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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Arme wählen nicht


*JM*
05.09.09, 18:58
Schock-Studie
Sind Arme zu faul zum Wählen?
Köln - Sind arme Menschen zu faul zum Wählen? Fest steht: In Problemvierteln gehen die Menschen wesentlich seltener zur Wahl, als in reichen Vierteln.

"Wenn man die Arbeitslosenquote kennt, kann man die Höhe der Wahlbeteiligung schon fast voraussagen", sagt der Politologe Armin Schäfer. Der Wissenschaftler forscht seit 2005 am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung zu Wahlbeteiligung und sozialem Status.

Zu faul um zur Wahlurne zu gehen (http://www.express.de/nachrichten/news/politik-wirtschaft/sind-arme-zu-faul-zum-waehlen_artikel_1251217106366.html)

Da fehlen einem die Worte....

Purpurner Fluss
05.09.09, 19:17
Warum sind die Leute arm? Altersbedingt, krankheitsbedingt, oder fehlende Bildung?

Die ersten zwei Kategorien erklären sich von selbst, warum die nicht wählen gehen. Die Dritte hingegen steht dafür, dass die Menschen eben die Zusammenhänge nicht erkennen, und sich dadurch auch nicht für Politik interessieren. Und das wird immer wieder an die nächste Generation weitergegeben, und so schließt sich der Kreis.

Fragolino
05.09.09, 19:21
Nun, wenn man darauf verzichtet, kann das für die restliche Gesellschaft nur ein Gewinn sein.

V.V.S.O.P.
05.09.09, 19:40
Nun, wenn man darauf verzichtet, kann das für die restliche Gesellschaft nur ein Gewinn sein.


Ich hab im Laufe der Zeit auch viele von den von dir beschriebenen kennengelernt. "Ich geh nicht wählen, ist ja eh wurscht was män wählt, alles der gleiche Dreck, die machen ja eh nur des was die wollen". Und genau diese Leute sind es die dann für plötzliche Veränderungen sorgen, wenn es dann jemanden gibt, der diese Leute anspricht. In Deutschland dürften es die Linken werden, die in spätestens übernächsten Wahlgang, in 4 Jahren, den etablierten Parteien den Garaus machen werden. Und in vielen anderen Ländern werden es die Rechten sein.

Fragolino
05.09.09, 19:45
Ich hab im Laufe der Zeit auch viele von den von dir beschriebenen kennengelernt. "Ich geh nicht wählen, ist ja eh wurscht was män wählt, alles der gleiche Dreck, die machen ja eh nur des was die wollen". Und genau diese Leute sind es die dann für plötzliche Veränderungen sorgen, wenn es dann jemanden gibt, der diese Leute anspricht. In Deutschland dürften es die Linken werden, die in spätestens übernächsten Wahlgan, in 4 Jahren, den etablierten Parteien den Garaus machen werden. Und in vielen anderen Ländern werden es die Rechten sein.

Warum sollten sie den etablierten Parteien den Garaus machen?

V.V.S.O.P.
05.09.09, 19:50
Warum sollten sie den etablierten Parteien den Garaus machen?


Mit Wahlergebnissen um die 40% und das können sie in einem Land, mit nur 60% Wahlbeteiligung locker erreichen.

Sauerländer
05.09.09, 21:48
Zu faul um zur Wahlurne zu gehen (http://www.express.de/nachrichten/news/politik-wirtschaft/sind-arme-zu-faul-zum-waehlen_artikel_1251217106366.html)

Da fehlen einem die Worte....
Möglicherweise, nur möglicherweise sind diese Leute ja der Ansicht, dass sie wählen können, was sie wollen - es bleibe ohne nützlichen Effekt. Wie auch immer sie auf eine solche ja nun wirklich völlig unebgreifliche Idee kommen...
Und dass sich DANN mancher sagt: Nö, da ist mir meine Zeit zu schade, das finde ich durchaus nachvollziehbar.

mentecaptus
06.09.09, 13:35
Möglicherweise, nur möglicherweise sind diese Leute ja der Ansicht, dass sie wählen können, was sie wollen - es bleibe ohne nützlichen Effekt. Wie auch immer sie auf eine solche ja nun wirklich völlig unebgreifliche Idee kommen...
Und dass sich DANN mancher sagt: Nö, da ist mir meine Zeit zu schade, das finde ich durchaus nachvollziehbar.

Völlig unangebrachte Glorifizierung. Die meisten dieser Leute sind einfach zu uninspiriert, zu faul, zu unmotiviert, ihren Arsch vom Sofa zu stemmen, sich in die Wahllokale zu begeben und ihre Stimme abzugeben. Und warum? Weil die meisten eh vom Staat gepimpert werden und es ihnen egal ist, wer letztlich den Scheck ausstellt. Hauptsache, der Scheck kommt. Und zwar pünktlich. Man muss nun mal nicht so tun, als würden die sozial Schwächsten sich einen Dreck um Politik kümmern. Sie kümmern sich oft nicht mal um sich selbst und um gesellschaftliche Belange schon gar nicht...

Sauerländer
06.09.09, 14:00
Völlig unangebrachte Glorifizierung. Die meisten dieser Leute sind einfach zu uninspiriert, zu faul, zu unmotiviert, ihren Arsch vom Sofa zu stemmen, sich in die Wahllokale zu begeben und ihre Stimme abzugeben. Und warum? Weil die meisten eh vom Staat gepimpert werden und es ihnen egal ist, wer letztlich den Scheck ausstellt. Hauptsache, der Scheck kommt. Und zwar pünktlich. Man muss nun mal nicht so tun, als würden die sozial Schwächsten sich einen Dreck um Politik kümmern. Sie kümmern sich oft nicht mal um sich selbst und um gesellschaftliche Belange schon gar nicht...
Warum wohl eröffnete ich meinen Beitrag mit dem Wort "möglicherweise", und vermied explizit Worte wie "mit Sicherheit" oder "alle" ?
Die Existenz der von dir beschriebenen Sorte bestreite ich keineswegs.
Ich verwahre mich jedoch entschieden dagegen, diese Darstellung auf die Mehr- oder gar Gesamtheit der unteren Schichten auszudehnen und damit zu suggerieren, im Prinzip sei alles Sahne und nur die unteren Schichten selbst seien zu dumm/faul/uninteressiert (und damit: verantwortlich), um am Geschehen teilzunehmen.

mentecaptus
06.09.09, 14:11
Ich verwahre mich jedoch entschieden dagegen, diese Darstellung auf die Mehr- oder gar Gesamtheit der unteren Schichten auszudehnen und damit zu suggerieren, im Prinzip sei alles Sahne und nur die unteren Schichten selbst seien zu dumm/faul/uninteressiert (und damit: verantwortlich), um am Geschehen teilzunehmen.

Doch, genau so ist es! Das Stimmrecht entscheidet in einer Demokratie, weil es die legitimation der Herrschenden ist. Wer nicht zur Wahl geht, soll sich auch nicht beschweren. Doch genau das passiert: vor allem die sozial Schwachen jammern, lamentieren, nölen permanent rum, dass sich niemand um sie kümmert, dass man ihnen nicht noch mehr Geld für's Nichtstun zahlt, dass sich niemand für sie einsetzt. Und sie schaffen es nichtmal, zur Wahl zu gehen, sich also für ihre eigenen Belange einzusetzen. Und was für ein Aufwand das doch ist, einmal alle vier Jahre ein Kreuzchen zu machen. Denn letztlich gibt es Veränderungen (nur) dadurch, dass die Parteien Stimmenzuwächse verzeichnen, die die "populären" Themen besetzen. So war es bei den Grünen, deren Thema "Umwelt" inzwischen von allen besetzt wird, so war es bei der CDU, die nach der Katastrophenwahl 2005 statt Marktradikalismus auf einmal Sozialromatik propagierte (da ja die SPD in kurzer Zeit mehr als 15 Prozente aufgeholt hatte, war deren Schwerpunkt wohl gewollt).

Wie gesagt, jeder hat das Recht NICHT zur Wahl zu gehen. Aber dann soll er auch die Fresse halten, wenn ihm das Ergebnis nicht passt.

Sauerländer
06.09.09, 14:20
Doch, genau so ist es! Das Stimmrecht entscheidet in einer Demokratie, weil es die legitimation der Herrschenden ist. Wer nicht zur Wahl geht, soll sich auch nicht beschweren. Doch genau das passiert: vor allem die sozial Schwachen jammern, lamentieren, nölen permanent rum, dass sich niemand um sie kümmert, dass man ihnen nicht noch mehr Geld für's Nichtstun zahlt, dass sich niemand für sie einsetzt. Und sie schaffen es nichtmal, zur Wahl zu gehen, sich also für ihre eigenen Belange einzusetzen. Und was für ein Aufwand das doch ist, einmal alle vier Jahre ein Kreuzchen zu machen. Denn letztlich gibt es Veränderungen (nur) dadurch, dass die Parteien Stimmenzuwächse verzeichnen, die die "populären" Themen besetzen. So war es bei den Grünen, deren Thema "Umwelt" inzwischen von allen besetzt wird, so war es bei der CDU, die nach der Katastrophenwahl 2005 statt Marktradikalismus auf einmal Sozialromatik propagierte (da ja die SPD in kurzer Zeit mehr als 15 Prozente aufgeholt hatte, war deren Schwerpunkt wohl gewollt).

Wie gesagt, jeder hat das Recht NICHT zur Wahl zu gehen. Aber dann soll er auch die Fresse halten, wenn ihm das Ergebnis nicht passt.
Wie lautet doch dieser schöne Satz: "Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten."
Ich selber kenne genug Leute (zugegeben: Eher untere Mittelschicht als Unterschicht), die einem mehr oder weniger sinnvollen Beruf nachgehen, die interessiert sind - und nicht wählen gehen, und zwar deshalb, weil sie nicht (mehr) glauben, dass von ihnen als notwendig angesehene Veränderungen innerhalb des gegenwärtigen Systems zu erreichen sind.
Gewiss, ALLE tönen mittlerweile von Umwelt - mit welchem praktischen Effekt?
Klar, die Union hat vom offenen Marktradikalismus Abstand genommen. Bricht dadurch die Sozialstaatlichkeit aus?
Nein, dieses Spielchen aus "Wer nicht wählt, soll die Fresse halten" und "Wer wählt, und nicht das bekommt, was er will, soll das gefälligst akzeptieren, so sind die Regeln" ist mir (obgleich ich wählen gehe -mich aber jedesmal aufs Neue frage, warum eigentlich) dann doch zu doof.

Purpurner Fluss
07.09.09, 19:39
Nur, wenn keiner wählen geht, dann wird sich auch nichts ändern. Wiri müssen eben auch auf die Vernunft der Anderen hoffen, denn sonst haben wir schon verloren.

V.V.S.O.P.
07.09.09, 19:42
Nur, wenn keiner wählen geht, dann wird sich auch nichts ändern. Wiri müssen eben auch auf die Vernunft der Anderen hoffen, denn sonst haben wir schon verloren.



HAHAHA:augenrollen:

http://www.youtube.com/watch?v=G_0SJS4AFoo

http://www.youtube.com/watch?v=LvuPsgNgqfY&feature=related

Purpurner Fluss
07.09.09, 19:46
Es wird doch nicht nur so Schnösel geben, oder?

Sauerländer
07.09.09, 23:10
Nur, wenn keiner wählen geht, dann wird sich auch nichts ändern. Wiri müssen eben auch auf die Vernunft der Anderen hoffen, denn sonst haben wir schon verloren.
Es wird sich auch nichts ändern, WENN wir wählen gehen. Kommt wirklich eine Kraft nach oben, die für Veränderungen im relevanten Ausmaß steht, würde sie umgehend verboten.
Wegen der Linkspartei wird schon ein Mordstheater veranstaltet. Und die tanzt immer nur um die 10 %.
Stell dir mal vor, es gäbe bei einer Wahl, sagen wir, 20 % für die DKP.
Glaubst du allen Ernstes, die Partei gäbe es noch lange?
Warum wird die NPD nicht verboten? Weil die Obrigkeit die nicht wirklich fürchtet, durch sie ein gewisses Oppositionspotential kontrollierbar hält und zudem durch V-Leute wie auch durch eigenständige ******* dort jeden nationalen Widerstand ein Stück weit diskreditieren kann. Einen besseren Werber als, sagen wir, Jürgen Rieger kann sich das System ja kaum wünschen.

Wirkliche Änderungen werden, WENN sie denn zu erzielen sind, nicht mit dem Wahlzettel erzielt werden.
Ich enthalte mich weiterer Äusserungen, wie sie wohl stattdessen zu erzielen sind.

Purpurner Fluss
08.09.09, 19:55
Du erstickst mein letztes bisschen Hoffnung im Keim! Das ist fies! Spaß bei seite, aber es wird, wenn es so weitergeht ein brutales Ende nehmen.

Sauerländer
08.09.09, 20:14
Du erstickst mein letztes bisschen Hoffnung im Keim! Das ist fies! Spaß bei seite, aber es wird, wenn es so weitergeht ein brutales Ende nehmen.
Es WIRD ein brutales Ende nehmen.
Bekanntlich ist nichts so furchtbar wie eine gewonnene Schlacht - ausser einer verlorenen.

Purpurner Fluss
08.09.09, 20:25
An und für sich, bin ich auf eine gewalttätige Auseinandersetzung nicht scharf, aber alle Anzeichen stehen dafür. Es wird immer brutaler, und es fließt immer mehr Blut, und irgendwann werden einige anfangen, zurück zuschlagen, und dann haben wir den Schnefalleffekt.