PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Liberalismus und seine Gegner


Duc de Blangis
26.09.09, 17:07
Nein, nicht DER Wirtschaftsliberalismus ist gemeint, der momentan in Form eines eingestürzten Kartenhauses zu besichtigen ist, sondern der gesellschaftliche Liberalismus als politische Ideologie, den sich eine wohlausgesuchte jüngere Klientel an rechtspopulistischen und nationalistischen Tautologen als Hauptfeind auserkoren hat. Manchmal eine ganz junge Klientel, wie ich mich jüngst im ICE überzeugen konnte, der, nachdem er das österreichische Personengut in Salzburg ausgkippt hat, in einer Schleife ins katholische Bayern fährt, in dem es im Vergleich zu damals ja nachweislich viel aufgeklärter zugeht als noch zu Großmutters Zeiten. Als der Junge, der mich fragte, ob der mich fragen dürfte ob ich an Gott glauben würde (und dessen Überzeugungseifer in unverholender Vorfreude in seinen Augen tanzte) in Salzburg nicht ausstieg, fühlte ich mich in tief sitzenden Vorurteilen bestätigt, was mir ein Gräuel ist, trachte ich doch stets danach, mich nicht solchen hinzugeben, geschweige denn in ihnen bestätigen zu lassen. Nun also, ein bayrischer Junge, höchstwahrscheinlich wie alle bayrischen Jungen Mitglied einer katholischen Jugendgruppe und aus katholischem Hause mit einer Bibel im Scherflein (in der verschiedenfarbige Textmarker gewütet haben) der einen Arglosen in ein apologetisches Gespräch über Muslime und Muslime zu verwickeln versucht an dessen Ende der Zipfel eines Zeitgeistes salutiert, der mich im virtuellen Forendeutschland schon öfters gegrüßt haben muss: ja, das ist natürlich der Liberalismus, so seine Worte, die offensichtliche Resignation steht Miene, immer muss es der Liberalismus sein, immer diese klassisch-liberalen Positionen! Verwirrt nehme ich diese Reaktion zur Kenntnis. Immer der Liberalismus? Eine Ideologie, die unmittelbar an die Aufklärung anknüpft, welche im schönen Österreich zwischen den Füßchen der hochalpinen Bergausläufer noch immer verzweifelt um Einlass bittet und es seit hunderten Jahren zu keiner größeren Welle gebracht hat, die über die Alpen nach Kärnten schwappen hätte können, soll klassisch und gar allgegenwärtig sein? Plötzlich erscheint mit der Liberalismus weniger wie eine neuartige Technologie fürs friedliche Zusammenleben denn ein ausgelutschter Kaugummi, aus dem sich der Zucker längst gelöst hat. Haben die Deutschen den Liberalismus vielleicht bereits satt, als ein womöglich sattsam bekanntes Produkt, das Verdruss auf den Konsumenten übt? Ich werfe die Frage auf und dem Jungen zu, wie denn seine Alternative zum Liberalismus aussehen würde. Jetzt weiß er nicht weiter. Egal, bei seiner Meinung bleibt er. Aber weiterreichen wird er sie auch fürderhin, an Rechtspopulisten, Nationale und alle, die im Liberalismus Tod und Unheil sehen und was Neues, Härteres und Böseres brauchen und die hier bitte Rede und Antwort stehen mögen für die Frage, welche Alternativen es für gesellschaftlichen Liberalismus denn ihrer Meinung nach geben kann!?

GG146
26.09.09, 17:22
Ich werfe die Frage auf und dem Jungen zu, wie denn seine Alternative zum Liberalismus aussehen würde. Jetzt weiß er nicht weiter. Egal, bei seiner Meinung bleibt er. Aber weiterreichen wird er sie auch fürderhin, an Rechtspopulisten, Nationale und alle, die im Liberalismus Tod und Unheil sehen und was Neues, Härteres und Böseres brauchen und die hier bitte Rede und Antwort stehen mögen für die Frage, welche Alternativen es für gesellschaftlichen Liberalismus denn ihrer Meinung nach geben kann!?

Zuvor müsst m. E. über eine sinnvolle Definition des Begriffes "liberal" geredet werden, die Schublade ist nämlich schwerer zu definieren als alle anderen.

Meine Definition meiner liberalen Weltanschauung ist vor allem negativ determiniert. Ich anerkenne nicht rücksichtslosen Egoismus und Verantwortungslosigkeit als "liberale" Weltanschauung.

Der Typus "legal, illegal, sch.... egal" ist für mich nicht liberal, das ist ein Haufen dekadenter A.......cher mit liberalem Etikett.

opppa
27.09.09, 10:46
Für mich drückt sich Liberalismus dadurch aus, daß er andere Ansichten als solche akzeptiert, selbst wenn er sie nicht teilt.
Das soll dann aber auch für Relegionen gelten.

Bei Religionen gibt es aber den Sonderfall, daß meine persönliche Liberalität sofort endet, wenn mir die jeweilige Gegenseite keinerlei Toleranz entgegenbringt.

Sauerländer
28.09.09, 14:56
Zum einen finde ich bemerkenswert, wie im Ausgangsposting die "Aufklärung" schon mit sowas wie Selbstverständlichkeit als positiv zu wertender Vorgang gesehen wird, wovon ausgehend dann auch noch der Liberalismus als an sie unmittelbar anschließend verstandene Lehre als bestmögliche Option dargestellt wird.
Zum anderen finde ich ebenfalls bemerkenswert, wie man sehenden Auges die Allgegenwart dieses Gedankenguts in unseren Land ernsthaft anzweifeln kann.

Was ist dem entgegenzusetzen?
Nun, dazu gilt es, zunächstmal Feindanalyse zu betreiben:
Liberalismus als gesellschaftliches "Ideal" ist in meinen Augen die gesellschaftliche Variante des Relativismusparadoxons. Einerseits werden verbindliche Leitwerte negiert, andererseits wird aber diese Negation selbst als verbindlicher Leitwert ausgegeben.
Vorgaben des Liberalismus sind ausschließlich negatorisch, letztlich in dem einen Satz zusammenzufassen: "Das Leben anderer geht dich zunächstmal nichts an."
Und dann wundert man sich, wenn Leute zusammengetreten werden und hundert andere drumherum interessiert das nicht. Warum sollte es? Der andere geht mich ja nichts an, und zudem erzählt man mir andauernd was von Eigeninteresse - was nützt mir Anerkennung, wenn ich Krankenhaus oder im Sarg lande?
Man beklagt, so wenige wollten "unsere Freiheit" gegen z.B. "den Islam" verteidigen. Wer sollen denn da bitteschön "wir" sein? Das Leben der anderen geht mich doch nichts an?! Da VERBITTE ich mir, für die Verteidigung von deren Freiheit, anders zu leben als ich das für richtig halte, in Beschlag genommen zu werden. Zumal: Verteidigung impliziert Risiko. Was nützt es mir, wenn die Freiheit (diese allgemeine Abstraktion einmal kurz akzeptierend) verteidigt wird und ICH mich dafür geopfert habe? ICH habe dann ja nichts mehr von der Freiheit.
Liberalismus bzw seine Äquivalente sind, was im menschlichen Körper Krebs ist: Ziellose Wucherung ohne Eingliederung in den organischen Zusammenhang. Eine Weile funktioniert, aber dann hat der Krebs den ihn hervorbringenden Körper zugrunde gerichtet, und findet mit ihm ein Ende.
Ebenso kann die liberale Negation eine Weile aufrecht erhalten werden und von der Substanz der vorliberalen Gemeinschaft zehren - die aber ist irgendwann aufgebraucht, und die Gemeinschaft, die zur Gesellschaft verkommen ist, kann auch den Liberalismus nicht mehr tragen, sondern zerfällt -bestenfalls- in Untergemeinschaften, die keinen verbindenden Rahmen mehr haben.

Nun kann man dem natürlich nicht einfach nur ein "Das will ich nicht" entgegensetzen, denn das wäre einfach nur eine ebenso leere Negation der Negation.
Dem liberalen Kosmopolitismus etwa würde ich die von ihm gerne als Hinterwäldlertum belächelte Heimatverwurzelung entgegensetzen, und zwar nicht erst auf der bereits entfremdeten Ebene des Nationalstaats (wobei dies in Abgrenzung gegen noch fremdere, noch abstraktere Ebenen natürlich auch dazu gehört), sondern in Region, Stadt, Dorf. Das Bewusstsein, eben NICHT überall, sondern nur an EINEM Ort zuhause zu sein.
Dem völlig positionslosen religiösen Pluralismus würde ich ein ein klares Bekenntnis zu einem in dieser Hinsicht absoluten Wahrheitsanspruch entgegenstellen. Einen *****manen, der mir klar sagt, dass meine Auffassung in seinen Augen FALSCH ist, kann ich eher respektieren, als jemanden, der mir sagt: "Hmjaaa, wer kann das schon so genau sagen, "Richtig" und "Falsch" sind da keine sinnvoll anwendbaren Begriffe". Mit einem solchen *****manen ist nämlich überhaupt ein sinnvoller Dialog möglich. Mit dem Relativisten gibt es nichts zu besprechen, da kann man ja das Ergebnis schon als "So oder anders - Jacke wie Hose" vorwegnehmen.
Der...äääh...Pluralität der Formen menschlichen Zusammenlebens würde ich eine klare Vorrangstellung der (möglichst sakral untermauerten), auf Lebendauer angelegten, monogamen heterosexuellen Beziehung entgegenstellen.
Dem Multikulturalismus würde ich einen eindeutigen, NICHT gleich behandelnden Vorrang der jeweils eigenen Kernkultur entgegensetzen.

opppa
29.09.09, 10:21
jetzt haben wir den Tröööt gekillt!

Pythia
29.09.09, 12:07
Der Liberalismus und seine GegnerJa, hier ich. Und wieso bin ich gegen Liberalismus?
http://www.24-carat.de/Forum/L-630.GIF
Liberalismus schuf die UDSSR-Diktatur, dann brachten alliierte Liberale die Nazis an die Macht, und schließlich formten alliierte Liberale, besonders US-Liberale, den 68er Ungeist, der nun die Abendland-Kultur in Europa, Nordamerika, Afrika, Australien und Neuseeland zerstört:
http://www.24-carat.de/Forum/L-630.GIF
68er Ungeist verhütete und ermordete im Mutterleib schon über 200 mio. Abendländer, 15 mio. alleine in der BRD, die 68er Ungeist mit Import-Proleten ersetzte, was Europa nun den Koranis zum Fraß vorwirft. Bevor 68er Ungeist aufkam, waren wir auf dem richtigem Weg:
http://www.24-carat.de/Forum/L-630.GIF
1955 AKW Calder Hall 1957 Laika im Sputnik, 1958 Boeing 707 und Herzschrittmacher, 1961 Juri Gagarin im All, 1964 OS/360 von IBM, 1965 IR8-Reisertrag-Verdoppelung, 1967 Herzverpflanzung, 1968 Knochenmark-Transplantation, 1969 Mondlandung, Jumbo-Jet und Internet, 1973 die Concord — Und dann nix mehr!
http://www.24-carat.de/Forum/L-630.GIF
Nur lahmarschiges Aufmotzen alter Hüte, da 68er Ungeist die übelste Fortschrittsbremse der Geschichte wurde. Sonst würden wir nun Atom-Müll zur Entsorgung in die Sonne schießen, Bodenschätze auf dem Mond gewinnen und Siedlungen auf dem Mars bauen.
http://www.24-carat.de/Forum/L-630.GIF
Zukunft meistern wir aber nur wie früher mit Leistung und Kindern, die wir mit guter Bildung zu starken Leistungsträgern erziehen, was in Europa nicht mehr möglich ist. Intelligenz, Geld, Wirtschaft und Leistungsträger mit Kindern oder mit Kinderwunsch wandern aus.
http://www.24-carat.de/Forum/L-630.GIF
http://www.24-carat.de/2009/Abendl-2.gif

K.-H. Hirmer
29.09.09, 14:35
Und dann nix mehr!
Aber nur in Deinem Denken. Schade für Dich. Ist bestimmt bitter, wenn man so von der Entwicklung abgehängt wird.

mabac
29.09.09, 16:40
Zum einen finde ich bemerkenswert, wie im Ausgangsposting die "Aufklärung" schon mit sowas wie Selbstverständlichkeit als positiv zu wertender Vorgang gesehen wird, wovon ausgehend dann auch noch der Liberalismus als an sie unmittelbar anschließend verstandene Lehre als bestmögliche Option dargestellt wird.
Zum anderen finde ich ebenfalls bemerkenswert, wie man sehenden

Nun,wenn man bedenkt, dass die Aufklärung mit der Alphabetisierung zusammenhängt ...

Ob nun positiv oder nicht, ohne der Aufklärung würden mindestens 90% der User in diesem Forum weder lesen und schreiben können.
Statt hier Müll zu posten würden sie wahrscheinlich um diese Uhrzeit, falls es die Aufklärung nicht gegeben hätte, als Knecht den Schweinestall ihres Herren ausmisten.

Sauerländer
29.09.09, 19:31
Nun,wenn man bedenkt, dass die Aufklärung mit der Alphabetisierung zusammenhängt ...
Ob nun positiv oder nicht, ohne der Aufklärung würden mindestens 90% der User in diesem Forum weder lesen und schreiben können.
Ich kann nicht erkennen, inwiefern das zur Minimierung des Unsinns in der Welt beigetragen hätte. Ganz im Gegenteil.

Pythia
01.10.09, 11:24
Aber nur in Deinem Denken. Schade für Dich. Ist bestimmt bitter, wenn man so von der Entwicklung abgehängt wird.Geistig Behinderte verstehen Beitrag #6 (http://www.politikarena.de/showpost.php?p=45069&postcount=6) natürlich nicht. Nur betrifft Dich das wohl nicht. Also lies nochmal, immer die nächste Zeile erst, wenn die Vorzeile verdaut ist. Das mag Dir helfen, falls Du nicht doch geistig behindert bist.
http://www.24-carat.de/Forum/L-635.GIF
Nur fanatische Liberale hassen die Realität und bekämpfen sie traditionell, konnten Fortschritt aber nicht ganz verhindern, nur so ausbremsen, daß wir eben doch noch nicht Atom-Müll in die Sonne schießen, Mond-Bodenschätze gewinnen und Mars-Siedlungen bauen.
http://www.24-carat.de/Forum/L-635.GIF
http://www.24-carat.de/2009/Arbeit-f.jpg
http://www.24-carat.de/Forum/L-635.GIF
Selbst in Wüste und im ewigem Eis könnten wir gut leben, siehe rechts, die Erde könnte auch 15 milliarden Menschen bequem versorgen, aber durch Liberale leben noch Millionen in Armut, siehe links, oder gar mit Elend, Fehlernährung und Hungetod.
http://www.24-carat.de/Forum/L-635.GIF
Bist Du so ein Liberaler, oder so ein von Liberalen gesteuerter geistig Behinderter? Ich hoffe doch nicht. Also lies nochmal langsam meinen Beitrag #6 (http://www.politikarena.de/showpost.php?p=45069&postcount=6), und dann verstehst es auch Du.
__________________
Hier ist nur der Start in die Zukunft, da sichhttp://www.24-carat.de/Forum/Populus/ubi-map.gifdas Ding nicht ewig weiter drehen wird.

K.-H. Hirmer
01.10.09, 11:47
Also lies nochmal, immer die nächste Zeile erst, wenn die Vorzeile verdaut ist. Das mag Dir helfen, falls Du nicht doch geistig behindert bist.
Wozu?

Dass Du geistig stehengeblieben bist sieht man auch beim ersten Mal. Und Deine futuristischen Träume entspringen einen sehr naiven Verständnis von Fortschritt und dem, was technisch machbar ist.

Allein Deine Idee auf dem Mond Rohstoffe abzubauen, spricht Bände. Denk nur mal daran, was 1 Kg dieser Rohstoffe alleine an Transport kosten würden. :augenrollen:

Pythia
02.10.09, 04:08
Daß Du geistig stehengeblieben bist sieht man auch beim ersten Mal. Und Deine futuristischen Träume entspringen einen sehr naiven Verständnis von Fortschritt und dem, was technisch machbar ist.Ich weiß besser als Du, was technisch machbar ist. Habe schon genug "geht-nicht-Projekte" gebaut und ganz Andere als Dich in Erstaunen versetzt. Du kannst das nicht mal zeichnen.
http://www.24-carat.de/Forum/L-635.GIF
Du schriebst auch: http://www.politikarena.de/images/buttons/viewpost.gif (http://www.politikarena.de/showthread.php?p=45803#post45803) "Allein Deine Idee auf dem Mond Rohstoffe abzubauen, spricht Bände. Denk nur mal daran, was 1 Kg dieser Rohstoffe alleine an Transport kosten würden. :augenrollen:"
http://www.24-carat.de/Forum/L-635.GIF
Von Transportkosten hast Du auch keine Ahnung. ":augenrollen:" hift da nicht. Das Kindergeld, das ich mit meiner Altersklasse für Dich zahlte, wurde wohl nicht in Bildung angelegt. Bist Du vielleicht ein vom 68er ach so liberalem Ungeist versautes Null-Bock-Weichei?
http://www.24-carat.de/Forum/L-635.GIF
Mit Null-Bock-Abi und Weichei-Studium? Oder nicht mal das? Solche hat die BRD leider im Übermaß. Na, daher geht sie auch unter: 2016 oder 2018 ist die BRD pleite, spätestens 2020: nix mehr Rente, HartzIV, Kindergeld oder andere Staatsknete.
http://www.24-carat.de/Forum/L-635.GIF
Intelligenz, Geld, Wirtschaft und Leistungsträger mit Kindern oder mit Kinderwunsch wandern aus, unseren Sozial-Ballast nehmen andere Länder nicht auf. 2025 werden im Ausland schon mehr Deutsche geboren und deutsche Produkte hergestellt als hier.
http://www.24-carat.de/Forum/L-635.GIF
Siemens und Bosch haben hier nur noch 230.000 Leute, aber schon über 470.000 im Ausland, und einige der 100 größten BRD-Firmen haben hier nur noch Verwaltung und Verkauf, um noch was BRD-Kaufkraft abzusaugen so lange noch was da ist.
http://www.24-carat.de/Forum/L-635.GIF
Die BRD wird dann 3. Welt, und unsere Null-Bock Weicheier und Schlunzen können dann für reiche Koranus Ziegen hüten, auf Brachland, wo nun noch Leute in Werken und Büros arbeiten. Vielleicht werden die Koranis unseren Sozial-Ballast aber auch anders entsorgen.