Gandolf
01.02.10, 15:14
Tempus fugit. Die Zeit verfliegt.
In der Sturm- und Drangzeit -Ende der 70er, Anfang der 80er- waren die Verhältnisse noch klar geregelt. Es gab die Linken, die Alternativen und dann alle anderen. Sie trugen lange Haare, mussten zwischen mindestens 20 Teesorten entscheiden und hatten einen Terminkalender voller Demonstrationen gegen alles, was der Imperialismus und das rechtsorientierte Bürgertum so zu bieten hatte. Standen man auf der "anderen Seite", war es entsprechend andersrum.
Sie waren damals so ca. 17, trugen Sticker, die die Meinung zum Thema "Atomkraft" genauso zum Ausdruck brachten, wie die Aufsässigkeit, die sie in der Schülerzeitung hervorragend ausleben konnten. Sie besetzten Häuser von dicken, fetten, hässlichen Immobilienhaien und badeten im CS-Gas verseuchten Strahl eines Wasserwerfers an der Startbahn West, während sie ihre persönliche Nationalhymne von "Ton, Steine, Scherben" trällerten.
Wenn sie eine Fahne hatten, war es die Rauchfahne vom verglühenden Marihuana, das sie in einem verstecktem Waldstück selbst züchteten.
Es war alles so einfach! Wer eine Deutschlandflagge im Schrebergarten hisste, war der Feind. Wer die deutsche Nationalhymne mitsang, war es auch.
Heute tragen die Teenis die Nationalflagge, die sie sich mittels Transferfolie auf den Oberarm tätowieren und denken sich nichts dabei. Beim Schmettern der Hymne wird aus demonstrativen Schweigen zumindest ein tontreffendes Summen. Und die fahnenherstellendende Industrie verbucht Umsatzsteigerungen von bis zu 1000 Prozent. Ein "Sommermärchen" ward geschrieben.
Auf der anderen Seite: Mahnende Rufe! Beschwörungen und Prophezeiungen über die Wiederkehr des Nationalsozialismus! Vergleiche, die einen sportlichen Wettkampf mit dem Einmarsch der Nazis in Polen vergleichen! Der Ruf, die Nationalhymne doch bitte von Xavier Naidoo neu komponieren zu lassen und nicht zuletzt verzweifelte Aufrufe der Gewerkschaft "Erziehung und Wissenschaft" und anderer Organe, die vergessene Ängste neu beleben sollen. Wird man "Patriot" genannt, ist das als Schimpfwort zu verstehen.
Waren es früher die Kriegsheimkehrer, der Nachbar mit dem Fahnenmast oder Bürger mit dem falschen Parteibuch, die wir als "Ewig Gestrige" bezeichneten, so stellt sich mir persönlich die Situation heute anders dar.
Unsere Bundesrepublik ist erwachsen geworden, löst sich vom Stigmata vergangener Zeiten, ohne diese in Vergessenheit geraten zu lassen. Die Kinder dieser Republik mögen ihr Land, ohne andere zu verachten und wollen das zeigen. Wer sie Nazis nennt, bekommt einen Vogel gezeigt.
All das nicht zuletzt deswegen, weil die Linken Völkerverständigung gepredigt haben und Weltoffenheit zum guten Ton wurde. Es wurde viel geleistet, um aus dem hässlichen Deutschen, einen Bürger der Welt zu machen.
Aber die Geister, die man rief, die wird man nicht mehr los. Randgruppengleich versucht man sich gegen die vermeintlich böse Strömung von Rechts zu stemmen und Bewusstsein zu schaffen, wie in den guten, alten Tagen als die atomare Bedrohung noch Spaß gemacht hat.
Ist das überhaupt notwendig? Sind etwa die alten Linken die neuen Ewig Gestrigen? Sind Feindbilder von damals etwa nichts mehr wert?
:)
In der Sturm- und Drangzeit -Ende der 70er, Anfang der 80er- waren die Verhältnisse noch klar geregelt. Es gab die Linken, die Alternativen und dann alle anderen. Sie trugen lange Haare, mussten zwischen mindestens 20 Teesorten entscheiden und hatten einen Terminkalender voller Demonstrationen gegen alles, was der Imperialismus und das rechtsorientierte Bürgertum so zu bieten hatte. Standen man auf der "anderen Seite", war es entsprechend andersrum.
Sie waren damals so ca. 17, trugen Sticker, die die Meinung zum Thema "Atomkraft" genauso zum Ausdruck brachten, wie die Aufsässigkeit, die sie in der Schülerzeitung hervorragend ausleben konnten. Sie besetzten Häuser von dicken, fetten, hässlichen Immobilienhaien und badeten im CS-Gas verseuchten Strahl eines Wasserwerfers an der Startbahn West, während sie ihre persönliche Nationalhymne von "Ton, Steine, Scherben" trällerten.
Wenn sie eine Fahne hatten, war es die Rauchfahne vom verglühenden Marihuana, das sie in einem verstecktem Waldstück selbst züchteten.
Es war alles so einfach! Wer eine Deutschlandflagge im Schrebergarten hisste, war der Feind. Wer die deutsche Nationalhymne mitsang, war es auch.
Heute tragen die Teenis die Nationalflagge, die sie sich mittels Transferfolie auf den Oberarm tätowieren und denken sich nichts dabei. Beim Schmettern der Hymne wird aus demonstrativen Schweigen zumindest ein tontreffendes Summen. Und die fahnenherstellendende Industrie verbucht Umsatzsteigerungen von bis zu 1000 Prozent. Ein "Sommermärchen" ward geschrieben.
Auf der anderen Seite: Mahnende Rufe! Beschwörungen und Prophezeiungen über die Wiederkehr des Nationalsozialismus! Vergleiche, die einen sportlichen Wettkampf mit dem Einmarsch der Nazis in Polen vergleichen! Der Ruf, die Nationalhymne doch bitte von Xavier Naidoo neu komponieren zu lassen und nicht zuletzt verzweifelte Aufrufe der Gewerkschaft "Erziehung und Wissenschaft" und anderer Organe, die vergessene Ängste neu beleben sollen. Wird man "Patriot" genannt, ist das als Schimpfwort zu verstehen.
Waren es früher die Kriegsheimkehrer, der Nachbar mit dem Fahnenmast oder Bürger mit dem falschen Parteibuch, die wir als "Ewig Gestrige" bezeichneten, so stellt sich mir persönlich die Situation heute anders dar.
Unsere Bundesrepublik ist erwachsen geworden, löst sich vom Stigmata vergangener Zeiten, ohne diese in Vergessenheit geraten zu lassen. Die Kinder dieser Republik mögen ihr Land, ohne andere zu verachten und wollen das zeigen. Wer sie Nazis nennt, bekommt einen Vogel gezeigt.
All das nicht zuletzt deswegen, weil die Linken Völkerverständigung gepredigt haben und Weltoffenheit zum guten Ton wurde. Es wurde viel geleistet, um aus dem hässlichen Deutschen, einen Bürger der Welt zu machen.
Aber die Geister, die man rief, die wird man nicht mehr los. Randgruppengleich versucht man sich gegen die vermeintlich böse Strömung von Rechts zu stemmen und Bewusstsein zu schaffen, wie in den guten, alten Tagen als die atomare Bedrohung noch Spaß gemacht hat.
Ist das überhaupt notwendig? Sind etwa die alten Linken die neuen Ewig Gestrigen? Sind Feindbilder von damals etwa nichts mehr wert?
:)