PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Selbstmord ?


Praktiker
10.11.09, 21:51
Nationaltorhüter Robert Enke ist seit heute abend tot !
Die Polizei geht von Selbstmord aus.

Wie auch immer:
Mein Beileid an alle Fussball-Fans,
besonders an die Hannoveraner..........

Itchy
10.11.09, 21:53
Der lokfuehrer tut mir leid!

Freibeuter
10.11.09, 21:55
Der lokfuehrer tut mir leid!

Na mir eher die arme Frau , und das Kind , dass jetzt den Vater verloren hat...:gn8:

Ace of Spades
11.11.09, 15:43
Na mir eher die arme Frau , und das Kind , dass jetzt den Vater verloren hat...:gn8:

Wer mir alles leid tut kann ich aus Platzmangel nicht ausdrücken.

tabasco
11.11.09, 16:28
Na mir eher die arme Frau , und das Kind , dass jetzt den Vater verloren hat...:gn 8:

Mir tut der gänzlich unbeteiligter Lokführer, Lokführers Frau und Lokführers Kind leid. Wer sich umbringen will, hänge sich lieber auf. Das soll sich mittlerweile herumgesprochen haben. Muss man völlig unbeteiligte Menschen echt in den Wahnsinn treiben, wenn man sich bloß umbringen will?!

herberger
11.11.09, 16:41
Sollte man als Aussenstehender das überhaupt beurteilen?

tabasco
11.11.09, 16:44
Sollte man als Aussenstehender das überhaupt beurteilen?

JA und noch mal JA!

herberger
11.11.09, 16:49
JA und noch mal JA!

Gut,ich bin jedenfalls nicht in der Lage da zu.

Man nennt so etwas auch Tragödie,wo es nur Opfer gibt.

Herr Bratbäcker
11.11.09, 18:35
Nationaltorhüter Robert Enke ist seit heute abend tot !


Tagaus tagein nur Fußball. Ich kann ihn verstehen.

herberger
11.11.09, 18:41
Tagaus tagein nur Fußball. Ich kann ihn verstehen.

Dieser Sarkasmus zeugt von einer gewissen Verrohtheit,bist du Opfern immer so gleichgültig gegenüber,oder selektierst du auch ein wenig?

tabasco
11.11.09, 19:01
Dieser Sarkasmus zeugt von einer gewissen Verrohtheit,bist du Opfern immer so gleichgültig gegenüber,oder selektierst du auch ein wenig?
Verrohtheit?

Und was für ein "Opfer" ist nun der olle Enke?

Herberger, es gibt so manche, denen geht Fussball am Allerwertesten vorbei und manche haben den Namen Robert Enke noch nie gehört. Es gibt viele Depressive und viele Selbstmörder. Mein Mitleid in diesem Fall beschränkt sich auf den Lokführer.

Yesterday
11.11.09, 19:01
Mir tut der gänzlich unbeteiligter Lokführer, Lokführers Frau und Lokführers Kind leid. (...)

…genau das trifft den Punkt.

herberger
11.11.09, 19:15
Verrohtheit?

Und was für ein "Opfer" ist nun der olle Enke?

Herberger, es gibt so manche, denen geht Fussball am Allerwertesten vorbei und manche haben den Namen Robert Enke noch nie gehört. Es gibt viele Depressive und viele Selbstmörder. Mein Mitleid in diesem Fall beschränkt sich auf den Lokführer.

Nun ich sehe gerade im TV,und sehe dort die Trauer,und dort wird so übertrieben getrauert das man schon den Verdacht hat,das es für einige prominente Menschen eine günstige Gelegenheit zur Selbstdarstellung ist,das ist genauso widerlich.Ich selber trauere auch nicht,für mich ist das eine Nachricht wie viele,und kommentiere sie nicht selber für mich.Also wenn jemand minus Punkte verteilen möchte,dann ist das auch nicht weiter tragisch.

Ace of Spades
11.11.09, 21:37
Sollte man als Aussenstehender das überhaupt beurteilen?

Dieses Trauma kann dem Lokführer die Existenz kosten.

Itchy
11.11.09, 21:44
ich weiß echt nicht, was ihr habt. Wenn sich einer umbringen will, kann er zig sachen machen, die niemandem mehr weh tun als notwendig. da muss man nicht noch einem vollkommen unbeteiligten, arglosen menschen das leben versauen.
und es ist wohl kaum als unanständig zu bezeichnen, dies zu sagen.

Itchy
11.11.09, 21:48
Es gibt viele Depressive und viele Selbstmörder. Mein Mitleid in diesem Fall beschränkt sich auf den Lokführer.

Ich kannte den auch nicht.
Aber klar, tut er mir auch leid, dass er nicht stark genug war, dass er nur diesen Ausweg sah. Das ist tragisch. Bei jedem Selbstmörder. Aber Selbstmord zählt nicht. Schon garnicht, wenn man Anhang hat. Da muss man weitermachen. Er hat gestern Abend einen großen Fehler gemacht, weil er vielen Menschen furchtbar weh getan hat.

tabasco
11.11.09, 22:04
Ich kannte den auch nicht.
Aber klar, tut er mir auch leid, dass er nicht stark genug war, dass er nur diesen Ausweg sah. Das ist tragisch. Bei jedem Selbstmörder. Aber Selbstmord zählt nicht. Schon garnicht, wenn man Anhang hat. Da muss man weitermachen. Er hat gestern Abend einen großen Fehler gemacht, weil er vielen Menschen furchtbar weh getan hat.

Ich weiß nicht ... a) ich kannte ihn nicht b) mich interessiert Fußball nicht c) er ist offensichtlich freiwillig auf dem sehr unschönen Wege von uns gegangen ... also warum soll ich Mitleid für ihn empfinden? Gefühle kosten mir viel Energie und ich sehe es nicht ein, sie in diesem Fall zu verschwenden. Zumal es für ihn ein welches auch immer aber Ende ist - und für den Lokführer im ungünstigen Fall ein Albtraum-Anfang ...

Warum tut er Dir also leid?

Freibeuter
11.11.09, 22:25
Ich weiß nicht ... a) ich kannte ihn nicht b) mich interessiert Fußball nicht c) er ist offensichtlich freiwillig auf dem sehr unschönen Wege von uns gegangen ... also warum soll ich Mitleid für ihn empfinden? Gefühle kosten mir viel Energie und ich sehe es nicht ein, sie in diesem Fall zu verschwenden. Zumal es für ihn ein welches auch immer aber Ende ist - und für den Lokführer im ungünstigen Fall ein Albtraum-Anfang ...

Warum tut er Dir also leid?

soso...Gefühle kosten dir also Energie, bist ja eine janz Knallharte ...:freibeuter:

Itchy
11.11.09, 22:44
er ist offensichtlich freiwillig
Warum tut er Dir also leid?



Kein Mensch bringt sich freiwillig um, sondern, weil er sich einbildet, seiner Lage nicht mehr Herr zu werden.
Mit freiem Willen hat da snix mehr zu tun. Es nennt scih zwar Freitod, ist aber eher das tragische Ende eines vorangegangenen Leidens.

tabasco
11.11.09, 22:54
Kein Mensch bringt sich freiwillig um, sondern, weil er sich einbildet, seiner Lage nicht mehr Herr zu werden.
Mit freiem Willen hat da snix mehr zu tun. Es nennt scih zwar Freitod, ist aber eher das tragische Ende eines vorangegangenen Leidens.

Du hast ja recht - trotzdem weiß du was ich meine.

Muad'Dib
21.10.10, 19:48
Wer sich umbringen will, hänge sich lieber auf. Das soll sich mittlerweile herumgesprochen haben. Muss man völlig unbeteiligte Menschen echt in den Wahnsinn treiben, wenn man sich bloß umbringen will?!Naja - ein guter Freund von mir hat es ja so gemacht. Es war sicherlich nicht sonderlich angenehm für denjenigen, der ihn nach einigen Tagen (im Hochsommer) fand. Mit detaillierten Fotos davon sind dann Polizeibeamte durch die Gegend gerannt und haben sie so einigen gezeigt: "Kennen sie den?" ...obwohl ihn auch Bekannte darauf nicht wiedererkennen konnten. Aber merken tut man sich den Anblick...

Bei einem Lokführer gehört es doch zu einem normalen Berufsleben fast dazu - zwar nicht angenehm, aber jeder Beruf hat seine Schattenseiten.

Kein Mensch bringt sich freiwillig um, sondern, weil er sich einbildet, seiner Lage nicht mehr Herr zu werden.
Mit freiem Willen hat da snix mehr zu tun. Es nennt scih zwar Freitod, ist aber eher das tragische Ende eines vorangegangenen Leidens.
Hm, wenn jemand Bilanz zieht und feststellt, daß er nach seinen eigenen Maßstäben nicht mehr weiterleben will und das dann durchzieht, das ist immerhin konsequent.

Itchy
21.10.10, 19:54
Hm, wenn jemand Bilanz zieht und feststellt, daß er nach seinen eigenen Maßstäben nicht mehr weiterleben will und das dann durchzieht, das ist immerhin konsequent.

grundsätzlich will aber ein jeder leben und niemand sterben. Das Sterbenwollen ist ein Zwangszustand.

Muad'Dib
21.10.10, 20:03
grundsätzlich will aber ein jeder leben und niemand sterben. Das mit dem "Willen" ist eine recht komplizierte Frage...
Das Sterbenwollen ist ein Zwangszustand.
Das "Lebenwollen" auch, es wird ja auch hin und wieder als "Trieb" bezeichnet. Und es gibt doch auch gute und nachvollziehbare Gründe für's Sterbenwollen - alt/krank zB. Sicher würden diese auch lieber jung, gesund und reich weiterleben, aber das ist eben eher nicht möglich.

Itchy
21.10.10, 20:06
Und es gibt doch auch gute und nachvollziehbare Gründe für's Sterbenwollen - alt/krank zB. Sicher würden diese auch lieber jung, gesund und reich weiterleben, aber das ist eben eher nicht möglich.

Ja, das meinte ich ja auch nicht. Der natürliche Verfall ist ja unaufhaltsam.
Ich meinte körperlich gesunde, psychisch defekte Selbstmörder.

Muad'Dib
21.10.10, 20:18
Ja, das meinte ich ja auch nicht. Der natürliche Verfall ist ja unaufhaltsam.
Ich meinte körperlich gesunde, psychisch defekte Selbstmörder.
Ob körperliche oder seelische Defekte - beides kann individuell nicht zu ertragende Schmerzen verursachen, wobei seelische oft schwerer zu dämpfen sind.
Obwohl ja einige davon ausgehen, daß psychische Zustände ebenfalls körperlich bedingt sind.

Aber ist es in Zeiten von Überbevölkerung, CO2-/Klima- und anderen Umweltproblematiken, leeren Kassen etc. nicht vernünftig, sogar altruistisch, aus dem Leben zu gehen und die knappen Ressourcen seinen Mitmenschen zu überlassen, wenn man nichts Positives/Produktives beizutragen hat?

Und ist es wirklich "krank", wenn man ganz rational entscheidet, nach den eigenen Wertmaßstäben (die schon länger bestehen, also lange vor Suizidabsichten) mit einer Schande bspw nicht mehr weiterleben zu wollen? Früher (oder in anderen Kulturen) galt das als sehr ehrenhaft.

Runa
21.10.10, 20:27
Aber ist es in Zeiten von Überbevölkerung, CO2-/Klima- und anderen Umweltproblematiken, leeren Kassen etc. nicht vernünftig, sogar altruistisch, aus dem Leben zu gehen und die knappen Ressourcen seinen Mitmenschen zu überlassen, wenn man nichts Positives/Produktives beizutragen hat?

.

Da würde ich vorsichtig sein, so etwas kann man schnell dem Opa oder der Oma nas Herz legen - aus diversen Gründen. Das halte ich aber für unmoralisch und unanständig!

Der Mensch muss nichts "Produktives" beitragen, er verliert trotzdem nicht seinen Wert und sein Recht auf Leben.

azrael
21.10.10, 20:35
Und ist es wirklich "krank", wenn man ganz rational entscheidet, nach den eigenen Wertmaßstäben (die schon länger bestehen, also lange vor Suizidabsichten) mit einer Schande bspw nicht mehr weiterleben zu wollen? Früher (oder in anderen Kulturen) galt das als sehr ehrenhaft.
Die Frage ist, in wie weit man noch rational denkt. Jeder, der rational denkt, weiß, dann man sich so umbringen sollte, dass für die Hinterbliebenen die Situation einigermaßen erträglich ist. Sie verlieren ja schon jemanden. Eine Freundin von mir, die 2 Kinder hatte, die eine tolle Mutter war, hängt sich kurz vor Mittag, bevor ihre Kinder aus der Schule kommen, auf dem Balkon auf. Ist das rational? Sie hatte übrigens wie Enke auch Depressionen.
Ein weitläufiger Bekannter, der aufgrund psychischer Probleme in einer Klinik war, hat dort versucht, sich mit Tabletten umzubringen. Man hat ihn aber rechtzeitig gefunden. Er hat mir ziemlich glaubhaft versichert, dass man in dem Moment, wo die Situation des Selbsttötens gekommen ist, nur an sich denkt. Nicht an Kinder, Eltern, Familie, Lokführer.

Muad'Dib
21.10.10, 20:36
Da würde ich vorsichtig sein, so etwas kann man schnell dem Opa oder der Oma nas Herz legen - aus diversen Gründen. Das halte ich aber für unmoralisch und unanständig!Ich auch. Deshalb bin ich auch gegen organisierte Sterbehilfe.

Der Mensch muss nichts "Produktives" beitragen, er verliert trotzdem nicht seinen Wert und sein Recht auf Leben.
Um die Fremdzuschreibung ging es mir auch gar nicht - nur um die individuelle Sichtweise und Bewertung. Schließlich geht es hier um Suizid und nicht um Euthanasie o.ä.

Walter Hofer
21.10.10, 20:36
Aber ist es in Zeiten von Überbevölkerung, CO2-/Klima- und anderen Umweltproblematiken, leeren Kassen etc. nicht vernünftig, sogar altruistisch, aus dem Leben zu gehen und die knappen Ressourcen seinen Mitmenschen zu überlassen, wenn man nichts Positives/Produktives beizutragen hat?


Die japanische Mentalität zum Harakiri beim vermeintlichen Versagen liegt uns nicht.

Muad'Dib
21.10.10, 20:45
... Ist das rational? In dem beschriebenen Fall würde ich sagen, nein - und nicht sonderlich rücksichtsvoll.
...dass man in dem Moment, wo die Situation des Selbsttötens gekommen ist, nur an sich denkt. Nicht an Kinder, Eltern, Familie, Lokführer.
Ja, sicher denkt man dann egoisitisch, selbstbezogen, einige auch rücksichtslos - aber rational kann es doch trotzdem sein. Bzw. innerhalb der persönlichen Wertvorstellungen konsequent und folgerichtig.

Es sieht ja nicht jeder so, daß man auf der Welt ist, damit es anderen gut geht. Oder stellen hohe Ansprüche ans Leben und an sich selbst.



Die japanische Mentalität zum Harakiri beim vermeintlichen Versagen liegt uns nicht.
Na immerhin wissen wir jetzt, daß es der WHG nicht liegt.

Unnatürlich ist es allerdings nicht - schließlich können selbst Delphine unter inakzeptablen Lebensbedingungen Suizid begehen (und tun es gelegentlich).