mentecaptus
01.08.09, 21:33
TULPEN-WAHN IN HOLLAND
Wie die große Gartenhure Investoren verrückt machte
Nicht Gold oder Diamanten weckten im Jahr 1637 die Gier holländischer Investoren - sondern Blumen. Ein regelrechter Tulpen-Wahn bescherte der Finanzwelt die erste Spekulationsblase der Geschichte. Sie gilt heute als Prototyp für viele spätere Krisen.
Die Königin der Tulpen trug ihr Haupt hoch, so kamen die leuchtenden Farben noch besser zur Geltung: Blau am Blütenboden, wo der schlanke Stil ansetzte, nach oben übergehend in ein reines Weiß, aus dem blutrote Flammen zur Spitze hin züngelten. "Semper Augustus" tauften die Züchter ihr Wunderwerk. Das Privileg, es in natura betrachten zu dürfen, war nur wenigen Zeitgenossen vergönnt.
Von der seltensten und teuersten Sorte zirkulierten in ganz Holland zeitweilig nur rund ein Dutzend Tulpen-Zwiebeln, und die waren unerschwinglich: 10.000 Gulden verlangten Händler zu Beginn des Jahres 1637 für eine "Semper Augustus", ("Allzeit erhaben"), eine Summe, mit der sich mühelos ein großes Stadthaus an einer der vornehmsten Grachten Amsterdams erwerben ließ.
Es war der Höhepunkt des "Großen Tulpen-Wahns", jener Manie, die als frühe und exemplarische Spekulationsblase in die Wirtschaftsgeschichte eingehen sollte. Im Lauf einiger Monate hatten sich die Preise vervielfacht, zu denen die Tulpen in den Wirtshäusern gehandelt wurden. Im Februar 1637 fielen die Kurse binnen weniger Tage ins Nichts. Viele Menschen waren auf einen Schlag ruiniert: "Edelleute, Kaufleute, Handwerker, Schiffer, Torfträger, Schornsteinfeger, Knechte, Mägde, Trödelweiber, alles war von gleicher Sucht befallen", berichten die Annalen.
Nicht Aktien oder Staatsanleihen, nicht Rinderhälften oder Eisenerz, nein: Blumen hatten die Begierde der Investoren in der damals dynamischsten Volkswirtschaft Europas geweckt.
Mehr... (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,639504,00.html)
Wie die große Gartenhure Investoren verrückt machte
Nicht Gold oder Diamanten weckten im Jahr 1637 die Gier holländischer Investoren - sondern Blumen. Ein regelrechter Tulpen-Wahn bescherte der Finanzwelt die erste Spekulationsblase der Geschichte. Sie gilt heute als Prototyp für viele spätere Krisen.
Die Königin der Tulpen trug ihr Haupt hoch, so kamen die leuchtenden Farben noch besser zur Geltung: Blau am Blütenboden, wo der schlanke Stil ansetzte, nach oben übergehend in ein reines Weiß, aus dem blutrote Flammen zur Spitze hin züngelten. "Semper Augustus" tauften die Züchter ihr Wunderwerk. Das Privileg, es in natura betrachten zu dürfen, war nur wenigen Zeitgenossen vergönnt.
Von der seltensten und teuersten Sorte zirkulierten in ganz Holland zeitweilig nur rund ein Dutzend Tulpen-Zwiebeln, und die waren unerschwinglich: 10.000 Gulden verlangten Händler zu Beginn des Jahres 1637 für eine "Semper Augustus", ("Allzeit erhaben"), eine Summe, mit der sich mühelos ein großes Stadthaus an einer der vornehmsten Grachten Amsterdams erwerben ließ.
Es war der Höhepunkt des "Großen Tulpen-Wahns", jener Manie, die als frühe und exemplarische Spekulationsblase in die Wirtschaftsgeschichte eingehen sollte. Im Lauf einiger Monate hatten sich die Preise vervielfacht, zu denen die Tulpen in den Wirtshäusern gehandelt wurden. Im Februar 1637 fielen die Kurse binnen weniger Tage ins Nichts. Viele Menschen waren auf einen Schlag ruiniert: "Edelleute, Kaufleute, Handwerker, Schiffer, Torfträger, Schornsteinfeger, Knechte, Mägde, Trödelweiber, alles war von gleicher Sucht befallen", berichten die Annalen.
Nicht Aktien oder Staatsanleihen, nicht Rinderhälften oder Eisenerz, nein: Blumen hatten die Begierde der Investoren in der damals dynamischsten Volkswirtschaft Europas geweckt.
Mehr... (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,639504,00.html)