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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Islam, die Radikalisierung, der Kampf mit sich selbst.


Don
05.09.09, 01:01
Der Disclaimer vorab: Nein, hier wollen wir keine Beiträge sehen a la "die bösen [Muslime] überschwemmen uns" oder "weg mit allen Moscheen" und erst recht keine "die dummen [Muslime] sind alles Terroristen". Das ist nicht das Thema. Disclaimer Ende.


Man darf wohl konstatieren, dass sich die islamische Welt in Bewegung befindet. Einerseits sieht man eine Zuwendung hin zum Traditionalismus und in Gegenden wie Pakistan oder Tschetschenien tauchen auf einmal wahhabitische Lehren auf, die man zuvor nicht kannte. Andererseits herrscht eine Ungleichheit wie kaum irgendwo: Unendlicher Reichtum in Dubai, grenzenlose Armut in Bangla Desh. Letzteres mag eventuell noch unter die allgemeine Koranlehre zu kriegen sein, schließlich sind ja alle Menschen gleich. Nur: In weiten Teilen der arabischen Welt, ich würde mal sagen, in der gesamten arabischen Welt -und die ist in Sachen Islam zwar nicht "mehrheitsfähig", aber dennoch mindestens "teilmeinungsbildend" herrscht ein sehr großes Ungleichgewicht. Demokratiedefizit, soziale Benachteiligung, Armut etc.
Das alles mag die ein oder andere revolutionäre Bewegung hervorbringen, aber insgesamt ist in vielen Ländern zu betrachten, dass sich einiges radikalisiert hat und dafür ist nicht einzig und allein "der Westen" verantwortlich zu machen.

Viel eher und sehr polemisch zugespitzt:

Die islamische Welt (respektive Teile dieser) befindet sich im Krieg und zwar mit sich selbst. Die Opfer der Dschihadisten und Salafisten sind mehrheitlich muslimische Zivilisten, die Täter begehen damit Anschläge gegen die eigene Bevölkerung.

So viel in aller Kürze als "Input". Über ernstgemeinte Diskussionsbeiträge bin ich erfreut, Spamdreck wird gemeldet. Danke.

Dyrnwyn
05.09.09, 08:48
Könntest Du das vielleicht mal als Frage formulieren?
Deine subjektive Interpretation eines Zustandes, noch dazu unklar formuliert, eignet sich sonst kaum als Grundlage für eine Diskussion.

Don
05.09.09, 12:05
Könntest Du das vielleicht mal als Frage formulieren?
Deine subjektive Interpretation eines Zustandes, noch dazu unklar formuliert, eignet sich sonst kaum als Grundlage für eine Diskussion.

Mich interessiert die Sichtweise des Rests. Wie könnte die Zukunft aussehen? Hat die "Bewegung" ihren Zenit vielleicht schon überschritten? Ist der Dschihadismus überhaupt zu etwas anderem fähig als Gewalt und Aufstand.
Etc.

Blue Max
07.09.09, 09:09
Was dem Islam fehlt ist eine Reformation. Sie befinden sich eben im tiefsten Mittelalter. Nur orthodoxe Interpretationen des Koran sind erlaubt.

Daß es auch anders geht, zeigt das 12. Jahrhundert. Da war der Islam führend in der Welt (Medizin, Universitäten, Toleranz), während sich Europa im tiefsten Mittelalter befand und nur ein paar Kreuzzüge zustande brachte.

Hätten sie heute einen Martin Luther, könnte sich der Islam wieder positiv entwickeln.

Im Moment haben halt die radikalen Elemente das Sagen, aber das muß nicht für ewig so bleiben (s.o.).

Daß natürlich die Muslime die Ersten sind, die unter dem Islamismus leiden müssen, ist klar. So war es bei uns auch (siehe die Religionskriege).