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Walter Hofer
28.12.09, 22:24
Fluch oder Segen?

Vorbemerkung:
Dieser Strang ist für user mit wirtschaftlichen Grundkenntnissen gedacht.
Spam wird erbarmungslos entfernt.

1. Die wirtschaftliche Situation am Ende der Weimarer Republik

Das Ende der Weimarer Republik war wirtschaftlich von den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise geprägt, die am 29. Okt. 1929 (Schwarzer Freitag) mit dem Börsenkrach in den USA ihren Ausgangspunkt hatte. Sie erfaßte bald alle anderen Industriestaaten außer der Sowjetunion. In den USA sank die Produktion von 1929 bis 1932 um fast 50 %, und die Zahl der Arbeitslosen stieg 1932 auf 15 bis 17 Mill.

In Deutschland entwickelte sich die Krise schärfer als in den anderen Ländern, da die relative Stabilität bis 1929 hauptsächlich durch US-Kredite finanziert wurde, die jetzt kurzfristig zurückgezahlt werden mußten. Die Produktion ging bis 1932 um über 40 % zurück und die Zahl der Arbeitslosen stieg auf 6 Mill. (44,4 %). Die sozialen Folgen waren verheerend. Der Nettowochenlohn der Industriearbeiter fiel von rd. 42 RM 1929 auf rd. 22 RM 1932, wobei das Existenzminimum 1932 bei rd. 39 RM pro Woche lag. Selbst 70 % der Ärzte verdienten 1932 weniger als 170 RM im Monat. In Preußen wurden von 22.000 Lehrerabsolventen nur 990 in den Schuldienst übernommen. Das sind gerade mal 4,5 % der Absolventen. Die Zahl der zwangsversteigerten Bauernhöfe stieg von 3.173 im Jahre 1929 auf 7.060 im Jahre 1932. Die Pleiten von Kleinbetrieben stieg auf über 40.000 pro Jahr. 1930 gingen selbst 1142 größere Betriebe in Konkurs.

In dieser Situation griffen die Regierungen Brüning, Papen und Schleicher zu einer Politik des Sparens und des Sozialabbaues, was die Krise und die sozialen Spannungen noch verschärfte. Die Beamtengehälter wurden gekürzt, die Arbeitslosenunterstützung wurde von 26 auf 6 Wochen begrenzt, die Renten wurden stark gemindert und die Leistungen der Krankenversicherung wurden abgebaut, um nur einige zu nennen.

Mit der Weltwirtschaftskrise von 1929 bis 1932 entwickelte sich für das deutsche Kleinbürgertum die drohende Gefahr, wirtschaftlich endgültig ruiniert und proletarisiert zu werden. Das Proletariat wurde auf einen Lebensstandard am Rande des Existenzminimums gezwungen. Das Bürgertum lebte in der Angst, die Situation könne außer Kontrolle geraten und revolutionäre Parteien könnten die Macht übernehmen.

ff

herberger
28.12.09, 22:32
Toller Artikel,jetzt erzähle uns bitte warum Deutschland besonders hart von der Weltwirtschaftskrise von 1929 betroffen war?
2.Frage warum befürchtete nur das Bürgertum etwas?


Zur Ergänzung nur eine Person pro Haushalt bekam Arbeitslosengeld,egal wieviel Empfängerberechtigte im Haushalt lebten.

Walter Hofer
28.12.09, 22:37
2. Die wirtschaftspolitischen Forderungen der NSDAP

Die wirtschaftspolitischen Forderungen der NSDAP waren antimonopolistisch, antikapitalistisch und kleinbürgerlich. Sie forderten in ihrer Propaganda:

-Brechung der Zinsknechtschaft
-Abschaffung des raffenden Kapitals
-Schließung der Kaufhäuser
-Verstaatlichung der Trusts
-Enteignung der Kriegsgewinnler
-Gewinnbeteiligung in Betrieben
-Eine Bodenreform
-Abschaffung des arbeits- und mühelosen Einkommens
-Förderung des Mittelstandes
-Ausbau der Altersversorgung

Weitere Forderungen waren die Aufhebung des Versailler Vertrages, der Zusammenschluß aller Deutschen in Großdeutschland, die Rückgabe der ehemaligen deutschen Kolonien, die Aberkennung der Staatsbürgerschaft für Juden sowie deren Ausweisung und den Ausbau der Volksbildung.

Im Folgenden gilt es festzustellen, inwieweit dieser Forderungskatalog
Schritt für Schritt umgesetzt wurde (oder auch nicht) und welche Folgen die Umsetzung für die Bürger und für die gesamte Volkswirtschaft des Reiches hatte.

herberger
28.12.09, 22:41
Walter ich begrüsse den Strang und hoffe du willst nur informieren und nichts beweisen.

Walter Hofer
28.12.09, 22:42
,jetzt erzähle uns bitte warum Deutschland besonders hart von der Weltwirtschaftskrise von 1929 betroffen war?


In Deutschland entwickelte sich die Krise schärfer als in den anderen Ländern, da die relative Stabilität bis 1929 hauptsächlich durch US-Kredite finanziert wurde, die jetzt kurzfristig zurückgezahlt werden mußten. (s. Eingangsbeitrag)


3. Reparationen

Ab 1924 gelang schrittweise die Lösung auf dem Konferenzweg, zunächst mit dem Dawes-Plan (1924), dann mit dem Young-Plan (25. April 1929). Da wegen der kurz danach einsetzenden Weltwirtschaftskrise auch der Young-Plan undurchführbar war, einigte sich die Konferenz von Lausanne (9. Juli 1932) auf ein Ende der deutschen Zahlungsverpflichtungen.

herberger
28.12.09, 22:50
3. Reparationen

Gut Walter es waren der Dawn und Young Plan,aber etwas ausführlicher wäre besser.
Deutschland lebte nach 1923 von US Krediten denn die Deutschen mußten fast ihre gesammten Einnahmen an die Siegermächte abliefern.Beispiel die Deutsche Reichsbahn die mußte jährlich 20millionen Goldmark an die Siegermächte abliefern.
So 1929 war der große Börsenkrach und die Folge war das in den USA die Kredite für Deutschland komplett gesperrt wurden,das Deutschland total Bankrott ging,natürlich wurde Deutschland trotz Krise weiter ausgeplündert.

Walter Hofer
28.12.09, 22:59
4. Young-Plan und seine Auswirkungen bis in die Gegenwart

Dieser am 12. Dezember 1930 vom Reichstag angenommene Plan stieß in der bereits polarisierten deutschen Innenpolitik auf teils massive Ablehnung, mit den Nationalsozialisten an der polemischen Spitze. Da die 2 Milliarden jährliche Reparationszahlungen in Devisen aufzubringen waren, musste letztlich ein Außenhandelsüberschuss erwirtschaftet werden – mit Auslandskrediten war dies auf Dauer nicht finanzierbar. Unmöglich wurde dies im Gefolge der sich in Deutschland nun bereits massiv auswirkenden Weltwirtschaftskrise, die mit dem Abzug der kurzfristig vergebenen US-amerikanischen Kredite schnell extrem verschärft wurde; die Folgen der Weltwirtschaftskrise waren jedoch bei der Annahme des hohe Lasten für Deutschland bedeutenden Young-Planes noch vollkommen unbekannt.

Der am 30. März 1930 ernannte Reichskanzler Heinrich Brüning (Zentrum, 1885-1970) konnte daher nur ein Ziel haben, dem andere wirtschaftspolitische Ziele und Maßnahmen zu dienen hatten: Eine Demonstration des deutschen "Wollens" der Erfüllung des Young-Plans, gepaart mit einem objektivierbaren "Nicht-Könnens" der Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen. Brünings Ziel bestand darin, damit eine endgültige Streichung der Reparationen aufgrund der Demonstration der Unmöglichkeit ihrer finanziellen Erbringung trotz extremer Opferbereitschaft zu erreichen. Da eine deutsche Devisenerwirtschaftung durch eine egoistische Abschottungs- und Abwertungspolitik der ebenso von der Weltwirtschaftskrise gebeutelten Alliierten blockiert wurden, blieb Brüning für eine glaubwürdige Demonstration der Zahlungsunfähigkeit Deutschlands daher nur eine extrem scharfe Deflationspolitik übrig.

Als mit der Lausanner Konferenz am 9. Juli 1932 gegen eine bescheidene Zahlung die Reparationsfrage ihr juristisches Ende gefunden hatte, war Brüning wegen seiner Demission am 31. Mai 1932 schon nicht mehr im Amt. Nun konnten sich seine Nachfolger, Reichskanzler Franz von Papen (1879-1969) und Kurt von Schleicher (1882-1934), den Erfolg Brünings in der Beseitigung der Reparationsfrage unberechtigterweise an ihre Fahnen heften. Die vereinbarte Restzahlung von drei Milliarden Reichsmark wurde von deutscher Seite nie geleistet.

Jedoch ist anzumerken, dass die vom Deutschen Reich zuerst zur Finanzierung des Dawes- und dann des Young-Planes aufgenommenen Anleihen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Rahmen des Londoner Auslandsschuldenabkommens im Jahr 1953 wieder ein Verhandlungsgegenstand waren. Diese Anleihen werden seither wieder bedient, wobei die Tilgung noch bis zum Jahre 2020 andauert.

http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_44796

*JM*
28.12.09, 23:05
Gut Walter es waren der Dawn und Young Plan,aber etwas ausführlicher wäre besser.
Deutschland lebte nach 1923 von US Krediten denn die Deutschen mußten fast ihre gesammten Einnahmen an die Siegermächte abliefern.Beispiel die Deutsche Reichsbahn die mußte jährlich 20millionen Goldmark an die Siegermächte abliefern.
So 1929 war der große Börsenkrach und die Folge war das in den USA die Kredite für Deutschland komplett gesperrt wurden,das Deutschland total Bankrott ging,natürlich wurde Deutschland trotz Krise weiter ausgeplündert.

Die Kredite, die an Deutschland (Banken) vergeben worden waren, hatten kurze Laufzeiten. Die Gelder steckten aber in Projekten, deren Laufzeit länger war als die Laufzeit der Kredite.
Die US-Banken brauchten dringend Geld, da sie zahlungsunfähig wurden. Ergo gabs Rückzahlungsdruck für die Gläubiger und Deutschland war mitten drin in der Krise. So ging es jedoch auch anderen europäischen Ländern, die plötzlich Rückzahlungen leisten musste und ihrerseits zahlungsunfähig wurden.

Vielfach wurden die Kredite auch für Aktienspekulationen genutzt und die Aktien als Sicherheiten hinterlegt. Die sinkenden Kurse hatten einen Deckungsverlust zur Folge, was dann die Kartenhäuser einstürzen ließ.

Walter Hofer
28.12.09, 23:09
Die Kredite, die an Deutschland (Banken) vergeben worden waren, hatten kurze Laufzeiten. Die Gelder steckten aber in Projekten, deren Laufzeit länger war als die Laufzeit der Kredite.

ja!

Vielfach wurden die Kredite auch für Aktienspekulationen genutzt und die Aktien als Sicherheiten hinterlegt. Die sinkenden Kurse hatten einen Deckungsverlust zur Folge, was dann die Kartenhäuser einstürzen ließ.

Es bestand sofortige Nachschusspflicht bei Unterdeckung, kam die nicht, wurde das Depot liquidiert.

herberger
28.12.09, 23:09
Wurde in Lausanne beschlossen die kompletten Reparationszahlungen einzustellen?

herberger
28.12.09, 23:14
Ach so für die Unwissenden,wenn Walter schreibt der NS Staat war 1939 komplett bankrott,dann beziehen die Geschichten Erzähler immer die Kriegsschulden aus dem 1.Weltkrieg mit ein,die Schulden die Hitler nicht bediente und auch nicht vor hatte zu bedienen.

herberger
28.12.09, 23:20
Aber als Leie werde ich mich nicht an einer pseudo Experten Diskusion beteiligten.Denn die Bankrott Geschichte wird vermehrt erzählt,seit die Revisionisten stänkern.Und Wirtschaftsgeschichte ist ein minderheiten Wissen,und da können sich die Geschichtsfälscher ohne großen Wiederspruch ausmisten.

herberger
28.12.09, 23:24
Die Kredite, die an Deutschland (Banken) vergeben worden waren, hatten kurze Laufzeiten. Die Gelder steckten aber in Projekten, deren Laufzeit länger war als die Laufzeit der Kredite.
Die US-Banken brauchten dringend Geld, da sie zahlungsunfähig wurden. Ergo gabs Rückzahlungsdruck für die Gläubiger und Deutschland war mitten drin in der Krise. So ging es jedoch auch anderen europäischen Ländern, die plötzlich Rückzahlungen leisten musste und ihrerseits zahlungsunfähig wurden.

Vielfach wurden die Kredite auch für Aktienspekulationen genutzt und die Aktien als Sicherheiten hinterlegt. Die sinkenden Kurse hatten einen Deckungsverlust zur Folge, was dann die Kartenhäuser einstürzen ließ.

Das wird wohl stimmen nehme ich mal an,aber ich mach das hier ohne etwas zu googeln.

Walter Hofer
28.12.09, 23:25
Ach so für die Unwissenden,wenn Walter schreibt der NS Staat war 1939 komplett bankrott,dann beziehen die Geschichten Erzähler immer die Kriegsschulden aus dem 1.Weltkrieg mit ein,die Schulden die Hitler nicht bediente und auch nicht vor hatte zu bedienen.

sei doch nicht so voreilig, wird sind gerade mal im Jahr 1933, zu Beginn der NS-Herrschaft mit Darstellung der Ausgangslage.

herberger
28.12.09, 23:28
sei doch nicht so voreilig, wird sind gerade mal im Jahr 1933, zu Beginn der NS-Herrschaft mit Darstellung der Ausgangslage.

Entschuldigung Walter ich wollte deinen sehr informativen Strang nicht vorzeitig kaputt machen.

Sagen wir mal so,Hitler hat sich geweigert seine Schulden an Al Capone zu zahlen.1939 schickte Al Capone die Geldeintreiber zu Hitler.

Igni et ferro
28.12.09, 23:45
Entschuldigung Walter ich wollte deinen sehr informativen Strang nicht vorzeitig kaputt machen.

Sagen wir mal so,Hitler hat sich geweigert seine Schulden an Al Capone zu zahlen.1939 schickte Al Capone die Geldeintreiber zu Hitler.

sehr gut recherchiert, Brahmsi, nur wer waren die Geldeintreiber die Capone zu Hitler schickte?
Falcone, Bartolozzi, Gallo und Rotolo wurden ja schon bei der Landung in Berlin verhaftet und weggesperrt.

herberger
28.12.09, 23:46
sei doch nicht so voreilig, wird sind gerade mal im Jahr 1933, zu Beginn der NS-Herrschaft mit Darstellung der Ausgangslage.

Ach so Walter hat nicht Roosevelt mit dem new deal das gleiche gemacht wie Hitler?

herberger
28.12.09, 23:50
sehr gut recherchiert, Brahmsi, nur wer waren die Geldeintreiber die Capone zu Hitler schickte?
Falcone, Bartolozzi, Gallo und Rotolo wurden ja schon bei der Landung in Berlin verhaftet und weggesperrt.

Gut das du fragst Igni,das hätte ich auch gleich erklären sollen,das war Metapher Sprache, Al Capon steht für die USA und die Geldeintreiber waren GB und Frankr.

Igni et ferro
28.12.09, 23:54
Gut das du fragst Igni,das hätte ich auch gleich erklären sollen,das war Metapher Sprache, Al Capon steht für die USA und die Geldeintreiber waren GB und Frankr.

Al Capone kann nicht für USA stehen, da er nur für sich einstand, und selbst den Staat USA beschiss wo er nur konnte... was ihm letztendlich das Genick "brach".

herberger
28.12.09, 23:57
Al Capone kann nicht für USA stehen, da er nur für sich einstand, und selbst den Staat USA beschiss wo er nur konnte... was ihm letztendlich das Genick "brach".

Na denn symbolisch mit ein Schuß Ironie.
Danke das du mitarbeitest