Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fast jeder vierte Minijobber ist von Armut bedroht
Spezies 8472
20.08.09, 07:32
Neue Erwerbsformen haben sich in den vergangenen zehn Jahren am deutschen Arbeitsmarkt etabliert. Während im Jahr 1998 noch drei Viertel aller Arbeitnehmer einem sogenannten Normalarbeitsverhältnis nachgehen, waren es 2008 noch zwei Drittel. Gestiegen ist vor allem die Zahl der geringfügig Beschäftigten (Minijobber), der Teilzeitbeschäftigten und der Zeitarbeiter. Dies hat zu einer Ausweitung des Niedriglohnsektors geführt, der für jeden vierten Minijobber eine hohe Armutsgefährdung bedeutet.
...
Die Stundenlöhne aller atypisch Beschäftigten liegen dabei mit knapp 12 Euro um mehr als 6 Euro unter denen der Normalarbeitnehmer, wobei die Unterschiede groß sind. Während für Teilzeit im Durchschnitt rund 15 Euro gezahlt werden, werden befristet Beschäftigte mit 13 Euro abgerechnet, Zeitarbeiter kommen auf 9,71 und Minijobber auf knapp 9 Euro.
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Bezogen auf alle Beschäftigten betrug die Niedriglohnquote im Jahr 2006 – neuere Daten liegen nicht vor – 20 Prozent. Während von den klassisch Beschäftigten jedoch nur rund jeder Zehnte weniger als 9,85 je Stunde kassierte, galt dies unter den Minijobbern für 81 Prozent. Des Weiteren waren 67 Prozent aller Zeitarbeiter betroffen, jeder Dritte mit befristetem Arbeitsvertrag und fast jeder fünfte Arbeitnehmer in Teilzeit.
Mehr... (http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~E6887403A6C754E12BE5ABB8D7B904090~ATpl~Ecommon ~Scontent.html)
Wenn die Agenda 2010 zu irgendetwas nützlich war, dann dazu, die Unternehmen noch reicher und die abhängig Beschäftigten noch ärmer zu machen. Zur Erinnerung: Die Agenda 2010 wurde von den "Volksparteien" SPD, CDU, CSU und FDP beschlossen, um ... errr ... um ... um ... um ehrlich zu sein: so genau weiß das keiner der Politiker.
Für Interessierte: Hier gibt's den aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung (http://www.bmas.de/coremedia/generator/26896/lebenslagen__in__deutschland__der__3__armuts__und_ _reichtumsbericht__der__bundesregierung.html). Man weiß in der Regierung duchaus um die Probleme - sie interessieren nur keinen.
Freibeuter
20.08.09, 08:07
Wenn die Agenda 2010 zu irgendetwas nützlich war, dann dazu, die Unternehmen noch reicher und die abhängig Beschäftigten noch ärmer zu machen. Zur Erinnerung: Die Agenda 2010 wurde von den "Volksparteien" SPD, CDU, CSU und FDP beschlossen, um ... errr ... um ... um ... um ehrlich zu sein: so genau weiß das keiner der Politiker.
Für Interessierte: Hier gibt's den aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung (http://www.bmas.de/coremedia/generator/26896/lebenslagen__in__deutschland__der__3__armuts__und_ _reichtumsbericht__der__bundesregierung.html). Man weiß in der Regierung duchaus um die Probleme - sie interessieren nur keinen.
Ich habe schon oft meine Mitmenschen gefragt , ob sie mir mal erklären könnten, was denn bitte eine Agenda ist , aber eine Antwort habe ich nie erhalten.
Gut ich gebe zu es waren normale Bürger aus dem Volk, niemand hatte zB. von ihnen Philosophie studiert...:grin:
die ein euro jobber sind nur dazu da um sozialversicherungspflichtige arbeit zu zerstören und ncoh mehr arbeitslose zu generieren
Herr Bratbäcker
20.08.09, 09:31
Fast jeder vierte Minijobber ist von Armut bedrohtNun, solange die bedrohten Minijobber weiterhin etabliert wählen (SPD-GRÜN) und die noch nicht bedrohten den etablierten Rest (FDP-CDU) wertschätzen sie doch ihre eigene Armut und wollen sie möglichst erhalten. Was ist dagegen einzuwenden, wenn sie ihre Wünsche erfüllt bekommen?
Freibeuter
20.08.09, 09:42
Nun, solange die bedrohten Minijobber weiterhin etabliert wählen (SPD-GRÜN) und die noch nicht bedrohten den etablierten Rest (FDP-CDU) wertschätzen sie doch ihre eigene Armut und wollen sie möglichst erhalten. Was ist dagegen einzuwenden, wenn sie ihre Wünsche erfüllt bekommen?
Ich denke die ganz Armen wählen eher die Linke oder NPD , wenn sie denn überhaupt wählen gehen.
Aber die etablierten Versager SpdCDUfdp :grin: ,dass kann ich mr nicht vorstellen.
Herr Bratbäcker
20.08.09, 09:51
Ich denke die ganz Armen wählen eher die Linke oder NPD , wenn sie denn überhaupt wählen gehen.
Aber die etablierten Versager SpdCDUfdp :grin: ,dass kann ich mr nicht vorstellen.
Arm und saudumm wählt NPD
Arm und dumm, aber noch in Arbeit, wählt CDU-FDP
Arm und dumm, aber schon ohne Arbeit, wählt SPD-GRÜN
Bonzen und Möchtegern-Bonzen wählen CDU-FDP
Nostalgiker mit Rente wählen SPD
Spießer mit Reihenhaus oder mehr im Grünen wählen GRÜN
Die INTELLIGENZ wählt DIE LINKEN. Daher werden die LINKEN in der BRD leider auch nicht besonders viel stemmen können.
die linke ist ja wohl der größte mist den es gibt
mentecaptus
20.08.09, 15:09
Arm und saudumm wählt NPD
Arm und dumm, aber noch in Arbeit, wählt CDU-FDP
Arm und dumm, aber schon ohne Arbeit, wählt SPD-GRÜN
Bonzen und Möchtegern-Bonzen wählen CDU-FDP
Nostalgiker mit Rente wählen SPD
Spießer mit Reihenhaus oder mehr im Grünen wählen GRÜN
Die INTELLIGENZ wählt DIE LINKEN. Daher werden die LINKEN in der BRD leider auch nicht besonders viel stemmen können.
Klare Mehrheit für Schwarz-Gelb, fein, fein. =)
Spezies 8472
20.08.09, 21:25
Wehe, wenn du arbeitest
Laura hat einen Traum. Sie wünscht sich ein eigenes Instrument. Sie möchte Musik machen, so wie ihr Vater, der die Familie vor sechs Jahren verlassen hat. Ein richtiger E-Bass soll es ein. Metallicblau lackiert, mit Verstärker und Stimmgerät.
Damit ihr Traum wahr wird, sucht sich die 15-jährige Schülerin aus dem hessischen Oberursel einen Job. In den Sommerferien arbeitet sie in einem Verlag für Unterrichtsmaterialien. Sie packt Kartons, sortiert Kopiervorlagen, gleicht Daten im Computersystem ab. Für sechs Euro die Stunde.
...
Leistung lohnt sich nicht
Kinder dürfen in Deutschland bis zu 7664 Euro im Jahr verdienen, ohne dass ihren Eltern der Kinderfreibetrag gestrichen wird. Hartz-IV-Kinder dagegen dürfen nur 100 Euro im Monat behalten. Von jedem Euro, den sie mehr haben, werden 80 Cent abgezogen.
...
Eigentlich könnte diese Geschichte jetzt zu Ende sein. Doch Laura will etwas ändern. Sie schreibt einen Brief an Arbeitsminister Olaf Scholz, der für die Hartz-Gesetze zuständig ist. In ihrem Brief fragt sie den SPD-Politiker: "Warum darf ich mein hart erarbeitetes Geld nicht behalten? Bin ich weniger wert als alle anderen Schüler?" Die Schülerin bittet den Minister, etwas zu ändern: "Mein größter Wunsch wäre Gerechtigkeit und auch ein klein wenig Luxus, auch wenn es sich nur um meinen E-Bass handelt!"
... Drei Monate später bekommt Laura Antwort aus Berlin. Lange habe er über Lauras Brief nachgedacht, er könne sie gut verstehen, schreibt Olaf Scholz. "Du bist Schülerin. Und wenn du dann freiwillig etwas arbeitest, ist es bitter, wenn du das Geld nicht vollständig behalten kannst." Lange habe er deshalb mit seinen Fachleuten im Ministerium hin und her geprüft. "Aber wir haben keine bessere Lösung für Dich in den Gesetzen herausgefunden."
Scholz verspricht Laura, sich für einen erhöhten Kinderzuschlag einzusetzen.
-- stern: Wehe, wenn du arbeitest (http://www.stern.de/wirtschaft/arbeit-karriere/arbeit/hartz-iv-wehe-wenn-du-arbeitest-706426.html)
Zur Erinnerung: Der Kinderzuschlag steht im Wahlprogramm der SPD, CDU, der Grünen und der Linken, aber ein Gesetz gibt es noch nicht. Womit sich die GRÜNEN, die LINKEN oder die FDP herausreden können, ist wohl bekannt. Aber womit rechtfertigen CDU, CSU und SPD ihre Lügen?
Spezies 8472
20.08.09, 21:40
Klare Mehrheit für Schwarz-Gelb, fein, fein.Zu meinem Verständis: Du hast dich ja als CDU-Wähler geoutet, mentecaptus. Daher meine Frage: Welche Gründe kannst du anführen, die dich dazu bewegen, die Union zu wählen?
V.V.S.O.P.
20.08.09, 21:42
Zu meinem Verständis: Du hast dich ja als CDU-Wähler geoutet, mentecaptus. Daher meine Frage: Welche Gründe kannst du anführen, die dich dazu bewegen, die Union zu wählen?
ganz einfach, er ist ein Möchtegernbonze. siehe#6
Karl Dönitz
20.08.09, 23:02
Nun, solange die bedrohten Minijobber weiterhin etabliert wählen (SPD-GRÜN) und die noch nicht bedrohten den etablierten Rest (FDP-CDU) wertschätzen sie doch ihre eigene Armut und wollen sie möglichst erhalten. Was ist dagegen einzuwenden, wenn sie ihre Wünsche erfüllt bekommen? Da muss ich dir mal ausnahmsweise absolut zustimmen.
Solange die BRD eine Demokratie ist hat das Volk die Möglichkeit, die Unfähigen abzuwählen
Spezies 8472
21.08.09, 08:39
Solange die BRD eine Demokratie ist hat das Volk die Möglichkeit, die Unfähigen abzuwählenUnd das sollte wie genau funktionieren, Karl?
Kannst du dir ernsthaft die APPD als Regierungspartei vorstellen? In 60 Jahren Regierungsgeschichte der Bundesrepublik haben nämlich CDU, CSU, FDP, SPD und GRÜNE bereits das Ruder gehalten. Da bleibt nicht mehr so wahnsinnig viel ernsthafte Auswahl.
Was wollt Ihr (.....) eigentlich?
Ihr habt doch damals den allen wohlbekannten (Vertreter von RWE und Zeitarbeitsfirmen) Arbeitervertreter Clement gewählt!
Ace of Spades
21.08.09, 22:11
Da muss ich dir mal ausnahmsweise absolut zustimmen.
Solange die BRD eine Demokratie ist hat das Volk die Möglichkeit, die Unfähigen abzuwählen
So sollte es sein. Nur ein Teil dieses glorreichen Volkes kennt noch nicht mal den Wahltermin. Schlimm, schlimm.
mentecaptus
21.08.09, 22:13
Fast jeder vierte Minijobber ist von Armut bedroht.
Was nichts anderes heißt, als dass drei Viertel aller Minijobber gut klarkommen. Eine Spitzenbilanz! :-)
Daran sind wir alle selbst schuld. Weniger durch die Wahlen, vielmehr durch die "Geiz ist geil"-Mentalität.
Gerüchteweise habe ich gehört, das KIK seinen Angestellten 3,50 € Stundenlohn (netto) zahlt.
Nur: wer geht da eigentlich einkaufen? Nur die Leute, die 3,50 € Nettolohn die Stunde haben?
Spezies 8472
21.08.09, 22:55
Was nichts anderes heißt, als dass drei Viertel aller Minijobber gut klarkommen. Eine Spitzenbilanz!Nicht für den Steuerzahler. Er bezuschusst rund 1,7 Millionen Löhne, nachdem CDU, CSU und SPD den "Broterwerb" persifliert haben.
Duc de Blangis
21.08.09, 23:09
[...]
Arm und dumm, aber noch in Arbeit, wählt CDU-FDP
[...]
Bonzen und Möchtegern-Bonzen wählen CDU-FDP
[...]
Unsinn. Die intelligentesten, gebildetsten und weltoffendsten Menschen findet man immer wieder in den Reihen von FDP und CDU, manchmal auch in jenen der SPD.
Die INTELLIGENZ wählt DIE LINKEN. Daher werden die LINKEN in der BRD leider auch nicht besonders viel stemmen können.
Keinesfalls und ja, das werden sie nicht.
:-)
Spezies 8472
22.08.09, 08:22
Daran sind wir alle selbst schuld. Weniger durch die Wahlen, vielmehr durch die "Geiz ist geil"-Mentalität.Du meinst das Marginallohn-Problem?
Zweifellos spielt dort auch die "Geiz ist geil"-Mentalität rein, obwohl ich es treffender fände, hier von "Gier ist geil" zu sprechen. Andererseits hätte die Politik JEDERZEIT an zwei Stellen eingreifen können:
a) Es war zu keiner Zeit geheim, dass die Löhne nur sehr selten frei ausgehandelt werden. Entsprechende Mindestlöhne sind deshalb in der EU die Regel - und nicht die Ausnahme.
b) Es war zu keiner Zeit geheim, dass Steuerhinterziehungen in Milliardenhöhe den Staats- und hier insbesondere den Sozialhaushalt schwächen. Bereits zu Zeiten Helmut "Ich kann mich nicht erinnern" Kohls entschied der BGH, dass die Regierung mehr Wirtschaftsprüfer einzusetzen habe. In einer parlamentarischen Diskussion begründete Herr Kohl seinerzeit die Nichtbefolgung dieser, wenn man so will, gerichtlichen Anordnung damit, dass nicht genug Geld vorhanden sei, derart viele Prüfer zu beschäftigen. (Zur Erinnerung: Die BGH-Entscheidung sollte das Defizit von über 50 Mrd Euronen per annum, das waren damals noch 100 Mrd DM, drastisch zugunsten des Staates optimieren.)
Gerüchteweise habe ich gehört, das KIK seinen Angestellten 3,50 € Stundenlohn (netto) zahlt.
Nur: wer geht da eigentlich einkaufen? Nur die Leute, die 3,50 € Nettolohn die Stunde haben?Schlimmer noch: kik steht sogar im Verdacht, Kinderarbeit in Chinal, Nepal und Burma zu fördern, um Kosten zu sparen.
Darüber hinaus ist das ein von der Politik geschaffenes Mittelstandsproblem, ThiloS. Leider ist das Thema sehr umfangreich, deshalb nur der kurze folgende Abriss:
Annahme I: Die Konzerne können es sich leisten, (mittelständische) Konkurrenten mit Preisdumping aus dem Markt zu werfen. Und sie machen es auch.
Annahme II: Mittelständler sind "unternehmensfixiert". Konzerne sind "gewinnfixiert".
Daraus ergibt sich ein Problem: In den meisten Branchen sind die Personalkosten zentrale Kosten der (mittelständischen) Unternehmen. Diesen versuchte man viele Jahre lang mit Praktikanten und Lehrlingen zu begegnen. Das warf das nächste Problem auf: "nachhaltige, langfristige Beschäftigung". KMU sind strukturell nicht darauf ausgelegt, hohe Personalfluktuationen zu verkraften. Dementsprechend versprach der Weg, den die angebliche Arbeiterpartei SPD seinerzeit öffnete, zumindest bei den unmittelbaren Problemen der KMU Linderung. Es war offensichtlich, dass dies zu neuen Problemen führen würde, aber nun setzte ein weiteres Problem ein: der "Lawinen-Druck".
Während die KMU bereits von Konzernen unter Druck gesetzt wurden (s. Annahme I), begannen auch KMU selbst, "günstige Mitarbeiter" einzukaufen, also auf "Gewinnorientierung" umzuschwenken. (Dies ist eine unmittelbare Folge der von Rot, Schwarz und Gelb ausgearbeiteten konzernorientierten Gesetzgebung zur Vereinfachung des Absaugens von Überschüssen.) Konkurrenten sahen sich nun von zwei Seiten in die Zange genommen und standen vor der mittelfristigen Wahl "Mitmachen oder Geschäft aufgeben". So mancher stemmte sich gegen diesen Trend und bezahlte mit seinem Unternehmen. Nicht zuletzt, weil die Auswirkungen eben nicht unmittelbar sind und bis heute jene Parteien gewählt werden, die lieber "Konzerngesetze" als "Mittelstandsgesetze" schreiben (lassen).
Wie ich bereits andeutete: Dieses Problem ist ziemlich vielschichtig und ganz sicher nicht mit einem Beitrag erklärt. Aber ich hoffe, dass der Abriss zumindest zeigt, dass die Frage "wer geht da eigentlich einkaufen?" nur politisch beantwortet werden kann.
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