Gideon
31.12.09, 19:30
Denken wir uns den Jahresbeginn 2010 ohne den Mauerfall und die Wiedervereinigung 20 Jahre zuvor: Wirtschaftlich würde es der DDR schlimmer ergehen als Polen 1980. Städte wie Görlitz, Naumburg, Schwerin, Stralsund, Wittenberge, jetzt Stolz und Zierde des vereinten Landes, wären Plattenbauwüsten. Die Mauer in Berlin stünde unangefochten, verschönt allerdings durch Blumenrabatten. Eine neue Sorte Landminen an der innerdeutschen Grenze würde nur noch Füße zerfetzen, aber nicht mehr töten.
Bundeskanzler Oskar Lafontaine (SPD), im Amt seit 1991, würde beides als Zeichen ernsthaften Reformwillens in der Ost-Berliner Führung begrüßen. Die Westpresse grübelte über die Gerüchte eines Zickenkriegs im verjüngten SED-Politbüro zwischen Petra Pau und Sahra Wagenknecht nach. Der Bundesbeauftragten für gleichgeschlechtliche Lebensweisen, Frauen und Familie, Alice Schwarzer (parteilos), bliebe es vorbehalten, die Spekulationen auf ihren politischen Kern zurückzuführen: Unsere DDR-Schwestern emanzipieren sich von den männlichen Machtstrukturen!
Wiedervereinigung war alles andere als selbstverständlich
Wer aus der DDR kommt, wird die Realität, so kritikwürdig sie ist, solchem Alptraum auf jeden Fall vorziehen. Für jene Westdeutschen, für die die Wiedervereinigung keinen Wert an sich darstellt, denen sie auch keine berufliche Perspektive inklusive „Buschzulage“ eröffnet hat, könnte sich ihr Vorzug wenigstens auf einer abstrakten Ebene ergeben: indem sie nämlich die Rettung und den friedlichen Zugewinn von Landschaften, Orten, städtebaulichen Schönheiten, die eine nationalgeschichtliche und -kulturelle Tiefendimension enthalten, auf sich selber zu beziehen lernen.
Die Wiedervereinigung, die gern als Naturereignis beschrieben wird, war alles andere als selbstverständlich. Unmittelbar, ehrlich und real war sie zuletzt durch den Ost-Berliner Aufstand vom 17. Juni 1953 auf die Tagesordnung gesetzt worden. Dieses Datum ist von doppelter Tragik, denn nach Stalins Tod sandte die Sowjetunion Signale aus, daß sie die DDR möglicherweise zur Disposition stellen wolle. Welchen Preis die Bundesrepublik und der Westen dafür zu zahlen bereit waren, mußten beide nicht beweisen, denn nach dem Aufstand hätte die Preisgabe der DDR einen Prestigeverlust bedeutet, den die östliche Supermacht sich nicht leisten konnte. Der Tag der Deutschen Einheit wurde danach zu einem Ritual, dessen Sinn von immer weniger Menschen verstanden wurde.
Der Sozialstaat ist pleite
Die Demokratie ist zur Akklamation eines Parteienstaates und der Brüsseler Bürokratie degeneriert. Seine Intellektuellen schwadronieren über die Vereinbarkeit des politischen Islam mit Demokratie und Rechtsstaat, was an die fatale Umarmungsstrategie eines Franz von Papen gegenüber Hitler erinnert. Staatliche Schnüffeldienste erforschen Gesinnungen, Bankkonten und Bewegungsprofile.Der Quelle-Konzern, der das Wirtschaftswunder und den Massenwohlstand im Wortsinne greifbar machte, der die Alltagsästhetik bestimmte und dann in der Ex-DDR für den Anschluß an die westliche Konsumwelt sorgte, hat gerade seine Pforten geschlossen. Der Sozialstaat ist pleite, alimentiert und belohnt aber unverdrossen die Regenerierung einer leistungsunwilligen und -fähigen Unterschicht.
Die inneren Kräfteverhältnisse können zu der Ansicht verführen, daß nur noch ein Wunder solche destruktiven Tendenzen aufhalten kann. In diesem Sinne lassen uns die Ereignisse vor 20 Jahren hoffen: Sie zeugen davon, daß Wunder möglich sind.
http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display.154+M5817611ade0.0.html
Hier wird sich alles zum Guten, zur Freiheit des deutschen Volkes und all seinen Stämmen und Urgebieten entwickeln.
Bundeskanzler Oskar Lafontaine (SPD), im Amt seit 1991, würde beides als Zeichen ernsthaften Reformwillens in der Ost-Berliner Führung begrüßen. Die Westpresse grübelte über die Gerüchte eines Zickenkriegs im verjüngten SED-Politbüro zwischen Petra Pau und Sahra Wagenknecht nach. Der Bundesbeauftragten für gleichgeschlechtliche Lebensweisen, Frauen und Familie, Alice Schwarzer (parteilos), bliebe es vorbehalten, die Spekulationen auf ihren politischen Kern zurückzuführen: Unsere DDR-Schwestern emanzipieren sich von den männlichen Machtstrukturen!
Wiedervereinigung war alles andere als selbstverständlich
Wer aus der DDR kommt, wird die Realität, so kritikwürdig sie ist, solchem Alptraum auf jeden Fall vorziehen. Für jene Westdeutschen, für die die Wiedervereinigung keinen Wert an sich darstellt, denen sie auch keine berufliche Perspektive inklusive „Buschzulage“ eröffnet hat, könnte sich ihr Vorzug wenigstens auf einer abstrakten Ebene ergeben: indem sie nämlich die Rettung und den friedlichen Zugewinn von Landschaften, Orten, städtebaulichen Schönheiten, die eine nationalgeschichtliche und -kulturelle Tiefendimension enthalten, auf sich selber zu beziehen lernen.
Die Wiedervereinigung, die gern als Naturereignis beschrieben wird, war alles andere als selbstverständlich. Unmittelbar, ehrlich und real war sie zuletzt durch den Ost-Berliner Aufstand vom 17. Juni 1953 auf die Tagesordnung gesetzt worden. Dieses Datum ist von doppelter Tragik, denn nach Stalins Tod sandte die Sowjetunion Signale aus, daß sie die DDR möglicherweise zur Disposition stellen wolle. Welchen Preis die Bundesrepublik und der Westen dafür zu zahlen bereit waren, mußten beide nicht beweisen, denn nach dem Aufstand hätte die Preisgabe der DDR einen Prestigeverlust bedeutet, den die östliche Supermacht sich nicht leisten konnte. Der Tag der Deutschen Einheit wurde danach zu einem Ritual, dessen Sinn von immer weniger Menschen verstanden wurde.
Der Sozialstaat ist pleite
Die Demokratie ist zur Akklamation eines Parteienstaates und der Brüsseler Bürokratie degeneriert. Seine Intellektuellen schwadronieren über die Vereinbarkeit des politischen Islam mit Demokratie und Rechtsstaat, was an die fatale Umarmungsstrategie eines Franz von Papen gegenüber Hitler erinnert. Staatliche Schnüffeldienste erforschen Gesinnungen, Bankkonten und Bewegungsprofile.Der Quelle-Konzern, der das Wirtschaftswunder und den Massenwohlstand im Wortsinne greifbar machte, der die Alltagsästhetik bestimmte und dann in der Ex-DDR für den Anschluß an die westliche Konsumwelt sorgte, hat gerade seine Pforten geschlossen. Der Sozialstaat ist pleite, alimentiert und belohnt aber unverdrossen die Regenerierung einer leistungsunwilligen und -fähigen Unterschicht.
Die inneren Kräfteverhältnisse können zu der Ansicht verführen, daß nur noch ein Wunder solche destruktiven Tendenzen aufhalten kann. In diesem Sinne lassen uns die Ereignisse vor 20 Jahren hoffen: Sie zeugen davon, daß Wunder möglich sind.
http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display.154+M5817611ade0.0.html
Hier wird sich alles zum Guten, zur Freiheit des deutschen Volkes und all seinen Stämmen und Urgebieten entwickeln.