Blue Max
25.08.09, 00:49
Ist zwar schon etwas älter, aber hochinteressant: Das Interview der Weltwoche mit dem schweizer Holocaustleugner Jürgen Graf.
Weniger seine Thesen über den Holocaust. Aber seine Ansichten über Demokratie und das deutsch-russische Verhältnis sind hochaktuell:
Holocaust-Leugner Jürgen Graf ist der prominenteste Schweizer Justizflüchtling – nun hat ihn die Weltwoche in seinem Exil aufgetrieben. In Russland lebt er zufrieden verheiratet, unbehelligt von den Behörden und unbeirrt im Wahn, dass ihm die Geschichte Recht geben wird.
Von Alex Baur
(...)
Herr Graf, können Sie nicht nachvollziehen, dass Ihre Thesen unerträglich sind für Leute, die den Naziterror erlebt und überlebt haben?
Es geht hier nicht um Befindlichkeiten, ich befasse mich nur mit Fakten und mit der historischen Wahrheit.
Ihre Bücher sind antisemitische Machwerke.
Ich kann mit dem Begriff Antisemitismus nichts anfangen. Ich habe nichts gegen die Juden als Rasse, meine Einstellung zum Judentum ist die der katholischen Kirche vor dem Konzil – ich bin gegen den Zionismus und gegen die Lehren des Talmud.
Wie halten Sie es mit Hitler?
Er hat Fehler gemacht, sein grösster war der Russlandfeldzug; hätten Deutsche und Russen zusammengespannt, sähe die Welt heute anders aus.
Wäre es denn eine bessere Welt?
Demokratie ist ein Luxus und funktioniert nur in guten Zeiten, doch die Probleme dieser Welt lassen sich nur mit einem autoritären Regime lösen. Die Chinesen haben gezeigt, dass es geht. Auch vor Fidel Castro habe ich Respekt, allein schon, weil er den USA seit einem halben Jahrhundert die Stirn bietet.
Sie plädieren für die Diktatur, beanspruchen für sich aber freie Meinungsäusserung – das geht nicht auf.
Da ist ein gewisser Widerspruch drin, das räume ich ein; doch was nützt eine Meinungsfreiheit, die man gar nicht nutzen darf, wenn es heikel wird?
Ihre Bücher dienen gewalttätigen Rechtsextremisten als Basis.
Wenn dem so wäre, läge es nicht in meiner Macht; ich verurteile jede Gewalt.
Das kann man locker sagen – Ihre Thesen sind nazifreundlich und rassistisch.
Ich verurteile auch rassistische Gewalt, ich plädiere für einen defensiven Rassismus, für die Erhaltung der ethnischen Identität. Geht es so weiter, ist die deutsche Rasse bis 2050 ausgestorben.
(...)
Gefallen Sie sich in der Märtyrerrolle?
Ich drängte weder ins Gefängnis noch ins Exil – ich konnte mir damals, als ich meine ersten Bücher schrieb, nicht vorstellen, dass es so weit kommen würde.
Was denken Sie über die Leute, die Sie im Gefängnis sehen wollen?
Hinter dem Revisionismusverbot stehen jüdische Kreise, die kämpfen für ihre Interessen. Doch ich verabscheue vor allem jene, die sich dafür einspannen lassen. Ich sehne mich irgendwie nach dem Mittelalter, als man noch mit dem Schwert offen Mann gegen Mann kämpfte.
Hätten Sie aufgehört, Ihre Thesen zu verbreiten, wenn man Sie zu einer bedingten Strafe verurteilt hätte?
Ich weiss es nicht – heute habe ich eine Frau und eine Stieftochter, für die ich zu sorgen habe, das ändert einiges. Doch die Geschichte wird mich freisprechen.
(...)
http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2005-29/artikel-2005-29-heil-in-moskau.html
Mal unabhängig von Grafs Ansichten:
Wie denkt ihr darüber? Ist Demokratie ein Luxus, den wir uns in Krisensituationen nicht leisten können, oder hält unsere Demokratie auch Krisen aus?
China zeigt ja, daß es auch anders geht.
Weniger seine Thesen über den Holocaust. Aber seine Ansichten über Demokratie und das deutsch-russische Verhältnis sind hochaktuell:
Holocaust-Leugner Jürgen Graf ist der prominenteste Schweizer Justizflüchtling – nun hat ihn die Weltwoche in seinem Exil aufgetrieben. In Russland lebt er zufrieden verheiratet, unbehelligt von den Behörden und unbeirrt im Wahn, dass ihm die Geschichte Recht geben wird.
Von Alex Baur
(...)
Herr Graf, können Sie nicht nachvollziehen, dass Ihre Thesen unerträglich sind für Leute, die den Naziterror erlebt und überlebt haben?
Es geht hier nicht um Befindlichkeiten, ich befasse mich nur mit Fakten und mit der historischen Wahrheit.
Ihre Bücher sind antisemitische Machwerke.
Ich kann mit dem Begriff Antisemitismus nichts anfangen. Ich habe nichts gegen die Juden als Rasse, meine Einstellung zum Judentum ist die der katholischen Kirche vor dem Konzil – ich bin gegen den Zionismus und gegen die Lehren des Talmud.
Wie halten Sie es mit Hitler?
Er hat Fehler gemacht, sein grösster war der Russlandfeldzug; hätten Deutsche und Russen zusammengespannt, sähe die Welt heute anders aus.
Wäre es denn eine bessere Welt?
Demokratie ist ein Luxus und funktioniert nur in guten Zeiten, doch die Probleme dieser Welt lassen sich nur mit einem autoritären Regime lösen. Die Chinesen haben gezeigt, dass es geht. Auch vor Fidel Castro habe ich Respekt, allein schon, weil er den USA seit einem halben Jahrhundert die Stirn bietet.
Sie plädieren für die Diktatur, beanspruchen für sich aber freie Meinungsäusserung – das geht nicht auf.
Da ist ein gewisser Widerspruch drin, das räume ich ein; doch was nützt eine Meinungsfreiheit, die man gar nicht nutzen darf, wenn es heikel wird?
Ihre Bücher dienen gewalttätigen Rechtsextremisten als Basis.
Wenn dem so wäre, läge es nicht in meiner Macht; ich verurteile jede Gewalt.
Das kann man locker sagen – Ihre Thesen sind nazifreundlich und rassistisch.
Ich verurteile auch rassistische Gewalt, ich plädiere für einen defensiven Rassismus, für die Erhaltung der ethnischen Identität. Geht es so weiter, ist die deutsche Rasse bis 2050 ausgestorben.
(...)
Gefallen Sie sich in der Märtyrerrolle?
Ich drängte weder ins Gefängnis noch ins Exil – ich konnte mir damals, als ich meine ersten Bücher schrieb, nicht vorstellen, dass es so weit kommen würde.
Was denken Sie über die Leute, die Sie im Gefängnis sehen wollen?
Hinter dem Revisionismusverbot stehen jüdische Kreise, die kämpfen für ihre Interessen. Doch ich verabscheue vor allem jene, die sich dafür einspannen lassen. Ich sehne mich irgendwie nach dem Mittelalter, als man noch mit dem Schwert offen Mann gegen Mann kämpfte.
Hätten Sie aufgehört, Ihre Thesen zu verbreiten, wenn man Sie zu einer bedingten Strafe verurteilt hätte?
Ich weiss es nicht – heute habe ich eine Frau und eine Stieftochter, für die ich zu sorgen habe, das ändert einiges. Doch die Geschichte wird mich freisprechen.
(...)
http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2005-29/artikel-2005-29-heil-in-moskau.html
Mal unabhängig von Grafs Ansichten:
Wie denkt ihr darüber? Ist Demokratie ein Luxus, den wir uns in Krisensituationen nicht leisten können, oder hält unsere Demokratie auch Krisen aus?
China zeigt ja, daß es auch anders geht.