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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ich Angst nur Gott!


Gandolf
03.02.10, 21:43
Sie befinden sich in einem Land dessen Sprache sie schlecht sprechen, dessen Gesetze sie nicht verstehen, auch die Kultur und Lebensweise der Deutschen ist ihnen fremd. Sie leben seit vielen Jahrzehnten hier. Und irgendwie doch nicht.

Ilhan ist 45 Jahre alt und lebt seit fast 20 Jahren in Deutschland. Aufgewachsen ist er in einem kleinen Dorf nahe Diyarbakır. Ein Industriestandort irgendwo in Anatolien. Damals wanderte sein Vater aus, um bei der Roten Erde Späne aus den Bohrmaschinen zu kehren und Kühlwasser nachzufüllen, "damit Bohrer scharf bleiben", erklärt Ilhan mit vor Begeisterung leuchtenden Augen. Mit 27 folgte er seinem Vater nach Deutschland, er hatte Ärger mit der PKK.

Ilhans Frau und seine Schwiegermutter versorgen mich mit Tee und Kuchen, während drei seiner fünf Kinder mit scheuen Blicken immer wieder durchs Zimmer huschen. Ilhan ist seit acht Jahren arbeitslos und lebt derzeit von Hartz IV. Wie es weitergehen soll, frage ich ihn: "Ich nix wisse" sagt er: "Problem mit ARGE-Frau".

Ilhan hat viele Probleme, keine Arbeit, wenig Geld, Probleme mit seinem Vermieter, mit seiner Bank, mit der Erziehung seiner Kinder und vor allem mit der Staatsanwaltschaft, denn er drückte nach der letzten Gerichtsverhandlung seines Sohnes den Staatsanwalt an die Wand des Gerichtsflures und bedrohte ihn lautstark. Er hatte die Überwachungskamera vergessen. "Diese Arscheloch" dröhnt er, und weiter: "hat mein Frau schlagen" und weiter, mittlerweile in Rage: "Ich Angst nur Gott!".

Sein ältester Sohn ist das, was man als "Intensivtäter" bezeichnet, der etwas jüngere Bruder ist gerade von der Hauptschule geflogen. Auch sie scheinen nur "Angst Gott" zu haben. Sie alle fühlen sich unverstanden, diskriminiert, fremd, und ja, auch einsam.

Es drängt sich immer wieder die Frage auf: Wie konnten unsere Politiker an der Integration der Einwanderer nur so katastrophal scheitern? Am Unwillen der Immigranten allein kann es nicht liegen.

Alle Bemühungen des Staates scheinen ins Leere zu laufen. Die Heerscharen von Sozialarbeitern, Kontaktpolizisten, Gerichtshelfern und ARGE-Mitarbeiter die solche Familien betreuen, scheitern schon an den Sprachkenntnissen ihrer Schützlinge; sie werden schlichtweg nicht verstanden –das scheinen sie nicht zu realisieren. Auch all die Formulare, die Broschüren und Anträge landen bestenfalls ungelesen in der Ablage. Die Integrationskurse, die Sprachkurse scheinen am Intellekt der Immigranten zu scheitern. Die Einwanderer sehen sich der selbstreferenziellen Dynamik einer Subkultur ausgeliefert, die keine nationale Identität zulässt.

Mittlerweile in der dritten Generation.

Einerseits werden sie diskriminiert und in Wohnsilos zusammengefasst, andererseits müssen sie sich den Regeln der Subkultur unterwerfen. Die Kinder dieser Immigranten haben fast keine Chance auf Bildung und somit ein gutbürgerliches Leben.

Und die Kinder sind es, um die wir uns dringend kümmern müssen, bei den nicht integrierten Erwachsenen ist zumeist Hopfen und Malz verloren. Bemüht man die Statistik, so stellt man fest, dass derzeit über 15 Millionen Bürger ihre Wurzeln in anderen Kulturen haben, bei einer Geburtenrate von ca. 3 Kindern pro Familie fragt man sich doch bange was passiert, wenn auch diese Generation nicht in Deutschland ankommt?

Als Ilhan noch Arbeit hatte –bei Opel im Lager- war sein Leben noch in Ordnung: "Ich Leben wie Pascha!". "Keine Problem" freut er sich ein wenig sehnsüchtig: "Ich bauen Familie 18 Jahre, Geld für superne Leben, kleine Wohnung in Türkei, ohh…, ich glückliche Mann...,leben wie Pascha"!.

Er erzählt mir noch lange von seinem superne Leben, von seinen Eltern, seiner Verwandtschaft, von damals, als seine Welt noch in Ordnung war.

Über das Heute redet er wenig und wenn doch, spüre ich die unterdrückte Wut in ihm hochsteigen.

Als ich mich verabschiede schaut er mir tief in die Augen, haut mir auf die Schulter und sagt: "Keine Sorge, noch kämpfen!"

Reginald
03.02.10, 22:10
Sie befinden sich in einem Land dessen Sprache sie schlecht sprechen, dessen Gesetze sie nicht verstehen, auch die Kultur und Lebensweise der Deutschen ist ihnen fremd. Sie leben seit vielen Jahrzehnten hier. Und irgendwie doch nicht.

Ilhan ist 45 Jahre alt und lebt seit fast 20 Jahren in Deutschland. Aufgewachsen ist er in einem kleinen Dorf nahe Diyarbakır. Ein Industriestandort irgendwo in Anatolien. Damals wanderte sein Vater aus, um bei der Roten Erde Späne aus den Bohrmaschinen zu kehren und Kühlwasser nachzufüllen, "damit Bohrer scharf bleiben", erklärt Ilhan mit vor Begeisterung leuchtenden Augen. Mit 27 folgte er seinem Vater nach Deutschland, er hatte Ärger mit der PKK.

Ilhans Frau und seine Schwiegermutter versorgen mich mit Tee und Kuchen, während drei seiner fünf Kinder mit scheuen Blicken immer wieder durchs Zimmer huschen. Ilhan ist seit acht Jahren arbeitslos und lebt derzeit von Hartz IV. Wie es weitergehen soll, frage ich ihn: "Ich nix wisse" sagt er: "Problem mit ARGE-Frau".

Ilhan hat viele Probleme, keine Arbeit, wenig Geld, Probleme mit seinem Vermieter, mit seiner Bank, mit der Erziehung seiner Kinder und vor allem mit der Staatsanwaltschaft, denn er drückte nach der letzten Gerichtsverhandlung seines Sohnes den Staatsanwalt an die Wand des Gerichtsflures und bedrohte ihn lautstark. Er hatte die Überwachungskamera vergessen. "Diese Arscheloch" dröhnt er, und weiter: "hat mein Frau schlagen" und weiter, mittlerweile in Rage: "Ich Angst nur Gott!".

Sein ältester Sohn ist das, was man als "Intensivtäter" bezeichnet, der etwas jüngere Bruder ist gerade von der Hauptschule geflogen. Auch sie scheinen nur "Angst Gott" zu haben. Sie alle fühlen sich unverstanden, diskriminiert, fremd, und ja, auch einsam.

Es drängt sich immer wieder die Frage auf: Wie konnten unsere Politiker an der Integration der Einwanderer nur so katastrophal scheitern? Am Unwillen der Immigranten allein kann es nicht liegen.

Alle Bemühungen des Staates scheinen ins Leere zu laufen. Die Heerscharen von Sozialarbeitern, Kontaktpolizisten, Gerichtshelfern und ARGE-Mitarbeiter die solche Familien betreuen, scheitern schon an den Sprachkenntnissen ihrer Schützlinge; sie werden schlichtweg nicht verstanden –das scheinen sie nicht zu realisieren. Auch all die Formulare, die Broschüren und Anträge landen bestenfalls ungelesen in der Ablage. Die Integrationskurse, die Sprachkurse scheinen am Intellekt der Immigranten zu scheitern. Die Einwanderer sehen sich der selbstreferenziellen Dynamik einer Subkultur ausgeliefert, die keine nationale Identität zulässt.

Mittlerweile in der dritten Generation.

Einerseits werden sie diskriminiert und in Wohnsilos zusammengefasst, andererseits müssen sie sich den Regeln der Subkultur unterwerfen. Die Kinder dieser Immigranten haben fast keine Chance auf Bildung und somit ein gutbürgerliches Leben.

Und die Kinder sind es, um die wir uns dringend kümmern müssen, bei den nicht integrierten Erwachsenen ist zumeist Hopfen und Malz verloren. Bemüht man die Statistik, so stellt man fest, dass derzeit über 15 Millionen Bürger ihre Wurzeln in anderen Kulturen haben, bei einer Geburtenrate von ca. 3 Kindern pro Familie fragt man sich doch bange was passiert, wenn auch diese Generation nicht in Deutschland ankommt?

Als Ilhan noch Arbeit hatte –bei Opel im Lager- war sein Leben noch in Ordnung: "Ich Leben wie Pascha!". "Keine Problem" freut er sich ein wenig sehnsüchtig: "Ich bauen Familie 18 Jahre, Geld für superne Leben, kleine Wohnung in Türkei, ohh…, ich glückliche Mann...,leben wie Pascha"!.

Er erzählt mir noch lange von seinem superne Leben, von seinen Eltern, seiner Verwandtschaft, von damals, als seine Welt noch in Ordnung war.

Über das Heute redet er wenig und wenn doch, spüre ich die unterdrückte Wut in ihm hochsteigen.

Als ich mich verabschiede schaut er mir tief in die Augen, haut mir auf die Schulter und sagt: "Keine Sorge, noch kämpfen!"

Soll er doch in sein anatolisches Eseltreiberdorf zurueck gehen.

Tacker
03.02.10, 23:47
Sie befinden sich in einem Land dessen Sprache sie schlecht sprechen, dessen Gesetze sie nicht verstehen, auch die Kultur und Lebensweise der Deutschen ist ihnen fremd. Sie leben seit vielen Jahrzehnten hier. Und irgendwie doch nicht.

Ilhan ist 45 Jahre alt und lebt seit fast 20 Jahren in Deutschland. Aufgewachsen ist er in einem kleinen Dorf nahe Diyarbakır. Ein Industriestandort irgendwo in Anatolien. Damals wanderte sein Vater aus, um bei der Roten Erde Späne aus den Bohrmaschinen zu kehren und Kühlwasser nachzufüllen, "damit Bohrer scharf bleiben", erklärt Ilhan mit vor Begeisterung leuchtenden Augen. Mit 27 folgte er seinem Vater nach Deutschland, er hatte Ärger mit der PKK.

Ilhans Frau und seine Schwiegermutter versorgen mich mit Tee und Kuchen, während drei seiner fünf Kinder mit scheuen Blicken immer wieder durchs Zimmer huschen. Ilhan ist seit acht Jahren arbeitslos und lebt derzeit von Hartz IV. Wie es weitergehen soll, frage ich ihn: "Ich nix wisse" sagt er: "Problem mit ARGE-Frau".

Ilhan hat viele Probleme, keine Arbeit, wenig Geld, Probleme mit seinem Vermieter, mit seiner Bank, mit der Erziehung seiner Kinder und vor allem mit der Staatsanwaltschaft, denn er drückte nach der letzten Gerichtsverhandlung seines Sohnes den Staatsanwalt an die Wand des Gerichtsflures und bedrohte ihn lautstark. Er hatte die Überwachungskamera vergessen. "Diese Arscheloch" dröhnt er, und weiter: "hat mein Frau schlagen" und weiter, mittlerweile in Rage: "Ich Angst nur Gott!".

Sein ältester Sohn ist das, was man als "Intensivtäter" bezeichnet, der etwas jüngere Bruder ist gerade von der Hauptschule geflogen. Auch sie scheinen nur "Angst Gott" zu haben. Sie alle fühlen sich unverstanden, diskriminiert, fremd, und ja, auch einsam.

Es drängt sich immer wieder die Frage auf: Wie konnten unsere Politiker an der Integration der Einwanderer nur so katastrophal scheitern? Am Unwillen der Immigranten allein kann es nicht liegen.

Alle Bemühungen des Staates scheinen ins Leere zu laufen. Die Heerscharen von Sozialarbeitern, Kontaktpolizisten, Gerichtshelfern und ARGE-Mitarbeiter die solche Familien betreuen, scheitern schon an den Sprachkenntnissen ihrer Schützlinge; sie werden schlichtweg nicht verstanden –das scheinen sie nicht zu realisieren. Auch all die Formulare, die Broschüren und Anträge landen bestenfalls ungelesen in der Ablage. Die Integrationskurse, die Sprachkurse scheinen am Intellekt der Immigranten zu scheitern. Die Einwanderer sehen sich der selbstreferenziellen Dynamik einer Subkultur ausgeliefert, die keine nationale Identität zulässt.

Mittlerweile in der dritten Generation.

Einerseits werden sie diskriminiert und in Wohnsilos zusammengefasst, andererseits müssen sie sich den Regeln der Subkultur unterwerfen. Die Kinder dieser Immigranten haben fast keine Chance auf Bildung und somit ein gutbürgerliches Leben.

Und die Kinder sind es, um die wir uns dringend kümmern müssen, bei den nicht integrierten Erwachsenen ist zumeist Hopfen und Malz verloren. Bemüht man die Statistik, so stellt man fest, dass derzeit über 15 Millionen Bürger ihre Wurzeln in anderen Kulturen haben, bei einer Geburtenrate von ca. 3 Kindern pro Familie fragt man sich doch bange was passiert, wenn auch diese Generation nicht in Deutschland ankommt?

Als Ilhan noch Arbeit hatte –bei Opel im Lager- war sein Leben noch in Ordnung: "Ich Leben wie Pascha!". "Keine Problem" freut er sich ein wenig sehnsüchtig: "Ich bauen Familie 18 Jahre, Geld für superne Leben, kleine Wohnung in Türkei, ohh…, ich glückliche Mann...,leben wie Pascha"!.

Er erzählt mir noch lange von seinem superne Leben, von seinen Eltern, seiner Verwandtschaft, von damals, als seine Welt noch in Ordnung war.

Über das Heute redet er wenig und wenn doch, spüre ich die unterdrückte Wut in ihm hochsteigen.

Als ich mich verabschiede schaut er mir tief in die Augen, haut mir auf die Schulter und sagt: "Keine Sorge, noch kämpfen!"

ich habe da mal die wichtigsten passagen hervorgehoben..........damit dessen 20 jahre nicht für umme waren.