Kleinlok
07.01.10, 11:02
Ab und zu erreicht mich ein Newsletter der Zeit Redaktion.
So auch gestern.
Chefredakteur Giovanni di Lorenzo schreibt den Empfängern dieses Newsletter;
Liebe Leserin, lieber Leser,
am Donnerstag erscheint die neue ZEIT - mit dem Wichtigsten aus Politik, Wirtschaft, Wissen und Kultur. Ich freue mich, Ihnen hier einige Themen der neuen Ausgabe vorstellen zu können.
Ihr
Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur
Anbei ist ein kurzes knappes Inhaltsverzeichnis beigefügt, dass Appetit auf den Kauf dieser Zeitung machen soll. Anders kann ich mir den Sinn dieses Newsletters nicht erklären. Witzig zwar schon, dass der sympathisch wirkende Herr di Lorenzo schon davon ausgeht, dass die Empfänger alle die Zeit lesen, in meinem Fall leigt er daneben, weil ich:
a) kein Geld habe für die Zeit
b) wegen a) keine Zeit habe für die Zeit
Ich habe Zeit, kurz das besagte beigefühte Inhaltsverzeichnis zu studieren, ein paar Themen würden mich durchaus interessieren, aber da das keine Links zu kostenlosen weiterführenden Darstellungen sondern nur Appetitmacher sind, wird nichts draus, sich damit zu beschäftigen.
Denn in diesem miesen verlogenen Merkel-Deutschland, wo sich inzwischen fast alles nur um das eine dreht (selbst das Wort mit den drei Buchstaben hat da verloren :banana:), da stelle ich noch einmal ganz persönlich für mich heraus, dass ich
a) kein Geld habe für die Zeit
(für fast alles andere auch nicht mehr).
Zurück zum besagten Inhaltsverzeichnis, das gibt´s ja noch gratis:
Der Titel eines Beitrages stösst mir auf.
Ich nehme mir dann, auch wenn das inkonsequent zu dem eben von mir gesagten erscheint, die Zeit für eine Nachricht an Herrn Lorenzo, wo ich ihn auf mein Befremden angesichts des einen Titels hin anspreche.
Wenigstens kostet mich das kein Geld, dass ich definitiv nicht mehr habe, zumindest nicht für Sachen, die an mir vorbeigehen oder mir vorbeischreiben. :banana:
Sehr geehrter Herr di Lorenzo!
Danke für Ihren Newsletter.
Auf Grund meiner bescheidenen finanziellen Situation als Student (bei uns an der Frankfurter Uni sind im öffentlichen Aushang nur miserable bezahlte Jobs oder ausbeuterische Praktikumsangebote zu finden, auf die ich mit Sicherheit nicht eingehe),ist es mir aber nicht möglich die von Ihnen beworbene Ausgabe der Zeit zu kaufenund zu lesen.
Ich nehme aber dennoch gerne kurz Bezug auf Ihre Vorstellung der Beiträge in der aktuellen Zeit und gestatten Sie mir bitte meine Kritik an der m.E. sehr oberflächlich formulierte Überschrift des Beitrages im Feuilleton:
Architektur:
»Yes, Afri-can!« - Das zerrissene Südafrika will in neuen Fußball-Stadien zu sich selbst finden. Ein deutscher Architekt hilft dem Land dabei.
Meine Frage an Sie, die Redaktion der Zeit
bzw. den zuständigen Redaktuer/Autor dieser Zeilen:
Wer darf sich zu den hier von der Zeit postulierten "zerrissenen Südafrika" rechnen, genauer: wer von der Millionen Südafrikanern sieht in dem zig-Millionen Rand bzw. Dollar teuren Bau von Fußball Stadien wirklich einen Akt der Selbstfindung?
Bei aller Begeisterung für den Fußball:
Sind Sie bzw. die Zeit wirklich der Ansicht, dass wo Armut und Elend in südafrikanischen Townships nach wie vor zu Hause sind und der dortigen schwarzen Bevölkerung schwer zu schaffen machen, der Bau solcher Luxusstadien nicht immens provokativ wirken und die Zerissenheit dieses Landes möglicherweise verschärfen könnte?
Ich finde, dass wir nicht unbedingt stolz darauf sein sollten, dass ein deutscher Architekt an dem Bau dieser Stadien beteiligt ist, einem der Bau der vielleicht die sozialen Hintergründe in diesem Land sträflich missachtet?
Möglicherweise kann der sicher fähige Architekt auf Grund des Nichterkennens dieser sozialen Hintergründe mit seinem dortigen baulichen Engagement gar nichts zur Entspannung der sozialen Lage in diesem Lande beitragen und ich behaupte mal:
Das will er vermutlich auch gar nicht, zumindest nicht in entscheidender Priorität, da der Bau solch prestigeträchtiger Bauten bei ihm aus einem anders gelagerten Eigeninteresse einen eindeutigen Vorrang geniessen dürfte?
Prestigebauten werden aus anderen Gründen gebaut als zur Befriedung von Volksinteressen oder positiver Stimulierung der Volksgemeinschaft, diesen Leitsatz erkenne ich genauso für Südafrika wie für Deutschland gültig, wo hochbezahlte Eliten mit teuren prestigträchtigen Investitionen ähnlich lächerlich und wirkunsglos die Spaltung bzw. soziale Zerrissenheit der deutschen Nation nicht wirklich aufhalten oder gar überwinden können.
6 Wochen Halli-Galli bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 haben in Deutschland auf Dauer nicht die Misstände und die Zerrissenheit des deutschen Volkes beseitigen können, nicht einmal geholfen ein dafür im Ansatz sinnvolles geistiges Klima zu schaffen.
Diese Weltmeisterschaft hat neben einem kurzfristigen und sicher netten Spaß in dieser Zeit dem deutschen Volk ausser immensen Kosten nicht viel Nachhaltiges beschert und dem kurzzeitigen Jubel sind längst angesichts der sozialen Mißstände in diesem miserabel regierten Lande zunehmende Depression und Agression bei nicht wenigen Menschen in diesem Lande gefolgt. Eine dynamische Verschärfung dieser ungesunden Entwicklung droht nicht mehr nur, sondern ist für meine Begriffe inzwischen unschwer erkennbar.
Leider scheint die "Zeit" mit der benannten Überschrift, bewusst oder unbewusst auch nur der aktiven Realitätsverweigerung Vorschub leisten zu wollen, die viele Medien in diesem zur Realitätsverweigerung tendierenden Land seit langem betreiben.
Das finde/fände ich alles andere als in Ordnung und das ärgert mich als Mensch, der die eigentliche traurige Realität der sozialen Zerrissenheit in diesem Deutschland tagtäglich erfahren muss.
Für eine solche scheinbar auch in der Zeit betriebene Realitätsverweigerung dann noch als Student bezahlen zu sollen,
das empfinde ich angesichts meiner sozialen Lage und der vieler Studierenden schlichtweg brüskierend.
Ich würde mich freuen, wenn meine Überlegungen von Ihnen
und Ihren Kolleg(inn)enzur Kenntnis genommen würden.
Mit freundlichen Grüßen, Thomas Schüller
So auch gestern.
Chefredakteur Giovanni di Lorenzo schreibt den Empfängern dieses Newsletter;
Liebe Leserin, lieber Leser,
am Donnerstag erscheint die neue ZEIT - mit dem Wichtigsten aus Politik, Wirtschaft, Wissen und Kultur. Ich freue mich, Ihnen hier einige Themen der neuen Ausgabe vorstellen zu können.
Ihr
Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur
Anbei ist ein kurzes knappes Inhaltsverzeichnis beigefügt, dass Appetit auf den Kauf dieser Zeitung machen soll. Anders kann ich mir den Sinn dieses Newsletters nicht erklären. Witzig zwar schon, dass der sympathisch wirkende Herr di Lorenzo schon davon ausgeht, dass die Empfänger alle die Zeit lesen, in meinem Fall leigt er daneben, weil ich:
a) kein Geld habe für die Zeit
b) wegen a) keine Zeit habe für die Zeit
Ich habe Zeit, kurz das besagte beigefühte Inhaltsverzeichnis zu studieren, ein paar Themen würden mich durchaus interessieren, aber da das keine Links zu kostenlosen weiterführenden Darstellungen sondern nur Appetitmacher sind, wird nichts draus, sich damit zu beschäftigen.
Denn in diesem miesen verlogenen Merkel-Deutschland, wo sich inzwischen fast alles nur um das eine dreht (selbst das Wort mit den drei Buchstaben hat da verloren :banana:), da stelle ich noch einmal ganz persönlich für mich heraus, dass ich
a) kein Geld habe für die Zeit
(für fast alles andere auch nicht mehr).
Zurück zum besagten Inhaltsverzeichnis, das gibt´s ja noch gratis:
Der Titel eines Beitrages stösst mir auf.
Ich nehme mir dann, auch wenn das inkonsequent zu dem eben von mir gesagten erscheint, die Zeit für eine Nachricht an Herrn Lorenzo, wo ich ihn auf mein Befremden angesichts des einen Titels hin anspreche.
Wenigstens kostet mich das kein Geld, dass ich definitiv nicht mehr habe, zumindest nicht für Sachen, die an mir vorbeigehen oder mir vorbeischreiben. :banana:
Sehr geehrter Herr di Lorenzo!
Danke für Ihren Newsletter.
Auf Grund meiner bescheidenen finanziellen Situation als Student (bei uns an der Frankfurter Uni sind im öffentlichen Aushang nur miserable bezahlte Jobs oder ausbeuterische Praktikumsangebote zu finden, auf die ich mit Sicherheit nicht eingehe),ist es mir aber nicht möglich die von Ihnen beworbene Ausgabe der Zeit zu kaufenund zu lesen.
Ich nehme aber dennoch gerne kurz Bezug auf Ihre Vorstellung der Beiträge in der aktuellen Zeit und gestatten Sie mir bitte meine Kritik an der m.E. sehr oberflächlich formulierte Überschrift des Beitrages im Feuilleton:
Architektur:
»Yes, Afri-can!« - Das zerrissene Südafrika will in neuen Fußball-Stadien zu sich selbst finden. Ein deutscher Architekt hilft dem Land dabei.
Meine Frage an Sie, die Redaktion der Zeit
bzw. den zuständigen Redaktuer/Autor dieser Zeilen:
Wer darf sich zu den hier von der Zeit postulierten "zerrissenen Südafrika" rechnen, genauer: wer von der Millionen Südafrikanern sieht in dem zig-Millionen Rand bzw. Dollar teuren Bau von Fußball Stadien wirklich einen Akt der Selbstfindung?
Bei aller Begeisterung für den Fußball:
Sind Sie bzw. die Zeit wirklich der Ansicht, dass wo Armut und Elend in südafrikanischen Townships nach wie vor zu Hause sind und der dortigen schwarzen Bevölkerung schwer zu schaffen machen, der Bau solcher Luxusstadien nicht immens provokativ wirken und die Zerissenheit dieses Landes möglicherweise verschärfen könnte?
Ich finde, dass wir nicht unbedingt stolz darauf sein sollten, dass ein deutscher Architekt an dem Bau dieser Stadien beteiligt ist, einem der Bau der vielleicht die sozialen Hintergründe in diesem Land sträflich missachtet?
Möglicherweise kann der sicher fähige Architekt auf Grund des Nichterkennens dieser sozialen Hintergründe mit seinem dortigen baulichen Engagement gar nichts zur Entspannung der sozialen Lage in diesem Lande beitragen und ich behaupte mal:
Das will er vermutlich auch gar nicht, zumindest nicht in entscheidender Priorität, da der Bau solch prestigeträchtiger Bauten bei ihm aus einem anders gelagerten Eigeninteresse einen eindeutigen Vorrang geniessen dürfte?
Prestigebauten werden aus anderen Gründen gebaut als zur Befriedung von Volksinteressen oder positiver Stimulierung der Volksgemeinschaft, diesen Leitsatz erkenne ich genauso für Südafrika wie für Deutschland gültig, wo hochbezahlte Eliten mit teuren prestigträchtigen Investitionen ähnlich lächerlich und wirkunsglos die Spaltung bzw. soziale Zerrissenheit der deutschen Nation nicht wirklich aufhalten oder gar überwinden können.
6 Wochen Halli-Galli bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 haben in Deutschland auf Dauer nicht die Misstände und die Zerrissenheit des deutschen Volkes beseitigen können, nicht einmal geholfen ein dafür im Ansatz sinnvolles geistiges Klima zu schaffen.
Diese Weltmeisterschaft hat neben einem kurzfristigen und sicher netten Spaß in dieser Zeit dem deutschen Volk ausser immensen Kosten nicht viel Nachhaltiges beschert und dem kurzzeitigen Jubel sind längst angesichts der sozialen Mißstände in diesem miserabel regierten Lande zunehmende Depression und Agression bei nicht wenigen Menschen in diesem Lande gefolgt. Eine dynamische Verschärfung dieser ungesunden Entwicklung droht nicht mehr nur, sondern ist für meine Begriffe inzwischen unschwer erkennbar.
Leider scheint die "Zeit" mit der benannten Überschrift, bewusst oder unbewusst auch nur der aktiven Realitätsverweigerung Vorschub leisten zu wollen, die viele Medien in diesem zur Realitätsverweigerung tendierenden Land seit langem betreiben.
Das finde/fände ich alles andere als in Ordnung und das ärgert mich als Mensch, der die eigentliche traurige Realität der sozialen Zerrissenheit in diesem Deutschland tagtäglich erfahren muss.
Für eine solche scheinbar auch in der Zeit betriebene Realitätsverweigerung dann noch als Student bezahlen zu sollen,
das empfinde ich angesichts meiner sozialen Lage und der vieler Studierenden schlichtweg brüskierend.
Ich würde mich freuen, wenn meine Überlegungen von Ihnen
und Ihren Kolleg(inn)enzur Kenntnis genommen würden.
Mit freundlichen Grüßen, Thomas Schüller