Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kleiner Leitfaden für Israelkritiker, bitte beachten
Anbei ein ziemlich bekannter aber trotzdem grenzgenialer Artikel aus Lizas Welt (http://www.lizaswelt.net/2008/03/kleiner-leitfaden-fr-israelkritiker.html)
Bitte verinnerlichen und beachten ... wobei einige die Grundprinzipien ja bereits ziemlich gut druff haamn :).
(...)
Mach als Erstes immer klar, dass du aus der deutschen Geschichte gelernt hast. Du bist nämlich eindeutig gegen Neonazis und findest Parolen wie „Wehret den Anfängen!“ total gut und wichtig. Du hast dir schon mal das Holocaust-Mahnmal in Berlin angeguckt und sämtliche Hitler-Dokus von Guido Knopp gesehen, auf deinem Fensterbrett steht eine Menorah, und am 9. November gehst du regelmäßig zu einer Gedenkveranstaltung und verdrückst ein paar Tränen wegen der toten Juden. So etwas darf nämlich nie wieder passieren! Nie wieder Krieg! Nie wieder Völkermord!
Weil du aus der deutschen Geschichte also gründlichst gelernt hast, meldest du dich immer dann zu Wort, wenn es irgendwo auf der Welt ungerecht zugeht. Das ist schließlich deine Pflicht, gerade als Deutscher. Da bist du ganz einer Meinung mit Alfred Grosser, und der muss es schließlich wissen, weil er 1933 mit seiner Familie vor den Nazis fliehen musste. Heute sagt er in der taz, einer deiner Lieblingszeitungen: „Ich denke, dass die Lehre aus der Ablehnung des Hitlerismus eine universelle ist. Überall, wo Menschenrechte eklatant verletzt werden, sollte man im Namen des Antinazismus protestieren. Das ist jedenfalls meine Schlussfolgerung aus der NS-Zeit.“ Und es ist auch deine!
Denn Auschwitz ist quasi überall, und besonders eklatant verletzt natürlich Israel seit Jahr und Tag die Menschenrechte. Ausgerechnet Israel! Dabei müssten es die Juden doch nun wirklich besser wissen, wegen Auschwitz und so. Aber nichts haben sie gelernt! Das findet auch Grosser: „Ich bin als kleiner Jude 1933 in Frankfurt gedemütigt worden. Ich kann nicht verstehen, dass Juden demütigen. Es geht auch um das Verständnis für das Leiden der anderen.“ Grosser sagt außerdem: „Es gab Kriegsverbrechen in Gaza – doch das anzusprechen, traut sich niemand, weil Schuldgefühle dominieren.“ Dafür bist du diesem mutigen Mann echt dankbar.
Wenn es nämlich Juden gibt, die das sagen, was auch du denkst – und es gibt eine ganze Menge! –, kannst du dich bequem auf sie als Kronzeugen berufen und so die Antisemitismuskeule souverän parieren. Schließlich können Juden ja gar nicht antisemitisch sein – sie sind doch Juden! Also hast du immer ein paar Zitate von ihnen auf Lager, nicht nur von Alfred Grosser, sondern auch von Uri Avnery, Felicia Langer, Moshe Zuckermann, Evelyn Hecht-Galinski oder Abi Melzer. Denn das sind antizionistische, also gute Juden. Und Antizionismus ist, wie jedes Kind weiß, was ganz anderes als Antisemitismus. Weil: Zionismus ist ja Rassismus, und du bist natürlich gegen jeden Rassismus. Gerade als Deutscher.
Aber denk daran: Wenn du dich nun auf solche Juden berufst, vergiss nie, laut darüber zu jammern, dass man als Deutscher Israel ja nicht kritisieren dürfe. Du musst nicht nachweisen, wer das verhindert oder verbietet, denn es fragt dich normalerweise sowieso niemand danach. Und wenn doch, dann schreib oder sag irgendwas mit „der Zentralrat“, das hört sich unverdächtiger an als „jüdische Weltverschwörung“, aber alle wissen, dass ungefähr das Gleiche gemeint ist. Mach außerdem einen auf progressiv, das kommt immer gut. Nimm dir am besten einfach taz-Leser „Klaus B.“ zum Vorbild: „Danke für Ihre Äußerungen, Herr Grosser. Leider kann man in Deutschland seine Meinung zu Israel nicht öffentlich äußern, da man gleich als Faschist gilt. Ich bin aber ‚links’ eingestellt und kritisiere daher das destruktive militaristische Verhalten Israels gegenüber seinen Nachbarn.“ Du siehst, wie einfach das ist: Nur drei Sätze, und schon ist man aus dem Schneider.
So gewappnet, kannst du jetzt sogar behaupten, dass Israel mit den Palästinensern das macht, was damals die Nazis mit den Juden gemacht haben, und dass es einen Vernichtungskrieg führt. Auf diese Weise schlägst du praktischerweise gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Du zeigst, dass du die Lehren der deutschen Vergangenheit kennst, du tust Alfred Grosser und Abi Melzer einen großen Gefallen, und du machst deutlich, dass du dir nicht einfach den Mund verbieten lässt, sondern im Gegenteil todesmutig die Wahrheit sagst. Außerdem befindest du dich in kuscheliger Gesellschaft, denn deine Behauptungen werden von einer satten Mehrheit deiner Landsleute geteilt. Diese Mehrheit wird natürlich von einer Minderheit unterdrückt, die die Macht hat und den Deutschen die Israelkritik verbietet. Aber die da oben machen ja sowieso, was sie wollen.
Ansonsten kannst du getrost so argumentieren, wie die ganzen Nahostkorrespondenten das auch tun: Die Palästinenser sind immer die Opfer, die Israelis immer die Täter. Alles, was die Palästinenser tun, ist deshalb nur eine irgendwo verständliche Reaktion auf die brutale Unterdrückung durch den Judenstaat, und alles, was die Israelis tun, ist nur ein neuerliches Zeichen ihrer Brutalität und sorgt außerdem dafür, dass sich die Gewaltspirale (ein ganz wichtiger Begriff!) weiter dreht. Lass dich nicht davon irritieren, dass die Medien Israel zu kritisieren scheinen – das täuscht, denn in Wirklichkeit ist alles noch viel schlimmer, aber das dürfen sie natürlich nicht schreiben, wg. deutscher Geschichte, zionistischer Lobby und so. (...)
Viel Spaß!
Da meine Motive anders gelagert sind kann ich mit dem gut gemeinten Ratgeber nichts anfangen.
Spezies 8472
01.09.09, 14:54
... grenzgenialer Artikel ...Die Logikfehler in der Argumentation hast du:
[_] nicht bemerkt
[_] geflissentlich überlesen?
Die Logikfehler in der Argumentation hast du:
[_] nicht bemerkt
[_] geflissentlich überlesen?
[X] es sind im Kontext des Artikels keine Logikfehler vorhanden - außer Du bist nicht imstande die logische Argumantationskette durch die 7 Punkte zu verfolgen.
PS: Suggestionen wollen geübt werden, Spezies 8472 :)
[X] es sind im Kontext des Artikels keine Logikfehler vorhanden - außer Du bist nicht imstande die logische Argumantationskette durch die 7 Punkte zu verfolgen.
PS: Suggestionen wollen geübt werden, Spezies 8472 :)
Regel 1: wer die israelische Politik kritisiert, der ist ein Antisemit
Regel 2: sollte er kein Antisemit sein, dann tritt Regel 1 in Kraft
So einfach kannst Du es Dir - und der Verfasser des obigen Artikels - nicht machen.
Spezies 8472
01.09.09, 15:10
Warum so viel Text, tabasco? Ein einfaches
[x] nicht bemerkthätte gereicht. ;-)
Warum so viel Text, tabasco? Ein einfaches
hätte gereicht. ; -)
Wenn es gereicht hätte, hätte ich es auch so formuliert.
Regel 1: wer die israelische Politik kritisiert, der ist ein Antisemit
Regel 2: sollte er kein Antisemit sein, dann tritt Regel 1 in Kraft
So einfach kannst Du es Dir - und der Verfasser des obigen Artikels - nicht machen.Hm. Ich kann Dir noch nicht sagen, ob ich "es" einfach machen kann oder nicht, da ich "es" noch nicht tat. Aber ich probiere "es" bei Gelegenheit aus und werde Dich umgehenden über den Stand der Dinge unterrichten.
Spezies 8472
01.09.09, 15:24
Wenn es gereicht hätte, hätte ich es auch so formuliert.Dann erstickst du verbal an der Aussagekraft der deutschen Sprache, tabasco? Mehr hast du nämlich nicht gesagt. (vgl. "es sind im Kontext des Artikels keine Logikfehler vorhanden ") ... Es sei denn, du arbeitest noch am Beweis. ;-) ......... Oder entgeht dir auch die Logik dieser Behauptung, tabasco?
Dann erstickst du verbal an der Aussagekraft der deutschen Sprache, tabasco? Mehr hast du nämlich nicht gesagt. (vgl. "es sind im Kontext des Artikels keine Logikfehler vorhanden ") ... Es sei denn, du arbeitest noch am Beweis. ;-) ......... Oder entgeht dir auch die Logik dieser Behauptung, tabasco?
Du hast mit der Aussage suggeriert, der Text enthalte einen Logikfehler.
Daraufhin habe ich den Artikel noch mal durchgelesen und zwei Stellen gefunden, die eventuell in Frage kämen - wenn sie kontextentfremdet stehen würden.
Daraufhin kam meine Antwort, dass ich im Kontext des Artikels keine Aussage sehe, die dem Ausdruck "Logikfehler" entsprechen würde.
Und nun kommst Du und unterstellst mir die Bringschuld.
Hol Dir mal'nen Kaffee.
Spezies 8472
01.09.09, 16:05
Du hast mit der Aussage suggeriert, der Text enthalte einen Logikfehler. Zwei Fehler in einem Satz. Bemerkenswert.
1. Ich habe nicht suggeriert, sondern direkt gesagt.
2. Ich habe nicht von EINEM, sondern von MEHREREN Fehlern gesprochen.
vgl:Die Logikfehler in der Argumentation hast du:
[_] nicht bemerkt
[_] geflissentlich überlesen?
Daraufhin kam meine Antwort, dass ich im Kontext des Artikels keine Aussage sehe, die dem Ausdruck "Logikfehler" entsprechen würde.Zumindest beschränkst du dich nun auf einen Fehler pro Satz. Tatsächlich hast du gesagt, dass es keinen Fehler gäbe. Und da du den Beweis schuldig geblieben bist, ist das gleichbedeutend mit "nicht bemerkt", nicht wahr, tabasco?
Hol Dir mal'nen Kaffee.Die Geschwindigkeit hast du vorgegeben, nicht ich, tabasco. Wenn es dir zu schnell ging, und wir die übersprungenen Schritten nun doch rekapitulieren müssen, erklärt das zumindest, warum du so sehr auf dem Schlauch stehst. In diesem Sinne ist die Idee mit dem Kaffee eine feine Sache: Sein Coffein weckt die grauen Zellen und beschleunigt das Denken. Darüber hinaus schmeckt er auch gut. Mein Gegenvorschlag: Wir holen uns beide einen.
(...) Tatsächlich hast du gesagt, dass es keinen Fehler gäbe. Nein, ich habe folgendes gesagt:
[X] es sind im Kontext des Artikels keine Logikfehler vorhanden (...)[/I]
Nicht mehr und nicht weniger.
(...) Und da du den Beweis schuldig geblieben bist, ist das gleichbedeutend mit "nicht bemerkt", nicht wahr, tabasco?Nein.
Du stellst folgende Behauptung auf:
_ Artikel einhalte einen logischen Fehler XYZ
Nächster Schritt wäre für Dich
(1) die XYZ aufzuzeigen.
(...) Die Geschwindigkeit hast du vorgegeben, nicht ich, tabasco. Wenn es dir zu schnell ging, und wir die übersprungenen Schritten nun doch rekapitulieren müssen, erklärt das zumindest, warum du so sehr auf dem Schlauch stehst. In diesem Sinne ist die Idee mit dem Kaffee eine feine Sache: Sein Coffein weckt die grauen Zellen und beschleunigt das Denken. Darüber hinaus schmeckt er auch gut. Mein Gegenvorschlag: Wir holen uns beide einen.Nebelbömbchenpalaver. Trink nun Deinen Kaffee und übergehe zum Punkt (1).
Juden zu mögen ist Mainstream, daher bin ich Antisemit. :banana:
Kleines Mäuschen
01.09.09, 20:30
Zwei Fehler in einem Satz. Bemerkenswert.
Benenn die Fehler, die Dir aufgefallen sind, dann kann man darüber diskutieren und gut ist.
Mein Gott, wie ich diese besserwisserischen Wortschwaller hasse. :augenrollen:
Regel 1: wer die israelische Politik kritisiert, der ist ein Antisemit
Regel 2: sollte er kein Antisemit sein, dann tritt Regel 1 in Kraft
So einfach kannst Du es Dir - und der Verfasser des obigen Artikels - nicht machen.
Au Backe, ich erkenn den USraelkriechenden Thilo aus dem Land meiner derzeitigen Homebase nicht wieder und kann hier nur zustimmen. Kann es sein, daß du in linkslastigeren Foren den rechten Macker markierst und in rechtslastigeren den eher linken, damit es auf jeden Fall immer einen wilden Raw Brawl gibt? :grin: Aber wo steht der Thilo wirklich? Auf der Seite der Gerechten- oder des bösen Gefleuchs. :smoke: Oder darfs etwa von Beidem etwas sein; aslo ich wähle ja lieber das Gute in Reinkultur. ;)
Nun, zu einer der Personen, die ich wirklich abgrundtief verachte- ja, und auch etwas hasse. Das ist keine Spielerei mehr, keine semihumoristische Kabbelei. Irgendwo in diesem Thread steckt das Monster- ich weiß über seine Einstellung und Vergangenheit-, aber ich gehe doch lieber gar nicht darauf ein, sondern auf Israel. :grin:
Mann, Mann, Mann, es gibt ja etliche Juden, die mir in Foren bereits unangenehm aufgefallen sind, weil sie ihren Laden da am östlichen Mittelmeer mit blanken Scheuklappen schönreden und kritiklos in Schutz nehmen (und oft wiesen die auch noch eine echt asoziale Meinung auf- aber nicht alle). Also ich würde ja nicht so peinlich reagieren, wenn ich z.B. in Venezuela leb und Deutschland Scheiße baut. Da würd ich die Dinge kritisch beim Namen nennen und so meine Würde und meine innere Gerechtigkeit wahren. Nicht aber so viele dieser jüdischen Hosenmatze- dieser peinliche Zentralrat inbegriffen. Völlig einseitig wird die Schuld bei denen gesucht, die zuerst da waren; denen die UN ungefragt (zumindest interessierte die Antwort nicht wirklich) Israel vor den Latz geknallt hat. Oh Mann, stellt euch das mal vor: Gestern habt ihr noch ein Radieschenbeet vor der Tür, und einen Tag später steht da 'ne Klagemauer. :eek:
Großzügig wie ich bin, hab ich ja generell nichts gegen dieses seltsame Volk, das über die Jahrtausende immer wieder überall aneckte (ja, und vielleicht auch manchmal angepöbelt wurde), aber ich urteile eben anational und objektiv. Es ist mir Wurscht, WER da grad Scheiße baut; ich nenn denjenigen beim Namen. Und die Ungerechtigkeit, die den Juden vor Dekaden und vielleicht auch früher schon widerfahren ist, hat rein gar nichts mit dem Konflikt mit den Palästinensern zu tun; gibt dem Volk nicht das recht, jetzt mal selber die Sau rauszulassen. Was können Palästinenser für Onkel Addis Exzesse? Das Ganze liegt lange zurück, und die meisten Menschen beider Fraktionen im nahen Osten oder auch in Deutschland haben's gar nicht mehr miterlebt, also Schluß mit dem ewigen Rumgeheule und der Narrenfreiheit, die man Israel wegen der Sache von vor 70 Jahren einräumt. Andere Staaten, die Gewalt und Lokalimperialismus derart willkürlich und despotisch anwenden würden, dürften sich auf ein NATO-Bombardement und UN-Truppen gefaßt machen, aber Israel wird ewig mit Samthandschuhen angefaßt und gar noch mit Waffen beliefert. Waffen, auf die eine technisch gnadenlos unterlegene Gegenseite nur mit ihren eigenen Mitteln- in diesem Fall der universell erfolgreichen Guerillamethodik- reagieren kann. Palästina hat keine offizielle Armee, aber es hat das Recht auf Widerstand, wenn es ungerecht behandelt wird vom fetten Kugelfisch vor der Haustür; nein IN der Haustür.
Israel hat sein Existenzrecht, aber es muß sich- gerade als derjenige, der NICHT zuerst da war-, mit seinen Nachbarn arrangieren, anstatt wild um sich zu kloppen und zu erobern (Golan-Höhen, etc.) und den Amis in den Arsch zu kriechen und ihnen den willigen Stützpunkt zu machen.
Sollte es immer wieder Ärger mit Israel geben- mit sämtlichen Nachbarn quasi, die sich sonst alle weitgehend lieb haben- und dieses Regime, das auch nach innen durch Sozialdarwinismus neoliberaler Gangart "glänzt", nicht bereit zu fairen Kompromissen und weniger perversen Überreaktionen wie Anfang dieses Jahres oder auch im Libanon sein, dann sollte doch ernsthaft über eine Verlegung dieses Unruheherds nachgedacht werden. Die USA sind dünn besiedelt und haben sicher noch ein Plätzchen übrig für ihre Brüder im Osten- ach nee, in der eigenen Heimat sind sie ja nicht mehr nützlich...hmm. :rolleyes: ...Ach, ihr macht das schon. Der nahe bzw. mittlere Osten wäre wieder ein harmonischer Flecken Eden, und auch die Israelis müßten nicht mehr jeden Tag mit Bombenwetter rechnen und könnten mal etwas relaxter werden; könnten sich ma cool machen, alter, und drüber nachdenken, warum sie immer noch so'ne asoziale Regierung haben und bei all der "Außenpolitik" die Innenpolitik (Soziales natürlich) zu sehr hinten anstellen. Allen wäre geholfen- und deshalb great Exodus! :banana:
Redwing- räumt keinem Staat Narrenfreiheit ein, Mann :smoke:
Na was ein Glück das ich offen und ehrlich antisemitisch&nationalistisch eingestellt bin, da kann ich mich wenigstens getrost von solchen Idioten wie in dem Artikel distanzieren :grin:
Hier mal, weil ihr so im Nebel stochert, LINKE Positionen zum Nahostkonflikt (http://wolfwetzel.wordpress.com/2009/01/25/eine-auseinandersetzung-mit-linken-positionen-zu-israel-und-zum-einmarsch-der-israelischen-armee-in-den-gazastreifen/#more-718), zusammengefaßt von Wolf Wetzel:
1. Seit ein paar Jahren stehen sich innerhalb der radikalen Linken lautstark zwei Positionen sprachlos gegenüber: Die von antideutschen Grupperungen dominierte ›Pro-Israel‹- Haltung und die von anti-imperialistischen Gruppierungen dominierte ›Pro-Palästina‹-Solidarität – die schlechteste und niedrig-schwelligste Kopie der 68er-Konstellationen: Nicht die Ideen und politschen Praxen der Protagonisten, sondern das jeweils schlimmere Gegenüber (vorbürgerlicher ›Gottesstaat‹, ›islamischer Faschismus‹ versus spätbürgerlicher Kolonialismus, israelisches Besatzungsregime) begründet – in der Regel – diese enthnifizierte Parteinahme. Für eine radikale Linke, die an der Überwindung des Bestehenden festhält, käme es hingegen darauf an, die Parteinahme gerade nicht daran zu bestimmen, wer weniger grausam an den bestehenden Verhältnissen festhält. Vielmehr geht es darum, sich auf die Seite, an die Seite emanzipatorischer Prozesse zu stellen. Diese werden in Israel, im Gazastreifen und im Westjordanland gleichermaßen unterdrückt.
2. Eine radikale Linke solidarisiert sich nicht mit ›Opfern‹, sondern mit politischen und gesellschaftlichen Zielen, die über jede Art von Herrschaft und Ausbeutung hinausweisen.
3. Eine radikale Linke sollte internationales Recht (insbesondere das UN-Völkerrecht) nicht unterschreiten, sondern darüber hinausweisen. Die Besetzung fremder Territorien ist nirgendwo ein ›Selbstverteidigungsakt‹, sondern Ausdruck einer imperialen Logik.
4. Der Kampf gegen Besatzung ist überall auf der Welt legitim. Die Legitimität dieses Widerstandsrechtes begründet sich in der Besatzung – sie besagt nichts über die politischen Ziele. Maßstab für eine radikale Linke kann jedoch nicht das im Völkerrecht verankerte Recht auf Widerstand sein, sondern die Mittel und Ziele, die über (Fremd-)Herrschaft hinausweisen.
5. Für eine radikale Linke misst sich die Legitimität der Mittel weder an der Grausamkeit des Feindes, noch am Schrecken, den sie verbreiten können. Wer gezielt ›Unbeteiligte‹, ›Zivilisten‹ angreift bzw. zur Geisel militärischer Auseinandersetzungen macht – ob aus Gründen der militärischen Unter- oder Überlegenheit – macht sich gleich und nicht unterscheidbar.
6. Es gibt keinen Grund für eine radikale Linke, sich mit der gegenwärtigen Staatsführung in Israel oder mit ›Hamas‹ bzw. der ›palästinensischen Autonomiebehörde‹ zu solidarisieren. Wer einen politischen, gesellschaftlichen Konflikt in Worten und Taten ethnifiziert, wer politische Ziele einer militärischen Logik unterordnet, wer nur das Fremde an Herrschaft meint, bekämpft nicht Herrschaft, sondern reproduziert sie.
7. Wer den Krieg der israelischen Armee im Gazastreifen mit Methoden und Zielsetzungen des deutschen Faschismus vergleicht (Belagerung Leningrads durch deutsche Truppen 1941-44[3], die Behauptung eines ›Holocaust am palästinensischen Volk‹), kritisiert nicht das militärische Vorgehen der israelischen Armee. Er beweist nur einen unerträglichen Umgang mit dem Begriff ›Faschismus‹.
8. Die Linke ist nicht nur in Deutschland schwach und einflusslos – sondern auch im Nahen Osten. Doch sie hat hier das Privileg und die Chance, denen zu widersprechen, die nur noch auf komplementäre Weise der Logik des Krieges das Wort reden (sei in Form eines imaginierten Rechts Israels auf ›Selbstverteidigung‹ oder das Recht der ›Hamas‹, Vergeltung zu üben). Wer zurecht den Methoden und Zielen der Hamas widersprechen will, der möge sich nur für einige Momente vorstellen, was passieren würde, wenn nur die Hälfte der Summe, die für diesen israelischen Einmarsch ausgegeben wird, für die Verbesserung der Lebensbedingungen im Gazastreifen ausgegeben werden würde … Eine von vielen Möglichkeiten, die gesellschaftliche Basis der ›Hamas‹ zu schwächen, anstatt durch die Eskalation der Lebensbedingungen im Gazastreifen ihre Macht zu stärken.
9. Wer einen Krieg beenden will, sucht sich den Feind nicht aus, sondern verhandelt mit ihm. Seit 2002 existiert ein solches Friedensangebot: »Es gibt nur eine Lösung: Ende der Besatzung, Auflösung der israelischen Siedlungen, Errichtung eines palästinensischen Staates. Das muss natürlich (…) mit einer Sicherheitsgarantie für Israel verbunden sein… Der neue saudische Friedensplan ist wichtig. Die Saudis machen Israel ein Angebot, das es noch nie gab: Im Falle eines Rückzuges von den 1967 besetzten Gebieten wird Israel nicht nur von einzelnen Staaten wie Ägypten und Jordanien, sondern von der gesamten arabischen Welt völkerrechtlich anerkannt – das wäre nicht nur ein Waffenstillstand, sondern ein echter Friede. Außerdem bietet Saudi-Arabien… einen Kompromiß für Jerusalem und eine faire Regelung der Frage der palästinensischen Flüchtlinge an, das heißt ohne ein pauschales Rückkehrrecht, das Israel als jüdischen Staat bedrohen würde.« (Avi Primor, ehemaliger israelischer Botschafter in Deutschland, Konkret 5/2002). 2007 bekräftigte die Arabische Liga den Friedensplan von Doha. Alle israelischen Regierungen lehnten diesen Friedensplan bis zum heutigen Tag ab. Auch die Erklärung der ›Hamas‹ im Jahr 2006[4], einem solchen Friedensplan zuzustimmen, änderte an der absurden Behauptung der israelischen Staatsführung nichts, es gäbe keine Verhandlungspartner für einen Frieden. Ob die arabischen Staaten, die Palästinensische Autonomiebehörde von Abu Mazen und Hamas diesen Friedensplan unterschreiben würden (entgegen aller gegenteiligen Äußerungen), kann man nur herausbekommen, wenn auch die israelische Staatsführung diesem Friedensplan zustimmt.
linke gruppen sind ja oft eher pro-"palästinenser" und gegen den bösen "kappillisten" Üsraööööllll... oy, alda, gib mich 'n neues sterni....
In Lizas Artikel ist tatsächlich kein wie auf immer gearteter Fehler in der Anwendung der Logik zu finden. Dieser Artikel ist vielmehr eine gelungene Spitze auf die Einseitigkeit und Langeweile selbsternannter "Israelkritiker".
Aber, aber. Denkt doch mal mit. Liza meint:
Mach als Erstes immer klar, dass du aus der deutschen Geschichte gelernt hast.
Linke wissen:
Aus der Geschichte muß niemand etwas lernen. Auch Opfern faschistischer Diktaturen ist keine moralische Leere eingeschrieben. Sowie auch Antifaschismus nicht historisch begründet sein muß. Antifaschismus hat mit deutscher Geschichte nur soviel zu tun, als es Deutschland eben mal faschistisch war.
(So einfach wie möglich erklärt.)
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