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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Integrationsproblematik: ein Brainstorming


Duc de Blangis
11.08.09, 11:21
Tja. Wenn ich an sie denke, kann ich nur den Kopf schütteln. Seit oft und zumeist schon mehreren Generationen leben sie in einem Land, in dem Milch und Honig nicht fließen, einem Land, das nicht gelobt ist, schon gar nicht von ihnen, vor Unkultiviertheit nur so strotzt und ihnen traditionell immer zu klein ist und war. Ein Gutteil von ihnen kam aus dem Osten, der sich schließlich und nachweislich zum Westen wandelte (was praktisch war, denn auf diese Weise musste man zumeist noch nicht einmal wandern), aber aus ihrer Sicht heraus handelte es sich ohnehin seit Menschensgedenken um das Land der Mitte, in welchem man bis vor einiger Zeit einen perfekten Brutkasten besaß für Menschen mit Haut und Haar, hellgelb wie der Schnee hinter bayrischen Skihütten, in welchen die Reste deutscher Kultur verschanzt ihrem sicheren Ende harren. Die sich heute, so weiß man, nicht mehr oft und gewinnträchtig genug reiten, obwohl sie nachweislich einen demographischen Vermehrungskrieg zu gewinnen haben und die erste Schlacht beinah' verloren ist. Diese Nationalen und Vaterlandstreuen - von ihnen ist hier die Rede (nein, nicht von ihnen, wobei sie durchaus Reden halten können, aber bewegt hat letztendlich ein Gastredner - nicht der Rede wert, den haben wir gerne verschickt!) - sind voll der Kritik für dieses Land und haben hohe Ansprüche an sie, jene Bundesrepublik Deutschland, die sie aufgenommen hat oder ihnen als Urdeutschen ohnehin allein gehört. Ein Randprodukt der Gesellschaft, das weiß, was es von ihr zu erwarten hat. Es setzt sich des öfteren vor sie (die nicht weiß, was sie will, was aber kein Problem darstellt: wir sagen es ihr ja!) und spricht es ihr ins Gesicht: sie hat zuviel Spaß (Hedonisten, die uns durch geteiltes Leid doch so sehr helfen könnten. Sie leiden sie ja auch in ihrem Spaß, sie wissen es nur noch nicht), ist zu tolerant (wir verlangen ja auch nur einen winzigkleinen Toleranztransfer: nehmet und gebet!) und ganz und gar nicht kultiviert. Das beeindruckt die Unkultivierten nicht. Aber was will man machen, wenn Nationale, diese Kulturmenschen, die keine Gelegenheit auslassen, sich in Oper, Theater und Konzerthaus besichtigen zu lassen, was will man machen, wenn diese Riege an Kultureliten zu den einfachen Leuten des Volkes spricht, zu der es sich selbst zugehörig wähnt? Wohin soll das führen, wenn man nicht selbst führt? Ein Integrationsproblem mit Handlungsbedarf. Zu dem ihr, liebe Foristen, nicht gerade viel beiträgt, wenn ihr die Volksseele, diese viel und leidgeprüfte Instanz letzter Gerechtigkeit, die schon viel Schmerz ertragen musste (und naturgemäß am Kochen ist), wenn ihr nun also die Volksseele immer wieder auf's Neue peinigt und ihren Besitzern so die Chance zur Integration in die Gesellschaft verwehrt!

Deshalb: Welche Möglichkeiten seht ihr, Nationale in unsere Gesellschaft zu integrieren?

ThiloS
12.08.09, 12:07
Deshalb: Welche Möglichkeiten seht ihr, Nationale in unsere Gesellschaft zu integrieren?

Nun, Duc de Blangis, Rassismus, der sich gerne als "Nationalstolz" verbrämt, ist im Grunde die Ursache fehlenden Selbstbewusstsein.

Der Protagonist hat keinen Grund, auf irgendeine Tat oder Handlung in seinem Leben stolz zu sein, weil er in der Regel auch noch nichts geschaffen hat oder nicht in der Lage ist, etwas zu schaffen. Er ist eher destruktiv veranlagt und neidet anderen Menschen deren Leistung.

Um ein solches Selbstbewusstsein aufzubauen müsste man also dem Protagonisten Gelegenheit geben, einer geregelten Arbeit nachzugehen, bei der er gleichzeitig seine Destruktivität ausleben kann. Therapeuthisches Steineklopfen oder therapeuthische Altbausanierung könnten ein guter Weg sein, einem Nationalen mehr Selbstbewusstsein zu geben und ihn somit wieder in die Gesellschaft zu reintegrieren.