Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was für eine Funktion hatte Konrad Morgen?
Wir Deutschen lernen immer wieder, daß alle Juden im 3.Reich rechtlos waren und man sie straflos töten konnte. So wird es uns erzählt, von allen Systemhistorikern, in allen Medien, in jeder 2.Politikerrede, 24 Stunden am Tag, 356 Tage im Jahr, in Schaltjahren 366 Tage.
Nun hatte die SS aber ein eigenes Gericht, was Vergehen und Verbrechen gegen jüdische Gefangene verurteilte.
Leiter der Untersuchungskommissionen war der SS-Richter Konrad Morgen.
Selbst das linksextremistische Wikiblödia gibt zu, daß einige SS-Kommandanten wegen Mordes an Gefangenen verurteilt wurden:
Morgens Tätigkeit als SS-Richter
Nach Morgens eigenen Angaben autorisierte Himmler ihn, von ihm begonnene Untersuchungen im KZ Buchenwald fortzuführen. Dies führte zu Anklagen gegen den Lagerkommandanten Karl Koch, seine Frau Ilse und Mittäter wie Martin Sommer wegen Korruption, Mordes und Körperverletzung mit tödlichem Ausgang. Koch wurde wegen Mordes zweimal zum Tode verurteilt und kurz vor Kriegsende hingerichtet. Konrad Morgen verurteilte einen weiteren Beteiligten, Waldemar Hoven, zum Tode. Das Urteil wurde jedoch nicht vollstreckt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_Morgen#Morgens_T.C3.A4tigkeit_als_SS-Richter
Ein anderer SS-Richter, Dr. Reinecke, gab während des Nürnberger Prozesses zu Protokoll:
In allen KZ befanden sich sogenannte Gerichtsoffiziere als Überwachungsorgane. Diese Gerichtsoffiziere, die Instrumente des jeweiligen Gerichtsherrn waren, hatten die Aufgabe, bei irgendwelchen vorgekommenen Verbrechen sogenannte Tatberichte anzufertigen und die Tatberichte den Gerichten zwecks Verfolgung der strafbaren Handlungen zu übergeben.
Der Richter Dr. Konrad Morgen, von Himmler zum 'Untersuchungsführer beim Reichskriminalamt in Berlin zur Feststellung von Unregelmäßigkeiten in KZ' ernannt.
Morgen sagte vor Gericht, daß ihm von Himmler volle Handlungsfreiheit gegeben worden war, jedes Konzentrationslager zu betreten und zu untersuchen. Es wurden 800 Fälle untersucht, aus denen 200 Verurteilungen resultierten. Einige Fälle waren bei Kriegsende noch anhängig. Bestrafungen schlossen für die schlimmsten Vergehen die Todesstrafe ein, wie für Hermann Florstedt, Kommandant von Lublin (Majdanek) und Karl Koch, Ilse's Ehemann, Kommandant von Buchenwald.
(Zitat aus revisionismo.)
Interessant, oder? :hang:
Das paßt irgendwie nicht ins orthodoxe Bild vom Holocaust.
Erklärungsversuche?
Natürlich glaube ich trotzdem an den Holocaust. :)
K.-H. Hirmer
17.01.10, 18:32
Erklärungsversuche?
Für was?
Dass Himmler gegen Korruption in der SS vorgehen ließ, ist bekannt. Das Eigentum, dass man den verschleppten und ermordeten Menschen abnahm, sollte schließlich "dem Reich" zugute kommen und nicht diebischen SS-Leuten.
Kalter Kaffee, Dein Beitrag!
Freibeuter
17.01.10, 18:37
]Für was?[/U]
Dass Himmler gegen Korruption in der SS vorgehen ließ, ist bekannt. Das Eigentum, dass man den verschleppten und ermordeten Menschen abnahm, sollte schließlich "dem Reich" zugute kommen und nicht diebischen SS-Leuten.
Kalter Kaffee, Dein Beitrag!
Für was kann ich dir sagen, 99,9 % der SS-Männer waren anständige Leute , heute wird nur Lüge über die Elite verbreitet.
Wir Deutschen lernen immer wieder, daß alle Juden im 3.Reich rechtlos waren und man sie straflos töten konnte. So wird es uns erzählt, von allen Systemhistorikern, in allen Medien, in jeder 2.Politikerrede, 24 Stunden am Tag, 356 Tage im Jahr, in Schaltjahren 366 Tage.
Nun hatte die SS aber ein eigenes Gericht, was Vergehen und Verbrechen gegen jüdische Gefangene verurteilte.
Leiter der Untersuchungskommissionen war der SS-Richter Konrad Morgen.
Selbst das linksextremistische Wikiblödia gibt zu, daß einige SS-Kommandanten wegen Mordes an Gefangenen verurteilt wurden:
Morgens Tätigkeit als SS-Richter
Nach Morgens eigenen Angaben autorisierte Himmler ihn, von ihm begonnene Untersuchungen im KZ Buchenwald fortzuführen. Dies führte zu Anklagen gegen den Lagerkommandanten Karl Koch, seine Frau Ilse und Mittäter wie Martin Sommer wegen Korruption, Mordes und Körperverletzung mit tödlichem Ausgang. Koch wurde wegen Mordes zweimal zum Tode verurteilt und kurz vor Kriegsende hingerichtet. Konrad Morgen verurteilte einen weiteren Beteiligten, Waldemar Hoven, zum Tode. Das Urteil wurde jedoch nicht vollstreckt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_Morgen#Morgens_T.C3.A4tigkeit_als_SS-Richter
Ein anderer SS-Richter, Dr. Reinecke, gab während des Nürnberger Prozesses zu Protokoll:
In allen KZ befanden sich sogenannte Gerichtsoffiziere als Überwachungsorgane. Diese Gerichtsoffiziere, die Instrumente des jeweiligen Gerichtsherrn waren, hatten die Aufgabe, bei irgendwelchen vorgekommenen Verbrechen sogenannte Tatberichte anzufertigen und die Tatberichte den Gerichten zwecks Verfolgung der strafbaren Handlungen zu übergeben.
Der Richter Dr. Konrad Morgen, von Himmler zum 'Untersuchungsführer beim Reichskriminalamt in Berlin zur Feststellung von Unregelmäßigkeiten in KZ' ernannt.
Morgen sagte vor Gericht, daß ihm von Himmler volle Handlungsfreiheit gegeben worden war, jedes Konzentrationslager zu betreten und zu untersuchen. Es wurden 800 Fälle untersucht, aus denen 200 Verurteilungen resultierten. Einige Fälle waren bei Kriegsende noch anhängig. Bestrafungen schlossen für die schlimmsten Vergehen die Todesstrafe ein, wie für Hermann Florstedt, Kommandant von Lublin (Majdanek) und Karl Koch, Ilse's Ehemann, Kommandant von Buchenwald.
(Zitat aus revisionismo.)
Interessant, oder? :hang:
Das paßt irgendwie nicht ins orthodoxe Bild vom Holocaust.
Erklärungsversuche?
Natürlich glaube ich trotzdem an den Holocaust. :)
Morgen ist übrigens ein höchst interessanter Fall für die Unglaubwürdigkeit der Zeugen und das ganze Verfahren. In Nürnberg verlegte er noch die Gaskammern Auschwitz komplett ins Außenlager Monowitz, was allen anderen widersprach. Er kannte nämlich die "offizielle Version" noch nicht. Im Frankfurter Prozess hatte er sich dann angepaßt und sagte plötzlich das, was alle behaupteten. Diese krassen Widersprüche störten offensichtlich keinen Richter und noch weniger einen Berichterstatter.
Morgen starb erst in den 80er Jahren und es ist sehr schade, daß er später nicht mehr von unabhängiger Seite nach der tatsächlichen Wahrheit und seinen früheren Aussagen befragt wurde.
Peinlich ist übrigens auch, wie Lügipedia es schafft, sich hinsichtlich des Aufgabenbereichs des Konrad Morgen innerhalb von nur wenigen Sätzen komplett selbst zu widersprechen.
Erst wird behauptet:
...(er) wurde daher ein „Spezialist für Konzentrationslager-Verbrechen“, so eine Selbsteinschätzung (wobei unter „Konzentrationslager-Verbrechen“ nichts anderes als Wirtschaftskriminalität im Zusammenhang mit dem konfiszierten Eigentum der KZ-Häftlinge verstanden wurde und nicht etwa die institutionalisierten Verbrechen gegen die Menschlichkeit).
und schon im nächsten Absatz steht dann wörtlich dieses:
.. Dies führte zu Anklagen gegen den Lagerkommandanten Karl Koch, seine Frau Ilse und Mittäter wie Martin Sommer wegen Korruption, Mordes und Körperverletzung mit tödlichem Ausgang. Koch wurde wegen Mordes zweimal zum Tode verurteilt und kurz vor Kriegsende hingerichtet
Da wurde also auf Betreiben Morgens der Lagerkommandant wegen Mordes und Körperverletzung mit Todesfolge (also wahrscheinlich Häftlingsmißhandlung) von den Nazis verurteilt und hingerichtet (wie auch Blue Max schon beschrieb) und trotzdem will uns Wikipedia glauben machen, Morgen sei nur mit "Wirtschaftskriminalität" befasst gewesen?
Für wie blöd halten die eigentlich ihre Leser?
http://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_Morgen
K.-H. Hirmer
17.01.10, 19:29
Peinlich ist übrigens auch, wie Lügipedia es schafft, sich hinsichtlich des Aufgabenbereichs des Konrad Morgen innerhalb von nur wenigen Sätzen komplett selbst zu widersprechen.
Erst wird behauptet:
und schon im nächsten Absatz steht dann wörtlich dieses:
Da wurde also auf Betreiben Morgens der Lagerkommandant wegen Mordes und Körperverletzung mit Todesfolge (also wahrscheinlich Häftlingsmißhandlung) von den Nazis verurteilt und hingerichtet (wie auch Blue Max schon beschrieb) und trotzdem will uns Wikipedia glauben machen, Morgen sei nur mit "Wirtschaftskriminalität" befasst gewesen?
Wo siehst Du den Widerspruch?
Die Morde standen im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre um Koch. Es wurden Mitwisser beseitigt. Und das gegen die geltenden Regeln, nach denen in den KZ's Todesurteile gefällt und vollstreckt werden konnten.
Die SS sah sich nicht nur um Geld betrogen, sondern fand von den Betrügern auch Handlungen, die sich gegen den ausdrücklichen Willen der SS richteten.
Wo ist denn Dein Problem überhaupt?
Wo siehst Du den Widerspruch?
Die Morde standen im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre um Koch. Es wurden Mitwisser beseitigt. Und das gegen die geltenden Regeln, nach denen in den KZ's Todesurteile gefällt und vollstreckt werden konnten.
Die SS sah sich nicht nur um Geld betrogen, sondern fand von den Betrügern auch Handlungen, die sich gegen den ausdrücklichen Willen der SS richteten.
Wo ist denn Dein Problem überhaupt?
Das ist falsch, Hirmer. Es ging ausdrücklich um Häftlingsmißhandlung, Koch wurde wegen Körperveletzung mit Todesfolge bzw. Mord an 3 Häftlingen zum Tode verurteilt. Auf Morgens Betreiben übrigens noch 5 weitere KL-Kommandanten, denen Ähnliches vorgeworfen wurde, verurteilt.
Anklagepunkte waren übrigens immer Häftlingsmißhandlungen, unerlaubte Tötung, Mord. In keinem Fall persönliche Bereicherung an Häftlingseigentum. Diebstahl an konfisziertem Eigentum auf Kosten der SS, Korrruption oder ähnliches.
Es ging keineswegs um Korruption, das wurde später behauptet, weil der Eindruck vermieden werden sollte, die SS hätte Häftlingsmißhandlungen in ihren eigenen Reihen bestraft, was aber genau der Fall war.
Viel interessanter ist aber ein anderer Punkt: Morgens Falschaussage in Nürnberg. Dafür gibt es nur eine logische Erklärung: ihm war Strafnachlaß angeboten, wenn er die Geschichte, die Höß erzählte, mit seinen eigenen Aussagen untzerstützte. Leider haben die alliierten Verhörexperten ihm diese Geschichte nicht genau genug erzählt, so daß er die Gaskammern in seiner Unwissenheit einfach nach Monowitz verlegte.
Später dann, in Frankfurt, als er die offizielle Geschichte vollständig erfahren hatte, änderte er plötzlich seine Aussage grundlegend.
Hirmer, versuchs am besten morgen nochmal... heute wird das mit dir hier nichts mehr.
K.-H. Hirmer
17.01.10, 19:53
Es ging keineswegs um Korruption, das wurde später behauptet, weil der Eindruck vermieden werden sollte, die SS hätte Häftlingsmißhandlungen in ihren eigenen Reihen bestraft, was aber genau der Fall war.
Sagt wer?
Viel interessanter ist aber ein anderer Punkt: Morgens Falschaussage in Nürnberg. Dafür gibt es nur eine logische Erklärung: ihm war Strafnachlaß angeboten, wenn er die Geschichte, die Höß erzählte, mit seinen eigenen Aussagen untzerstützte. Leider haben die alliierten Verhörexperten ihm diese Geschichte nicht genau genug erzählt, so daß er die Gaskammern in seiner Unwissenheit einfach nach Monowitz verlegte.
Später dann, in Frankfurt, als er die offizielle Geschichte vollständig erfahren hatte, änderte er plötzlich seine Aussage grundlegend.
Ja ja, die revisionistische, zwingende Logik. :augenrollen:
Das ein Mann wie Morgan, der in den Vernichtungsprozess nicht involviert war, die betreffenden Tötungseinrichtungen mal örtlich falsch angibt, hat keine Bedeutung. Und widerlegt deswegen nichts.
Sagt wer?
Die schlichten Fakten, nämlich die Anklagepunkte. Es ging immer um Grausamkeiten gegen Häftlinge, nie um Korruption, nur in einem einzigen Fall wurde einem KL-Kommandant Trunkenheit und schlechter Lebenswandel vorgeworfen.
Ja ja, die revisionistische, zwingende Logik. :augenrollen:
Das ein Mann wie Morgan, der in den Vernichtungsprozess nicht involviert war, die betreffenden Tötungseinrichtungen mal örtlich falsch angibt, hat keine Bedeutung. Und widerlegt deswegen nichts.
Merkwürdig nur, daß er als angeblicher Augenzeuge die Vorgänge ganz genau beschreibt, und im Übrigen auch mit der Beschreibung des Außenlagers Monowitz überhaupt keine Schwierigkeiten hat. Nur hat das, was er beschreibt, schlicht nicht in Monowitz stattgefunden. Das paßt nun ganz und gar nicht zu Deiner simplen Erklärung, sich einfach mal mit der Ortsangabe zu irren.
K.-H. Hirmer
17.01.10, 20:01
Die schlichten Fakten, nämlich die Anklagepunkte. Es ging immer um Grausamkeiten gegen Häftlinge, nie um Korruption, nur in einem einzigen Fall wurde einem KL-Kommandant Trunkenheit und schlechter Lebenswandel vorgeworfen.
Belege das mal bitte.
Merkwürdig nur, daß er als angeblicher Augenzeuge die Vorgänge ganz genau beschreibt, und im Übrigen auch mit der Beschreibung des Außenlagers Monowitz überhaupt keine Schwierigkeiten hat. Nur hat das, was er beschreibt, schlicht nicht in Monowitz stattgefunden. Das paßt nun ganz und gar nicht zu Deiner simplen Erklärung, sich einfach mal mit der Ortsangabe zu irren.
Belege das mal bitte.
Ein gut behauptet ist halb bewiesen, zieht bei mir nicht.
Nana Hirmer... mit Belegen solltest du ganz leise sein :kurt:
K.-H. Hirmer
17.01.10, 21:53
Nana Hirmer... mit Belegen solltest du ganz leise sein :kurt:
Nö. Meine Sachen sind bisher immer belegt worden.
Ausnahme: Wenn jemand mal eben nur Arbeit machen will, aber selber nicht zeigen kann, was er behauptet hat.
Belege das mal bitte.
Karl Koch, Kommandant von Buchenwald und Lublin, wegen Mordes zweimal zum Tode verurteilt und hingerichtet. Hermann Florstedt, Kommandant von Lublin, wegen Mordes zum Tode verurteilt und hingerichtet. Hermann Hackmann, Schutzhaftlagerführer von Lublin, wegen Mordes zum Tode verurteilt, dann aber zu einer Strafeinheit versetzt. Hans Loritz, Kommandant von Sachsenhausen, Ermittlungen eingeleitet wegen des dringenden Tatverdachts unerlaubter Tötungen. Adam Grünewald, Kommandant von Herzogenbosch, wegen Mißhandlung von Häftlingen verurteilt und strafversetzt. Karl Künstler, Kommandant von Flossenbürg, wegen Trunkenheit und ausschweifenden Lebenswandels abgesetzt. Alex Piorkowski, Kommandant von Dachau, wegen Mordes angeklagt, aber nicht verurteilt. Ernst Grabner, Leiter der Politischen Abteilung von Auschwitz, wegen Mordes angeklagt, aber nicht verurteilt.
Gegen den Lagerkommandanten des KZ Auschwitz ermittelte er u.a. wegen eigenmächtiger Tötung von Häftlingen und brachte eine Zeugenaussage über dessen Beziehung zu einem weiblichen Häftling bei.
Aussage Elleonora Hodys, zugelassenes Dokument auf dem Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess Exhibit Nummer SS-4
Die Anklagepunkte waren nicht ein einziges Mal Korruption oder Diebstahl, Veruntreuung konfiszierten Eigentums o.ä. sondern ausschließlich Mißhandlung und "unerlaubte Tötung" von Häftlingen.
Belege das mal bitte.
Ein gut behauptet ist halb bewiesen, zieht bei mir nicht.
Morgens Aussagen werden wörtlich aus den Nürnberger Protokollen bei Stäglich ("Der Auschwitz Mythos") zitiert.
Du kannst Dir aber auch die gessmten Protokolle, soweit sie von den Alliierten freigegeben sind (die wichtigsten werden ja nach wie vor nicht freigegeben) aus dem Internet runterladen oder kaufen. Andernfalls kannst Du hier gar nicht mitreden.
Da ich sie habe, werde Dir die Stelle aber noch mal raussuchen und wörtlich zitieren.
K.-H. Hirmer
17.01.10, 22:53
Aussage Elleonora Hodys, zugelassenes Dokument auf dem Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess Exhibit Nummer SS-4
Tolle Quellenangabe! Und so nachprüfbar! :augenrollen:
Morgens Aussagen werden wörtlich aus den Nürnberger Protokollen bei Stäglich ("Der Auschwitz Mythos") zitiert.
Stäglich kenne ich. Habe ich gelesen.
Nur zur Klarstellung: Ich möchte nicht wissen, was Stäglich behauptet, was angeblich in Nürnberg gesagt wurde, sondern ich möchte wissen, was in Nürnberg gesagt wurde.
Da ich sie habe, werde Dir die Stelle aber noch mal raussuchen und wörtlich zitieren.
Das wäre lieb. Und wenn Du mir dazu eine nachprüfbare Quelle nennen könntest, wäre es ganz top.
Ich hab mal die Namen gegoogelt - in SÄMTLICHEN Fällen ging es entweder um Korruption (speziell bei Koch auch um die Beseitigung von Mitwissern) oder weil zu viel Details der Lagerführung nach aussen drangen und pro forma ermittelt werden musste!
K.-H. Hirmer
18.01.10, 00:35
Ich hab mal die Namen gegoogelt - in SÄMTLICHEN Fällen ging es entweder um Korruption (speziell bei Koch auch um die Beseitigung von Mitwissern) oder weil zu viel Details der Lagerführung nach aussen drangen und pro forma ermittelt werden musste!
Menno, komm' doch hier nicht immer mit so Zeugs wie Fakten an. :mad:
Wie sollen denn dann unsere "Freunde" nachweisen, dass es in den KZ's gegenüber den Häftlingen immer korrekt zuging und ihnen kein Haar gekrümmt wurde?
Nö. Meine Sachen sind bisher immer belegt worden.
Ausnahme: Wenn jemand mal eben nur Arbeit machen will, aber selber nicht zeigen kann, was er behauptet hat.
Ich habe es belegt, wenn du dann einfach davon läufst kann ich da auch nichts für :)
Tolle Quellenangabe! Und so nachprüfbar! :augenrollen:
Stäglich kenne ich. Habe ich gelesen.
Nur zur Klarstellung: Ich möchte nicht wissen, was Stäglich behauptet, was angeblich in Nürnberg gesagt wurde, sondern ich möchte wissen, was in Nürnberg gesagt wurde.
Das wäre lieb. Und wenn Du mir dazu eine nachprüfbare Quelle nennen könntest, wäre es ganz top.
Wörtlich sagt Morgen in Nürnberg u.a. Folgendes aus:
"Die Häftlinge, die abmarschierten in das Konzentrationslager, hatten keinen
Hinweis dafür, wohin die anderen Häftlinge verbracht wurden. Das
Vernichtungslager Monowitz lag weit von dem Konzentrationslager entfernt.
Es befand sich in einem weitläufigen Industriegelände und war als solches
nicht zu erkennen, und überall am Horizont standen Schornsteine und es
rauchte. Das Lager selbst war außen bewacht durch eine Spezialtruppe von
Männern aus dem Baltikum, Esten, Litauern und Ukrainern. Die ganze
technische Durchführung lag fast ausschließlich in den Händen der dazu
bestimmten Häftlinge selbst, die nur jeweils durch einen Unterführer bewacht wurden."
337 IMT XX, 550.
338 IMT XX, 551.
Abgesehen davon unterlaufen Morgen noch andere gravierende Fehler, die er hätte wissen müssen, wenn er wirklich Augenzeuge gewesen wäre.
Der Gefälligkeitscharakter von Morgens Aussage gegenüber dem Tribunal ist damit offensichtlich und der zweitwichtigste Zeuge (nach dem gefolterten Höß) wird damit völlig wertlos.
Bemerkenwert ist auch, daß das Tribunal Morgen zu keinerlei weiteren Einzelheiten befragt, worauf es in einem neutralen Verfahren aber natürlich genau angekommen wäre. Das Gericht war offensichtlich bemüht, Morgen nicht in noch weitere Widersprüche zu den Aussagen von Höß zu bewegen,weil dann Hößs Behauptungen vollends unglaubwürdig geworden wären (was sie übrigens heute zumindest bez. der Zahlenangaben unbestritten sowieso sind).
Ich habe Dir jetzt für beide Fakten, welche ich oben genannt habe,die Quellen genannt.
Es handelt sich, um es nochmal zu wiederholen, um folgende Fakten:
1.) Morgen hat in keinem einzigen Fall wegen Korruption ermittelt, sonndern stets wegen Mißhandlung bzw. Tötung (Mord) an Häftlingen (abgesehen von dem einen Fall wegen Trunkenheit). Das ist aus den Anklagepunkten klar ersichtlich. Versuche späterer Kommentatoren, eine Korruption oder Diebstahl auf Kosten der SS hineinzuinterpretieren, sind daher offensichtliche Lügen.
2.) Morgen beschhreibt das Außenlager Monowitz sehr detailliert und auch völlig richtig. Schon deswegen ist es völlig unglaubhaft, daß er sich "einfach mal in der Ortsangabe irrte". Vor allem auch, wenn man bedenkt, um welche Vorgänge es hier ging, nämlich den Mord an 4 Millionen Menschen, wie Höß noch aussagte (was aber bekanntlich heute von keiner Seite mehr behauptet wird,)
Ich habe die Quellen für beide Aussagen genau angegeben. Sie sind in den IMT Protokollen nachlesbar. Du kannst sie Dir beschaffen, käuflich oder möglicherweise im Internet. Es wäre an Dir, das auch zu tun, wenn Du ernsthaft diskutieren willst. Andernfalls darfst Du Dich auch gerne weiter lächerlich machen.
Die Tatsache, daß die SS versuchte Häftlingsmißhandlungen und Morde aufzudecken und zu bestrafen wird auch durch die Aussagen von SS Richter Reinicke in Nürnberg unterstützt:
Aussage von Dr. Reinicke gegenüber dem verteidigenden Rechtsanwalt Dr. Pelckmann:
REINECKE: Es handelt sich bei dieser Aussage »E. H.« um die Aussage des weiblichen Schutzhäftlings Eleanora Hodis aus Auschwitz, die sie im Spätherbst 1944 vor einem SS-Richter( Anmerkung von mir: gemeint ist Konrad Morgen) unter Eid gemacht hat. Eine Untersuchungskommission des Hauptamtes SS-Gericht, hat seinerzeit in Auschwitz gegen den Leiter der dortigen Polizeiabteilung, Grabner, und mehrere Beteiligte ein Verfahren wegen Mordes von Häftlingen durchgeführt und diese Personen wegen Mordes in 2000 Fällen angeklagt.
Es gab wie immer erhebliche Schwierigkeiten bei der Aufklärung des Sachverhalts. Der weibliche Schutzhäftling Eleanora Hodis erklärte sich bereit, die Untersuchungskommission des SS-Gerichts durch Aussagen zu unterstützen, falls die Richter ihr ihr Leben garantieren könnten. Diese Garantie wurde übernommen und es gelang, die Hodis aus Auschwitz herauszubringen und nach München zu überführen. In München hat sie zu diesem genannten Zeitpunkt diese grauenerregende Aussage gemacht, die die Grundlage eines Verfahrens gegen Höß und viele andere Beteiligte bilden sollte, ein [520] Verfahren, das aber wegen des Zusammenbruchs nicht mehr zum Abschluß gekommen ist.
http://www.zeno.org/Geschichte/M/Der+N%C3%BCrnberger+Proze%C3%9F/Hauptverhandlungen/Einhundertsiebenundneunzigster+Tag.+Mittwoch,+7.+A ugust+1946/Nachmittagssitzung
Auffallend ist, daß die wichtige Aussage der Elonore Hodis, die sie gegenüber Morgen 1944 gemacht hatte, nicht verlesen und Hodis auch nicht als Zeugin geladen und verhört wurde. Durch Hodis Aussage war es Morgen 1944 gelungen, gegen den Verbrecher Grabner u.a. wegen Mordes an Häftlingen ein Verfahren einzuleiten. Dabei hätte gerade diese wichtige Aussage eines ehemaligen Häftlings unter Eid wichtige Informationen über den Wahrheitsgehalt von Morgens Aussagen geben können. Das Tribunal wollte genau das offensichtlich vermeiden.
Wobei Stäglich-sicher nicht ohne Grund- Folgendes vermutet:
Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß die Aussage Reinickes das typische
Beispiel einer mit der Verteidigung abgesprochenen Gefälligkeitsaussage war, die
zugleich auch den eigenen Kopf des Zeugen retten sollte, der sich damit eine Art
Widerstandsgloriole zulegte. Es ist [172] erschütternd, zu sehen, wie selbst hohe
SS-Führer auf diese Weise letztlich dem Prozeßziel dienten, die angeblich
einmaligen deutschen "Verbrechen" zu "beweisen".
Es ist also durchaus möglich, daß Reinicke die "2000 Morde" und den Inhalt dieser "grauenerregenden Aussage", den wir ja nach dem Willen des IMT leider nicht erfahren dürfen, etwas übertreibt, um seine und Morgens "heldenhafte Rolle" hervorzuheben, die Schuld dagegen allein Höß zuzuschieben. Denn der hatte bereits ausgesagt und war nicht mehr zu retten.
Gute Seite zum Thema Revisionismus:
http://www.revisionismo.net/de/rev/revision.php
"Revision und Revisionismus, sind das selbstverständliche Recht eines jeden Bürgers, auch und gerade in einer Demokratie"
Stefan Scheil in "Revisionismus und Demokratie"
Edition Antaios, Art.Nr.:90174, 8 Euro, gebunden
Morgen "irrt" sich keineswegs einfach in der Ortsangabe. Er sagt vielmehr ausdrücklich Folgendes:
MORGEN: Als höchste Befehle bezeichnete ich die bereits am Anfang geschilderten Massenvernichtungen von Menschen, nicht in den Konzentrationslagern, sondern in eigenen, von diesen getrennten Vernichtungsstätten. Es sind weiter Exekutionsanordnungen des Reichssicherheitshauptamtes gegen Einzelpersonen und Personengruppen.
Der dritte Punkt betrifft den weitaus größten Teil der individuellen Einzelverbrechen, von denen ich sagte, daß sie...
VORSITZENDER: Wovon spricht der Zeuge, wenn er von Vernichtungslagern spricht?
Wovon sprechen Sie? Was nennen Sie Vernichtungslager?
RA. PELCKMANN: Bitte, Herr Zeuge, beantworten Sie die Frage.
MORGEN: Ich verstehe als Vernichtungslager Einrichtungen, die lediglich zum Zwecke der Menschenvernichtung unter Anwendung technischer Mittel, wie Gas, geschaffen worden sind.
VORSITZENDER: Welche Lager waren das?
MORGEN: Ich schilderte bereits gestern die vier Lager des Kriminalkommissars Wirth und gab schon den ersten Hinweis auf das Lager Auschwitz. Mit »Vernichtungslager Auschwitz«, meinte ich nicht das Konzentrationslager. Das gab es dort nicht. Ich meinte ein besonderes Vernichtungslager in der Nähe von Auschwitz, »Monowitz« bezeichnet.
http://www.zeno.org/Geschichte/M/Der+N%C3%BCrnberger+Proze%C3%9F/Hauptverhandlungen/Einhundertachtundneunzigster+Tag+Donnerstag,+8.+Au gust+1946/Vormittagssitzung
Es stellt sich die Frage, warum er das tut. Er kannte die Aussage von Höß nicht, sondern nur das, was die alliierten Verhöreperten ihm erzählt hatten. Andernfalls hätte sich natürlich nie in einen so eklatanten Widerspruch zu Hößs Version begeben.
Warum verlegt er den Ort des Verbrechens ins 30 Kilometer entfernte Monowitz? Nur deswegen weil er es für unglaubwürdig hält, daß Massenmorde an Millionen Menschen mitten im Lagerleben, also im Stammlager oder in Birkenau überhaupt hätten stattfinden können. Er wollte eine Geschichte erzählen, die halbwegs glaubwürdig wirkt. Was er nicht wußte: das aber war genau die (heute offizielle, außerhalb des Revisionismus nur von F. Meyer bestrittene) damals von Höß behauptete Version. Höß (und dem Tribunal) war die Glaubwürdigkeit nicht so wichtig. Völlig klar ist, daß beide lügen.
Was aber eigentlich unvorstellbar sein sollte für jede auch nur einigermaßen rechtsstaatliche Verhandlung:die Richter lassen es hier bei diesen krassen Widersprüchen (und den vielen anderen Fehlern in Morgens Aussagen) einfach bewenden und fragen nicht einmal nach! Es wäre hier die Aufgabe des Verteidigers gewesen, das aufzudecken. Aber das war offensichtlich nicht machbar, weil es die grundsätzliche Geschichte von Höß ins Wanken gebracht hätte.
Die Protokolle der Nürnberger Prozesse bieten eine Fülle von Detaillinformationen aus erster Hand, wenngleich der Wahrheitsgehalt der Aussagen immer infrage gestellt werden muß und in jeweilige Situation der Betroffenen eingeordnet werden sollte.
Eine interssante Aussage hier z.B. von Karl-Heinrich Bodenschatz, Fliegerheld aus dem ersten Weltkrieg aus der Jagdtsaffel Richthofen, lebenslang Soldat, seit dieser zeit persönlicher Freund Görings. Als Adjudant war er bei unzähligen Dienstgesprächen mit Hitler anwesend, bis er beim Stauffenberg Attentat schwer verwundet wurde.
Bekanntlich wurde der Historiker Irving scharf angegriffen, weil er behauptet hatte, Hitler habe nichts von der Judenvernichtung gewußt.
Nicht nur im Fall des Heinrich Bodenschatz stellt sich heraus, daß so ziemlich alle Zeugen erst nach dem Krieg von den alliierten Anklägern überhaupt davon hörten. Eine der vielen Merkwürdigkeiten:
BODENSCHATZ: Es haben sich auch Juden und besonders auch Judenmischlinge an den Reichsmarschall Göring gewandt.
DR. STAHMER: Wie wurden diese Gesuche behandelt?
BODENSCHATZ: Diesen Gesuchen hat der Reichsmarschall seine Hilfe nicht versagt, und er hat hier Anweisung gegeben, wenn nur irgendwie möglich, zu helfen.
DR. STAHMER: Wie war im allgemeinen die soziale Einstellung Görings?
BODENSCHATZ: Die soziale Einstellung von Hermann Göring war folgende: Sozial fühlend, denkend und handelnd war er ein Wohltäter aller Bedürftigen. Stets war er hilfsbereit für Leute, [22] die in Not waren, so gegenüber Kranken, Verwundeten, den Hinterbliebenen von Gefallenen und Kriegsgefangenen. Die Fürsorge für die Arbeiterschaft lag ihm besonders am Herzen. Ein Beispiel hierfür, die Einführung des Bergmann-Treuegeldes, das jeder Bergmann nach 25jähriger treuer Arbeit in der Höhe von über 20000 Mark ausbezahlt erhielt, ist eines seiner bedeutendsten sozialen Werke.
DR. STAHMER: Hatten Sie Kenntnis von den Zuständen in den Konzentrationslagern?
BODENSCHATZ: Von den Zuständen in den Konzentrationslagern hatte ich keine Kenntnis.
DR. STAHMER: Ist im Führerhauptquartier bei den Führerbesprechungen oder bei anderer Gelegenheit über die Konzentrationslager gesprochen worden?
BODENSCHATZ: Im Führerhauptquartier habe ich aus dem Munde des Führers niemals etwas gehört über Konzentrationslager. Er sprach in unserem Kreise nie darüber.
DR. STAHMER: Ist dort über die Vernichtung der Juden gesprochen worden?
BODENSCHATZ: Nein, er hat nicht über die Vernichtung der Juden gesprochen, mit mir jedenfalls nicht.
DR. STAHMER: Auch bei den Lagebesprechungen nicht?
BODENSCHATZ: Nein, bei den Lagebesprechungen kann ich mich nicht erinnern, daß er jemals in meiner Gegenwart über diese Judenvernichtungen gesprochen hat.
DR. STAHMER: Wurde von anderer Seite dort etwas erwähnt?
BODENSCHATZ: Nein.
DR. STAHMER: Von Himmler?
BODENSCHATZ: Mit Himmler hat er nie darüber gesprochen. Ich habe nur gehört, jetzt in der Gefangenschaft, daß Leute, die den Himmler auf diese Frage angesprochen haben, daß er diesen Leuten sagte: »Das stimmt nicht, was ihr da hört, das ist falsch«. Ich selbst habe mit Himmler über diese Frage nicht gesprochen.
http://www.zeno.org/Geschichte/M/Der+N%C3%BCrnberger+Proze%C3%9F/Hauptverhandlungen/Siebenundsiebzigster+Tag.+Freitag,+8.+M%C3%A4rz+19 46/Vormittagssitzung
Noch etwas zu Konrad Morgen, wobei ich hoffe, daß Hirmer, der sich doch sonst als Experte gibt, hier auch nochmal beteiligt.
Ich muß meine Aussage oben insofern korrigieren, als daß Morgen natürlich kein Strafnachlass angeboten worden sein kann, da er ja nur als Zeuge geladen war.
Die Motivation, warum er lügt, ändert sich allerdings dadurch nicht. In diesem Prozess war die gesamte SS als "verbrecherische Organisation" angeklagt worden, und Morgen hatte dieser Organisation selber ja auch angehört. Im Falle eines "Schuldspruchs" (wobei dieser Ausdruck bei einem Schauprozess dieser Art ja eigentlich gar nicht angebracht ist), hätte jeder vormalige SS-Angehörige, also auch Morgen, angeklagt und u.U. hingerichtet werden dürfen, völlig unabhängig von der Frage, ob er sich überhaupt etwas zu Schulden hatte kommen lassen.
Morgens Bestreben war es also, die SS als Ganzes zu entlasten. Daher auch seine Behauptung, die bei der angeblichen Vernichtungsaktion in Monowitz beteilgten Wärter seien "in SS-Uniform gesteckte Häftlinge" gewesen.
Es wurden ihm teilweise auch gefälschte Fotos vorgelegt, wobei er richtigstellte, daß die "Täter" gar keine SS-Uniformen, sondern Fantasieuniformen trugen:
RA. PELCKMANN: Herr Zeuge! Ich habe Ihnen zunächst zwei Bilder vorzulegen. Das hat nichts zu tun mit Ihrer Vernehmung über die Konzentrationslager.
Es sind dieselben Bilder, Euer Lordschaft, die ich gestern dem Zeugen Eisenberg vorgelegt habe. Sie haben jetzt von mir eine Exhibit-Nummer bekommen, und zwar Exhibit Nummer SS-2 und Exhibit Nummer SS-3. Sie sind, wie ich schon gestern sagte, dem in polnischer Sprache geschriebenen Buch entnommen, das von der Anklage vor einigen Tagen überreicht worden ist, und zwar Seite IX und XI.
[Dem Zeugen wird ein Bild übergeben.]
Welchen Dienstgrad hat dieser SS-Mann, Herr Zeuge?
MORGEN: Das kann kein SS-Mann sein. Dieser Mann trägt keine SS-Uniform. Ich habe nie derartige Uniformen gesehen. Der Mann trägt auf dem linken Ärmel das Abzeichen der Polizei und die Polizei-Schulterstücke.
RA. PELCKMANN: Das genügt mir, Herr Zeuge. Ich zeige Ihnen die zweite Photographie. Beantworten Sie die Frage ebenso schnell.
[Dem Zeugen wird das zweite Lichtbild überreicht.]
MORGEN: Es ist ebenfalls keine SS-Uniform, sondern eine Phantasieuniform.
http://www.zeno.org/Geschichte/M/Der+N%C3%BCrnberger+Proze%C3%9F/Hauptverhandlungen/Einhundertachtundneunzigster+Tag+Donnerstag,+8.+Au gust+1946/Vormittagssitzung
Morgens Taktik ist klar: den "Holocaust" selbst zu bestreiten, hätte seine sofortige Entlassung als Zeuge oder zumindest Unglaubwürdigkeit zur Folge gehabt. Dafür gab es schon viel zu viele anderslautende "Zeugenaussagen".
Da es sein Bestreben aber war, für die Entlastung der SS positiv auf das Tribunal einzuwirken, mußte er sich auf dieses Spiel einlassen, von dem er aber andererseits erst beim Prozess erfahren haben kann. Sonst hätte er nicht solch einen Unsinn erfinden müssen. Mit Sicherheit wußte er nichts von einem Massenmord, und das ist erstaunlich, da er sich längere Zeit in Auschwitz und anderen Lagern aufgehalten hatte, und das Verfahren gegen Höß u.a. schon fast zum Abschluß gebracht hatte.
Seine Situation (und die der anderen Angeklagten zu diesem Thema) war vergleichbar mit den angeklagten "Hexen" im Mittelalter. Wenn die Frauen damals den Richtern der Inquisition erklärt hätten: "Ich habe mich nicht mit dem Teufel eingelassen, weil es keinen Teufel gibt", wären sie weiter gefoltert worden. Sie mußten also, um ihre Leiden zu verkürzen, eine andere Version sagen: "Es gibt einen Teufel aber ich habe mich nicht mit ihm eingelassen".
Genauso war es auch 1945/6 in Nürnberg. Das war die Taktik aller Angeklagten: die Vorgänge selbst wurden nicht bestritten, aber die Schuld wurde immer auf die geschoben, die nicht greifbar oder schon gestorben waren. Ebenso erging es Eichmann und Heydrich.
K.-H. Hirmer
31.01.10, 11:57
Noch etwas zu Konrad Morgen, wobei ich hoffe, daß Hirmer, der sich doch sonst als Experte gibt, hier auch nochmal beteiligt.
Der Hirmer hat erstens zur Zeit wenig Zeit und sich deswegen auch aus anderen Diskussionen zurückgezogen.
Zweitens ist es der Hirmer leid, den immer gleichen Mist zu beackern. Und der Hirmer hat keinen Bock, Quellenangaben wie IMT XX yyyy nachzujagen. Wenn Du mit mir diskutieren willst, nenne eine Quelle, die man auch nachvollziehen kann.
Und drittens ist der Hirmer nicht mehr bereit, den bizarren Spekulationen der Revisionisten warum welcher Angeklagte oder Zeuge was gesagt haben soll zu lauschen. Ich bin an euren Phantasien zum Denken der Zeugen und Angeklagten einfach nicht interessiert.
Allein die Phantasie der Revisionisten, dass Zeugen und Angeklagte vor Gericht möglichst schlimme Straftaten zugeben würden, weil sie sich davon eine Strafmilderung erwarten, ist so bescheuert, dass es mir fast körperliche Kopfschmerzen bereit, so etwas auch nur zu lesen.
Der Hirmer hat erstens zur Zeit wenig Zeit und sich deswegen auch aus anderen Diskussionen zurückgezogen.
Zweitens ist es der Hirmer leid, den immer gleichen Mist zu beackern. Und der Hirmer hat keinen Bock, Quellenangaben wie IMT XX yyyy nachzujagen. Wenn Du mit mir diskutieren willst, nenne eine Quelle, die man auch nachvollziehen kann.
Und drittens ist der Hirmer nicht mehr bereit, den bizarren Spekulationen der Revisionisten warum welcher Angeklagte oder Zeuge was gesagt haben soll zu lauschen. Ich bin an euren Phantasien zum Denken der Zeugen und Angeklagten einfach nicht interessiert.
Allein die Phantasie der Revisionisten, dass Zeugen und Angeklagte vor Gericht möglichst schlimme Straftaten zugeben würden, weil sie sich davon eine Strafmilderung erwarten, ist so bescheuert, dass es mir fast körperliche Kopfschmerzen bereit, so etwas auch nur zu lesen.
Danke für diese Klarstellung, Hirmer.
Der geneigte Leser kann diesen Thread ja mal ganz durchlesen und sich dann sein eigenes Bild machen.
:)
Muß schwer sein, diese Faktenresistenz auf Dauer durchzuhalten ohne zu verzweifeln.
K.-H. Hirmer
31.01.10, 19:12
Der geneigte Leser kann diesen Thread ja mal ganz durchlesen und sich dann sein eigenes Bild machen.
Das schlage ich auch vor.
Es ist mir im Augenblick einfach zu zeitaufwendig, Deine Angaben nachzuprüfen. Außerdem ist doch völlig egal, was dieser Dr. Morgen gesagt hat. Auf die Tatsächlichkeit des Holocaust haben seine Aussagen eh' keinen Einfluss.
Walter Hofer
31.01.10, 22:09
Muß schwer sein, diese Faktenresistenz auf Dauer durchzuhalten ohne zu verzweifeln.
ne, nur langweilig, sich auf einer abgespeckten Metastufe mit Fünftklässlern, die schon rauchen dürften, über anerkannte und x-fach belegte Fakten zu diskutieren, und alles für jeden Einzelnen alle 4 Wochen - gesondert - zu wiederholen.
Das mache ich auf der rein deskriptiven Subebene auch nicht mit. Ende
Hallo,
durch einen glücklichen Umstand bin ich bei der Recherche nach Dr. Konrad Morgen auf dieses Forum und diesen Thread gestossen und habe mich auch sogleich angemeldet.
Irgendwie hat in der Geschichte alles seine Zeit und jetzt scheint die Zeit des Dr. Konrad Morgen zu sein. Ausgelöst hat die "Hype" um diesen Konrad Morgen offensichtlich ein Roman, der in 2009 erschien, und zwar mit dem Titel "Letzte Haut" von einem gewissen Volker Altwasser.
@Mods Ich habe in den Forenregeln kein diesbezügliches Verbot gefunden, daher erlaube ich mir zwei nichtkommerzielle Links einzukopieren.
http://www.geschichtsforum.de/f46/dr-konrad-morgen-27746/
http://www.fritz-bauer-institut.de/publikationen/einsicht/Einsicht-02_rezensionen.pdf
(siehe S. 85, sorry, dass Ihr scrollen müsst).
Was Ihr über den IMT, inklusive der "Lüge" des Konrad Morgen geschrieben habt, bezüglich Auschwitz-Monowitz, kann ich sehr gut nachvollziehen. Allerdings scheint mir hier im Thread der Ursprung der Ermittlungen unklar zu sein. Ich meine, es war wirklich der Verdacht wegen Korruption der diese Ermittlungen auslöste, "unerlaubte Tötungen" an Häftlingen kam dann, später, hinzu, und zwar mit den daraus folgenden härteren Strafen. Mein Fazit; Anfangsverdacht wegen Korruption, Verurteilung, des höheren Strafmaß willens, wegen Mordes.
Wie seht Ihr das?
Sandro
Was Ihr über den IMT, inklusive der "Lüge" des Konrad Morgen geschrieben habt, bezüglich Auschwitz-Monowitz, kann ich sehr gut nachvollziehen. Allerdings scheint mir hier im Thread der Ursprung der Ermittlungen unklar zu sein. Ich meine, es war wirklich der Verdacht wegen Korruption der diese Ermittlungen auslöste, "unerlaubte Tötungen" an Häftlingen kam dann, später, hinzu, und zwar mit den daraus folgenden härteren Strafen. Mein Fazit; Anfangsverdacht wegen Korruption, Verurteilung, des höheren Strafmaß willens, wegen Mordes.
Wie seht Ihr das?
Sandro
Hallo Sandro,
Mit dieser Vermutung liegst Du richtig. Ausgangspunkt von Morgens Untersuchungen waren tatsächlich Korruptionsvorwürfe gegen den Lagerkommandanten Koch und seine Untergebenen in Buchenwald bei Weimar.
Zu diesem Zweck hatte Morgen vom Reichsführer der SS eine Sondervollmacht und einen eigenen Stab kriminologisch geschulter Mitarbeiter erhalten. Die Vorwürfe erweiterten sich aber bald zu "Mord an Häftlingen" und zwar nicht nur in Buchenwald, sondern in vielen anderen Kls, so z.B. in Lublin, Auschwitz, Sachsenhausen, Oranienburg, Hertogenbosch, Krakau, Plaschow, Warschau und das Konzentrationslager Dachau u.a.
Grund für die Einrichtung einer Sonderkommission war, daß die örtlichen SS und Polizeigerichte nicht überregional ermitteln konnten und durften.
Morgen war bei seiner Arbeit so eifrig und erfolgreich, daß er sogar im Laufe seiner Ermittlungen Adolf Eichmann anklagte, was dann aber von Kaltenbrunner unterbunden wurde.
Wichtig ist, zu beachten, daß etwa 30% von dem, was Morgen in Nürnberg sagt, gelogen ist, einerseits die ganze Monowitz-Geschichte, bei der es ihm offensichtlich nur darum geht, die SS zu entlasten. Andererseits übertreibt er wohl auch seine eigene Rolle als Kämpfer für Gerechtigkeit in der Behandlung der Häftlinge. Sicher ist aber, daß Morgen in etwa 800 Fällen gegen Lagerpersonal tätig war, von denen 200 zur Aburteilung gelangten.
Die ganze Person des Konrad Morgen ist für die etablierte Geschichtsschreibung höchst problematisch, da seine ganze Funktion,seine Aufgabe, seine Tätigkeit, und auch seine Aussagen in Nürnberg (bzw. seine Lügen), dem diametral entgegensteht, was später über KLs von Kogon u.a. verbreitet wurde und den Revisionisten auf der ganzen Linie recht gibt. Deswegen wurde Morgen auch zu Lebzeiten (bis in die 80er Jahre! ) nie näher befragt hinsichtlich seiner Aussagen in Nürnberg und Frankfurt.
Übrigens wurden von den 200 Angeklagten des Lagerpersonals 2 Kommandanten und zahlreiche Untergebene zum Tode verurteilt und erschossen. Morgen hat also durchaus viel bewirkt.
Übrigens wurden von den 200 Angeklagten des Lagerpersonals 2 Kommandanten und zahlreiche Untergebene zum Tode verurteilt und erschossen. Morgen hat also durchaus viel bewirkt.
@Dyrnwyn
Deine Angaben sind vollkommen korrekt bzw. sie decken sich mit den meinigen, auch schon mal was :-)
Für mich stellt sich nunmehr die Frage der historishen Bewertung des Wirkens von Konrad Morgen.
Wie würdest Du selbiges einschätzen?
Gruss
Sandro
@Dyrnwyn
Deine Angaben sind vollkommen korrekt bzw. sie decken sich mit den meinigen, auch schon mal was :-)
Für mich stellt sich nunmehr die Frage der historishen Bewertung des Wirkens von Konrad Morgen.
Wie würdest Du selbiges einschätzen?
Gruss
Sandro
Nun, zunächst einmal bestätigt die Person des Konrad Morgen ja eigentlich die Thesen der Revisionisten. Denn ein SS-Richter, der einzelne Mordfälle an Häftlingen untersucht und zur Anzeige bringt, dem von höchter Stelle extra ein Stab für diese Aufgabe zugeteilt wird, entspricht natürlich von der Logik her überhaupt nicht dem Bild, welches die Alliierten und ihre Geschichtsschreiber bis heute von den Zuständen in den Kls zeichnen.
Deswegen wird Konrad Morgen natürlich auch gerne unterschlagen, ebenso wie Reinecke, sein Vorgesetzter, der auch ausgesagt hat.
Das Nürnberger Tribunal hatte es offensichtlich darauf angelegt, möglichst wenig Einzelheiten über Auschwitz zutage treten zu lassen, denn wichtige Zeugen wurden überhaupt nicht gehört, und wenn die Angeklagten auf Einzelheiten eingehen wollten, wurden sie regelmäßig vom Vorsitzenden abgeblockt.
Davon abgesehen beweist Konrad Morgen aber auch, das die Komandanten eine fast absolute Macht hatten und regelmäßig Häftlinge töten ließen und diese Morde vertuschen konnten. Allerdings verhielten sich nicht alle so. Dabei arbeiteten sie oft mit anderen Häftlingen zusammen, die dafür Vergünstigugen erhielten. Das zeigt u.a. Morgens Aussage über die opulente Hochzeit von Häftlingen bei Lublin. Die SS-Gerichte hatten die Lage jedenfalls nicht mehr im Griff.
Was die Massenmorde ("Massenvernichtung") betrifft, macht Morgen ja zwei Aussagen. Einmal über Auschwitz-Monowitz, was offensichtlich gelogen ist. Diese Falschaussage wird in der offiziellen Geschichtsschreibung heute einfach als "ungeklärtes Rätsel" abgetan. Warum Moorgens Verhalten aber keineswegs unerklärlich ist, habe ich bereits oben gezeigt.
Zum anderen aber ist da die Aussage über Lublin und seine Begegnungen mit Kriminaloberkommissar Wirth. Diese Aussage ist in Teilen glaubhaft, denn das deckt sich auch mit anderen Aussagen über Massenmorde bei Lublin. Damit meine ich allerdings nicht Gerstein, den der wollte nur seine eigene Schuld kleinreden. Gerstein war Täter, nicht nur Zeuge, und das hat er psychisch nicht verkraftet. Die gestapo hat ihn ja noch zu Kriegszeiten in Berlin in eine Nervenheilanstalt einweisen lassen. Es gibt aber Aussagen von Gestapochef Müller, die Morgens Aussagen in etwa bestätigen. Die Massenmorde in Lubliner Lagern sind wahrscheinlich von SS-Führer Odilo Globocnik veranlaßt worden, Wirth war sein Helfershelfer. Daß Himmler den Befehl dazu direkt gegeben hat, halte ich für unwahrscheinlich. Himmlers Idee war, eine Art Enklave zu schaffen aber Globocnik vor Ort hatte keine Infrastruktur dafür. Beide, Globicnik und Wirth waren schon vorher durch Skrupellosigkeit und Verbrechen aufgefallen.
Insgesamt sind Morgens Aussagen mit Vorsicht zu genießen. Morgen schiebt die Schuld allen zu, von denen er glaubt, sie seien schon tot. Das gilt aber übrigens ja für alle anderen Zeugen auch.
Danke, für die ausführliche Antwort.
"Insgesamt sind Morgens Aussagen mit Vorsicht zu genießen. Morgen schiebt die Schuld allen zu, von denen er glaubt, sie seien schon tot. Das gilt aber übrigens ja für alle anderen Zeugen auch."
Das denke ich auch!
Der "Wirth" taucht verhätnismässig oft in den Zeugenaussagen auf, er scheint mir ein "Technokrat" der Massenvernichtung zu sein, siehe T4-Befehl.
Sandro
Der "Wirth" taucht verhätnismässig oft in den Zeugenaussagen auf, er scheint mir ein "Technokrat" der Massenvernichtung zu sein, siehe T4-Befehl.
Sandro
Die Funktion des Christian Wirth ist allerdings auch nicht völlig geklärt. Paul Rassinier schreibt in seinem Buch "Das Drama der Juden Europas" über Morgens Aussage bez. Wirth:
"Ich sprach mit meinem Besucher (dem Zeugen für die Belzecer Vergasung) über die Zeugenaussage des Dr. Morgen vom 7. und 8. August 1945 (IMT, Band XX, Seiten 520-553). Er kannte sie und erkannte ihr keinerlei Glaubwürdigkeit zu, das Bild, das jener von Wirth entworfen hatte, indem er ihn als einen skrupellosen Verbrecher hingestellt hatte, stimme absolut nicht mit dem überein, wie er ihn selbst kennengelernt habe."
Das allerdings ist sehr unwahrscheinlich, denn W. war ja nachweislich an der Tötung von psychisch Kranken 1940 beteiligt, was auch von Revisionisten nicht bestritten wird.
Das Problem bei Morgens Aussagen ist, daß er ja offensichtlich in vielen Punkten, auch Einzelheiten, die nicht Monowitz betreffen, nachweisbar falsche Dinge sagt . Er behauptet z.B. Lagerkommandant Höß in Auschwitz "zwischen Ende 43 bis Anfang 44" besucht zu haben. Der war aber seit November 43 gar nicht mehr Kommandant.
Auch bez. Wirth lügt er nachweislich gegenüber dem Tribunal, worauf Franz J. Scheidl hinweist:
Morgen hatte Wirth zum Kommandanten von vier Lagern gemacht und zum Deus ex machina aller Dinge (op. cit., Seite 528/529). Dabei war er lediglich der verzweifelte Lagerleiter von Belzec und darüber hinaus terrorisiert von Globocnik. Er behauptete, Wirth begegnet zu sein. Wenn er ihm aber begegnet war, konnte dies nur in Belzec gewesen sein. Er verlegte das Datum dieser Begegnung auf "Ende 43" (op. cit., Seite 527). Damals war aber das Lager bereits geschlossen, spätestens im Dezember 1942. Dieser Dr. Morgen war ein sehr wichtiger Mann bei der SS (Chef vom Dienst der Reichskriminalpolizei mit sehr weitreichenden Spezialvollmachten von Himmler persönlich).
Warum logen vereidigte Zeugen, die ja selbst nicht angeklagt waren, in so vielen Einzelheiten, auch in Dingen, die für keine Seite einen Nutzen bringen konnten?
Das ist für mich die eigentlich interessante Frage.
Und mir scheint es da nur eine logische Antwort zu geben: Sie erfanden Geschichten. Sie hatten die ganzen Prämissen, die das Gericht als selbstverständlich voraussetzte, und die ausdrücklich und per Statut nicht Gegenstand der Wahrheitsfindung mehr sein durften (die Massenvernichtungen z.b. in Auschwitz), einfach zu akzeptieren und versuchten, diese Prämissen, an die sie selber nicht glaubten, jetzt durch Lügengeschichten auszufüllen. Ihr einziges Bestreben dabei war, noch lebende Beteiligte, oder auch die SS als Ganzes, zu entlasten.
Daß die Ausgangslage der Nürnberger Prozesse, wie ich sie Beitrag oben dargestellt habe, richtig ist, zeigt eindeutig und unmißverständlich Artikel 21 in den Statuten des IMT vom 8. August 1945:
Artikel 21 :
Der Gerichtshof soll nicht Beweis für allgemein bekannte Tatsachen fordern, sondern soll sie von Amts
wegen zur Kenntnis nehmen; dies erstreckt sich auf öffentliche Urkunden der Regierung und Berichte der
Vereinten Nationen. einschließlich der Handlungen und Urkunden der in den verschiedenen alliierten
Ländern für die Untersuchung von Kriegsverbrechen eingesetzten Komitees, sowie die Protokolle und
Entscheidungen von Militär- oder anderen Gerichten irgendeiner der Vereinten Nationen.
http://137.248.11.66/fileadmin/media/IMTC_dt.pdf
Schon damals verfolgte das Militärgericht die Taktik, die auch später von deutschen Gerichten, bis heute, angewendet wird: Über die Sache selbst darf gar nicht mehr diskutiert werden, sondern es geht nur noch um die Frage der Schuld.
Heute heißt das in Gerichtsdeutsch "Offenkundigkeit", damals war es der Artikel 21, der das festlegte.
@dyrnwyn
"Warum logen vereidigte Zeugen, die ja selbst nicht angeklagt waren, in so vielen Einzelheiten, auch in Dingen, die für keine Seite einen Nutzen bringen konnten?"
Diese Frage ist hochkomplex, sei bitte so freundlich und erwarte nicht einen schnellen Beitrag, gleichsam aus der "Hüfte" heraus, hier ist nachdenken und Vorformulierung angesagt - von einer Antwort bin ich weit entfernt.
Zu Details:
"Er behauptet z.B. Lagerkommandant Höß in Auschwitz "zwischen Ende 43 bis Anfang 44" besucht zu haben. Der war aber seit November 43 gar nicht mehr Kommandant."
Höß wurde wieder als Lagerkommandant während der sog. "Ungarn-Aktion" eingesetzt, vergl. hierzu:
http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_H%C3%B6%C3%9F
"Von Mai bis Juli 1944 war Höß im Auftrag des WVHA als Standortältester erneut im KZ Birkenau, um für den reibungslosen Ablauf der Vernichtung der ungarischen Juden zu sorgen." (Quelle: ebenda.)
"Nun, zunächst einmal bestätigt die Person des Konrad Morgen ja eigentlich die Thesen der Revisionisten. Denn ein SS-Richter, der einzelne Mordfälle an Häftlingen untersucht und zur Anzeige bringt, dem von höchter Stelle extra ein Stab für diese Aufgabe zugeteilt wird, entspricht natürlich von der Logik her überhaupt nicht dem Bild, welches die Alliierten und ihre Geschichtsschreiber bis heute von den Zuständen in den Kls zeichnen.
Deswegen wird Konrad Morgen natürlich auch gerne unterschlagen, ebenso wie Reinecke, sein Vorgesetzter, der auch ausgesagt hat."
Ich denke, daß jedes Regime, auch totalitäre, in ihren Reihen keine Korruption dulden und der Vorwurf der "Korruption" führte letztlich zum Anfangsverdacht und den Ermittlungen (post. 15.02.2010, 20,07 Uhr).
Danach verselbststänigten sich die Ermittlungen, ein üblicher "Prozess" in bürokratischen Systemen.
Sandro
Wo siehst Du den Widerspruch?
Die Morde standen im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre um Koch. Es wurden Mitwisser beseitigt. Und das gegen die geltenden Regeln, nach denen in den KZ's Todesurteile gefällt und vollstreckt werden konnten.
Die SS sah sich nicht nur um Geld betrogen, sondern fand von den Betrügern auch Handlungen, die sich gegen den ausdrücklichen Willen der SS richteten.
Wo ist denn Dein Problem überhaupt?
Hirmi tanzt mit den Fakten,und interpretiert sie willkürlich wie es ihm genehm ist.
@dyrnwyn
Ich denke, daß jedes Regime, auch totalitäre, in ihren Reihen keine Korruption dulden und der Vorwurf der "Korruption" führte letztlich zum Anfangsverdacht und den Ermittlungen (post. 15.02.2010, 20,07 Uhr).
Danach verselbststänigten sich die Ermittlungen, ein üblicher "Prozess" in bürokratischen Systemen.
Sandro
Das glaube ich nicht. Die Anklagepunkte lauteten ja eben "unerlaubte Tötung", "Mord an Häftlingen". Wenn es Himmler nur um die Entwendung von konfisziertem Häftlingseigentum durch korrupte Kommandanten und Unterführer gegangen wäre, hätten sie diesen Anklagepunkt nicht zugelassen. Wenn ein Menschenleben tatsächlich nichts gezählt hätte, wären Morgans Mitarbeitern diese Möglichkeiten gar nicht eingeräumt worden. Personal war in Kriegszeiten auf deutscher Seite knapp, und wenn diese Ermittlungen nicht gewollt gewesen wären, hätte man nicht Anklagen und Todesurteile eigener Leute durch Morgans Tätigkeit in dieser Menge zuzulassen brauchen.
Natürlich war es durch höhere Stellen jederzeit möglich, Morgen zu stoppen. Das zeigt ja z.B. die durch Kaltenbrunner verhinderte Anklage gegen Eichmann.
Morgens Aussage über seinen Besuch bei Höß "Ende 43 bis Anfang 44" kann natürlich auf einem Irrtum beruhen. Dem würde ich auch keine große Bedeutung beimessen.
Ich selbst halte aber auch viele andere Aussagen Morgens für unglaubwürdig. Etwa seine Behauptung, er habe festgestellt, daß Wirth in direktem Kontakt mit der Kanzlei des Führers gestanden hätte, daß er also seine Befehle auf geheimen Weg direkt von dorther bekommen habe. Das steht für mich auf einer Ebene wie Gersteins Aussage, daß Hitler selbst in Auschwitz (oder Lublin) gewesen sei, was nachweislich nie der Fall war.
Mit dieser abenteuerlichen Geschichte von den Geheimbefehlen des Führers will Morgen meiner Meinung nach nur Globocnik entlasten, denn der war bei der SS und das Bestreben Morgens in diesem ganzen Prozess war es ja gerade, die angeklagte SS zu entlasten. Die Massenmorde bei Lublin halte ich tatsächlich für wahrscheinlich, aber nicht so, wie Gerstein sie beschreiben hat, weil das aus naturwissenschaftlichen Gründen sehr unrealistisch ist. Die Revisionisten haben Gersteins Aussage sehr genau auseinandergenommen. Ich glaube auch viel eher, daß Globocnik und Wirth selbst die Verantwortlichen waren und es gar keine Befehle dazu von höherer Ebene gab. Dafür spricht ja auch, daß sie sich selbst am Vermögen der Ermordeten schamlos bereicherten. Als dann die Sache durch Gersteins Erklärungen in Berlin aufzufliegen drohte, hat sich Wirth ganz schnell zur Straßenüberwachung nach Istrien versetzen lassen und sämtliche Spuren vorher vernichtet.
Alle in Nürnberg angeklagten Nazi-Größen, z.B. auch Göring, sagen mehr oder weniger einhellig "Wenn ich gewußt hätte, wozu das führt (die Deportationen), hätte ich das nicht zugelassen. Wenn ich gewußt hätte, was ich heute weiß...". Z.B. im Prozesstagebuch des Psychaters Gilbert ist das eindeutig nachzulesen. D.h.: sie haben erst nach der Nierderlage davon erfahren, also nur durch die Alliierten.
Man kann natürlich unterschiedlicher Meinung sein, wie das zu bewerten ist, aber ich halte das i.G. für glaubwürdig. Dafür gibt es auch viele andere Quellen.
@Dyrnwyn
"Das glaube ich nicht. Die Anklagepunkte lauteten ja eben "unerlaubte Tötung", "Mord an Häftlingen". Wenn es Himmler nur um die Entwendung von konfisziertem Häftlingseigentum durch korrupte Kommandanten und Unterführer gegangen wäre, hätten sie diesen Anklagepunkt nicht zugelassen."
Entschuldige, da habe ich mich wohl mißverständlich ausgedrückt. Der Anfangsverdacht war Korruption, dann kam aber Mord hinzu (Verdeckung von Straftaten) und dieser wurde auch angeklagt und führte letztlich zu den Verurteilungen, vollkommen d'accord.
"Morgens Aussage über seinen Besuch bei Höß "Ende 43 bis Anfang 44" kann natürlich auf einem Irrtum beruhen. Dem würde ich auch keine große Bedeutung beimessen."
Das hat auch keine große Bedeutung, allerdings meine ich, daß er bei Höß in Auschwitz war, ansonsten hätte er diese Aussage nicht während des Frankfurter Auschwitzprozesses gemacht - die Staatsanwaltschaft hätte ihn sonst auch kaum vorgeladen.
Jetzt eine Frage, vielleicht kannst Du mir da helfen. In dem von mir eingangs erwähnten Roman, "Letzte Haut" von Volker Altwasser, stellt der Autor darauf ab, daß Morgen "Mord mit Mord bewies".
http://www.matthes-seitz-berlin.de/scripts/buch.php?ID=270
Ich habe in meiner Uni-Bibliothek gesucht und folgendes gefunden:
Quelle:
SS-Im Einsatz
Eine Dokumentation über die Verbrechen der SS, 1960, Berlin
Kongress-Verlag Berlin, Herausgeber, Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer in der Deutschen Demokratischen Republik
S. 353
„Aus dem Tagebuch der Abteilung für Fleckfieber- und Virusforschung am Hygiene Institut der Waffen SS.
19.11.1943: Phosphor-Kautschuk-Brandbomben-Versuch
25.11.1943:
Zur Erprobung des Präparates „R17“ bei frischen Phosphor-Verbrennungen und von „Echinacinsalbe“ und „Echinacin extern“ zur Nachbehandlung von Phosphorbrandwunden, sämtlich von den Dr. Madus-Werken in Radebeul/Dresden, wurde an den nebenstehend genannten Tagen Verbrennungsversuch mit Phosphormasse, welche aus einer bei Leipzig aufgefundenen englischen Brandbombe entnommen wurde, an 5 Versuchspersonen durchgeführt.
5.1.1944
Protokolle an den Reichsarzt SS, mit der Bitte um Weiterleitung an die Madus-Werke, überschicken.
Gez. Dr. Ding
SS-Sturmbannführer
30. bis 31.12.43
Sonderversuch an vier Personen in Sachsen (eher Sachen) Koch/Hoven. Auf Befehl von SS-Gruppenführer Nebe wurde der Versuch in Anwesenheit von Dr. Morgen (Hervorhebung: durch mich) und Dr. Wehner durchgeführt.
Gez. Dr. Ding
SS-Sturmbannführer“
Quellenkritisch ist natürlich die einseitige "politische" Belastung anzumerken.
Andererseits geht es an dieser Stelle in dem Buch nicht um irgendwelche Ermittlungen sondern um die Darstellung von "medizinischen Versuchen".
http://www.zeit.de/1959/50/A-D-in-Buchenwald?page=all
Dr. Ding, auf die Schnelle verifiziert.
"Dafür erwartete den Berliner Kriminalisten die Ueberraschung gleich nach seiner Ankunft in Buchenwald. Fleckfieberspezialist Dr. Ding, nachmaliger Dr. Schuler, sprach ihn gleich auf die befohlenen Versuche an. Darauf Wehner: "Ab heute bearbeite ich den Fall Köhler. Und bis jetzt kenne ich den Fall nur vom Hörensagen. Schätzungsweise brauche ich acht bis zehn Tage allein, um mich durch die Akten zu wälzen." Dr. Morgen dagegen: "Der Versuch ist von Gruppenführer Müller angeordnet. Er soll übermorgen durchgeführt werden"
Morgen und Wehner kamen nie zum Einverständnis. Wehner: "Ich denke, ich soll jetzt den Fall übernehmen?" Morgen: "Sollen Sie auch, aber möglicherweise findet die Sache sehr schnell ihre Aufklärung."
Wehner bat Lobbes an den Fernschreiber und teilte ihm die beabsichtigten Versuche mit. Lobbes sprach mit Nebe und schrieb zurück: "Für Sie sind die Versuche nicht bindend, das ist nicht RKPA-Sache."
Aber Müller hatte sie befohlen. Wehner sprach mit Dr. Ding-Schuler. "Wenn Sie die Ergebnisse der Versuche nicht brauchen, weshalb soll ich als Arzt dann den Henker spielen?" fragte Dr. Ding. Wehner: "Das müssen Sie wissen. Meine Arbeit ist zunächst den objektiven Tatbestand festzustellen. Noch liegen die Kleider des Toten mit Resten von Erbrochenem in der Asservatenkammer des Arrestes, noch liegt kein Gutachten über die durch Sublimation gewonnenen Stoffe aus den Köhlerschen Leichenteilen vor."
Quelle:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44447325.html
Damit wäre der Morgen direkt an Morden beteiligt, wie siehst Du das?
Sandro
@Dyrnwyn
"Das glaube ich nicht. Die Anklagepunkte lauteten ja eben "unerlaubte Tötung", "Mord an Häftlingen". Wenn es Himmler nur um die Entwendung von konfisziertem Häftlingseigentum durch korrupte Kommandanten und Unterführer gegangen wäre, hätten sie diesen Anklagepunkt nicht zugelassen."
Entschuldige, da habe ich mich wohl mißverständlich ausgedrückt. Der Anfangsverdacht war Korruption, dann kam aber Mord hinzu (Verdeckung von Straftaten) und dieser wurde auch angeklagt und führte letztlich zu den Verurteilungen, vollkommen d'accord.
"Morgens Aussage über seinen Besuch bei Höß "Ende 43 bis Anfang 44" kann natürlich auf einem Irrtum beruhen. Dem würde ich auch keine große Bedeutung beimessen."
Das hat auch keine große Bedeutung, allerdings meine ich, daß er bei Höß in Auschwitz war, ansonsten hätte er diese Aussage nicht während des Frankfurter Auschwitzprozesses gemacht - die Staatsanwaltschaft hätte ihn sonst auch kaum vorgeladen.
Jetzt eine Frage, vielleicht kannst Du mir da helfen. In dem von mir eingangs erwähnten Roman, "Letzte Haut" von Volker Altwasser, stellt der Autor darauf ab, daß Morgen "Mord mit Mord bewies".
http://www.matthes-seitz-berlin.de/scripts/buch.php?ID=270
Ich habe in meiner Uni-Bibliothek gesucht und folgendes gefunden:
Quelle:
SS-Im Einsatz
Eine Dokumentation über die Verbrechen der SS, 1960, Berlin
Kongress-Verlag Berlin, Herausgeber, Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer in der Deutschen Demokratischen Republik
S. 353
„Aus dem Tagebuch der Abteilung für Fleckfieber- und Virusforschung am Hygiene Institut der Waffen SS.
19.11.1943: Phosphor-Kautschuk-Brandbomben-Versuch
25.11.1943:
Zur Erprobung des Präparates „R17“ bei frischen Phosphor-Verbrennungen und von „Echinacinsalbe“ und „Echinacin extern“ zur Nachbehandlung von Phosphorbrandwunden, sämtlich von den Dr. Madus-Werken in Radebeul/Dresden, wurde an den nebenstehend genannten Tagen Verbrennungsversuch mit Phosphormasse, welche aus einer bei Leipzig aufgefundenen englischen Brandbombe entnommen wurde, an 5 Versuchspersonen durchgeführt.
5.1.1944
Protokolle an den Reichsarzt SS, mit der Bitte um Weiterleitung an die Madus-Werke, überschicken.
Gez. Dr. Ding
SS-Sturmbannführer
30. bis 31.12.43
Sonderversuch an vier Personen in Sachsen (eher Sachen) Koch/Hoven. Auf Befehl von SS-Gruppenführer Nebe wurde der Versuch in Anwesenheit von Dr. Morgen (Hervorhebung: durch mich) und Dr. Wehner durchgeführt.
Gez. Dr. Ding
SS-Sturmbannführer“
Quellenkritisch ist natürlich die einseitige "politische" Belastung anzumerken.
Andererseits geht es an dieser Stelle in dem Buch nicht um irgendwelche Ermittlungen sondern um die Darstellung von "medizinischen Versuchen".
http://www.zeit.de/1959/50/A-D-in-Buchenwald?page=all
Dr. Ding, auf die Schnelle verifiziert.
"Dafür erwartete den Berliner Kriminalisten die Ueberraschung gleich nach seiner Ankunft in Buchenwald. Fleckfieberspezialist Dr. Ding, nachmaliger Dr. Schuler, sprach ihn gleich auf die befohlenen Versuche an. Darauf Wehner: "Ab heute bearbeite ich den Fall Köhler. Und bis jetzt kenne ich den Fall nur vom Hörensagen. Schätzungsweise brauche ich acht bis zehn Tage allein, um mich durch die Akten zu wälzen." Dr. Morgen dagegen: "Der Versuch ist von Gruppenführer Müller angeordnet. Er soll übermorgen durchgeführt werden"
Morgen und Wehner kamen nie zum Einverständnis. Wehner: "Ich denke, ich soll jetzt den Fall übernehmen?" Morgen: "Sollen Sie auch, aber möglicherweise findet die Sache sehr schnell ihre Aufklärung."
Wehner bat Lobbes an den Fernschreiber und teilte ihm die beabsichtigten Versuche mit. Lobbes sprach mit Nebe und schrieb zurück: "Für Sie sind die Versuche nicht bindend, das ist nicht RKPA-Sache."
Aber Müller hatte sie befohlen. Wehner sprach mit Dr. Ding-Schuler. "Wenn Sie die Ergebnisse der Versuche nicht brauchen, weshalb soll ich als Arzt dann den Henker spielen?" fragte Dr. Ding. Wehner: "Das müssen Sie wissen. Meine Arbeit ist zunächst den objektiven Tatbestand festzustellen. Noch liegen die Kleider des Toten mit Resten von Erbrochenem in der Asservatenkammer des Arrestes, noch liegt kein Gutachten über die durch Sublimation gewonnenen Stoffe aus den Köhlerschen Leichenteilen vor."
Quelle:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44447325.html
Damit wäre der Morgen direkt an Morden beteiligt, wie siehst Du das?
Sandro
Wir sollten vielleicht erst mal anfangen, Quellen richtig einzuschätzen. Es handelt sich hierbei ja um rein romanhafte Darstellungen. Auch der SPIEGEL hatte in den 50er und 60er Jahren ein Stil und ein Niveau wie ein Dreigroschenheft.
Es werden lauter Zitate, wörtliche Rede, Einzelheiten gebracht, die frei erfunden sind. Primärquellen werden nicht genannt. Das Einzige, was im Groben stimmt, dürfte die Grundstory sein. Ansonsten galt auch den SPIEGEL: "Sex und Crime" unterhält den Leser am besten und fördert die Auflage.
Ich zitiere dazu mal aus einer SPIEGEL Geschichte von 16.2.1950 über Ilse Koch.
Überschrift: "Lady mit Lampenschirm".
In diesem üblen Story wird Ilse Koch als sexsüchtiges saditisches Monster hingestellt und völlig unglaubwürdige, längst der Lüge überführte Propagandageschichten der Alliierten wurden einfach als Tatsache kolportiert:
Bei Hysterie-Anfällen kann sie jegliche Selbstbeherrschung verlieren. Ilse Koch ist eine Nymphomanin. Darüber konstatiert Morgen: "Das kann man gar nicht erzählen!" Ilse liebt das Vulgäre. In ihren Flüchen kommt das zum Ausdruck. Den ihr später nachgerühmten Sex Appeal hat die Koch in Morgens Augen nicht.
..
Auch eine Tischlampe aus Menschenknochen mit einem Schirm aus Menschenhaut wurde angefertigt. Ueber den Verbleib dieser Lampe war nichts Genaues bekannt.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44447388.html
Seit dem Krieg wurden etwa 80.000 Romane und Prosaschriften über wirkliche oder angeblich Verbrechen der Nazis geschrieben. In den ersten Jahren galt die Regel: je unglaublicher und spektakulärer, je teuflischer und perfider, umso größer der Erfolg beim sensationslüsternen Leser, umso größer auch die Anerkennung bei den Siegermächten. Es wurde so ziemlich alles als Tatsache hingestellt, was sich irgendjemand aus den Fingern gesaugt hatte, wenn das Verbrechen nur monströs genug beschrieben wurde. Das ist z.T. ja auch heute noch nicht anders, denkt man an Filme wie "Schindlers Liste", aber heute mischen sich doch zunehmend auch mehr kritische Stimmen hinein.
Die deutschen Medien waren allesamt "Linzensmedien", mußten also eine Lizenz der Siegermächte erhalten, so auch der SPIEGEL.
Insofern ist es sehr schwierig, aus romanhaften Nachkriegsdarstellungen einen wahren Kern zu extrahieren, das geht wohl auch nur, wenn Primärquellen, also aus der Zeit vor 45, auch zur Verfügung stehen. Das nächste Problem ist dann allerdings, daß die wenigen Primärquellen oft bis heute zurückgehalten werden und daß außerdem ein großer Teil nachweislich von Sowjets, aber auch Amerikanern, nachträglich gefälscht wurde. Unter Stalin gab es ganze Propagandaabteilungen, die sich z.B. nur mit Fotofälschungen befaßten.
Von dieser unsicheren Quellenlage mal abgesehen halte ich es aber durchaus für möglich, daß Morgen bei medizinischen Versuchen mit Häftlingen anwesend war. Zumindest einige hat es ja nachweislich gegeben, aber sicher auch nicht alle, die später behauptet wurden.
Anwesend heißt aber nicht notwendigerweise "mitschuldig", denn dazu wurde er abkommandiert. Im Nürnberger Prozess wurde er scheinheilig von den Richtern gefragt: "Was taten Sie gegen die Massenvernichtungen, als Sie davon Kenntnis bekommen hatten?"
Morgen windet sich und erklärt, er habe vorgehabt, "das System von innen aufzubrechen" durch reihenweise Anklagen gegen alle Beteiligten. Eine völlig lächerliche Vorstellung, denn weder gegen medizinische Versuche, noch gegen Massenvernichtungen, hätte Morgen in seiner Position auch nur das geringste tun können. Zumindest nicht ohne die Rückendeckung Himmlers oder anderer Größen. Das dürfte dem russischen Ankläger auch völlig klar gewesen sein, die Amerikaner dagegen waren in dieser Hinsicht ja immer etwas naiv.
@Dyrnwyn
"Morgen windet sich und erklärt, er habe vorgehabt, "das System von innen aufzubrechen" durch reihenweise Anklagen gegen alle Beteiligten. Eine völlig lächerliche Vorstellung, denn weder gegen medizinische Versuche, noch gegen Massenvernichtungen, hätte Morgen in seiner Position auch nur das geringste tun können."
Vollkommen d'accord.
Das mit der romanhaften Darstellung verstehe ich nicht ganz, sorry.
"SS Im Einsatz" ist kein Roman sondern ein Sachbuch, mit allen quellenkritischen Bedenken (DDR, 1960).
Altwassers Buch, Letzte Haut, ist ein Roman und er bezieht sich hinsichtlich der Tötungen der Kriegsgefangenen zur Beweissicherung auf dieses Sachbuch, aber nur an dieser Stelle.
Sandro
@Dyrnwyn
Das mit der romanhaften Darstellung verstehe ich nicht ganz, sorry.
"SS Im Einsatz" ist kein Roman sondern ein Sachbuch, mit allen quellenkritischen Bedenken (DDR, 1960).
Altwassers Buch, Letzte Haut, ist ein Roman und er bezieht sich hinsichtlich der Tötungen der Kriegsgefangenen zur Beweissicherung auf dieses Sachbuch, aber nur an dieser Stelle.
Sandro
Ich bezog mich dabei auf den von Dir geposteten Spiegel Artikel sowie den ZEIT-Artikel nach einem Roman von Ernst v. Salomon. Salomon schätze ich aber übrigens sehr wegen seines Romans "Der Fragebogen".
Was die DDR-Quelle betrifft: Ich kenne das Buch nicht, aber schon angesichts der Herkunft (Herausgeber: "Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer in der DDR ." sic..) halte ich es unter Quellengesichtspunkten für völlig wertlos. Besser gesagt: es hat seinen Wert hinsichtlich der Information über die DDR Propaganda in den 1960er Jahren.
Ich selbst war öfters in der DDR und habe u.a. auch Buchenwald besucht. Was da an angeblichen "Sachbehauptungen" allein im "Dokumentationszentrum" zusammengedichtet wurde, behauptet heute ernsthaft niemand mehr. U.a. wurde mit wissenschaftlichem Anstrich "bewiesen", daß in Buchenwald "50.000 antifaschistische Widerstandskämpfer" ermordet sein sollten. Die Glaubwürdigkeit solcher Quellen liegt etwa auf gleicher Ebene wie die der sowjetischen Ankläger in Nürnberg (Stichwort: Katyn)
vBulletin® v3.8.7, Copyright ©2000-2012, Jelsoft Enterprises Ltd.