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Ukraines Wirtschaft stürzt ab
Viktor Juschtschenko steht heftig unter Beschuss. Jahrelang schon sind die Ukrainer bitter enttäuscht von einstigen Helden der "orangenen Revolution", der sich in der Finanzkrise als völlig handlungsunfähig erweist. Das Land balanciert seit einem Jahr am Rand des Abgrunds, nun droht der IWF erneut mit einer Aussetzung der Kredithilfen.
Weiterlesen... (http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/ukraines-wirtschaft-stuerzt-ab;2454432)
Korruptes Nest ist das Land.
Walter Hofer
08.09.09, 15:55
Ohne indirekte EU-Hilfen wäre die Ukraine längst bankrott!
(Island, Ungarn profitieren vom EU-Regenschirm)
Na hoffentlich werden die Ukrainer mal lernfähig,denn die vom CIA gesteuerte orangene Revolution war nicht zu ihrem Wohl gedacht sondern es ging nur darum die Ukraine gegen Rußland einzuspannen.Was lernen wir daraus Geheimdienste sind zu aller letzt für das Wohlbefinden eines Volkes zuständig.
Sauerländer
08.09.09, 16:32
Viktor Juschtschenko steht heftig unter Beschuss. Jahrelang schon sind die Ukrainer bitter enttäuscht von einstigen Helden der "orangenen Revolution", der sich in der Finanzkrise als völlig handlungsunfähig erweist....
Nein, wer hätte es gedacht...:augenrollen:
Walter Hofer
08.09.09, 16:46
Korruptes Nest ist das Land.
.. und wollte von CDU/CSU-Granden in die EU- und Nato aufgenommen werden!
Das Land ist nicht nur korrupt, sondern total versifft und radioktiv verseucht. Ein Super Beitrittkandidat!
.. und wollte von CDU/CSU-Granden in die EU- und Nato aufgenommen werden!
Das Land ist nicht nur korrupt, sondern total versifft und radioktiv verseucht. Ein Super Beitrittkandidat!
Siehste, passt in die EU doch prima rein :grin:
Als Nachtigall und Roland noch unterwegs waren, war es um die Kosaken noch um einiges besser bestellt - zurück zu den Wurzeln sage ich da nur. Polen ärgern und durch die Steppe reiten, das waren geile Zeiten !
Sauerländer
08.09.09, 17:04
.. und wollte von CDU/CSU-Granden in die EU- und Nato aufgenommen werden!
Das Land ist nicht nur korrupt, sondern total versifft und radioktiv verseucht. Ein Super Beitrittkandidat!
Hervorragende Idee. Nehmen wir ein Land auf, das uns mit NOCH mehr Billigarbeitskräften beliefert, einen völlig korrupten Apparat mit sich bringt, den Laden NOCH weiter überdehnt, NOCH unregierbarer macht, und legen uns dafür vor allen Dingen auch noch mit Russland an, was in vielerlei Hinsicht so mit das Dümmste ist, was wir tun können.
Der Yankee freut sich vermutlich ein Bein aus. Ein weiterer guter Grund, es bleiben zu lassen.
.. und wollte von CDU/CSU-Granden in die EU- und Nato aufgenommen werden!
Das Land ist nicht nur korrupt, sondern total versifft und radioktiv verseucht. Ein Super Beitrittkandidat!
Zumindest der Beitrittswunsch zur NATO erscheint mir nachvollziehbar.
Sauerländer
08.09.09, 17:27
Zumindest der Beitrittswunsch zur NATO erscheint mir nachvollziehbar.
Seitens der ukrainischen Führung - natürlich. Die unternehmen ja nun wirklich ALLES, um Moskau sowohl zu vergrätzen als auch sich dagegen in möglichst starke Positition zu bringen.
Wir hingegen wären ziemlich Deppen, wenn wir da mitspielen würden.
Man wird auf Lange Sicht nicht umhin können, das alte realpolitische Faktum der Interessenshären wieder anzuerkennen. Und ob es einem nun passt oder nicht, ob das in Form direkter staatlicher Einheit umgesetzt wird oder nicht: Die Ukraine wie Weissrussland gehören zur russischen Interessenshäre.
Für Mitteleuropa ist an der polnischen Ostgrenze Feierabend.
Seitens der ukrainischen Führung - natürlich. Die unternehmen ja nun wirklich ALLES, um Moskau sowohl zu vergrätzen als auch sich dagegen in möglichst starke Positition zu bringen.
Wir hingegen wären ziemlich Deppen, wenn wir da mitspielen würden.
Man wird auf Lange Sicht nicht umhin können, das alte realpolitische Faktum der Interessenshären wieder anzuerkennen. Und ob es einem nun passt oder nicht, ob das in Form direkter staatlicher Einheit umgesetzt wird oder nicht: Die Ukraine wie Weissrussland gehören zur russischen Interessenshäre.
Für Mitteleuropa ist an der polnischen Ostgrenze Feierabend.
Ich sehe da einen grundlegenden Denkfehler bei dir. "Interessensphären" sind nicht mehr durch geografische Entfernung begrenzbar. Die Interessen aller großen Nationen und Staatengemeinschaften (EU) liegen in den rohstoffreichen Gebieten im Nahen und Mittleren Osten - momentan. Russland wird niemals ein exklusives Recht auf die Ausbeutung dieser Rohstoffe behaupten können (auch nicht in den ehemaligen Sowjetrepubliken) - wenngleich dies mit der Verstaatlichung und enormen Expansion des Gazpromkonzerns versucht wurde/wird.
Doch das Gazprommonopol wird daran scheitern, dass die Russen viel mehr auf europäische/westliche Investitionen angewiesen sind, als uns allen bewusst ist. Demographisch steht das Land kurz vor dem Kollaps (sollte sich das Regierungsprogramm nicht endlich auszahlen), die maroden Industrien in den rohstoffreichen, aber entvölkerten Provinzen brauchen dringend Geld und Konzepte. Die Annäherung an Europa wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen, bis sie schlussendlich in einigen Jahrzehnten in die Angliederung münden wird.
Die Ukraine sind seit einem Jahrhundert Spielball der Nationen.
Das Land muss sich erst selbst entwickeln.
Sauerländer
08.09.09, 17:57
Ich sehe da einen grundlegenden Denkfehler bei dir. "Interessensphären" sind nicht mehr durch geografische Entfernung begrenzbar. Die Interessen aller großen Nationen und Staatengemeinschaften (EU) liegen in den rohstoffreichen Gebieten im Nahen und Mittleren Osten - momentan. Russland wird niemals ein exklusives Recht auf die Ausbeutung dieser Rohstoffe behaupten können (auch nicht in den ehemaligen Sowjetrepubliken) - wenngleich dies mit der Verstaatlichung und enormen Expansion des Gazpromkonzerns versucht wurde/wird.
Doch das Gazprommonopol wird daran scheitern, dass die Russen viel mehr auf europäische/westliche Investitionen angewiesen sind, als uns allen bewusst ist. Demographisch steht das Land kurz vor dem Kollaps (sollte sich das Regierungsprogramm nicht endlich auszahlen), die maroden Industrien in den rohstoffreichen, aber entvölkerten Provinzen brauchen dringend Geld und Konzepte. Die Annäherung an Europa wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen, bis sie schlussendlich in einigen Jahrzehnten in die Angliederung münden wird.
Und wir stehen demographisch nicht knapp vor dem Aus?
Natürlich wird man eine engere Anbindung finden müssen, auf übergeordneter Ebene bin ich seit langem ein Verfechter der Achse Berlin-Moskau, im Westen von mir aus auch nach Paris verlängert.
Aber das muss dann endlich einhergehen mit dem Bruch mit dem "Westen", mit einer eigenen europäischen Wirtschafts-, Herrschafts- und Wehrkonzeption.
Und wir stehen demographisch nicht knapp vor dem Aus?
Russland ist schon ein Extrem - aber egal: Darüber zu streiten, wer nun schlimmer dran ist, ist ohnehin der falsche Ansatz.
Natürlich wird man eine engere Anbindung finden müssen, auf übergeordneter Ebene bin ich seit langem ein Verfechter der Achse Berlin-Moskau, im Westen von mir aus auch nach Paris verlängert.
Aber das muss dann endlich einhergehen mit dem Bruch mit dem "Westen", mit einer eigenen europäischen Wirtschafts-, Herrschafts- und Wehrkonzeption.
Das kannst du aber nicht ohne die USA realisieren. Erst wenn Russen und US-Amerikaner bei grundlegenden Entscheidungen derselben Meinung sind, lässt sich eine vertrauensvolle Partnerschaft mit Europa umsetzen. Momentan sehen sich die Russen vom Militärapparat der USA bedroht, und die US-Amerikaner fürchten ein russisches Gasmonopol.
Sauerländer
08.09.09, 18:15
Das kannst du aber nicht ohne die USA realisieren. Erst wenn Russen und US-Amerikaner bei grundlegenden Entscheidungen derselben Meinung sind, lässt sich eine vertrauensvolle Partnerschaft mit Europa umsetzen. Momentan sehen sich die Russen vom Militärapparat der USA bedroht, und die US-Amerikaner fürchten ein russisches Gasmonopol.
Anders wird ein Schuh draus: Die Russen fürchten die Amerikaner, ja. Kein Wunder, wenn man bedenkt, wie die die NATO nach Osten zu treiben bemüht sind und Russland nach und nach gezielt zu verdrängen im Begriff sind. Die Russen fühlen sich bedroht - und darauf reagieren sie in klassischer Art und Weise: Sie packen die Keule aus, soweit sie das können. Gerade deshalb geht es um das Freibrechen vom "Westen": WIR müssen neben den Russen leben, mit all dem, was das an Konsequenzen mit sich bringt, nicht die Amerikaner. Und wenn wir in einem Bunde vebleiben mit denen, die einen Interessengegensatz mit den Russen haben, wird uns das in einen Konflikt der einen oder anderen Art ziehen, an dem wir kein Interesse haben können, der für unnötig und vermeidbar ist. Deshalb der Bruch mit den USA, der Bruch mit den Ideen der Transatlantiker, das Anstreben neuer europäischer Souveränität.
Das ist mir zu dogmatisch, was du hier propagierst. Die Georgier wurden nicht umsonst von den USA so sehr unterstützt, sie sollten nicht umsonst in die NATO aufgenommen werden - es ging wieder einmal um Rohstoffe.
Baku-Tiflis-Ceyan: http://de.wikipedia.org/wiki/Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline
Dieses Projekt wurde seit Inbetriebnahme durch den BP-Konzern vor Ort ständig sabotiert von Seperatisten, unterstützt aus Moskau (nachgewiesen!). Mit den Georgier in der NATO wollte man die Zuverlässigkeit der Pipeline gewährleisten, der Beschuss aus Südossetien kam den Russen gerade noch rechtzeitig gelegen.
Dennoch bin ich weiterhin für die enge Verbindung der USA mit den Russen - Europa kann als Brücke dienen, aber die volle Einbindung können nur die USA realisieren. Obama hat kurz nach Amtsantritt angekündigt, er wolle die Atomwaffenarsenale massiv abbauen - jetzt wird gerade einmal über die Raketenabwehr in Polen neuverhandelt, der START-Vertrag wird nachgebessert - alles sehr langsam, doch die Richtung stimmt. Die nukleare Abrüstung ist unbedingte Voraussetzung für eine glaubwürdige Bekämpfung der Verbreitung von Atomwaffen.
Das ist nur zwei Beispiele für gemeinsame Interessen der Russen und US-Amerikaner; Bekämpfung des Terrorismus, Stabiltät im Nahen Osten wären weitere. Wenn sich Europa als Alternative zu den USA völlig den Russen widmen würde und jegliche Partnerschaft zu Amerika abbrechen würde, herrschte dieselbe Situation vor, wie bisher; nur mit vertauschten Freunden/Feinden.
Walter Hofer
08.09.09, 20:09
Die Ukraine wie Weissrussland gehören zur russischen Interessenshäre. Für Mitteleuropa ist an der polnischen Ostgrenze Feierabend.
yepp :thumbsup:
Wir können die Ukraine sowohl von der Waffentechnik als auch von der Mentalität der Soldaten nicht in die Nato integrieren!
Was wollen wir mit deren Atomschrott (Schiffe)? Die Ukraine ist Wettbewerber auf dem Rüstungsmarkt und verkauft Russenwaffen und Russenpanzer im Lizenzbau, eine sehr wichtige Einnahmequelle.
cthulhufhtagn
09.09.09, 14:18
[...]die vom CIA gesteuerte orangene Revolution[...]
Oh Mann, für dich ist eh alles "gesteuert", was nicht fleißig gegen den Westen hetzt :augenrollen::augenrollen::augenrollen::augenrolle n:
das alte realpolitische Faktum der Interessenshären wieder anzuerkennen.[...]
Diese Interessensspähre ist eien Relikt aus dem 20ten Jhd. Die Grenze des "Westens" es seit dem Zusammenbruch der udSSr eh dauernd nach Osten gewandert und hätte der Westen nciht mir Riesenkrediten (wurden die eigentlich schon zurückgezahlt?) und materieller Hilfe nciht Russland geholfen, wäre auch Russland in Stücklein zerfallen. Russland kann nciht mehr so tun, als gäbe es noch die udSSr (eine Fortsetzung des Zarenreiches mit WEIT schlimmeren Mitteln) und sie den Nachbarstaaten vorschreiben könne, was sie zu tun haben.
Sauerländer
09.09.09, 14:55
Diese Interessensspähre ist eien Relikt aus dem 20ten Jhd. Die Grenze des "Westens" es seit dem Zusammenbruch der udSSr eh dauernd nach Osten gewandert und hätte der Westen nciht mir Riesenkrediten (wurden die eigentlich schon zurückgezahlt?) und materieller Hilfe nciht Russland geholfen, wäre auch Russland in Stücklein zerfallen. Russland kann nciht mehr so tun, als gäbe es noch die udSSr (eine Fortsetzung des Zarenreiches mit WEIT schlimmeren Mitteln) und sie den Nachbarstaaten vorschreiben könne, was sie zu tun haben.
Solche Ideen sind ein Relikt aus der Zeit unmittelbar nach dem Untergang der Sowjetunion, als man im Westen glaubte, nun sei das Ende der Geschichte gekommen, das westliche System würde sich nach und nach auf den gesamten Erdball ausbreiten, und so würde es dann für immer sein.
Es ist bemerkenswert, wie schnell sich dieser Unsinn in Rauch aufgelöst hat.
Der Westen kann nicht länger so tun, als hätte er es immer noch mit dem jelzinischen Russland zu tun, das, geführt von einem versoffenen Pausenclown, zwischen Bürgerkrieg und Staatsauflösung lavierend, jeden Mist mit sich machen lassen, sofern es dafür nur von aussen beklatscht wurde für den "guten Weg", auf dem es sei.
Man hat dort bemerkt, dass, allen Illusionen zum Trotz, die man sich gemacht hat, da man feststellte, dass die UdSSR nicht ohne deutliche Änderungen weiter bestehen konnte, der Westen nicht der Heilsbringer ist, als der er sich darstellt, sondern dass das eigene Regime mit seiner Propaganda über sich selbst zwar log, dass sich die Balken bogen, den Gegner aber durchaus treffend beschrieben hat.
In diesem Sinne erinnert man sich dort zunehmend wieder an die Weisheit, dass es ein Zeichen dafür ist, dass man etwas falsch macht, wenn einen der Feind lobt.
So hat denn auch, nachdem er den unseligen Jelzin ablöste, Putin schnell angefangen, klarzustellen, dass er nichts gegen westlichen Applaus hat, aber auch keinen gesteigerten Wert darauf legt, und im Zweifelsfall keine Hemmungen hat, dem Westen nicht nur in die Suppe zu spucken, sondern ihm den Teller zu zerkloppen. Vernünftiger Mann.
Anfänglich hat er irritiertes Innehalten ausgelöst.
Nun gibt es Spaltungen. Einige im Westen wollen dem Begegnen, indem sie weiter massiv Druck ausüben. Andere sind eher zu einem partiellen Zurückweichen an einen Punkt bereit, mit dem beide Seiten leben können. Wo genau dieser Punkt ist, ist dann Verhandlungssache. Klar ist aber, dass er mit einer Ukraine in EU und/oder NATO deutlich überschritten wäre.
Man kann das ignorieren. Man kann sich auch als kleinerer Staat in der russischen Sphäre aufführen, als habe man den Hebel, die Welt aus den Angeln zu heben. Georgien hat zuletzt feststellen dürfen, was dann passiert. So einfach ist das.
Sauerländer
09.09.09, 15:45
Das ist mir zu dogmatisch, was du hier propagierst. Die Georgier wurden nicht umsonst von den USA so sehr unterstützt, sie sollten nicht umsonst in die NATO aufgenommen werden - es ging wieder einmal um Rohstoffe.
Baku-Tiflis-Ceyan: http://de.wikipedia.org/wiki/Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline
Dieses Projekt wurde seit Inbetriebnahme durch den BP-Konzern vor Ort ständig sabotiert von Seperatisten, unterstützt aus Moskau (nachgewiesen!).
Na sowas. Die Russen werden hellhörig, wenn der Westen in einer Kombination aus wirtschaftlicher und militärischer Erschließung ihnen auf die Pelle rückt und einen immer engeren Ring um sie zu ziehen bemüht ist. Wie unbegreiflich...:augenrollen:
Dennoch bin ich weiterhin für die enge Verbindung der USA mit den Russen - Europa kann als Brücke dienen, aber die volle Einbindung können nur die USA realisieren. Obama hat kurz nach Amtsantritt angekündigt, er wolle die Atomwaffenarsenale massiv abbauen - jetzt wird gerade einmal über die Raketenabwehr in Polen neuverhandelt, der START-Vertrag wird nachgebessert - alles sehr langsam, doch die Richtung stimmt. Die nukleare Abrüstung ist unbedingte Voraussetzung für eine glaubwürdige Bekämpfung der Verbreitung von Atomwaffen.
Einmal ganz abgesehen davon, dass ich es absolut hanebüchen und änderungsbedürftig finde, dass ausgerechnet Deutschland über KEIN wie auch immer geartetes eigenes Nukleararsenak verfügt, ist die deutliche Reduzierung der Sprengkopfzahlen mit Sicherheit kein verkehrter Ansatz. Man muss ja auch die Welt nicht zwanzigfach zerstören können, einmal reicht. Aber auch eine mehr oder weniger friedliche Einigung in dem Punkt, dass es keinem von uns was nützt, wenn morgen der Planet in die Luft fliegt, hebt nicht andere Gegensätze auf, die nunmal bestehen.
Wenn sich Europa als Alternative zu den USA völlig den Russen widmen würde und jegliche Partnerschaft zu Amerika abbrechen würde, herrschte dieselbe Situation vor, wie bisher; nur mit vertauschten Freunden/Feinden.
Ein wesentlicher Unterschied wäre, dass nicht mehr Europäer zusammen mit Nichteuropäern gegen andere Europäer stünden, dass für uns die eventuelle Bedrohung oder zumindest der Nichtzugehörige nicht mehr auf unserem Kontinent säße (den seine Basen und Stützpunkte wären selbstverständlich zu schließen), sondern auf der anderen Seite vom großen Teich, von wo aus er hier ohne Fuß in der Tür zumindest deutlich schwerer agieren könnte. Während wir nunmal zwischen uns und die Russen kein Meer zaubern können.
Hinzu kommt der Souveränitätsgedanke. Ein deutscher Nationalstaat kann nicht autark agieren. Der eurasische Block, vom Nordkap bis nach Palermo, von Bordeaux bis nach Wladiwostik, KANN es.
cthulhufhtagn
09.09.09, 17:31
[***]
Das einzige, was sich seit jelzin geändert hatte, ist, dass Putin in der Öffentlichkeit nüchtern ist, die Unternehmen durch Mafia-Methoden unter seine Kontrolle bringt und sie an seine Freunde verteilt, die Presse- und die Meinungsfreiheit einschränkt, die Opposition unterdrückt und kaltmacht, aus innenpolitischen Populismus dem Westen ans Bein pisst (aber auch nciht so ernsthaft, z.B. erkannte es den Kosovo nicht an, tat aber nix gegen die Unabhängigkeit, wie z.B. Serbien zu irgendeinem Scheiß ermutigen. Auch ist die SOZ ehr so bedeutungslos wie die GUS. Russland verhält sich gegenüber den USA selbst unter Putin wie ein Konkurent, nicht wie ein Feind, wie es zu Sowjetzeiten der Fall war und umgekehrt auch.).
Russland war nie der Feind der USA, die udSSr war es.
Fakt ist, dass der fast der gesamte Ostblock keinen Bock mehr auf Russland hat, manche Länder sind sogar in die EU eingetreten und mit der Ukraine (kurz vor der NATO-Mitgliedschaft) wird es, nach ein paar Jahren, ebenso geschehen.
Und Georgien ist für Russland zum Fiasko geworden. Kein Schwanz ausser Russland und Nicaragua erkennen die beiden abtrünnigen Provinzen als Staaten an, nicht mal die die sog. Verbündeten wie z.B. Belarus oder Armenien und die andren ehemaligen Sowjetrepubliken werden jetzt erst recht näher an den Westen heranrücken, weil sie ja nie wissen können, ob Russland nicht bei ihnen zuerst russiche Pässe regnen lässt, dann diese neuen "Russen" aufträgt, Ramba-Zamba zu machen und dann die Truppen einmarschieren lässt, um "russische Staatsbürger" vor der "Unterdrückung durch die bösen $foo (http://de.wikipedia.org/wiki/Metasyntaktische_Variable)" zu retten (In der Krim gährt es zumindest, obwohl es noch nix ernstes ist).
Sauerländer
09.09.09, 18:24
Das einzige, was sich seit jelzin geändert hatte, ist, dass Putin in der Öffentlichkeit nüchtern ist, die Unternehmen durch Mafia-Methoden unter seine Kontrolle bringt und sie an seine Freunde verteilt, die Presse- und die Meinungsfreiheit einschränkt, die Opposition unterdrückt und kaltmacht, aus innenpolitischen Populismus dem Westen ans Bein pisst (aber auch nciht so ernsthaft, z.B. erkannte es den Kosovo nicht an, tat aber nix gegen die Unabhängigkeit, wie z.B. Serbien zu irgendeinem Scheiß ermutigen. Auch ist die SOZ ehr so bedeutungslos wie die GUS. Russland verhält sich gegenüber den USA selbst unter Putin wie ein Konkurent, nicht wie ein Feind, wie es zu Sowjetzeiten der Fall war und umgekehrt auch.).
Russland war nie der Feind der USA, die udSSr war es.
Fakt ist, dass der fast der gesamte Ostblock keinen Bock mehr auf Russland hat, manche Länder sind sogar in die EU eingetreten und mit der Ukraine (kurz vor der NATO-Mitgliedschaft) wird es, nach ein paar Jahren, ebenso geschehen.
Und Georgien ist für Russland zum Fiasko geworden. Kein Schwanz ausser Russland und Nicaragua erkennen die beiden abtrünnigen Provinzen als Staaten an, nicht mal die die sog. Verbündeten wie z.B. Belarus oder Armenien und die andren ehemaligen Sowjetrepubliken werden jetzt erst recht näher an den Westen heranrücken, weil sie ja nie wissen können, ob Russland nicht bei ihnen zuerst russiche Pässe regnen lässt, dann diese neuen "Russen" aufträgt, Ramba-Zamba zu machen und dann die Truppen einmarschieren lässt, um "russische Staatsbürger" vor der "Unterdrückung durch die bösen $foo (http://de.wikipedia.org/wiki/Metasyntaktische_Variable)" zu retten (In der Krim gährt es zumindest, obwohl es noch nix ernstes ist).
Hat jetzt zwar nix mit dem Thema zu tun, aber kann es sein, dass du nebenan unter dem Usernamen "borisbaran" schreibst?
Sollte sich abzeichnen, dass die Ukraine tatsächlich auf den Weg kommt, in die NATO einzutreten, wird man unter Umständen mit einer militärischen Intervention seitens Russland rechnen müssen, solange die Ukraine noch nicht drin ist. Ein sich näherender Beitritt würde die Russen unter erheblichen Handlungsdruck, ja beinahe schon Zugzwang setzen. Vorstellbar wäre, dass dabei herauskommt, dass die Ukraine gespalten wird, ihr Westteil sich in Richtung EU und NATO orientiert, und ihr von Russen bewohnter Ostteil heim an Mütterchen Russland fällt, obgleich ich annehme, dass der Kreml das bereits als eine ziemlich suboptimale Lösung ansehen würde.
Und ich persönlich habe keine Lust darauf, mich mit Russland anzulegen, nur damit der Yankee und sein verlängerter Arm in Brüssel ihren Einfluss noch weiter nach Osten ausdehnen und unser Land mit noch mehr Billigarbeitskräften überschwemmen kann, auf dass sich das Kapital noch leichter einen schönen Tag machen möge.
Fast der gesamte Ostblock...
Es sind vor allem die klassischen Kandidaten, die den GANZ, ganz Lauten machen, also primär die Polen, aber die machen ja IMMER den Lauten.
Ich erinnere mich noch an den Augenblick, wo einer von beiden Kaczynksis, ich habe gerade vergessen welcher, UNS damit drohte, POLEN würde den Vertrag zur Anerkennung der Oder/Neiße-Grenze nicht mehr anerkennen.
Ich staunte einen Moment ungläubig, musste dann herzlich lachen, und freute mich dann auf den Tag, an dem sie das tatsächlich tun würden.
Leider hat ihm dann wohl noch einer seiner Berater in einem lichten Moment verklickern können, dass er ein bischen zurückrudern sollte, und es kam nicht dazu. Das hat mich doch ein wenig enttäuscht...;-):-D
Mehr Verständnis habe ich da schon für die Balten, an deren Stelle würde ich auch nicht einsehen, dass eine ausländische Minderheit bei mir zu randalieren anfängt, nur weil ich vor den Ehrenmälern der Armee des Landes dieser Minderheit nicht mehr den Hofknicks zu machen beliebe.
Putin hat seine Kontrolle zügig auszuweiten begonnen. Mit kriminellen Methoden? Das wird gewiss so sein. Na und? Er hat erreicht, dass man IHN ernst nimmt, und dass ein Befehl von ihm was bedeutete. Und er hat klar seine Autorität gegen die Oligarchen durchgesetzt und die, die meinten, es ginge andersherum, abgesägt. Zugegeben, netter wäre es gewesen, die ganze Wirtschaftsweise umzuschmeissen...
Opposition, was gibt es denn da noch? Die Kommunisten (ist das eigentlich IMMER noch Sjuganow, der die führt? Zugegeben, in sozialer Hinsicht dürfte auf die ruhig gelegentlich mal gehört werden), und ja, richtig, den unverwechselbaren, unersetzlichen, GÖTTLICHEN Wladimir Schirinowski, der gerne eine Volksabstimmung abhalten lassen würde, ob er nicht zu Zar Waldimir I gekrönt werden sollten, der auf die Vogelgrippe reagierte mit der Idee, an der Grenze überall Soldaten aufzustellen und jeden aus dem Ausland illegal einfliegenden Vogel abzuknallen, der in Talk Shows keine Hemmungen hat, eine Keilerei anzufangen... Das ist GROßE Kunst.:-D War der nicht (oder ist es noch) zweitweise sogar Präsident der Duma? :-D
Ansonsten gibt es da doch letztlich nur noch kleine Grüppchen, die nur dadurch überhaupt am Laufen gehalten werden, dass der Westen Geld in sie pumpt, weil SIE ihm genehm wären, die damit aber nicht wirklich weit kommen.
Richtig, und die NazBols, aber die sind ja, wenn ich mich recht entsinne, als Partei verboten, Limonow ist entweder pleite oder im Knast, und in deinem Sinne sind die vermutlich auch nicht.
Natürlich handelt Putin (seinen verlängerten Arm Medwedjew übergehen wir mal) nicht offen feindschaftlich, das tut ja auch der Westen nur sehr bedingt. Und der Wladi ist ja kein geisteskranker Fantiker, der die Welt in die Luft jagen will. Das ist ein kühler Rechner mit sicherem Machtinstinkt, der sehr genau weiss, dass er Stärke zeigen muss, damit das Ausland nicht macht, was es will (und damit das Volk ihn respektiert), der aber ebenso genau weiss, dass die militärische Schlagkraft, die er zur Verfügung hat, nicht mehr die selbe ist wie zu Zeiten der Sowjetunion, und man sehr genau abwägen muss, wie aggressiv man dem Vordringen des Westens entgegentreten kann, ohne dass es wirklich zum Krieg kommt, den auch er nicht will, er ist ja nicht bekloppt. Da geht es also eher um Kleinkonflikte, um verschiedene Abstufungen von Drohungen, um Säbelrasseln, um ökonomische Schläge.
Daher das Verhalten hinsichtlich Kosovo. Er hat deutlich gemacht, dass er damit alles andere als einverstanden war, und damit auch angedeutet: Noch weitere Schrittung in dieser Richtung, und ich höre auf, für irgendwas zu garantieren...
Während es natürlich nicht zur Debatte stand, da ernshaft militärisch zu intervenieren. Serbien erst Mut zu machen, sie dann ins Messer laufen zu lassen, ohne Hilfe zu schicken...das hätte in mehrfacher Hinsicht einen Prestigeverlust bedeutet. Und es wirklich auf den Krieg ankommen zu lassen - dafür waren begreiflicherweise die Serben, rein machtpolitisch gesehen, nicht wichtig genug. Negativ äußern hingegen musste er sich unbedingt. Insofern hat er es absolut richtig gemacht. Auch wenn ein Idealist sich vielleicht mehr erhofft hätte - aber Idealisten in der Politik haben eine erstaunliche Tendenz zum Scheitern.
Das Nichtanerkennen der Abtrennungen von Georgien durch praktisch alle anderen kann ihm ziemlich wurscht sein. Er hat Fakten geschaffen, und es stehen Truppen da unten. Und es ist allen Leuten deutlich geworden, dass Moskau unter bestimmten Umständen durchaus zum Einsatz von Gewalt bereit, die Europäer jedoch nicht auf einen Krieg mit Russland aus und die Amerikaner im Zweifelsfall weit weg sind. Und dass es daher für das eigene Land je nach Lage nicht unbedingt schlau ist, Moskau übermäßig zugunsten des Westens, der einem tendenziell eher nicht beispringen wird, zu provozieren.
Na sowas. Die Russen werden hellhörig, wenn der Westen in einer Kombination aus wirtschaftlicher und militärischer Erschließung ihnen auf die Pelle rückt und einen immer engeren Ring um sie zu ziehen bemüht ist. Wie unbegreiflich...:augenrollen:
Und die USA lassen sich nicht gerne erpressen. Deshalb diese Pipeline, deshalb das Nabucco-Projekt, usw. Im Grunde hat uns der Kaukasuskrieg nur aufgezeigt, dass beide Konfliktparteien (ich meine Russen und US-Amerikaner) a ihre Interessen um jeden Preis verteidigen werden und aufeinander angewiesen sind.
Einmal ganz abgesehen davon, dass ich es absolut hanebüchen und änderungsbedürftig finde, dass ausgerechnet Deutschland über KEIN wie auch immer geartetes eigenes Nukleararsenak verfügt, ist die deutliche Reduzierung der Sprengkopfzahlen mit Sicherheit kein verkehrter Ansatz. Man muss ja auch die Welt nicht zwanzigfach zerstören können, einmal reicht. Aber auch eine mehr oder weniger friedliche Einigung in dem Punkt, dass es keinem von uns was nützt, wenn morgen der Planet in die Luft fliegt, hebt nicht andere Gegensätze auf, die nunmal bestehen.
Warum braucht Deutschland Atomwaffen? Es gibt doch keine Hungersnöte im Lande, weswegen man sich Getreide erpressen müsste, oder?
Sicherung der Erdöl und -gasversorung ist seit Jahrzehnten Dogma der us-amerikanischen Außenpolitik; einziger Unterschied zu früheren Jahren ist, dass die Sowjetunion als Feind, mit dem man keine Geschäfte machen darf, weggefallen ist. In den 90er Jahren versuchten die Chefstrategen der USA die Übernahme russischer Ölkonzerne zu steuern, Putin wehrte diesen Angriff mit der Verstaatlichung ab. Jetzt führt kein Weg mehr vorbei an einer russisch-amerikanischen Partnerschaft; Terrorismus und Wirtschaftskrise verstärken die Notwendigkeit nur umso mehr.
Ein wesentlicher Unterschied wäre, dass nicht mehr Europäer zusammen mit Nichteuropäern gegen andere Europäer stünden, dass für uns die eventuelle Bedrohung oder zumindest der Nichtzugehörige nicht mehr auf unserem Kontinent säße (den seine Basen und Stützpunkte wären selbstverständlich zu schließen), sondern auf der anderen Seite vom großen Teich, von wo aus er hier ohne Fuß in der Tür zumindest deutlich schwerer agieren könnte. Während wir nunmal zwischen uns und die Russen kein Meer zaubern können.
Hinzu kommt der Souveränitätsgedanke. Ein deutscher Nationalstaat kann nicht autark agieren. Der eurasische Block, vom Nordkap bis nach Palermo, von Bordeaux bis nach Wladiwostik, KANN es.
Gerade die osteuropäischen Staaten haben sehr viel aufzuarbeiten: Die Sowjetunion hat sie sehr stark geprägt, viele beklagen noch immer russisches Weltmachtgehabe - sicher: Es sind auch viele Ressentiments. Aber gerade die aggressive Politik gegen die Ukraine, gegen Georgien, Estland und Polen stärkt diese Staaten in ihrer Überzeugung. Die Russen stehen so gesehen vor einer grundlegenden Entscheidung, welche ihre Außenpolitik in den nächsten - sagen wir: - 20-50 Jahren verändern wird.
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