (außer man hat eine Anthroposophenallergie).

Auf das Grundeinkommen ging ich gar nicht ein, da ich (unabhängig von wessen Konzept auch immer) dazu einfach keine abschließende Meinung habe. Und zu Deinem Link kann ich nur sagen, hört sich ja ganz schlüssig an, aber da VWL/BWL schon an der Berufsschule nicht unbedingt zu meinen Stärken zählte, kann man mir da viel vorrechnen, ich könnte es schwer mal so eben beurteilen. Und da mir auch Herr Dr. Wozniewski eher unbekannt ist und ich heut abend nicht ausführlich danach recherchieren will, hab ich da iM auch keine Meinung zu.

Aber vielleicht ist Dir aufgefallen, daß ich quasi die gegenteilige Initiative verlinkt hatte (zu Ernst Prost): http://www.vermoegensteuerjetzt.de/topic/10.fragen-und-antworten-zur-initiative.html ;-)

Das Einzige was ich zur Einkommens-/Konsumsteuer beitragen kann ist folgendes:

ein Bekannter von mir arbeitete als Saisonarbeiter auf Island und berichtete, daß dort zu dieser Zeit fast Brutto=Netto war, nur eine geringe Gebühr (ich glaube für Krankenkasse oder so) ging ab. Dafür sind die Konsum-/Mehrwertsteuern sehr hoch. Und das funktionierte zu der Zeit sehr gut. Allerdings bin ich da über die Details nicht informiert und auch nicht, ob sich durch das Versagen der Banken (im Rahmen der sog. "Finanzkrise") da jetzt etwas geändert hat.

Aber sowohl "Grundeinkommen" als auch "Einkommens- vs. Konsumsteuer" wären wohl genug Thema für einen eigenen Fred.

Muad'Dib
12.12.10, 21:29
Furchtbar, der böse Herr Werner baut ein Unternehmen auf, dass über 30.000 Mitarbeiter(innen) Arbeit bietet und diese Unternehmer antwortet einen Choleriker nicht. Schlimmer, er will mit dem "Robin Hood" der Jetztzeit gar nicht diskutieren. einfach furchtbar. :cool:
Kennst Du den Wozniewski? Und kannst kurz was zu dem sagen?
Ich bin heut abend zu faul zum ausgiebigen Recherchieren...

rondo bavarese
12.12.10, 21:37
Kennst Du den Wozniewski? Und kannst kurz was zu dem sagen?
Ich bin heut abend zu faul zum ausgiebigen Recherchieren...

er war mal in irgendeiner Sendung. Er ist sicherlich hochintelligent, gleichzeitig aber auch ein Alleswisser.

Wenn Du gelegentlich Bock hast, kannst Du Dir ja seine "Erkenntnisse" reinziehen. Sozusagen ein vorweihnachtlicher Akt des Masochismus :D


Meudalismus heißt
moderner Feudalismus
(Neofeudalismus, Neufeudalismus) (http://www.meudalismus.dr-wo.de/)

Muad'Dib
12.12.10, 22:00
er war mal in irgendeiner Sendung. Er ist sicherlich hochintelligent, gleichzeitig aber auch ein Alleswisser.

Wenn Du gelegentlich Bock hast, kannst Du Dir ja seine "Erkenntnisse" reinziehen. Sozusagen ein vorweihnachtlicher Akt des Masochismus :D


Meudalismus heißt
moderner Feudalismus
(Neofeudalismus, Neufeudalismus) (http://www.meudalismus.dr-wo.de/)

Aber erst bei Gelegenheit *hust*

Die Seite hatte ich ja mal kurz überflogen, irgendwann schonmal und eben wg GG146 seiner Quelle...
Aber Augenkrebsdesign, "lustige" Wortschöpfungen ("Dr. Wo"), cooles Merchandising und Michael Moore als Quelle fand ich jetzt nicht soo motivierend... ;-)

Nojo, mo gugge.

Countryjoe
13.12.10, 10:40
Ich trage nicht Trigema, hafte aber auch persönlich!

So wie dein Avatar ausschaut, haftest du überall :)