Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schöne deutsche Gedichte
Mailied
Wie herrlich leuchtet
Mir die Natur!
Wie glänzt die Sonne!
Wie lacht die Flur!
Es dringen Blüten
Aus jedem Zweig
Und tausend Stimmen
Aus dem Gesträuch
Und Freud und Wonne
Aus jeder Brust.
O Erd, o Sonne!
O Glück, o Lust!
O Lieb, o Liebe!
So golden schön,
Wie Morgenwolken
Auf jenen Höhn!
Du segnest herrlich
Das frische Feld,
Im Blütendampfe
Die volle Welt.
O Mädchen, Mädchen,
Wie lieb ich dich!
Wie blickt dein Auge!
Wie liebst du mich!
So liebt die Lerche
Gesang und Luft,
Und Morgenblumen
Den Himmelsduft,
Wie ich dich liebe
Mit warmem Blut,
Die du mir Jugend
Und Freud und Mut
Zu neuen Liedern
Und Tänzen gibst.
Sei ewig glücklich,
Wie du mich liebst!
Johann Wolfgang von Goethe
Eines meiner Lieblingsgedichte! :)
Willkommen und Abschied
Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde!
Es war getan fast eh gedacht.
Der Abend wiegte schon die Erde,
Und an den Bergen hing die Nacht;
Schon stand im Nebelkleid die Eiche,
Ein aufgetürmter Riese, da,
Wo Finsternis aus dem Gesträuche
Mit hundert schwarzen Augen sah.
Der Mond von einem Wolkenhügel
Sah kläglich aus dem Duft hervor,
Die Winde schwangen leise Flügel,
Umsausten schauerlich mein Ohr;
Die Nacht schuf tausend Ungeheuer,
Doch frisch und fröhlich war mein Mut:
In meinen Adern welches Feuer!
In meinem Herzen welche Glut!
Dich sah ich, und die milde Freude
Floss von dem süßen Blick auf mich;
Ganz war mein Herz an deiner Seite
Und jeder Atemzug für dich.
Ein rosenfarbnes Frühlingswetter
Umgab das liebliche Gesicht,
Und Zärtlichkeit für mich - ihr Götter!
Ich hofft' es, ich verdient' es nicht!
Doch ach, schon mit der Morgensonne
Verengt der Abschied mir das Herz:
In deinen Küssen welche Wonne!
In deinem Auge welcher Schmerz!
Ich ging, du standst und sahst zur Erden
Und sahst mir nach mit nassem Blick:
Und doch, welch Glück, geliebt zu werden!
Und lieben, Götter, welch ein Glück!
J. W. von Goethe
von Goethe - Meeres Stille
Tiefe Stille herrscht im Wasser,
Ohne Regung ruht das Meer,
Und bekümmert sieht der Schiffer
Glatte Fläche ringsumher.
Keine Luft von keiner Seite!
Todesstille fürchterlich!
In der ungeheuern Weite
Reget keine Welle sich.
Igni et ferro
12.08.09, 05:29
Die Worte des Glaubens
Drei Worte nenn' ich euch, inhaltsschwer,
Sie gehen von Munde zu Munde,
Doch stammen sie nicht von außen her,
Das Herz nur giebt davon Kunde,
Dem Menschen ist aller Werth geraubt,
Wenn er nicht an die drei Worte glaubt.
Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,
Und würd' er in Ketten geboren;
Laßt euch nicht irren des Pöbels Geschrei,
Nicht den Missbrauch rasender Thoren.
Vor dem Sclaven, wenn er die Kette bricht,
Vor dem freien Menschen erzittert nicht.
Und die Tugend, sie ist kein leerer Schall,
Der Mensch kann sie üben im Leben;
Und sollt' er auch straucheln überall,
Er kann nach der göttlichen streben,
Und was kein Verstand der Beständigen sieht,
Das übet in Einfalt ein kindlich Gemüth.
Und ein Gott ist, ein heiliger Wille lebt,
Wie auch der menschliche wanke;
Hoch über der Zeit und dem Raume webt
Lebendig der höchste Gedanke;
Und ob Alles im ewigen Wechsel kreist,
Es beharret im Wechsel ein ruhiger Geist.
Die drei Worte behaltet euch, inhaltsschwer,
Sie pflanzet von Munde zu Munde;
Und stammen sie gleich nicht von außen her,
Euer Inneres giebt davon Kunde.
Dem Menschen ist nimmer sein Werth geraubt,
So lang' er noch an die drei Worte glaubt.
von Friedrich Schiller
Kurt Tucholsky
Augen in der Großstadt
Wenn du zur Arbeit gehst
am frühen Morgen,
wenn du am Bahnhof stehst
mit deinen Sorgen:
da zeigt die Stadt
dir asphaltglatt
im Menschentrichter
Millionen Gesichter:
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider -
Was war das? vielleicht dein Lebensglück...
vorbei, verweht, nie wieder.
Du gehst dein Leben lang
auf tausend Straßen;
du siehst auf deinem Gang, die
dich vergaßen.
Ein Auge winkt,
die Seele klingt;
du hast's gefunden,
nur für Sekunden...
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider -
Was war das? Kein Mensch dreht die Zeit zurück...
Vorbei, verweht, nie wieder.
Du mußt auf deinem Gang
durch Städte wandern;
siehst einen Pulsschlag lang
den fremden Andern.
Es kann ein Feind sein,
es kann ein Freund sein,
es kann im Kampfe dein
Genosse sein.
Er sieht hinüber
und zieht vorüber ...
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider -
Was war das?
Von der großen Menschheit ein Stück!
Vorbei, verweht, nie wieder.
(1930)
Ob der Koran...
Ob der Koran von Ewigkeit sei,
Darnach frag' ich nicht.
Ob der Koran geschaffen sei,
Das weiß ich nicht.
Daß er das Buch der Bücher sei,
Glaub ich aus Mosleminenpflicht.
Daß aber der Wein von Ewigkeit sei,
Daran zweifl' ich nicht;
Oder daß er vor den Engeln geschaffen sei,
Ist vielleicht auch kein Gedicht.
Der Trinkende, wie es auch immer sei,
Blickt Gott frischer in's Angesicht.
Johann Wolfgang von Goethe
PS: Er war Moslem. :-)
mentecaptus
12.08.09, 23:17
Wer unbedacht ein Fremdwort wählt,
und deutsches Wort für ihn nicht zählt,
wer happy sagt und glücklich meint
und Sunshine, wenn die Sonne scheint,
wer hot gebraucht anstelle heiß,
know how benutz, wenn er was weiß,
wer sich mit sorry kühl verneigt
und Shows abzieht, wenn er was zeigt,
wer Shopping geht statt einzukaufen
und Jogging sagt zum Dauerlaufen,
der bleibt zwar fit, doch merkt er spät,
wenn er kein Wort mehr DEUTSCH versteht.
Friedrich K. Weibel (aus "Soldat im Volk")
mentecaptus
12.08.09, 23:18
LG Frankfurt, 17. Februar 1982 (Az: 2/22 O 495/81)
Inhalt: Mahnung und Urteil in Versform.
Veröffentlichung gem. § 5 UrhG
Tatbestand und Entscheidungsgründe
Maklerlohn begehrt der Kläger
mit der Begründung, dass nach reger
Tätigkeit er dem Beklagten
Räume nachgewiesen, die behagten.
Nach Abschluss eines Mietvertrages
habe er seine Rechnung eines Tages
dem Beklagten übersandt;
der habe darauf nichts eingewandt.
Bezahlt jedoch habe der Beklagte nicht.
Deshalb habe er an ihn ein Schreiben gericht'.
Darin heißt es unter anderem wörtlich
(und das ist für die Entscheidung erheblich):
"Das Mahnen, Herr, ist eine schwere Kunst!
Sie werden's oft am eigenen Leib verspüren.
Man will das Geld, doch will man auch die Gunst
des werten Kunden nicht verlieren.
Allein der Stand der Kasse zwingt uns doch,
ein kurz' Gesuch bei Ihnen einzureichen:
Sie möchten uns, wenn möglich heute noch,
die unten aufgeführte Schuld begleichen."
Da der Beklagte nicht zur Sitzung erschien,
wurde auf Antrag des Klägers gegen ihn
dieses Versäumnisurteil erlassen.
Fraglich war nur, wie der Tenor zu fassen.
Der Zinsen wegen! Ist zum Eintritt des Verzug'
der Wortlaut obigen Schreibens deutlich genug?
Oder kommt eine Mahnung nicht in Betracht,
wenn ein Gläubiger den Anspruch in Versen geltend macht?
Die Kammer jedenfalls stört sich nicht dran
und meint, nicht auf die Form, den Inhalt kommt's an.
Eine Mahnung bedarf nach ständiger Rechtsprechung
weder bestimmter Androhung noch Fristsetzung.
Doch muss der Gläubiger dem Schuldner sagen,
das Ausbleiben der Leistung werde Folgen haben (Fn. 1).
Das geschah hier! Trotz vordergründiger Heiterkeit
fehlt dem Schreiben nicht die nötige Ernstlichkeit.
Denn der Beklagte konnte dem Schreiben entnehmen,
er müsse sich endlich zur Zahlung bequemen,
der Kläger sei - nach so langer Zeit -
zu weiterem Warten nicht mehr bereit.
Folglich kann der Kläger Zinsen verlangen,
die mit dem Zugang des Briefs zu laufen anfangen.
Der Zinsausspruch im Tenor ist also richtig.
Dies darzulegen erschien der Kammer wichtig.
Wegen der Entscheidung über die Zinsen
wird auf §§ 284, 286, 288 BGB verwiesen.
Vollstreckbarkeit, Kosten beruhen auf ZPO -
Paragraphen 91, 708 Nummer Zwo.
mentecaptus
12.08.09, 23:19
Dummes Zeug kann man viel reden
Kann es auch schreiben.
Wird weder Leib noch Seele töten.
Es wird alles beim Alten bleiben.
Dummes aber vors Auge gestellt
Hat ein magisches Recht.
Weil es die Sinne gefesselt hält,
bleibt der Geist ein Knecht.
Johann Wolfgang von Goethe
mentecaptus
12.08.09, 23:21
Murphy's Gesetze
01. Wenn etwas schiefgehen kann, dann wird es auch schiefgehen.
02. Das, was Du suchst, findest Du immer an dem Platz, an dem Du zuletzt nachschaust.
03. Egal, wie lange und mühselig man versucht, einen Gegenstand zu kaufen, wird er, nachdem man ihn endlich gekauft hat, irgendwo billiger verkauft werden.
04. Die andere Schlange kommt stets schneller voran.
05. Um ein Darlehen zu bekommen, muß man erst beweisen, daß man keines braucht.
06. Alles, was Du in Ordnung zu bringen versuchst, wird länger dauern und Dich mehr kosten, als Du dachtest.
07. Wenn man lange genug an einem Ding herumpfuscht, wird es brechen.
08. Wenn es klemmt - wende Gewalt an. Wenn es kaputt geht, hätte es sowieso erneuert werden müssen.
09. Maschinen, die versagt haben, funktionieren einwandfrei, wenn der Kundendienst ankommt.
10. Konstruiere ein System, das selbst ein Irrer anwenden kann, und so wird es auch nur ein Irrer anwenden wollen.
11. Jeder hat ein System, reich zu werden, das nicht funktioniert.
12. In einer Hierarchie versucht jeder Untergebene seine Stufe der Unfähigkeit zu erreichen.
13. Man hat niemals Zeit, es richtig zu machen, aber immer Zeit, es noch einmal zu machen.
14. Sind Sie im Zweifel, murmeln Sie. Sind Sie in Schwierigkeiten, delegieren Sie.
15. Alles Gute im Leben ist entweder ungesetzlich, unmoralisch, oder es macht dick.
16. Murphys goldene Regel: Wer zahlt, schafft an.
17. Die Natur ergreift immer die Partei des versteckten Fehlers.
18. Eine Smith und Wesson übertrumpft vier Asse.
19. Hast Du Zweifel, laß es überzeugend klingen.
20. Diskutiere nie mit einem Irren - die Leute könnten den Unterschied nicht feststellen.
21. Freunde kommen und gehen, aber Feinde sammeln sich an.
22. Schönheit ist nur oberflächlich, aber Häßlichkeit geht durch und durch.
23. Um etwas sauberzumachen, muß etwas anderes dreckig werden. (Aber Du kannst alles dreckig machen, ohne etwas sauber zu bekommen.)
24. Jedes technische Problem kann mit genügend Zeit und Geld gelöst werden. (Du bekommst nie genug Zeit und Geld.)
25. Wenn Baumeister Gebäude bauten, so wie Programmierer Programme machen, dann würde der erste Specht, der vorbeikommt, die Zivilisation zerstören.
26. Ein Computerprogramm tut, was Du schreibst, nicht was Du willst.
27. Irren ist menschlich - um die Lage wirklich ekelhaft zu machen, benötigt man schon einen Computer.
28. Murphys Gesetz wurde nicht von Murphy selbst formuliert, sondern von einem Mann gleichen Namens.
mentecaptus
12.08.09, 23:21
Können Sie lesen?
Afugrgrnud enier Stidue an der elingshcen Cmabrdige Unvirestiät ist es eagl, in wlehcer Rienhnelfoge die Bcuhtsbaen in eniem Wort sethen, das enizg wcihitge dbaei ist, dsas der estre und lzete Bcuhtsbae am rcihgiten Paltz snid. Der Rset knan ttolaer Bölsdinn sein, und man knan es torztedm onhe Porbelme lseen.
Das ghet dseahlb, weil das mneschilche Geihrn nicht jdeen Bchustbaen liset, sodnern das Wrot als Gnaezs.
mentecaptus
12.08.09, 23:22
Politiker
So viel, dass es kein Wähler schätzt,
wird von Politikern geschwätzt.
Doch frag', statt dich nur aufzuregen,
dich selbst: Was tust denn du dagegen?
Nichts - als von Zeit zu Zeit zu wählen?
Dann darf dich auch kein Ärger quälen,
und Schimpfen wäre ohne Sinn.
Nimm das Geschwätz ergeben hin,
du solltest bei der Einsicht enden,
die Stunden besser zu verwenden.
Wenn Politik die Stimmung schwächt,
hast du zur Aufregung kein Recht -
denn selber bist du ja gerade
dir als Politiker zu schade!
(Karl-Heinz Söhler)
mentecaptus
12.08.09, 23:23
Der Menschenzunft fehlt die Vernunft
Wie jeder weiß, der Menschenzunft
fehlt überwiegend die Vernunft.
Nun ist Vernunft mit Recht gewitzt
und dient nur dem, der sie besitzt.
Wer keine hat, kann sie nicht leihen
und soll dann ohne sie gedeihen.
So muss, wer daran reich ist, eben
mit einer Menge Armer leben.
(Karl-Heinz Söhler)
mentecaptus
12.08.09, 23:23
Leihgabe
Was man zuwenig oft bedenkt,
das Leben ist uns nicht geschenkt,
gehört uns nicht, ist nur geliehen,
und ob es gut, ob schlecht gediehen,
am Ende steht der Zwangsfall eben,
es wie benutzt zurück zu geben.
Drum sollten wir behutsam sehen,
nicht töricht damit umzugehen.
(Karl-Heinz Söhler)
Keine Zeit mehr
Aus dem Blütenkranz auf meinem Hut
fall`n die weißen Blätter der Jahre,
fallen auch die schwarzen Blätter der Wut,
mischen sich in meine Haare.
Seltener verlässt mein Herz den Mund,
zögernd strecken sich die Hände
in den Straßenstaub für einen Fund,
langsam lieb ich meine Wände.
Und ich habe keine Zeit mehr
im Spalier herum zu stehn,
und im Refrain ein bisschen mit zu singen,
und all den Bescheidwissern hinterher zu gehn,
und jeden Tag nach meiner Wurst zu springen.
Und ich habe keine Zeit mehr,
ich stell mich nicht mehr an
in den langen Warteschlangen,
wo man sich verkaufen kann.
Und ich habe keine Zeit mehr,
ich nehm` den Handschuh auf,
ich laufe um mein leben
und gegen den Lebenslauf.
Und ich habe keine Zeit mehr
Räuber und Gendarm zu spielen,
den Ämtern meine Treue hin zu tragen,
und rauchende Motoren mit meinem Blut zu kühl`n,
und noch mal eine Liebe auszuschlagen.
Gerhard Gundermann
Die Frauen
Die durchs Exil uns trugen,
die Frauen, uns verbunden,
die törichten und klugen
haben den Weg gefunden.
Der ging über Berge und Meere
im endlosen Trott und mit Hast.
Und der Mann war oft eine schwere,
undankbare Last.
Ihn schulternd, Leib und Seele,
fanden sie keine Ruh,
den fremden Staub in der Kehle
und die eigenen Tränen dazu.
Das Geld war aufzuspüren,
wo es sich listig verbarg.
Und Wirtschaft war zu führen,
enger als ein Sarg.
Und Kinder zu gebären,
von Wehen heimgesucht,
als ob wir zuhause wären
auf der ziellosen Flucht.
Nester zu baun und zu räumen,
wie es dem Zufall gefällt.
Und von der Zukunft zu träumen
in zerfallender Welt.
Berthold Viertel
Herr Bratbäcker
12.08.09, 23:59
Ich liebte ein Mädchen in Spandau,
von der war immer der Mann blau.
Der Panther - Rilke
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.
Herr Bratbäcker
13.08.09, 09:26
Ich liebte ein Mädchen in Tegel,
die hatte Ohren wie Segel.
Oben am Bergl do sitz a Soidot
der hoids si an oba und schmiarts sis aufs Brot.
Da Pforra vo Gmundn hods brunzn erfundn
oft homs erm recht gschreckt
do hod'as scheißn entdeckt.
„Die Pole habbe heute Nacht
Auf unser Land den Kriesch gebracht
Doch jetzt is Schluß mit dene Bosse
Seit 5 Uhrrrr wird zurückgeschosse
*tusch*
Und was ich dann noch saache wollte
Bomb wird mit Bombe jetzt vergolte
In Pole wird jetzt einmarschiert
Und Warschau komplett ausradiert
*tusch*
Des läuft ganz gut, zu unserm Glück
Die Russe kriege aach a Schtück
Von unserm schöne Nachbarland
Des mir ganz fix hamm überrannt
*tusch*
Während die Welt noch ganz entsetzt
Wird Dänemark mal kurz besetzt
Dann lasse mir die Korke knalle
Und tun Norwegen überfalle
*tusch*
Der Churchill werd ganz schön dumm gucke
Wenn wir dem in die Nordsee schpucke
Und weil der noch dumm guckt und stiert
Wird Holland von uns kurz kassiert
*tusch*
Und weil wir grad so gut im Tritt
Da nemme mir gleich Belgien mit
Der Franzmann, der zur Hilfe eilt
Wird von uns dann eingekeilt
Weil unser Wehrmacht schnell marschiert
Wird bei Dünkirchen evakwiert
Der Franzmann flücht, der Tommy rennt
Mir ham gewonne – Frankreich brennt
*tusch*
Die Tommies, ängstlich, ahne´s schon
Rechne mit unsrer Invasion
Der Blitz jetzt über London tobt
Doch unser Luftwaff, hochgelobt
Mit Heinkel und mit Messerschmitt
Mit Focke-Wulff und annerm Schitt
Bleibt leider nicht sehr lange obe
Die Invasion wird halt verschobe
*tusch*
Der Mussolini unterdosse
Ist ziemlich sauer und verdrosse
Weil er unter Frankreichs Sonne
Nicht mal en Parkplatz hat gewonne
Marschiert kurz ein in Griechenland
Und kriegt da bös eins auf die Hand
*tusch*
Drum dürfe wir uns nit lang schone
Und schicke Panzerdivisione
Was Mussolini hat gewollt
Wird jetzt von uns kurz überrollt
Im Handumdrehen ists geschehn
Deutsche Panzer in Athen
*tusch*
Doch wer jetzt glaubt, des wärs gewese
Hat sein Geschichtsbuch nicht gelese
Mir springe über Kreta ab
Fast direkt ins Massengrab
Mache ´ne neue Front dann klar
Mit Panzers in Nordafrika
Wir habbe´s wirklich weit gebracht
Im Meer tobt die Atlantikschlacht
*tusch*
Doch, Leute, ich hab einen Traum
Wir brauche noch mehr Lebensraum
Im Westen geht’s nicht, des weiß jedes Kind
Weil da schon die Franzose sind
Im Süden Italiener schon
Bleibt nur noch die Sowjetunion
*tusch*
„Barbarossa“ wird genannt
Unser Marsch ins Russenland
Das läuft am Anfang ziemlich gut
Im Regen und in Sonnenglut
Sind wir ständig am gewinne
Die Iwans wie die Hase renne
Und so flux als wie der Wind
Wir bis kurz vor Moskau sind
*tusch*
Doch was ist das? Wir mache plötzlich halt
Und außerdem wird’s schweinekalt
Es friert die Nase, friern die Ohrn
See und Fluß sind zugefror´n
Ja, wir hamm total verpennt
Daß es mal Winter werde könnt
Des is jetzt blöd und nicht zum lache
Unser Leut hamm nur Sommersache
Vorbei ists mit dem schöne Marsch
Der Landser friert sich ab den Arsch
*tusch*
Dies´ Jahr wird’s nix mehr mit dem Siege
Und weiter geht’s halt mit dem Kriege
Gut „Moskau“ könne wir jetzt knicke
Weil Panzer wir nach Süden schicke
Die leider nicht mit Wasser laufe
Und unheimlich viel Sprit versaufe
Wo ganz viel Öl im Boden liegt
Was wichtig für den Endesieg
*tusch*
Weil die weit weg sind, isses klar
Zieht sich das aufs ganze Jahr
Bis zum Dezember, wo wir sehn
Daß wir bei Stalingrade stehn
Also lautet die Devise
„Die Stadt erobern“, doch der fiese
Iwan sieht das gar nicht ein
Und kesselt unsre Truppen ein
*tusch*
Es friert der Boden, friert der Landser
Es friert der Sprit in jedem Panzer
Es fehlt an Esse, Munition
Es kommt wies muss, Sie ahne´s schon
Alles hebt die Hände hoch
Und kriecht aus seinem Schützenloch
Mit beideitig erfror´ne Ohrn
Und deshalb geht die Schlacht verlorn
*tusch*
Ein jeder rennt, ein jeder flücht
Bis dann die Front zusammenbricht
Und käner hat mehr richtig Lust
Im Generalstab da herrscht Frust
Die Schlacht um Kursk geht ach danebe
Und kost en Haufe Leut des Lebe
Doch weil alles nach Oste schaut
Im Süden sich was ´zammebraut
*tusch*
In Afrika, im Sonnenschein
Da knallt es bei El Alamein
Des gleiche Spiel, nur sandverweht
Der Rückzug bis nach Tunis geht
Wo endlich dann, zum böse Schluß
Der Rest kapitulieren muß
Und was nicht zeitig evakwiert
Wird von den Amis da kassiert
*tusch*
Ja klasse, des „großdeutsche Reich“
Wird immer kleiner, denn dann gleich
Lande die Amis mit ganz vielien
Soldaten auf dem Land Sizilien
Des einst für unsre Wehremacht
Als Urlaubsparadies gedacht
Da wird nix draus, man ahnt es schom
Die Flucht stoppt erst ganz kurz vor Rom
*tusch*
Was dann kommt sah man noch nie
Die Landung in der Normandie
Was ich einst plante, ach zu dumm
Mache die annern annerstrum
Kommen mit allem, was sie haben
Und heben aus, was eingegraben
Gut, wir habens halt versucht
Was bleibt, ist wieder mal die Flucht
*tusch*
Meister Grimbart
13.08.09, 17:05
Ob der Koran von Ewigkeit ...
Johann Wolfgang von Goethe
PS: Er war Moslem. :-)
Nö, Goethe war evangelisch, er sagte:
„Je tüchtiger wir Protestanten in edler Entwicklung voranschreiten, desto schneller werden die Katholiken folgen. Sobald sie sich von der immer weiter um sich greifenden Aufklärung der Zeit ergriffen fühlen, müssen sie nach, sie mögen sich stellen wie sie wollen, und es wird dahin kommen, daß endlich alles nur eins ist.“
Polytheist und Pantheist war er auch:
„Uebrigens bin ich weit entfernt zu glauben, daß ich Gott erkenne wie er ist; ich wiederhole: wir können nur annähernde Ahnungen haben. Ich habe in den verschiedenen Zeiten meines Lebens stets an Gott geglaubt, aber mir doch sehr verschiedene Bilder von ihm gemacht, je nach den Einflüssen, unter denen ich stand. Und unser Gottesbild gestaltet sich auch nach unseren jeweiligen Bedürfnissen. Ich für mich kann bei den mannigfaltigen Richtungen meines Wesens nicht an einer Denkweise genug haben; als Dichter und Künstler bin ich Polytheist, Pantheist hingegen als Naturforscher, und eins so entschieden wie das andere. Bedarf ich eines Gottes für meine Persönlichkeit als sittlicher Mensch, so ist auch dafür schon gesorgt. Die himmlischen und irdischen Dinge sind ein so weites Reich, daß die Organe aller Wesen zusammen es nur erfassen mögen. Die Hauptsache ist, daß wir uns unsrer Kleinheit und Kurzsichtigkeit der Gottheit gegenüber demütig bewußt bleiben.“
http://tinyurl.com/pkw5lm
:banana::banana::banana:
Herr Bratbäcker
13.08.09, 18:34
Nö, Goethe war evangelisch, er sagte:
Goethe war ein angepasster großbürgerlicher Spießer. Er hätte gut in die BRD gepasst.
Meister Grimbart
14.08.09, 09:58
Goethe war ein angepasster großbürgerlicher Spießer. Er hätte gut in die BRD gepasst.
Sozialneid, du Vogel?
Sozialneid, du Vogel?
Bei dem zwitscherts.
Meister Grimbart
14.08.09, 10:10
Bei dem zwitscherts.
ja, ganz schön kräftig! :grin:
Meister Grimbart
14.08.09, 10:11
Mein Lieblingsgedicht aus meiner Kampfzeit:
Der Revoluzzer
(Der deutschen Sozialdemokratie gewidmet)
War einmal ein Revoluzzer,
im Zivilstand Lampenputzer;
ging im Revoluzzerschritt
mit den Revoluzzern mit.
Und er schrie: "Ich revolüzze!"
Und die Revoluzzermütze
schob er auf das linke Ohr,
kam sich höchst gefährlich vor.
Doch die Revoluzzer schritten
mitten in der Straßen Mitten,
wo er sonsten unverdrutzt
alle Gaslaternen putzt.
Sie vom Boden zu entfernen,
rupfte man die Gaslaternen
aus dem Straßenpflaster aus,
zwecks des Barrikadenbaus.
Aber unser Revoluzzer
schrie: "Ich bin der Lampenputzer
dieses guten Leuchtelichts.
Bitte, bitte, tut ihm nichts!
Wenn wir ihn' das Licht ausdrehen,
kann kein Bürger nichts mehr sehen.
Laßt die Lampen stehn, ich bitt! *
Denn sonst spiel ich nicht mehr mit!"
Doch die Revoluzzer lachten,
und die Gaslaternen krachten,
und der Lampenputzer schlich
fort und weinte bitterlich.
Dann ist er zu Haus geblieben
und hat dort ein Buch geschrieben:
nämlich, wie man revoluzzt
und dabei doch Lampen putzt.
(Erich Mühsam)
Karl Dönitz
14.08.09, 10:25
Was Österreichisches :)
Da Pforra vom Freistift hot an Schwonz wir a Bleistift,
und sei Kechin die Hur hot in Spitzer dazua
Da Pforra von Steyer hot gläserne Eier,
und wonn erm die brechan dann nimmt er die blechan
Die Sorte von Menschen macht mich gleich benommen
Das sind die superklugen Dummen.
Da hilft nur das: Sie schweigend zu ertragen
Oder sie einfach niederzuschlagen.
Heinrich Seidel 1842 - 1906
„Die Pole habbe heute Nacht
...*tusch*
... und von wem stammt der Schmarrn?
Wenn Eigenkomposition, vermutlich poetische Ader geplatzt!:out:
Grabinschrift eines Geizigen
Hier liegt in seiner Ruhestatt
ein Mann von listigem Geschlechte,
der sich zu Tod gehungert hat,
damit er nicht verarmen möchte.
Carl Friedrich Drollinger 1688 - 1742
Und hier noch'n Gedicht eines linken Dichters, den ich sehr mag:
Der Gottesgnadenhecht
Dem Hecht
ging's einmal schlecht:
Er hing in der Reuse
in sicherm Gehäuse.
Da gab's nichts zu prassen und nichts zu schlarpfen,
weder Brassen noch Karpfen.
Die junge Karpfenbrut
fand das gerecht und gut;
denn nun hätte sie endlich Ruh und Genuß
in ihrem Loche,
und das wäre der Schluß
der feudalen Epoche.
Aber die Ältern
befreiten den Hecht aus seinen Behältern.
Sie sagten: Wir hängen am Alten.
Die eherne Tradition wird heiliggehalten!
Jedem Karpfengeschlecht
gab Gott seinen Hecht.
Sein Privileg ist göttliches Recht.
Der Hecht, die Situation ausnutzend,
fraß von den jüngeren Volksgenossen
sogleich ein gehäuftes Dutzend
nebst Flunsch und Flossen.
Die Alten wedelten mit dem Schwanz
und sangen: Heil dir im Siegerkranz!
Erich Weinert 1890 - 1953
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