Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Delphine
Graf v. d. Kotzen-Kacken
27.02.10, 06:11
Delphin steht Mensch an Intelligenz kaum nach (http://www.welt.de/wissenschaft/article6534940/Delfin-steht-Mensch-an-Intelligenz-kaum-nach.html), titelte Die Welt vor ein paar Tagen. Wer es noch nicht getan hat, sollte den Artikel unbedingt nachlesen.
Wenn der Delphin den Menschen an Intelligenz nicht sogar überragt, seine Fähigkeiten zur Kommunikation tun es sicher. Delphine sind nachweislich in der Lage, Gefühle auszudrücken und zu abstrahieren. Ihr Gehirn gleicht dem des Menschen sowohl an Größe, als auch an Komplexität, ihre Sinnesorgane sind den unseren weit überlegen. Das Frequenzspektrum, über das sich ihre Artikulation erstreckt, ist nicht nur sehr viel größer, als beim Menschen, sondern sie "sprechen" auch sehr viel schneller, mit rasender Geschwindigkeit. Zudem sind sie in der Lage, sozusagen mehrere "Sätze" simultan zu sprechen, so als hätten sie mehrere Stimmbänder, die unabhängig voneinander gleichzeitig eingesetzt werden.
In einem Experiment lernte ein Delphin sehr schnell, Musik zu unterscheiden, die von Unterwasserlautsprechern kam. Unter jedem Lautsprecher war ein verschlossenes Fach, in welchem sich eine Belohnung befand sowie ein Schalter, um das Fach zu öffen. Immer dort, wo Musik von den Beatles ertönte, konnte er sich die Belohnung holen, wo Musik von Bach zu hören war, gab es nichts. Nachdem der Delphin dies begriffen hatte, setzte man ihn in in einen durch ein Netz abgetrennten Bereich des Beckens und wiederholte den Test mit einem weiteren Delphin. Die Musik ertönte erneut, es folgte ein kurzes Gezwitscher zwischen beiden Delphinen, worauf der neue von Anfang an stets zum richtigen Lautsprecher schwamm und sich seine Belohnung holte.
Unsere eigenen ethischen Maßstäbe verlangen es, den Delphin als zweite intelligente Lebensform zu schützen und zu achten, das fordern nicht nur Wissenschaftler. Die Russen tun dies schon seit Sowjetzeiten, betrachten sie als "unsere Brüder im Meer".
Ich schließe mich dem an: Wir müssen Abstand von der Vorstellung nehmen, der Delphin stünde nur auf der Stufe der Tiere. Aber wie soll man das Menschen klarmachen, die noch nicht einmal in der Lage sind, alle anderen Menschen als gleichberechtigt zu respektieren?
Delphine sind in keinster Weise auf einer Stufe mit dem Menschen.
Ihre Feinmotorik gibt es sozusagen nicht.
Ihr größter Unterschied ist wohl, dass sie nicht schaffen können.
Der Mensch ist nicht so hoch entwickelt, weil er es immer so leicht hatte, sondern eben weil er extrem schwere Bedingungen hatte, vorallem unsere Rasse. Außerdem ist die Kommunikation der Delphine vielleicht vielschichtig, aber auch nicht der des Menschen ähnelnd.
Das jede Sache einen Namen hat ist sehr wichtig.
Die Sprache ist ein wichtiges Werkzeug.
Man sollte sie als besondere Tiere schützen, aber nicht als "2. Menschen".
Graf v. d. Kotzen-Kacken
27.02.10, 12:02
Nicht als 2.Menschen sollten wir sie ansehen, gewiß nicht. Aber bewerten wir die Menschen nicht selbst zu sehr nach ihren Werken und Errungenschaften, anders gesagt an materiellen Dingen und viel zu wenig nach ihren inneren Werten?
Delphine haben keine Hände, können nichts sichtbares erschaffen. Über das, was sie wissen, denken, fühlen und kommunizieren, können wir nur mutmaßen. Dennoch könnten sie uns geistig ebenbürtig oder sogar überlegen sein, aber eben auf eine Weise, die uns solange verschlossen bleiben wird, bis wir einen Sprachcomputer erfunden haben, der in der Lage ist, in der superschnellen Delphinsprache mit ihnen zu kommunizieren...Das ist natürlich reine Spekulation, aber immerhin eine sehr interessante, wie ich meine.
Und nicht nur Delphine.
Menschenaffen sind keine Menschen, aber sie sind uns Menschen nicht nur äußerlich sehr ähnlich.
http://www.g-o.de/dossier-detail-91-14.html
Gebärdensprache: Lautlose Plauderei
Der amerikanische Psychologe Roger Fouts begann Ende 1967 mit der damals zweijährigen Schimpansin Washoe mit Hilfe der amerikanischen Zeichensprache ASL zu "reden". Nach jahrelangem Training entwickelte sich zwischen dem Forscher Fouts und Washoe eine innige Freundschaft. Auf einem Waldspaziergang im Sommer 1978 deutete sie ihm mit ihren Händen: BAUCH KIND. Sie war schwanger. Ihr Junges lernte von seiner Mutter ebenfalls die Symbole der Gebärdensprache, in der auch der Rest der in Gefangenschaft gehaltenen Schimpansengruppe regelmäßig untereinander kommunizierte.
Fouts gründete Mitte der 1990er Jahre das Chimpanzee and Human Communication Institut im US-Staat Washington. Regelmäßig kommunizieren dort die Schimpansen Moja, Tatu, Dar, Loulis und das Familienoberhaupt Washoe nicht nur mit ihren Pflegern und Wissenschaftlern, sondern auch mit taubstummen Kindern. Durch das Gitter ihres geräumigen Freigeheges plappern Kind und Schimpanse mit ihren flinken Händen über Kleidung, Puppen, Lippenstift, Liebe und Freundschaft und die Grenzen zwischen Mensch und Affe scheinen plötzlich verschwindend gering.
Kein Kluger-Hans-Effekt
Die intelligenten Menschenaffen büffeln die Zeichensprache durch Zuschauen und Nachahmung. Manche Individuen besitzen einen Wortschatz von 1.500 Wörtern und bringen regelmäßig Vier-Wort- und gelegentlich auch Sieben-Wort-Sätze zustande. Bei der Gorilladame Koko wurde ein IQ von 95 ermittelt. Sie kann in der ASL-Sprache sogar reimen und Metaphern bilden.
Doch verstehen die Affen wirklich, was der Mensch, egal ob gesprochen oder gedeutet meint? Oder handelt es sich nur um den Kluger-Hans-Effekt, bei dem das Testindividuum nicht das Testproblem versteht und löst, sondern herausfindet, welches Ergebnis der Tester möglicherweise erwartet. Um diese Möglichkeit auszuschalten, gaben Wissenschaftler dem Bonobo namens Kanzi über Kopfhörer Anweisungen. Sie benutzen dabei bekannte Wörter in einem Zusammenhang, den der Zwergschimpanse zuvor nicht kannte. Kanzi tat wie befohlen, ging vor die Tür, ließ den gelben Ball wie angegeben liegen, nahm den Roten und legte ihn in einen Eiskasten. Voilá - der Beweis, dass manche Schimpansen und Bonobos Englisch verstehen lernen konnten.
Doch keine Angst - einen "Planet der Affen" wird es wohl nie geben. Die Intelligenz der ausgewachsenen Menschenaffen vergleichen Wissenschaftler mit der eines vierjährigen Menschen. Aber wer weiß, vielleicht irren ja auch nur deren Messmethoden...
Erstmal sowohl Mensch als auch Delphin sind Tiere, in der Biologie werden beide zu den Tieren gezählt warum eigentlich auch nicht?
Die Intelligenz ist sicher einer der Faktoren die dem Menschen zu einer doch sehr erfolgreichen Art gemacht, aber das alleine ist es nicht. Es ist auch eine bestimmte Art des Denkens. Es ist die Fähigkeit auf sehr lange Zeitraum zu planen, hinzu kommt auch noch die Fantasie, das bedeutet er kann nicht nur Melodien unterscheiden und wieder geben, nein er kann auch eigene Melodien sich vorstellen und daraus selber Melodien zu entwickeln. Sprich Vorstellungskraft, reine Intelligenz reicht dazu nicht. Darüber hinaus spielt sie ebenfalls eine grosse Rolle in der sozialen Flexibilität, der Mensch kennt keine natürliche gesellschaftsordnung wie z.b. ein Wolfsrudel ist eigentlich organisiert oder zumindestens nach gleichen prinzipien. Die menschlichen Gesellschaften können alles mögliche sein, Egalitär, Elitär, Patriarchisch, Matriarchisch etc. Der Mensch kann seine Gesellschaft jederzeit von Grund auf ändern. Ich könnte noch mehr aufzählen.
Trotz alledem ist der Mensch ein Tier.
Erstmal sowohl Mensch als auch Delphin sind Tiere, in der Biologie werden beide zu den Tieren gezählt warum eigentlich auch nicht?
Die Intelligenz ist sicher einer der Faktoren die dem Menschen zu einer doch sehr erfolgreichen Art gemacht, aber das alleine ist es nicht. Es ist auch eine bestimmte Art des Denkens. Es ist die Fähigkeit auf sehr lange Zeitraum zu planen, hinzu kommt auch noch die Fantasie, das bedeutet er kann nicht nur Melodien unterscheiden und wieder geben, nein er kann auch eigene Melodien sich vorstellen und daraus selber Melodien zu entwickeln. Sprich Vorstellungskraft, reine Intelligenz reicht dazu nicht. Darüber hinaus spielt sie ebenfalls eine grosse Rolle in der sozialen Flexibilität, der Mensch kennt keine natürliche gesellschaftsordnung wie z.b. ein Wolfsrudel ist eigentlich organisiert oder zumindestens nach gleichen prinzipien. Die menschlichen Gesellschaften können alles mögliche sein, Egalitär, Elitär, Patriarchisch, Matriarchisch etc. Der Mensch kann seine Gesellschaft jederzeit von Grund auf ändern. Ich könnte noch mehr aufzählen.
Trotz alledem ist der Mensch ein Tier.
Besagte Washoe war in der Lage, ihren abstrakten Bildern Titel zu geben. ein in Rot gehaltenes Bild nannte sie "ELEKTRISCH WEISSES ROT". Moja, eine Kollegin, malte konkret, ihr Lieblingsmotiv waren Vögel.
Nachzulesen in : Roger Fouts, Unsere nächsten Verwandten Von Schimpansen lernen, was es heißt, ein Mensch zu sein, S. 337.
Das Potential, das wir nur Menschen zubilligen wollen, ist auch in ihnen enthalten - nur benötigen sie es in ihrer Umwelt (noch) nicht.
Besagte Washoe war in der Lage, ihren abstrakten Bildern Titel zu geben. ein in Rot gehaltenes Bild nannte sie "ELEKTRISCH WEISSES ROT". Moja, eine Kollegin, malte konkret, ihr Lieblingsmotiv waren Vögel.
Nachzulesen in : Roger Fouts, Unsere nächsten Verwandten Von Schimpansen lernen, was es heißt, ein Mensch zu sein, S. 337.
Das Potential, das wir nur Menschen zubilligen wollen, ist auch in ihnen enthalten - nur benötigen sie es in ihrer Umwelt (noch) nicht.
Guter Buchtipp, danke.
Ich hatte zwar schon von der Gebärdensprache und den Bildern gehört, aber diese beeindruckenden Details (Wortschatz und Intelligenz größer als bei manchem Politiker, Metaphern bis hin zu abstrakten Bildern mit passenden Titeln) waren mir unbekannt.
(Allerdings von Wortschöpfungen las ich einmal, ich glaube es war "Banirsche" für eine unbekannte Frucht, die geschmacklich als zwischen Banane und Kirsch liegend beschrieben wurde.)
Es beeindruckt mich, und macht mich traurig, wie wir mit unseren "älteren Brüdern"* umgehen. Menschenrechte auch für Affen!
*das las ich mal, daß ein Eingeborenenstamm irgendwo im Regenwald Affen so - treffend - bezeichnete - Details erinnere ich nicht mehr, wer und wo das war...
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