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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : HSH Nordbank soll privatisiert werden


mentecaptus
03.08.09, 17:11
HSH Nordbank: Land setzt weiter auf Privatisierung

Die HSH Nordbank machte im Jahr 2008 rund 2,7 Milliarden Euro Verlust.Schleswig-Holstein hält laut einem Zeitungsbericht an einer Privatisierung der angeschlagenen HSH Nordbank fest. Dies sei weiterhin das Ziel, sagte Finanzminister Rainer Wiegard (CDU) dem "Handelsblatt". In Frage komme dabei ein Verkauf des weltgrößten Schiffsfinanzierers an einen Investor oder eine Privatisierung über die Börse. Schleswig-Holstein und Hamburg halten nach der Kapitalerhöhung von drei Milliarden Euro zusammen 85 Prozent an der Bank, die 2008 rund 2,7 Milliarden Verlust gemacht hatte.

Mit den Privatisierungsplänen gebe Schleswig-Holstein zu erkennen, dass es an der vom Bund und den Sparkassen betriebenen Konsolidierung der noch sieben selbstständigen Landesbanken kein Interesse hat, schreibt die Zeitung. Hamburg ist dem Bericht zufolge der gleichen Meinung.

Mehr... (http://www1.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/nordbank190.html)



mente meint: Früher hatten Landesbanken einen Sinn, weil sie als Spitzenorganisationen der Sparkassen die Geschäfte übernommen haben, für die die Sparkassen zu klein waren. Durch die ganzen Fusionen stehen die Sparkassen nun aber in direktem Wettbewerb zu den Landesbanken, deren Anteilseigner sie auch noch sind.

Speziell bei der HSH Nordbank ist der Privatinvestor Flowers mit 25% beteiligt, dann die beiden Bundesländer SH und HH sowie die Sparkassen aus SH.

Es macht also durchaus Sinn, die HSH vollständig zu privatisieren, nachdem sie auf bestimmte Geschäftsfelder ausgerichtet wurde. Die HSH ist besonders stark im Brereich Krankenhaus- und Schiffsfinanzierungen, das sind zwei sehr unterschiedliche Branchen und somit eine solide Basis für ein Geschäftsmodell. Schiffbau zumindest nach der globalen Krise wieder, Krankenhäuser sind davon wenig betroffen. Für die HSH Nordbank einen neuen Eigentümer zu finden, wäre auch für die Bank das Beste. Ob sie dabei eigenständig bleiben wird, zB als Tochter einer anderen Bank, oder aber Teil eines Bankkonzerns, das wird sich zeigen. Als selbständiges Institut ist sie wohl deutlich zu klein.

Enigma
03.08.09, 17:44
der sinn resp. der vorteil der landesbanken ist nicht mehr vorhanden und imho haben die sparkassen auch nix im internationalen risikogeschäft zu suchen.
die sollen mit ihrem geld lieber die lokale wirtschaft fördern

mentecaptus
08.08.09, 00:58
Zehnköpfige Ermittlertruppe

HSH Nordbank im Visier

Die Hamburger Staatsanwaltschaft weitet ihre Ermittlungen bei der HSH Nordbank offenbar aus. Konkrete Vorwürfe liegen noch nicht vor. Doch allein die Hinweise und ein bislang geheim gehaltener Prüfbericht lassen aufhorchen.

Wie Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers der "Bild"-Zeitung sagte, wurde eine zehnköpfige Sonderermittlungsgruppe aus zwei Staatsanwälten und acht Wirtschaftskriminalisten des Landeskriminalamtes eingesetzt. Es gebe Anhaltspunkte für "ein problematisches Risikomanagement und Hinweise auf besonders verlustreiche Investmentgeschäfte", sagte Möllers.

Mehr... (http://www.n-tv.de/wirtschaft/HSH-Nordbank-im-Visier-article452550.html)

rondo bavarese
08.08.09, 01:26
Ob da groß was raus kommt, bezweifle ich.
Man schimpft zwar auf die Banker und erklärt sie öffentlich für blemblem.
Dies ist jedoch ein Trugschluss.
Ohne beste Rechtsberatung werden die kein Geschäft gemacht haben.
Da wird es auch für sogenannte Spezialisten schwer werden, denen was nachzuweisen.
Wundern würde es mich übrigens gar nicht,
wenn es sich hierbei lediglich um eine Art von "Alibi-Ermittlungen" handelt.

mentecaptus
08.08.09, 01:36
In Deutschland geht es fast ausschließlich darum, einen Schuldigen zu präsentieren. Wo der Fehler lag, ist eher zweitrangig, wird schon nicht wieder passieren. Dabei lag der Fehler im System, dass ohne Kontrolle alles (an Derivaten) zugelassen wurde und selbst die Profis nachher gar nicht mehr wussten, mit was sie da handeln bzw. worein sie ihr Geld investieren.

Die Amis haben beinahe die gleiche Situation schon einmal gehabt, Ende der 80er Jahre. Damals ging es Junk Bonds, sog. "Ramsch-Anleihen", die Michael Milken in ungeheurem Umfang auf den markt warf, um damit Firmenübernahmen zu finanzieren. Quasi der Vorreiter der Hedgefonds und es waren schon damals dieselben Typen dabei, die es heute auch noch sind: Goldman Sachs, KKR, Guy Wayser-Pratt, UBS uswusf. Milken und Ivan Boesky mussten damals in den Knast und der amerikanische Staat diverse Sparkassen, die sich verzockt hatten, stützen. Kostenpunkt damals: unvorstellbare 2 Mrd USD. Heute ist das ein Witz, alleine für die HRE sind mehr als 100 MRD EUR als Bürgschaften hinterlegt.

Und was haben die Amis daraus gelernt? Nichts. Die Ramsch-Anleihen wurden damals nämlich mit anderen Wertpapiere gemischt und diese Derivate dann verkauft - und sogar die Sparkassen, die nur in mündelsichere Anlagen invstieren durften, haben die gekauft. Mit Genehmigung der Zulassungs- und Kontrollbehörden. Der Film "Wallstreet" orientiert sich übrigens an Ivan Boesky, der Oliver Stone als Vorlage für die Michal Douglas' Rolle des Gordon Gekko diente.

Bleibt zu hoffen, dass diesmal aus den Fehlern gelernt wird. In den USA und in Europa, dass es wirkungsvolle Kontrollen gibt und die Banker wieder nur die Geschäfte tätigen, die sie auch annähernd verstanden haben.