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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [Wirtschaftsgeschichte] Hyperinflation 1923: Als die Mark vernichtet wurde


mentecaptus
03.08.09, 02:03
Zwei Kaffee für 14.000 Mark, eine Theaterkarte für eine Milliarde: Während der Hyperinflation 1923 trugen die Deutschen Geldscheine in Waschkübeln zum Einkauf. Der Wert des Geldes verfiel schneller, als nachgedruckt werden konnte. Bis heute prägt die Angst vor einer Wiederholung die Geldpolitik.

Mehr... (http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/4632/als_die_mark_vernichtet_wurde.html)

Enigma
03.08.09, 11:04
inflation ist imho auch böse , da stehe ich ganz entgegen der spd die für 5% wachstum 5% inflation in kauf nehmen würde=)

mentecaptus
03.08.09, 12:49
inflation ist imho auch böse , da stehe ich ganz entgegen der spd die für 5% wachstum 5% inflation in kauf nehmen würde=)

Ein bisschen Inflation ist für die Wirtschaft sogar nötig, aber eben so um die 2%. Oberhalb von 3% wird es langsam gefährlich und deshalb sind die Notenbanken ja auch so erpicht darauf, dies schnell zu unterbinden, wenn es auftritt.

Release
03.08.09, 16:53
Ist hier auch jemand der Meinung, dass Zinsen asozial sind und Sparen eigentlich nur in Form von selbstgenutztem Wohneigentum volkswirtschaftlichen Nutzen bringt?

mentecaptus
03.08.09, 16:59
Ist hier auch jemand der Meinung, dass Zinsen asozial sind und Sparen eigentlich nur in Form von selbstgenutztem Wohneigentum volkswirtschaftlichen Nutzen bringt?

Nö, bisher haben wir hier noch keinen Freigeldstrang im Wirtschaftsforum, aber tu dir keinen Zwang an. ;-)

Release
03.08.09, 17:03
Nö, bisher haben wir hier noch keinen Freigeldstrang im Wirtschaftsforum, aber tu dir keinen Zwang an. ;-)

Ich habe schon mal gehört, dass ein Wirtschaftssystem ohne Zinsen Freigeld genannt wird oder so, aber ich hasse es, mich mit Halbwissen zu blamieren. ;-)

mentecaptus
03.08.09, 17:07
Ich habe schon mal gehört, dass ein Wirtschaftssystem ohne Zinsen Freigeld genannt wird oder so, aber ich hasse es, mich mit Halbwissen zu blamieren. ;-)

Da habe ich es leichter, ich agiere nach dem Motto "forsch behauptet ist halb bewiesen". :-D

Gideon
03.08.09, 17:08
Wir wollen unsere gute alte D-Mark wieder haben.

herberger
03.08.09, 17:15
Als Folge der Inflation,überfielen Frankreich und Belgien das Deutsche Reich und besetzten das Ruhrgebiet,und plünderten.Das war ein millitärischer Raubüberfall,den die friedliche Völkergemeinschaft anscheind ganz ok fand.

Release
03.08.09, 17:23
Wir wollen unsere gute alte D-Mark wieder haben.
In der Bibliothek einer alteingesessenen Steuerkanzlei fiel mir mal ein Buch aus der vorletzten Jahrhundertwende über Nationaleinkommen in die Hände. Da stand zu lesen, dass Volkseinkommen über Arbeit, Kapital und siegreiche Kriege generiert werden kann. Das gilt natürlich auch heute noch ist aber politisch nicht mehr durchsetzbar. :-D

Also mit der alten D-Mark hättest du auch vor dem Problem gestanden, dass du innerhalb der bestehenden Grenzen kein Wachstum mehr generieren kannst. Kriege sind irgendwo schon fast zwangsläufig und wenn man sie verhindert, geht das Volk auch kaputt. Darf man das so sagen oder wird man dafür gesperrt? :schock: Was ich will oder nicht, spielt ja keine Rolle, ich zeige nur auf, was passiert, wann, und was passiert trotzdem nicht, wenn oder wenn nicht ... etc.

Gideon
03.08.09, 17:37
Darf man das so sagen oder wird man dafür gesperrt? :schock: Was ich will oder nicht, spielt ja keine Rolle, ich zeige nur auf, was passiert, wann, und was passiert trotzdem nicht, wenn oder wenn nicht ... etc.

Bin gerade dabei :D

Nein, gesperrt wird hier niemand, hier herrscht Meinungsfreiheit, solange die Meinung nicht gegen das Recht der BRD verstößt.

Enigma
03.08.09, 17:40
In der Bibliothek einer alteingesessenen Steuerkanzlei fiel mir mal ein Buch aus der vorletzten Jahrhundertwende über Nationaleinkommen in die Hände. Da stand zu lesen, dass Volkseinkommen über Arbeit, Kapital und siegreiche Kriege generiert werden kann. Das gilt natürlich auch heute noch ist aber politisch nicht mehr durchsetzbar. :-D

Also mit der alten D-Mark hättest du auch vor dem Problem gestanden, dass du innerhalb der bestehenden Grenzen kein Wachstum mehr generieren kannst. Kriege sind irgendwo schon fast zwangsläufig und wenn man sie verhindert, geht das Volk auch kaputt. Darf man das so sagen oder wird man dafür gesperrt? :schock: Was ich will oder nicht, spielt ja keine Rolle, ich zeige nur auf, was passiert, wann, und was passiert trotzdem nicht, wenn oder wenn nicht ... etc.
nur dumm dass der unterhalt einer konkurrenzfähigen armee ordentlih asche kostet:banana:

mentecaptus
03.08.09, 17:41
Wir wollen unsere gute alte D-Mark wieder haben.

Deine Aussage verwudnert mich gleich mehrfach: zunächst lässte kein gutes Haar an der Bundesrepublik, willst sie möglichst bis zum Dritten Reich rückabwickeln - aber ihr stärkstes Symbol, DAS Symbol der Bundesrepublik Deutschland, die D-Mark, die willste gerne wiederhaben. Das ist schon etwas heuchlerisch.

Und dann gibt es nichts, was den Euro gegenüber der D-Mark schlechter aussehen lässt. Im Gegenteil: er ist äußerst preisstabil und in vielen Gegenden der Welt inzwischen Zahlungsmittel Nummer 1. Darüber hinaus entfallen in der Eurozone die Wechselkurse für Verbraucher und Unternehmen, wodurch Milliarden an Kosten eingespart werden. Und der Preisvergleich über die Staatsgrenzen hinweg fällt auch leichter.

herberger
03.08.09, 17:41
Bei der Ruhrbesetzung 1923,Deutsche hatten den Bürgersteig zu verlassen wenn ihnen französisches Millitär entgegenkam,alles eine Folge der Inflation.

Enigma
03.08.09, 17:42
Ist hier auch jemand der Meinung, dass Zinsen asozial sind und Sparen eigentlich nur in Form von selbstgenutztem Wohneigentum volkswirtschaftlichen Nutzen bringt?

zinsen sind der preis des geldes , gäbe es keine zinsen , würde niemand mehr geld verleihen oder sich seine kosten und sicherheiten über hohe gebühren besorgen (islamic banking) ...also darfste dir aussuchen was du haben willst.:banana:

Gideon
03.08.09, 17:44
Deine Aussage verwudnert mich gleich mehrfach: zunächst lässte kein gutes Haar an der Bundesrepublik, willst sie möglichst bis zum Dritten Reich rückabwickeln - aber ihr stärkstes Symbol, DAS Symbol der Bundesrepublik Deutschland, die D-Mark, die willste gerne wiederhaben. Das ist schon etwas heuchlerisch.

Und dann gibt es nichts, was den Euro gegenüber der D-Mark schlechter aussehen lässt. Im Gegenteil: er ist äußerst preisstabil und in vielen Gegenden der Welt inzwischen Zahlungsmittel Nummer 1. Darüber hinaus entfallen in der Eurozone die Wechselkurse für Verbraucher und Unternehmen, wodurch Milliarden an Kosten eingespart werden. Und der Preisvergleich über die Staatsgrenzen hinweg fällt auch leichter.
1. Ist die D-Mark für mich das Symbol der Deutschen Auferstehung nach dem Krieg, 2. braucht Deutschland eine eigene Währung.

mentecaptus
03.08.09, 18:07
1. Ist die D-Mark für mich das Symbol der Deutschen Auferstehung nach dem Krieg, 2. braucht Deutschland eine eigene Währung.

Zu 1.: Ja, das Symbol der Bundesrepublik Deutschland und der Sozialen Marktwirtschaft Ludwig Erhards.

Zu 2: Warum?

Release
03.08.09, 18:08
nur dumm dass der unterhalt einer konkurrenzfähigen armee ordentlih asche kostet:banana:

Das ist zwar richtig, aber viel interessanter finde ich die Praxis der Entschuldung einer vor die Wand gefahrenen Volkswirtschaft. Und noch interessanter die Frage, was man tun muss, um wirklich langfristig (so ab 100 Jahre aufwärts) eine Volkswirtschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht vor die Wand zu fahren. Ich bin der Auffassung, das geht ohne eine starke Diktatur überhaupt nicht. Das Hauptproblem eines wirklich stabilen Staates ist doch die Unfähigkeit von Herrschern, einen einmal gefassten Willen auch unbedingt einzuhalten und nicht bei nächstbester Gelegenheit einzuknicken. Dazu kommt dann noch Vetternwirtschaft, Filz, Korruption, Volksversklavung und sonstige Dekadenz und fertig ist das Untergangsszenario. Auf geistiger Ebene gibt es die Religion als unumstößliche Wahrheitsinstanz. Nur gibt es dann auch keinen wissenschaftlichen Vorsprung, weil die Weltlichen nicht mit den Geistlichen kommunizieren können. Also landen wir in einem Dilemma "entweder Stabilität = Stillstand oder Weiterentwicklung mit anschließenden Verschleißerscheinungen". :(

Release
03.08.09, 18:13
zinsen sind der preis des geldes , gäbe es keine zinsen , würde niemand mehr geld verleihen oder sich seine kosten und sicherheiten über hohe gebühren besorgen (islamic banking) ...also darfste dir aussuchen was du haben willst.:banana:

Das ist mir doch alles klar. Die ganze Geldverleiherei bringt doch unterm Strich nichts. Und auch wenn aus Zinsen Gebühren gemacht werden, machen die nur den Verleiher reicher aber den Empfänger nur, wenn er objektiv messbares Wachstum erwirtschaftet, was es aber in den wenigsten Fällen gibt.

Der Preis für das Verleihen von Geld an sich muss also nicht aus sich selbst heraus einen Mehrwert generieren. Auch moralisch ist nicht einzusehen, warum jemand ein leistungsloses Einkommen beziehen sollte. Reicher werden sollte nicht zum Selbstläufer werden. Und wenn es das trotzdem tut, endet es ohnehin regelmäßig in Hyperinflation, Währungsreform, Währungsschnitt oder Krieg.

Release
03.08.09, 18:20
1. Ist die D-Mark für mich das Symbol der Deutschen Auferstehung nach dem Krieg, 2. braucht Deutschland eine eigene Währung.
Du hast m.M. nach nur bedingt recht. Der Euro wird ja bereits absehbar zerbrechen, weil die armen Euroländer ihre Haushaltsdefizite nicht über Euroanleihen decken können, die es mangels Eurostaates gar nicht gibt, sondern teuer über ihre eigenen Staatsanleihen, die immer teurer werden, weil die Länder immer noch separate Bonitäten haben. Irgendwann werden also die ersten Eurostaaten zahlungsunfähig und dann kracht's.

Wenn du die D-Mark wiederhaben willst, müsstest du auch die Option haben, aktiv Kriege zu gestalten und Länder bzw. deren Rohstoffe zu vereinnahmen. Da das politisch zur Zeit nicht geht, nützt dir auch eine wiedergewonnene D-Mark nichts. Friß oder stirb. Selbst die USA als einzige verbliebene Weltmacht geht daran kaputt, dass sie sich nicht ausdehnen bzw. mehr Einfluss gewinnen kann. Wenn die zig Billionen Dollar an Devisenreserven nur von den Chinesen auf den Markt geworfen werden, dann gehen nicht nur in Amerika die Lichter aus.

mentecaptus
03.08.09, 18:20
Der Preis für das Verleihen von Geld an sich muss also nicht aus sich selbst heraus einen Mehrwert generieren. Auch moralisch ist nicht einzusehen, warum jemand ein leistungsloses Einkommen beziehen sollte. Reicher werden sollte nicht zum Selbstläufer werden. Und wenn es das trotzdem tut, endet es ohnehin regelmäßig in Hyperinflation, Währungsreform, Währungsschnitt oder Krieg.

Holla! Geldverleih ist kein "Selbstläufer", durch den man einfach immer reicher wird. Der Zins ist der Preis für das Verleihen auf Zeit und gleichzeitig enthält er die Risikoprämie dafür, dass der Betrag nicht oder nur teilweise zurückgezahlt werden kann. Geldverleih ist also immer auch Risikogeschäft.

Release
03.08.09, 21:35
Holla! Geldverleih ist kein "Selbstläufer", durch den man einfach immer reicher wird. Der Zins ist der Preis für das Verleihen auf Zeit und gleichzeitig enthält er die Risikoprämie dafür, dass der Betrag nicht oder nur teilweise zurückgezahlt werden kann. Geldverleih ist also immer auch Risikogeschäft.

Das mag ja sein. Aber das Geld für die Zinsen, wo genau soll es herkommen? Wenn dem kein Wachstum in gleichem Wert gegenübersteht, können Zinsen wiederum nur aus Schulden erwirtschaftet werden. Ein Schneeballsystem mit absehbarem Ende mit Schrecken.

mentecaptus
03.08.09, 23:41
Das mag ja sein. Aber das Geld für die Zinsen, wo genau soll es herkommen? Wenn dem kein Wachstum in gleichem Wert gegenübersteht, können Zinsen wiederum nur aus Schulden erwirtschaftet werden. Ein Schneeballsystem mit absehbarem Ende mit Schrecken.

Nein, Zinsen sind Wertschöpfung des Einen und Wertminderung des Anderen. Letztlich sind Zinsen reine Umverteilung, wie zB Steuern.

Release
04.08.09, 09:13
Nein, Zinsen sind Wertschöpfung des Einen und Wertminderung des Anderen. Letztlich sind Zinsen reine Umverteilung, wie zB Steuern.

Das stimmt so nur in der Mikroökonomie. In der Makroökonomie führen Zinsen nur zu immer größer werdenden Geldmengen, die aus immer größer anwachsenden Schulden herrühren.

Enigma
04.08.09, 10:40
Das stimmt so nur in der Mikroökonomie. In der Makroökonomie führen Zinsen nur zu immer größer werdenden Geldmengen, die aus immer größer anwachsenden Schulden herrühren.

stimmt aber wie mente und ich bereits sagten ...entweder zinsen oder geühren (die eigentlich auch zinsen sind) , sonst wird kein geld verliehen werden

Isquierda
04.08.09, 10:50
Das stimmt so nur in der Mikroökonomie. In der Makroökonomie führen Zinsen nur zu immer größer werdenden Geldmengen, die aus immer größer anwachsenden Schulden herrühren.

:schock:

Zinsen führen nicht zu größeren Geldmengen, sondern wie mente schon sagt, zur Umverteilung. Das Geld wechselt den Besitzer, es vermehrt sich nicht in der Menge. Darum gibt es Armut.

Enigma
04.08.09, 10:57
:schock:

Zinsen führen nicht zu größeren Geldmengen, sondern wie mente schon sagt, zur Umverteilung. Das Geld wechselt den Besitzer, es vermehrt sich nicht in der Menge. Darum gibt es Armut.

durch kreditvergabe ist die buchgeldmenge beliebig auszuweiten .
banken können theoretisch unbegrenzt geld schaffen

mentecaptus
04.08.09, 12:01
Das stimmt so nur in der Mikroökonomie. In der Makroökonomie führen Zinsen nur zu immer größer werdenden Geldmengen, die aus immer größer anwachsenden Schulden herrühren.

Das erläutere mal. Wenn Typ A von Typ B Zinsen für's Geld verleihen verlangt, steigt dadurch die Geldmenge? Interessant, ich dachte die Notenbanken haben das Geldschöpfungsmonopol?

durch kreditvergabe ist die buchgeldmenge beliebig auszuweiten .
banken können theoretisch unbegrenzt geld schaffen

Theoretisch. In der Praxis bestimmen die Zentralbanken, wieviel Geldschöpfung es geben darf. ZB durch Mindestreserven, Verknüpfungen zwischen Eigenkapital der Bank und dem ausleihfähigen Kreditvolumen, Refinanzierungszinssätze usw.

Enigma
04.08.09, 12:08
Das erläutere mal. Wenn Typ A von Typ B Zinsen für's Geld verleihen verlangt, steigt dadurch die Geldmenge? Interessant, ich dachte die Notenbanken haben das Geldschöpfungsmonopol?



Theoretisch. In der Praxis bestimmen die Zentralbanken, wieviel Geldschöpfung es geben darf. ZB durch Mindestreserven, Verknüpfungen zwischen Eigenkapital der Bank und dem ausleihfähigen Kreditvolumen, Refinanzierungszinssätze usw.

das aber auch nur bedingt .
die geldmenge ist sicher nicht nur durch die fed so explodiert.
in den letzten jahren ist die produktion um den faktor 4 gewachsen die geldmenge um den faktor 40!!!

mentecaptus
04.08.09, 12:39
das aber auch nur bedingt .
die geldmenge ist sicher nicht nur durch die fed so explodiert.
in den letzten jahren ist die produktion um den faktor 4 gewachsen die geldmenge um den faktor 40!!!

Doch, die Zentralbank steuert die Geldmenge. Die EZB macht dies zB durch den sog. "Mengentender", bei dem sie in Auktionen Geld vergibt an die Banken. Sie kann diese kurzfristigen Mittel auch reduzieren und entzieht so den Banken das Geld, das diese an ihre Kunden weiterverleihen können. Entsprechend ziehen die Zinssätze der Banken an (das Geld wird knapper) und sie reduzieren ihre eigenen Kreditvergaben.

Was die Geldmenge (beim Dollar) angeht, so ist ein entscheidender Faltor der jetzigen Krise die massive Ausweitung der Geldmenge durch die Fed seit den Anschlägen vom 11. September. Damals sollte der drohenden Rezession Einhalt geboten werden und zwar durch Massen an Geld zu niedrigsten Zinsen. Und das wurde nicht zur kurzfristigen Stimulanz genutzt, was durchaus sinnvoll ist, sondern zum Dauerzustand. Und hat dazu geführt, dass sich Millionen von Amerikanern, die sich nie im Leben eine Immobilien hätten leisten können, auf einmal Finazierungen zu Minizinsen bekamen. Man kann überspitzt formulieren, dass die Fed ursächlicher Auslöser der Immobilienkrise in den USA und damit der Finanz- und Wirtschaftskrise, war, die heute global grassiert. Denn das Platzen der Immobilienblase wurde auch durch die Fed verursacht: durch schnelle und starke Zinserhöhungen, um die aufkommende Inflation zu bremsen, von etwa 1% auf 4%. Und damit gingen massenweise Immobilienfinanzierungen in den USA über den Jordan und es kam zu dem massiven Abschreibungsbedarf, der die großen Banken der USA in die Schieflage brachte.

Release
04.08.09, 12:55
durch kreditvergabe ist die buchgeldmenge beliebig auszuweiten .
banken können theoretisch unbegrenzt geld schaffen
Das habe ich so auch mal gelesen, aber ich steige hier aus. Bin doch keine Volkswirtin.

Enigma
04.08.09, 13:02
Das habe ich so auch mal gelesen, aber ich steige hier aus. Bin doch keine Volkswirtin.

beispiel wie haben 3 unternehmen + 3 banken

unternehmen a nimmt bei bank a einen kredit über 100.000 € auf und überweist das geld auf ein konto bei bank b (dadurch bekommt bank b einlagen in höhe von 100.000 € von denen sie wieder geld verleihen kann)
sie verleiht nun an unternehmen b 100.000€ das wiederum sein geld bei bank c auf ein konto legt (das nun wiederum einen kredit an unternehmen c vergeben kann) also ein kreis in dem beliebig viel geld mit dem bisherig bestehenden geld geschaffen werden kann.

in der realtität wird der effekt durch mindestreserven und zahlungen in den sicherungsfonds etc. gebremst , trotzdem bin ich mir sicher , dass die notenbanken weniger restriktiv reagieren als sie eigentlich müssten

mentecaptus
04.08.09, 13:27
beispiel wie haben 3 unternehmen + 3 banken

unternehmen a nimmt bei bank a einen kredit über 100.000 € auf und überweist das geld auf ein konto bei bank b (dadurch bekommt bank b einlagen in höhe von 100.000 € von denen sie wieder geld verleihen kann)
sie verleiht nun an unternehmen b 100.000€ das wiederum sein geld bei bank c auf ein konto legt (das nun wiederum einen kredit an unternehmen c vergeben kann) also ein kreis in dem beliebig viel geld mit dem bisherig bestehenden geld geschaffen werden kann.

in der realtität wird der effekt durch mindestreserven und zahlungen in den sicherungsfonds etc. gebremst , trotzdem bin ich mir sicher , dass die notenbanken weniger restriktiv reagieren als sie eigentlich müssten

Jedem Kredit steht eine entsprechend hohe Forderung gegenüber - unterm Strich ist also nur die Bilanzssumme der Banken "aufgebläht", nicht die Geldmenge. Es ist ja heute üblich, nur noch in Girlageld zu denken, nicht mehr in Banknoten. Stell dir dein Szenario also mal analog und nicht digital vor: Bank A gibt Banknoten an seinen Kunden als Kredit. Der zahlt es bei seiner Bank bar ein und die Bank gibt dieses Geldbündel an seinen Kunden weiter, der es wieder bei seiner Bank C bar einzahlt. Alle Banken haben jetzt Kredite vergeben und Forderungen verbucht. Alle Kunden haben Kredite bekommen und Verbindichkeiten gegenüber ihren Banken. Aber das Geldbündel ist immer noch dasselbe und dieses Geldbündel (alleine) ist Teil der Geldmenge, die die Zentralbank ausgegeben hat.

Enigma
04.08.09, 13:57
Jedem Kredit steht eine entsprechend hohe Forderung gegenüber - unterm Strich ist also nur die Bilanzssumme der Banken "aufgebläht", nicht die Geldmenge. Es ist ja heute üblich, nur noch in Girlageld zu denken, nicht mehr in Banknoten. Stell dir dein Szenario also mal analog und nicht digital vor: Bank A gibt Banknoten an seinen Kunden als Kredit. Der zahlt es bei seiner Bank bar ein und die Bank gibt dieses Geldbündel an seinen Kunden weiter, der es wieder bei seiner Bank C bar einzahlt. Alle Banken haben jetzt Kredite vergeben und Forderungen verbucht. Alle Kunden haben Kredite bekommen und Verbindichkeiten gegenüber ihren Banken. Aber das Geldbündel ist immer noch dasselbe und dieses Geldbündel (alleine) ist Teil der Geldmenge, die die Zentralbank ausgegeben hat.

warum bringt man dann studenten und schülern sowas in vwl bei??:angry::angry::angry:

mentecaptus
04.08.09, 14:11
warum bringt man dann studenten und schülern sowas in vwl bei??:angry::angry::angry:

(Buch)Geldschöfpung und Geldmenge sind nicht dasselbe.